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Dokumentarfilm "Nervöse Republik": Demokratie braucht Irritation
DPA

Stephan Lamby hat Teile seiner Dokumentation "Die nervöse Republik" in den Redaktionsräumen von SPIEGEL ONLINE gedreht. Der Film zeigt, wie verletzbar und verunsichert Journalismus und Politik sind.

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Wunderläufer 19.04.2017, 14:08
10. Sehr gut

Dieses Essay macht mir Mut, denn seine bloße Existenz und natürlich der Inhalt lassen hoffen, dass es Journalisten gibt, die die Zeichen der Zeit erkannt haben. Journalisten sollen Stellung beziehen, müssen aber immer wieder in der Lage sein, ihre Meinung zu hinterfragen und zu unterschieden zwischen 'ich wünsch mir was' und Tatsachen. Nicht jeder Andersdenkende ist ein Depp und verlangt nach Belehrung; evtl. ist genau das Gegenteil der Fall....

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Iggy Rock 19.04.2017, 14:09
11. Aufwachen, bevor es zu spät dazu ist.

Schön, dass sich Herr Lamby des Themas widmet. Sollte seine Doku allerdings mit dem Inhalt dieses Artikels übereinstimmen, hat er scheinbar das Thema verfehlt. Die Welt ist nicht komplizierter geworden, der Zugang zu Information jeglicher Art ist nur offener denje für jeden Menschen. Auch leben nicht nur Personengruppen in sozialen Medien in einer Blase, im Prinzip tun wir alle das, Journalisten eingeschlossen. Was sich in der Tat geändert hat: Fast in jedem demokratischen Industrieland fühlen sich bis zu 50% der Bürger abgehängt oder haben massiv Angst vor dem finanziellen Abstieg. Dabei haben wir Regierende und etablierte Medien, die absolut nichts aus dem Weltgeschehen und der falschen Politik der vergangenen 20 Jahre gelernt haben wollen und, das mag angesichts der vielen Rechtspopulisten irritieren, auch nur noch alles in schwarz oder weiß sehen.

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jodo.doehring 19.04.2017, 14:10
12. Sozial ist ein irritierendes Wort!

Selten habe ich eine schlechtere Übersetzung gesehen als die von "social media", gesellschaftliche Medien. "Sozial" ist an denen nichts, sie sind, jedenfalls im Augenblick, Ausfluss grenzenloser individueller Freiheit, auch der zu mobben, zu lügen, zu bedrohen.
Ganz zu schweigen davon, dass viele Menschen ohne Internet-Anschluss oder in der Diaspora des langsamen Netzes davon ausgeschlossen sind.
"Sozial" heißt für mich immer noch, für die Schwächeren in der Gesellschaft einzutreten.

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Nordstadtbewohner 19.04.2017, 14:13
13. Mehr Berichterstattung, weniger Meinungs- und Erziehungsjournalismus.

"Artikel, Analysen und Kommentare konnten doch nicht verhindern, dass in Großbritannien der Nationalstaat gesiegt hat (...) Wir, die Journalisten, haben aufgeklärt, enttarnt, gefactcheckt. Geändert hat es nichts.

Ich denke, die obigen Sätze zeigen das Hauptproblem. Statt politische Prozesse durch Berichterstattung zu begleiten und zu erklären, versuchen viele Journalisten etwas zu verhindern oder zu fördern, wie es ihnen gerade ins eigene Weltbild passt. Viele Medienkonsumenten haben das begriffen und wenden sich dadurch ab. Der Brexit kam für mich völlig überraschend, da ich die Berichte in den Medien zu 100% ernstnahm. Dass die hiesigen Journalisten mit ihrer Berichterstattung den "Sieg des Nationalstaates" verhindern wollten, ist mir erst im Nachhinein klargeworden. Genau das erklärt für mich auch den Bedeutungsverlust der Medien.

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mielforte 19.04.2017, 14:16
14. Das Kennzeichen der Demokratie ist die Debatte

Findet sie nicht mehr statt, findet auch keine Demokratie statt.
Warum also kein Meinungsstreit um eine Position? Weil zu viel auf dem Spiel steht? Und wenn die Demokratie auf dem Spiel steht?

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bewusst_sein 19.04.2017, 14:34
15. Es tut sich was ?!

