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Ehrung der US-Nobelpreisgewinner: Bob Dylan feierte nicht mit im Weißen Haus
DPA

Bob Dylan hat schon seine Teilnahme an der Nobelpreisverleihung in Stockholm abgesagt, jetzt gab der Sänger auch Präsident Obama einen Korb. Er fehlte bei einer Ehrung im Weißen Haus.

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tin-pot 01.12.2016, 17:51
70. Nein,

Zitat von l.augenstein
Ja und? Heißt das, dass er deshalb zu jeder dämlichen Veranstaltung gehen muß?
heißt es natürlich nicht, und ich habe auch nichts in der Richtung behauptet.

Es heißt aber unbestreitbar, dass Dylan es zumindest zu dieser Zeit nicht "peinlich" fand, sich von Obama auszeichnen zu lassen, und dass er auch Einladungen zu etlichen vergleichbaren Feierlichkeiten offenbar nicht zu "peinlich" fand und findet, jedenfalls nicht "peinlich" genug, um überall abzusagen.

Um es klarzustellen: Natürlich steht es Dylan frei, jetzt (erneut!) nach Stockholm zu reisen und (erneut!) dort bei einer Preisverleihung dem schwedischen König zu begegnen, oder (erneut!) als Ehrengast im Weißen Haus von Präsident Obama (erneut!) empfangen zu werden - oder eben (diesmal!) nicht teilzunehmen.

Aber letztere Entscheidung als weiteren Akt einer konsequenten Verachtung des und eines unerbittlichen Kampfes gegen "das Establishment" zu bejubeln, ist dann schon ziemlich albern und wirklichkeitsfremd, finde ich.

Zumal sich Dylan aktuell ja schon gegenteilig geäußert hat.

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tin-pot 01.12.2016, 18:20
71. Meine Güte,

Zitat von l.augenstein
Beides. Und bei der Verleihung der Medal of Freedom durch Obama hat er sich lt. Zeitungsberichten sehr unwohl gefühlt. Das darf man ihm doch zugestehen, oder nicht?
der Arme hat sich »sehr unwohl« gefühlt, und zwar »lt. Zeitungsberichten«?

Hatte er Schwierigkeiten, weil er dringend pinkeln musste (kommt in dem Alter ja mal vor)? War er davon ausgegangen, dass die Presidential Medal of Freedom bei einer gemütlichen Kneipenrunde verliehen wird? Ist ihm erst bei der persönlichen Begegnung mit Obama eingefallen, dass sein Gegenüber die Befehlsgewalt über den mit Abstand gigantischsten Militärapparat dieser Welt hat?

Und was hat sich »sehr unwohl« fühlen zu tun mit den hier allerseits unterstellten unerschütterlichen Prinzipien, der unbestechlich kritischen Haltung, dem unermüdlichen Kampf gegen "das Establishment"?

Nee, überzeugt mich nicht. Der Mann ist über 70 Jahre alt und schon fast sein ganzes Leben lang "im Geschäft". Da würde ich schon erwarten, dass er vorher beurteilen kann, ob er sich »unwohl fühlen« wird bei einer Preisvergabe, und erst recht - wenn es denn doch um Prinzipien geht - konsequent zu handeln und zu begründen.

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Voglherz 01.12.2016, 18:40
72. Der letzte seiner Art

Warum die ganze Aufregung ? Gewiss ich mag ihn, schon fast mein ganzes Leben, liebe seine Musik. Ein Grosser, der immer wieder den anderen vielleicht nicht ganz so grossen zeigt, dass er seinen eigenen Weg geht - nicht die Boulevards und 5th Avenues dieser Welt sondern die desolaten und schmutzigen Nebenstrassen. Vielleicht auch einmal die Sackgasse der Bekehrung ? Lieber in den Hinterhöfen rumhängen, pfeiff auf den gelackten Club - hör "Oh Mercy" oder "Desire" durch die ganze Nacht und denk an das Mädchen aus dem Norden. Lasst Ihn doch in Ruhe.

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l.augenstein 01.12.2016, 18:45
73.

Zitat von tin-pot
der Arme hat sich »sehr unwohl« gefühlt, und zwar »lt. Zeitungsberichten«? Hatte er Schwierigkeiten, weil er dringend pinkeln musste (kommt in dem Alter ja mal vor)? War er davon ausgegangen, dass die Presidential Medal of Freedom bei einer gemütlichen Kneipenrunde verliehen wird? Ist ihm erst bei der persönlichen Begegnung mit Obama eingefallen, dass sein Gegenüber die Befehlsgewalt über den mit Abstand gigantischsten Militärapparat dieser Welt hat? Und was hat sich »sehr unwohl« fühlen zu tun mit den hier allerseits unterstellten unerschütterlichen Prinzipien, der unbestechlich kritischen Haltung, dem unermüdlichen Kampf gegen "das Establishment"? Nee, überzeugt mich nicht. Der Mann ist über 70 Jahre alt und schon fast sein ganzes Leben lang "im Geschäft". Da würde ich schon erwarten, dass er vorher beurteilen kann, ob er sich »unwohl fühlen« wird bei einer Preisvergabe, und erst recht - wenn es denn doch um Prinzipien geht - konsequent zu handeln und zu begründen.
Es ist doch ganz einfach: Er muß sich nicht zu Jedermann's Deppen machen und kann doch frei entscheiden, was er tut und was er läßt. Warum wird den hier so ein Problem daraus gemacht und der Mann auf das Übelste beschimpft?
Nicht sein Verhalten ist peinlich sondern das der Öffentlichkeit, die das als Affront sieht. Wenn überhaupt jemand beleidigt sein kann, dann vielleicht das Nobelkommiteé.

