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Doku über Superreiche: Geradezu asketisch
Arte

Schwer vor die Kamera zu bekommen: Die TV-Doku "Ganz oben" zeigt, wie Deutschlands Superreiche leben - und stellt subtil die Frage nach einer gerechteren Gesellschaft.

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Dieter Koll 23.01.2019, 11:21
50.

Zitat von Shelly
Durch großen Fleiß und großer Anstrengung kann man es durchaus zu gehobenen Wohlstand in der Mitte der Gesellschaft bringen, aber nie zu einem großen Reichtum. Großer Reichtum ist immer verbunden mit .....
was bedeutet denn "Ausbeutung von hiesigen Arbeitnehmern"? Meines Wissens nach gibt es kein Recht darauf, dass einem Menschen auf eigenes Risiko und eigenem Geld ein Arbeitsplatz zu Verfügung gestellt wird, damit der ein schönes Leben haben kann. Genauso wenig ist irgendjemand verpflichtet einen Vertrag zu unterschreiben oder bei einem Arbeitgeber zu bleiben.... Allerdings hat jeder das Recht, auf sein eigenes Risiko und Geld, selbst ein Unternehmen zu gründen und so reich zu werden, dass ihn niemand mehr ausnutzen kann....

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MarkusW77 23.01.2019, 11:40
51.

Zitat von Kurt-C. Hose
Allein der letzte Satz zeigt, dass Sie nicht einmal im Ansatz verstehen, wie unser Steuersystem funktioniert, geschweige denn, was eine Vermögenssteuer ist. Eine Vermögenssteur bestuert SUBSTANZ. Vermögen ist Substanz. KEIN EINKOMMEN. Einkommen wird von der Einkommenssteuer besteuert, und die liegt im Spitzensteuersatz längst bei 45% (ab 260.000 Euro). Und weil Sie offenbar der Mär auf den Leim gehen, dass es allen besser ginge, wenn man diesen Spitzenstuersatz erhöht, empfehle ich Ihnen eine allgemein gebräuchliche Suchmaschine, um mal herauszufinden, wie viele Steuerzahle......
man könnte sich darauf einigen, das Gehälter nur bis 500T / a für die Unternehmen Kosten sind.
Und um 60T/a zVe zu haben, müssen es schon gut 75T Brutto sein, und dann zahlt man auch nur 42 % auf jeden Euro oberhalb dieses Einkommens.
Also zB meine Steuerlast liegt nach Splitting bei etwas über 100T/a (zusammen)Brutto bei knapp 22%
mMn sollten Einkommen ab 500T deutlich höher besteuert werden, ebenso Kapitaleinkünfte und höhere Erbschaftssteuer. Finanztransaktionssteuer find ich auch gut + Steuerschlupflöcher schließen.
Dann könnte man wahrscheinlich andere wichtige Dinge deutlich geringer besteuern.

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Kurt-C. Hose 23.01.2019, 11:44
52.

Zitat von Shelly
Durch großen Fleiß und großer Anstrengung kann man es durchaus zu gehobenen Wohlstand in der Mitte der Gesellschaft bringen, aber nie zu einem großen Reichtum. Großer Reichtum ist immer ......
Nö. Ich kenne etliche Leute, die hier aus dem Nichts Unternehmen aufgebaut haben, mit denen sie durch harte Arbeit zu wirklichem Reichtum gebracht haben. Echte Unternehmer, mit viel Herzblut, hoher Risikobereitschaft und hohem Einsatz.

Und wenn sie Leute sehen, die in der Öffentlichkeit stehen wie beispielsweise Frank Thelen, wie Jochen Schweitzer, wie Ralph Dümmel, wie ein Hasso Plattner oder die Struengmann - Brüder oder J. Gosch oder Eugen Block sind doch super Beispiele dafür, das das geht.
Dass das NICHT geht, ist die bequeme Ausrede all derer, denen der Antrieb fehlt, es überhaupt zu versuchen. Dann kann man lieber auf die Ungerechtigkeit der Welt oder "des Systems" schimpfen, anstatt bei sich selbst anzufangen.

