Forum: Kultur
Ehegattensplitting: Das Aroma verfaulender Äpfel
DPA

Die "Ehe für alle" ist da. Wozu braucht man jetzt noch das Ehegatten-Splitting, mit dem der Staat weiterhin das Patriarchat unterstützt?

Seite 20 von 32
oldsiamsir 05.07.2017, 00:15
190. Spiegel?

Zitat von spi-on
Viele Kommentatoren haben offensichtlich große Probleme mit einer sauberen Problemanalyse. Für diese Herrschaften mal kurz die Fakten: 1. Heirat ist Privatsache, keiner wird dazu gezwungen. 2. Heirat ist Heirat. Kinder zeugen ist Kinder zeugen. Hatte noch nie was miteinander zu tun, kann aber per Zufall zusammen auftreten. 3. Splitting versüßt die Arbeitslosigkeit eines Ehepartners. Aber es erzwingt sie nicht. Wer trotzdem arbeiten will darf das auch. 4. Der Splittingvorteil ist von der Ehe abhängig, nicht von Kindern, guter Erziehung, oder späteren Sozialbeiträgen der Kinder. Das Splitting bevorzugt nicht die Kinderaufzucht, sondern ein vom Steuerrecht willkürlich gewähltes Lebensmodell. 5. Nicht Paare sagen "ja" beim Standesamt, sondern 2 Einzelpersonen sagen "ja". Und nicht Paare zahlen Steuern an die Gemeinschaft, sondern Einzelpersonen. Nicht Paare müssen gleichbehandelt werden, sondern Einzelpersonen. (Soviel zu Beitrag 10). 6. Eine freie Gesellschaft, sollte niemanden in ein bestimmtes Lebensmodell, z.B. Ehe, drängen. Deshalb müssen Singles gleich behandelt werden wie Ehegatten. Die gemeinsame "Kassenwirtschaft", die mit der Ehe kommt, ist ein reines Privatvergnügen (Soviel zu Beitrag 12). 7. Splitting tut so, als würde der Alleinverdiener seinem Partner die Hälfte abgeben, sei also nur halb so leistungsfähig. Kann sein, muß aber nicht. Ein Partner, der nur 50 % der 2-Personengemeinschaft repräsentiert, kann genauso gut 90 % des Einkommens behalten, die "Bedarfsgemeinschaft" ist also irrelevant (Soviel zu Beitrag 16). 8. Ergo ist die Abschaffung des Splittings eine tendentiell gerechte Sache. Aber mit Patriarchat hat das auch nix zu tun. Das dient weder als Argument zur Bejahung, noch zur Ablehnung des Splittings, mag aber ein zufälliger Nebeneffekt sein. Im Übrigen wird in Deutschland keine Frau zur Heirat gezwungen. (Soviel zur Autorin).
Der erste Satz trifft auf jeden Fall voll auf Sie zu! Schauen Sie mal in den Spiegel!
Eheleute verpflichten sich der Gemeinschaft gegenüber zu gegenseitigem Unterhalt, weshalb sie als Gemeinschaft besteuert werden. Das gilt für beliebige Einkommenserzielung der Partner, von 0:100 bis 50:50. Damit werden also bspw. 30:70 genauso besteuert wie 45:55. Wer sich gegenüber der Gesellschaft nicht verpflichten mag, sein Einkommen mit dem Partner zu teilen, wird individuell besteuert. Was Sie betreiben ist eine von Fakten befreite Diffamierung der Ehe als kleine Einheit im Rahmen eines Subsidiaritätsprinzips.

Beitrag melden
bartnelke 05.07.2017, 00:26
191. @Lykanthrop_#171

Wofür möchten Sie den Begriff "Ehe" freigegeben haben? Und wie erklären wir den "Ist-Zustand" das der Ex-Mann meiner Schwester auf ewig mein Schwager bleibt?
Quasi wie Blutsverwandschaft, man hat sich ihn nicht ausgesucht, und eine Trennung ist rechtlich nicht vorgesehen. Ich hab ja übrigens auch eine Familie geheiratet. und dieser Zustand heisst "Ehe" .Wollen Sie jetzt Familienbündnisse abschaffen oder umbenennen?

