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Dritte Geschlechtsoption: Der Staat als Spanner
DPA

Eine kontrollierte Geschlechteridentität ist so absurd wie ein Sternzeichen im Pass. Jetzt legt das Innenministerium auch noch einen Gesetzentwurf zur dritten Option vor, der Trans- und Intersexualität pathologisiert.

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zeisig 10.10.2018, 12:42
110. Geht es hier nur um den Eintrag im Pass?

Ich wünsche allen Transgendern und Männern, die sich als Frau fühlen und umgekehrt alles Gute für ihr Leben im Alltag. Darum geht es doch letztendlich. Keine Diskriminierung, einfach ein ganz normales Leben unter sogenannten normalen Männern und Frauen.
Von was spricht Frau Stokowski hier? Was hat der Staat damit zu tun? Wie wichtig ist denn dieser Eintrag im Pass, daß man das so hoch hängen muß?

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medium07 10.10.2018, 12:44
111. Merkwürdig,

dass sich Frau Stokowski immer nur auf das Geschlechtliche stürzt. Mit gleicher Berechtigung hätte sie sich auch für die Kleinwüchsigen oder die Querschnittsgelähmten in die Bresche werfen können, die ihre Körpergröße im Ausweis angeben müssen, für ältere Menschen, die Ihr Alter per Geburtsdatum enthüllen müssen, wo sie sich mit allen Mitteln der Schönheiteschirurgie solche Mühe gegeben haben, dieses zu verschleiern, für die Jüngeren, deren ganzes Sinnen darauf abzielt, älter erscheinen zu wollen, die Sehbehinderten, die durch die Preisgabe ihrer Augenfarbe sicherlich gedemütigt werden, die Ostdeutschen, deren Makel darin besteht, als Geburtsort Chemnitz angeben zu müssen, die Analphabeten, die man zu einer Unterschrift zwingt, und schließlich all jene, die sich durch den Vermerk ihrer Staatangehörigkeit mit "DEUTSCH" zu einem Land bekennen müssen, das sie als Stück Sch... empfinden. Dieser Staat ist nicht nur ein Spanner, sondern ein veritabler Sadist.

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Plasmabruzzler 10.10.2018, 12:49
112.

Zitat von kohlon
"One World No Border" zeigt uns auf wie es bereits geht. Ohne all die potentiell diskriminierenden Merkmale einfach auf Vertrauen setzen nach dem Motto: Ich bin der/die, der/die genau so ist wie ich es sage Punkt. Mein Wort drauf.
Das passt doch auf diejenigen, die sich selbst als Weltbürger bezeichnen.
Einerseits unterwerfen sich Milliarden Nutzende (a-)sozialen Netzwerken, die sämtliche Daten sammeln und ggf. auswerten (ja, sogar Daten von Dritten wie bei WhatsApp über den Adressbuch-Zugriff) und andererseits fühlen sich viele angepiekst, wenn man ihr/sein/es Geschlecht, Herkunft usw. angeben soll.
Vorschlag: man identifiziert sich künftig mit der zugehörigen Werbe-ID, die man ein Leben lang behalten soll. Da haben Internetfirmen was von als auch der eigene Identitätsnachweis. Dann sind 3 Fliegen mit einer Klappe geschlagen: es entfallen alle möglichen diskriminierenden Umstände, man kann identifiziert werden und die Internetfirmen können sich die Hände reiben.

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Plasmabruzzler 10.10.2018, 12:56
113.

Zitat von medium07
dass sich Frau Stokowski immer nur auf das Geschlechtliche stürzt.
Im Moment sind Gender-Debatten en vogue und man kann Gründe finden, über die man sich künstlich empören kann. Das geht vorbei.
Siehe Kfz: früher bemängelte man Feinstaubausstoß, dann CO2-Ausstoß und nun sind es die Stickoxide.
Im Großen und Ganzen kann man komplementäre Themen gut gegeneinander ausspielen: Alt gegen Jung, Dumm gegen Schlau, Reich gegen Arm, Frau gegen Mann.

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jokordo 10.10.2018, 13:06
114. Punktlandung

Frau Stokowski sagt’s wie’s ist:
Es gibt im Grunde nur eine vernünftige und sinnvolle Lösung: Die Geschlechtsangabe weglassen. Sie ist für staatliches Handeln und für die Verwaltung der Bürger schlichtweg irrelevant.

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trewan 10.10.2018, 13:15
115.