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yabba-dabba-doo 23.01.2019, 11:47
53.

Allein die Einleitung zeigt schon, dass der Autor von NEID zerfressen ist. Kein Wunder, dass niemand vom "alten" Geld sich in der Öffentlichkeit zeigen möchte.
Zeigt doch mal die, die nicht arbeiten wollen (ich rede hier nicht von denen, die nicht können) das ist ein sehr grosses Problem. Wir alle subventionieren diese Personen. Bringt RTL2 Dokus über diese Menschen, regen sich alle (Medien) über den " Voyeurismus" auf . Zu Unrecht.
Was ich wichtig finde ist, das Menschen die arbeiten dafür faire Löhne bekommen und nicht ausgebeutet werden.
So zu argumentieren: "dass allein in Deutschland ein Prozent der Bevölkerung auf einem Viertel des kompletten Vermögens hockt - während etwa die Hälfte aller Menschen nichts besitzt, was man ein Vermögen nennen könnte"
ist gewiss am Thema vorbei.
Fest steht nur: es gibt Viele dich nicht arbeiten wollen und von allen gesponsort werden
und es gibt viele Arbeitende/Arbeitnehmer die nicht fair bezahlt werden.
Beides ist für mich ein gesellschaftliches Problem.
Aber NEID bringt uns nicht weiter.

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n.wemhoener 23.01.2019, 12:29
54.

Zitat von freeclimber
Wer an der Arbeit anderer verdienen will, muss die dafür notwendigen Arbeitsplätze erst einmal schaffen. Dafür muss er persönlich existenzielle Risiken eingehen, da das notwendige Kapital nicht auf Bäumen wächst. Er muss bereit sein einen grossen Teil seines Lebens praktisch Tag......
Soso, 10 % der Bundesbürger zahlen 50 % des Steueraufkommens.
Wieder einer, der so tut, als sei die Einkommensteuer die einzige Steuerart.
Die Hauptsteuerlast trägt die Mittelschicht und die unteren 2/3 über indirekte Steuern. Die breite Masse unterhalb eines Jahreseinkommens von 70.000 Euro steuert zu Zweidrittel des gesamten Steueraufkommens bei.
Sie holen sich offenbar ihre steuerlichen Infos aus der Bild-Zeitung.

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Rosenblüte1 23.01.2019, 12:50
55. Keine Angst vor Neiddebatten!

Nur keine Neiddebatte führen? Warum denn nicht? Warum sollten wir eine solche fürchten?

Dieses Totschlagargument wird doch in der Regel von denen in den Ring geworfen, die die Interessen der Reichen vertreten. Da lässt sich doch leicht zurückfragen, wer denn hier eigentlich neidisch ist. Sind es wirklich wir, die wir nicht zu den reichsten 10% gehören? Oder sind es nicht doch eher genau diese, die sich noch nicht an den Fakt gewöhnt haben, dass ihnen die Empathie der Bevölkerung langsam abhandenkommt? Dass langsam, aber stetig die Mitarbeiter (!) von entlohnungsschwachen Unternehmen mehr Verständnis erhalten als deren Chefs?

Die vermeintlichen Leistungsträger unserer Gesellschaft sind derartig steuerfaul, dass es einfach nicht mehr zu rechtfertigen ist. Sie sind so reich wie sie sind, weil wir ihnen ihren unsozialen Steuergeiz viel zu lange haben durchgehen lassen. Was hat das denn bitte mit Neid zu tun?