Ganz langsam rührt sich also was in den Redaktionsstuben. Ich kann verstehen, das es durchaus weh tut, wenn das jarzehntelang gepflegte Selbstverständnis als Weltenerklärer zu bröckeln beginnt. Das der Bürger in Zeiten des Internets mittlerweile die Möglichkeit hat, innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl von Informationen zu einem Thema abrufen und zu vergleichen, beraubt die Medien von ihrer Deutungshoheit und den Leser/Konsument von seiner Abhängigkeit. Die Presse muss sich entscheiden ob man als Erster eine Nachricht veröffentlicht oder ob man Qualitätsjournalismus im Sinne eines breit angelegten Artikles zum Thema liefern will. Beides zusammen geht nicht! Und wie bereits von anderen Usern angesprochen, rate ich weiten Teilen der Presse dringend (!) aus ihrer selbst geschaffenen, eigenen sozialen Blase (Milieu) auszubrechen. Dann unterlaufen ihnen auch nicht immer fatale Fehleinschätzungen in gesellschaftlichen Fragen (Brexit, Willkommenskultur, Trumpwahl, Erdoganreferendum), welche den Graben noch weiter vertiefen.

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bewusst_sein 19.04.2017, 14:35
16. Es tut sich was ?!

Ganz langsam rührt sich also was in den Redaktionsstuben. Ich kann verstehen, das es durchaus weh tut, wenn das jarzehntelang gepflegte Selbstverständnis als Weltenerklärer zu bröckeln beginnt. Das der Bürger in Zeiten des Internets mittlerweile die Möglichkeit hat, innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl von Informationen zu einem Thema abrufen und zu vergleichen, beraubt die Medien von ihrer Deutungshoheit und den Leser/Konsument von seiner Abhängigkeit. Die Presse muss sich entscheiden ob man als Erster eine Nachricht veröffentlicht oder ob man Qualitätsjournalismus im Sinne eines breit angelegten Artikles zum Thema liefern will. Beides zusammen geht nicht! Und wie bereits von anderen Usern angesprochen, rate ich weiten Teilen der Presse dringend (!) aus ihrer selbst geschaffenen, eigenen sozialen Blase (Milieu) auszubrechen. Dann unterlaufen ihnen auch nicht immer fatale Fehleinschätzungen in gesellschaftlichen Fragen (Brexit, Willkommenskultur, Trumpwahl, Erdoganreferendum), welche den Graben noch weiter vertiefen.

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Bertha H. 19.04.2017, 14:37
17. Erste Kokette Verunsicherung

"wie verletzbar und verunsichert Journalismus und Politik sind."

Wer sich als Politiker nicht sicher ist, dass seine Ideen zum Besten der gemeinsamen Sache mit dem Volke ist, sollte noch einmal alles überprüfen und das Volk fragen. Wenn er lediglich verunsichert ist, weil er befürchtet, dass man ihm draufkommt, dass er nur eigene Interessen verfolgt, so ist dessen Verunsicherung mir menschlich völlig egal. Die Verunsicherung eines Gauners berührt mich nicht im Geringsten.

Journalismus, der nur postfaktische Ideologie (und Idiotie) betriebt, merkt heute zwangsläufig, das er nur auf dem global-laberal-galakischen Irrweg durch seinen eigenen Gedanken-Raum war. Völlig losgelöst von der Erde, schwebten Medien faktenfrei. Ich gehe n i c h t davon aus, dass diese Verunsicherung in anbetracht der Hybris dieses Standes länger anhält. Morgen versucht die neue Priesterklasse wieder mit den gleichen Worthülsen und Phrasen die Leute zu ihren ewigen Wahrheiten zu bekehren. Selbstgerechtigkeit lässt sich nicht verunsichern.

Wer die Propaganda von Terroristen verkaufte, ekelt sich vor nichts. Noch nicht einmal vor sich selbst.

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Sponatiker 19.04.2017, 14:52
18. Wir brauchen Journalisten

Die Medien sind nur überflüssig geworden, weil sie so viel Müll produzieren. Echte Journalisten haben mehr Zulauf als je zuvor.

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an-i 19.04.2017, 15:55
19.

"....Er braucht die Konfrontation mit anderen Meinungen...." haben wir nicht schon genung Meinungsmacher? Warum haben wir kaum mehr Journalisten die an hand von FAKTEN !!! Berichten.

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