Beitrag melden
lsdeep2000@aol.com 05.07.2017, 01:28
192. wie (fast) immer

in dieser kolumne. viel unausgegorener schwachsinn, ohne mit dem thema der jeweiligen woche wirklich fundiert vertraut zu sein. in einem privaten blog waere das verstaendlich, in einem renommierten magazin ist es eher bedenklich.
bei uns verdient meine frau so ungefaehr das 30ig fache von mir. ich bin der hausmann mit diversen freischaffenden projekten. mit dem ehegattensplitting habe ich weder probleme noch sehe ich meine patriarchenrolle gestaerkt. meine frau lacht sich gerade halb tot und laesst wissen das sie noch auf die nun gestaerkte position ihres matriacharts wartet...

Beitrag melden
napoleonwilson 05.07.2017, 05:52
193. Splitting

Nun halt Splitting für alle. Was ist schlecht daran, wenn der Staat über das EG Splitting etwas rückvergütet, wenn Ihm die Unterhaltspflicht abgenommen wird. Heiraten ist nämlich kein sinnloser Spass. Ich übernehme als Ehegatte auch die Unterhaltpflicht gegenüber meinem Partner. Dafür gibt es dann das Splitting. Und die Diskussion ob schwul oder lesbisch oder demi oder transgender oder oder .Habt Ihr keine anderen Probleme? Muss wirklich jeder noch so kleinen Minderheit eine grosse Bühne dargeboten werden? Es gibt weissgott wichtigeres in diesem Land zu tun, als das man permanent seine sexuellen Befindlichkeiten breittritt. Das interessiert nicht jedermann.

Beitrag melden
tigga_nb 05.07.2017, 05:56
194. Unsinn

Der Inhalt des Kommentars ist leider blanker Unsinn, der Vorwurf der staatlich geförderten Prostitution eine ungeheure Beleidigung für Millionen Männer und Frauen. Über den Hintergrund des Ehegattensplittings, Bedarfsgemeinschaft, Herstellung von Steuergerechtigkeit innerhalb einer Gemeinschaft im bestehenden System ist hier ja schon genügend geschrieben, das sollte jeder verstanden haben. Ich habe aber einen pragmatischen Vorschlag. Schaffen wir die (ungerechte) Steuerprogression ab, dann ist die Thematik Ehegattensplitting, Alleinerziehende, Einkommensabhängige Wirkung von Freibeträgen etc mit einem Schlag erledigt. Prof. Kirchhof hat entsprechende realistische Konzepte ja vorgestellt, kombiniert mit einem straffen Ausgabenmanagement (z.B. BER, überflüssige Leistungen für Klientelpolitik, etc) würde das funktionieren. Auch ein konstanter Steuersatz würde übrigens ja von oben nach unten umverteilen, wer doppelt soviel verdient, zählt doppelt soviel Steuer.

Beitrag melden
K:F 05.07.2017, 06:09
195. Wer das Ehegattensplitting abschafft verliert die Wahlen

Das können Sie nun wirklich nicht erwarten, schon gar nicht von der CDU. Die hat es ja nicht einmal geschafft eine Steuerstrukturreform, in das Wahlkampfprogramm aufzunehmen.

Beitrag melden
grand-poobah 05.07.2017, 06:15
196. Sehr erfrischend, aber Unsinn

Ich lese ihre Artikel immer mit Freude. Zum einen wegen ihrer Spritzigkeit, zum anderen weil es mich immer wieder amüsiert, wie sie es immer wieder schaffen, jedes Thema mit Sexismus in Verbindung zu bringen. Könnte es sein, dass sie nur neidisch sind, weil sie noch keine Ehepartnerin gefunden haben? Oder gönnen Sie den Homos die steuerliche Vergünstigung nicht? Oder haben sie einfach nur ne Glosse geschrieben?