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markniss 23.01.2019, 13:03
56. Gedankenspiel

Laut Wikipedia besitzen die 500 reichsten Deutschen ungefähr 700 Milliarden Euro. Das geht runter bis zu einem Vermögen von 200 Mio. Euro. Nehmen wir mal an, wir enteignen diese Bösewichter komplett -- so wie sich das die Linken immer wünschen. Das könnten wir über eine fette Erbschaftssteuer oder einfach so machen. Was dann?
Nun, dann haben wir (der Staat) 700 Milliarden Euro. Wenn wir die Kohle auf alle Deutschen verteilen, dann bekommt jeder einmalig ungefähr 11.000 Euro. Das reicht für einen Gebrauchtwagen, aber nicht für die Finanzierung einer Wohnung. Alternativ könnten wir den deutschen Sozialhaushalt (ca. 150 Milliarden Euro) für 5 Jahre finanzieren. Klingt beides nicht schlecht, aber ist wirklich nicht der Bringer auf lange Sicht.

Wirklich wichtig auf lange Sicht ist aber, welchen Schaden wir damit anrichten würden: Bei fast allen der Reichsten steckt das Geld in Geschäftsanteilen (oder Aktien) von Unternehmen, an deren Entstehung oder Entwicklung die jeweilige Familie über Jahrzehnte beteiligt war. Um an die Kohle zu kommen, müsste man also diese Anteile verkaufen. Wer würde die kaufen? Nun, als Käufer bleiben nur die großen (US-) Fonds und Vermögensverwaltungen übrig, denn sonst hat niemand so viel Kohle. Die werden die Anteile sehr gerne kaufen. Passt also? Ne, eben nicht: Diese Fonds sind auf Gewinnmaximierung aus. Die werden Sparmaßnahmen bei den Unternehmen einleiten und bei den ersten Problem Arbeitsplätze in billigere Länder verlegen. Und dann gucken wir in Deutschland in die Röhre.
Es ist einfach schlimm, dass in unserem Land Neid immer Hirn aufrisst. Denn diese "Reichen" sind der wichtigste Anker für die wirtschaftliche Stabilität unseres Landes!

PS: Der gleiche Effekt tritt übrigens auch ein, wenn die Erbschaftssteuer so hoch ist, dass die "Reichsten" zum verkaufen gezwungen werden.

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kael 23.01.2019, 13:05
57.

Wer sein Millionenvermögen selbst erarbeitet hat, verdient meinen vollen Respekt.
Anders sehe ich das, wenn solche Vermögen ererbt wurden und ohne eigene Anstrengung und nur unter Hinzuziehung von gewieften Steuerexperten vergrößert werden.

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rpb76 23.01.2019, 13:18
58. interessant ist

die Selbstwahrnehmung vieler Reicher. Bei der Fahrt zu seinem Jagdschloss wird der Baron in der Doku gefragt wo den "reich" für ihn anfängt. Antwort: bei einem dreistelligen Millionenbetrag. Seiner Familie gehe es gut aber reich, nein das sei er nicht.
Keine Fragen mehr.

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Kurt-C. Hose 23.01.2019, 13:43
59.

Zitat von rpb76
die Selbstwahrnehmung vieler Reicher. Bei der Fahrt zu seinem Jagdschloss wird der Baron in der Doku gefragt wo den "reich" für ihn anfängt. Antwort: bei einem dreistelligen Millionenbetrag. Seiner Familie gehe es gut aber reich, nein das sei er nicht. Keine Fragen mehr.
Die Definition, wer "reich" ist, lässt sich auf zweierlei Weise beantworten. Unsere Politik beantwortet sie mit dem Spitzensteuersatz - dnach ist "reich", wer mehr als 60.000 Euro zu versteuerndes Einkommen hat.
Nach Dr. Huxtable aka Bill Cosby ist jemand reich - so hat er es in seiner Show seinem Sohn mal erklärt - für den sein Geld arbeitet. Jemand, der für sein Geld arbeiten muss, sei nicht reich.

Ist für mich eine ziemlich plausible Definition.
Augustinus von Hippo hat mal gesagt: "Nicht der der viel hat ist reich, sondern der, der wenig braucht!" Ich brauche weder ein Jagdschloss, noch noch eine Gemäldesammlung. Ich bin sehr glücklich mit dem, was ich habe und wie ich lebe.
Ich bin reich.

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