Zitat von blackbirdone
Also Geschlecht ist nunmal festgelegt.... männlich oder weiblich. etwas anderes gibt es nicht das ist Fakt(beim Menschen) ob man sich dem zugehörig fühlt ist dann meiner Meinung nach völlig offen und jedem selbst überlassen. zu sagen das man trotz eines Penises dann doch lieber was anderes ist, ist dann doch etwas weit hergeholt. Das gibt es schlicht nicht. Selbst wenn sie den abschneiden sind Sie ein Mann. Ob Sie sich als Frau kleiden oder als Tier ist davon doch völlig losgelöst... Sie fühlen sich dann als was auch immer und das ist okay, aber irgendwo muss man nunmal klassifizieren.
Ich empfehle dringend das sie sich einmal mit Menschen Unterhalten die als Baby / Kleinkind einer Zwangsangleichung unterzogen wurden damit sie in ihre Faktischen nur Mann / Frau Theorie passen.

Währe es Fakt das es nur Mann und Frau gibt wieso gibt es dann auch heute noch Zwangsangleichungen ? Wenn es nur Mann und Frau gibt wieso gibt es dann Chromosomen paare die nicht nach ihrer Theorie nicht Existieren dürften?

Das "3. Geschlecht" ist primär dazu da um Menschen vor unnötigen Behandlungen die schon oftmals Körperverletzung sind zu schützen, sie nicht im alltag zu Diskriminieren indem man sie zwingt sich für etwas zu entscheiden das sie nicht sind.

Die Option M / W einfach wegfallen zu lassen würde dem Rest der Menschen hier nur einmal zeigen wie es ist von staatlicher seite her sich nicht einordnen zu dürfen. Achja wenn M / W wegfällt währe das sehr praktisch im Übrigen was die Lohngleichheit angeht und auch bei banalen dingen wie einem Friseurbesuch.

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severus1985 10.10.2018, 13:25
116. Geschlecht, Größe, Augenfarbe

Neben der Größe und der Augenfarbe ist der Eintrag des Geschlechts doch nur ein weiteres Identifikationsmerkmal (und zwar das für 99,9% der Bevölkerung eindeutigste). Da könnte die Autorin auch gleich die Abschaffung von Ausweisdokumenten fordern, ist ja gegen die Privatsphäre...

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Plasmabruzzler 10.10.2018, 13:28
117.

Zitat von jokordo
Frau Stokowski sagt’s wie’s ist: Es gibt im Grunde nur eine vernünftige und sinnvolle Lösung: Die Geschlechtsangabe weglassen. Sie ist für staatliches Handeln und für die Verwaltung der Bürger schlichtweg irrelevant.
Nein, derzeit hängt vom angegebenen Geschlecht sehr viel ab. Beispielhaft nenne ich mal ein paar Dinge:
- Exhibitionismus ist nur für Männer strafbar, für Frauen nicht
- Beschneidungen sind unter gewissen Umständen beim Mann erlaubt, bei Frauen nicht
- Frauen dürfen bei gleicher Eignung gegenüber dem Mann bei Stellenbesetzungen bevorzugt werden
usw. Die Geschlechtsangabe ist nach derzeitigen Gepflogenheiten erforderlich. Sie muss allerdings auch für das sog. dritte Geschlecht angepasst werden, was zu einem verwaltungstechnischen Problem wird: die Geschlechtsangabe ist in den meisten Datenbanken binär und hat demzufolge genau 1 von 2 möglichen Zuständen.

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dieter-ploetze 10.10.2018, 13:29
118. es gibt nicht nur schwarz weiss, sondern auch einen grauton

das will uns frau Stokowski erklaeren. damit sollte es dann gut sein, das ist allgemein akzeptiert. wenn die autorin allerdings zu dem schluss kommt, der kleine (aeusserst geringe fallzahlen) grauton sei dermassem wichtig, dass er schwarz und weiss ueberstrahlt, sich alles nach diesem grauton zu richten hat, dann kann das niemand mehr ernst nehmen ab da wird es zu nonsens.

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urbanism 10.10.2018, 13:32
119. verwundert es wirklich?

verwundert es wirklich? nach wie vor gibt es in der Deutschen Gesellschaft nur das anerkannte biblische Mann/Frau Verhältnis. Alles andere führt in Deutschland nach wie vor ein Schattendasein. Gerade Politiker tun sich in diesem Zusammenhang schwer von den biblischen Vorgaben abzuweichen (z. B. Frau Merkel). Nicht ohne Grund muss man in Deutschland über Gerichte, die gesellschaftliche Anerkennung einklagen.

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