Beitrag melden
ulmer_optimist 05.07.2017, 06:20
197. Statt Ehegattensplitting...

...sollte man Kinder bei der Steuerberechnung mit einbeziehen. Also Erleichterung durch 1/2 Kind bei jedem arbeitenden Elternteil. Ich bin sicher, die Ehe hat bald ausgedient. Viele haben durchaus auch wegen der Steuervorteile geheiratet, obwohl die eigentlich sowieso marginal sind.

Ebenfalls dringend abgeschafft gehört aber die Übertragbarkeit der Renten. Auch das ist ein Relikt aus einer Zeit, in der Patriarchat das erforderlich machte. Heute sollte jeder selbst für die Altersvorsorge sorgen. In Zeiten mit kleinen Kindern sollte dafür der Staat die Rentenbeiträge in vollem Umfang weiter leisten, z. B. für 3 Jahre.

Beitrag melden
Didoxion 05.07.2017, 06:22
198. Der Beitrag ist Nonsense, weil es eben umgekehrt

Immer häufiger passiert, und mit der Ehe für alle auch noch bunter. Was das Ehegattensplitting fördert, ist dass ein Partner sich im Schwerpunkt um Kinder oder andere Angehörige kümmern kann, auch ehrenamtlich tätig sein kann, und dies ein klein wenig gegenüber emsigen Doppelverdienern gefördert wird. Gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit, dass sich eine Lebensgemeinschaft auf eine Karriere fokussiert. Ok, wenn die Ehe von zwei Frauen gebildet wird, dann bleibt Frau wieder zuhause. Und bei zwei verpartnerten Männern? Patriarchat? Das Gegenteil ist der Fall, und die Familie als solches wird gestützt, gleich welcher Zusammensetzung.

Beitrag melden
scharfekante 05.07.2017, 06:47
199. Es geht um die Kinder

Richtig ist nur, dass das Ehegattensplitting abgeschafft werden muss zugunsten des Ehegattensplittings; dazu gehören würde eine Reform der Verteilung der Hinterbliebenenrenten zugunsten der minderjährigen Kinder. Falsch ist aber ihre Aussage: "Es gab mal Gründe für Monogamie und Ehe, unter anderem das Bedürfnis, Vaterschaften eindeutiger zuordnen zu können, aber dafür gibt es inzwischen ganz gute Tests." Stellen Sie sich vor, wir müssten die Vaterschaft für jedes GEBORENE Kind erst feststellen lassen, d.h., Frau und Kind wären während Schwangerschaft und kurz nach der Geburt im Limbo und die Mutter müsste während Schwangerschaft und Geburt zittern und wäre vom guten Willen des Kindsvaters abhängig. Diese emotionale und finanzielle Abhängigkeit vom Kindsvater gerade in dieser auch gesundheitlich schwierigen Zeit wäre absolut kontraproduktiv. Mütter und Kinder brauchen Rechtssicherheit bereits während der Schwangerschaft und Kinder haben, wie das Bundesverfassungsgericht zum Glück festgestellt hat, ein Recht auf Kenntnis ihrer Abstammung. Aus diesem Grund haben es ja auch die glühenden Verfechter der "Ehe für alle" nicht gewagt, die Kernvorschrift des Eherechts, nämlich die Vaterschaftsvermutung (die bei uns im "Kindschaftsrecht" beheimatet ist), abzuschaffen. Somit haben wir jetzt der Sache nach eine zweistufige Ehe: Die für die Gesellschaft essentielle Ehe zwischen Mann und Frau mit Vaterschaftsvermutung und die "Ehe für alle". Schaffen Sie die Ehe ab und basieren Sie die Vaterschaftsvermutung auf einen ausdrücklichen oder stillschweigenden (common law marriage) Pakt zwischen Mann und Frau, dann haben haben Sie sie wieder, die Ehe!

Beitrag melden
Seite 20 von 32
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!