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schlafes.bruder 01.12.2016, 19:51
74. Es ist Blödsinn, . . .

. . . von Dylan zu erwarten, wie Einige, eben auch Foristen hier, meinen, dass er sich so verhalten müßte, wie sie es sich vorstellen. Er hat den Nobelpreis für Literatur erhalten, nicht diejenigen, die ihm sein Vehalten meinen vorschreiben zu dürfen. Er hat ihn für seine Lyrik erhalten (schließlich ist das kein Musik-Poll alla "Wir suchen den Worldwide Music-Star"), von der die Juroren der Meinung waren, er habe ihn dafür verdient. Dafür ist es so so unerheblich, wie Sie sein Verhalten im Zusammenhang mit dieser Preisverleihung oder Dylans Verhalten allgemein beurteilen, dass das Umfallen eines Sacks Reis in China dagegen ein Weltereignis ist.

Auch meiner Meinung nach hat er ihn zu Recht erhalten, bei den beiden vorigen Preisträgerinnen (und ich wage zu bezweifeln, dass Sie die überhaupt zur Kenntniss genommen haben) wage ich das ernsthaft zu bezweifeln - ich habe aber nie deswegen angefangen, irgendwelche Foren mit meiner negativen Meinung und herabwürdigenden Kommentaren der Preisträgerinnen zu belästigen.

Es ist nirgendwo in den Regeln des Literatur-Nobelpreises vorgeschrieben, dass er dankbar nach Stockholm zu fahren habe oder sich von Obama in einer Show-Veranstaltung (thats how great the USA, the land of the brave and the free, gods own country are) vorführen zu lassen. Ob und wie er bei einer anderen Veranstaltung von Obama erschienen ist, ist ebenfalls seine Sache.

Wenn das jemand nicht passt, soll er selber einen Literaturpreis aussetzen und die Regeln (Wir erwarten größte Dankbarkeit vom Preisträger - er möge auf Knien in diese hehre Halle hereinrutschen und uns die Füße küssen) für die Annahme festlegen. Oder selber etwas so Bedeutendes schreiben, dass er den Literatur-Nobelpreis erhält. Und nicht hier dumm rumquatschen. Ansonsten geht sie sein Verhalten einen feuchten Kehricht an.

Genauso bescheuert ist es, Dylan in irgendeiner Ecke zu positionieren: Er war nie Mitglied der Friedensbewegung oder irgendeines anderen "Movements"- er war lediglich eine Zeit lang mit der Ikone derselben, Joan Baez, liiert. Er war ein außenstehender, stets kritischer Beobachter der Zeitläufte und hat in seinen sich damit befassenden Texten auch eindeutig Partei ergriffen. Aber er hat auch ganz andere Texte geschrieben, Liebeslieder, Zustandsbeschreibungen und sehr kryptische Texte - die sich alle durch einen exzellenten Umgang mit der englischen (oder besser gesagt mit der amerikanischen Abart derselben) ausgezeichnet haben - so sehr, dass man, selbst wenn man den Sinn (noch) nicht erfaßt hatte, sagen mußte "das ist großartig, was der hier mit Worten und der Sprache macht".

Das allein zeichnet große Literatur und Lyrik aus - der meisterliche Gebrauch der Sprache. Nicht das Erzählen einer guten Geschichte.

Abschließend: Es ist schon erstaunlich, wieviele Leute sich plötzlich zu Wahrern der Literatur berufen fühlen - von denen vielleicht 10% zumindest ein Buch von irgendeinem Literatur-Nobelpreisträger der letzten 100 Jahre gelesen haben. Sagen Sie doch einfach: Ich mag Dylan nicht, ich mag keine Nonkonformisten, ich mag keine Leute, die sich nicht darum kümmern, "was man so machen sollte, um nicht aufzufallen". Das wäre ehrlicher.

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Andreas Lücke 01.12.2016, 20:25
75. Ja, lesen kann ich,

Zitat von ichliebeeuchdochalle
Zweiter Versuch: Das war gar nicht die Frage. Lesen Sie den Ursprungsbeitrag, auf den ich mich bezog, und meine Replik noch mal in Ruhe durch.
selbst einfache Sätze - sollte man von einem Akademiker eigentlich auch erwarten können.

Hier der Text, auf den Sie sich bezogen haben. Lesen Sie sich diesen gerne in Ruhe noch einmal durch:

Zitat von timofine
"Dass Bob Dylan den Friedensnobelpreis zugesprochen bekam, war Rock'n'Roll für mich!"

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Andreas Lücke 01.12.2016, 20:28
76. Einfach nur

Zitat von Voglherz
Warum die ganze Aufregung ? Gewiss ich mag ihn, schon fast mein ganzes Leben, liebe seine Musik. Ein Grosser, der immer wieder den anderen vielleicht nicht ganz so grossen zeigt, dass er seinen eigenen Weg geht - nicht die Boulevards und 5th Avenues dieser Welt sondern die desolaten und schmutzigen Nebenstrassen. Vielleicht auch einmal die Sackgasse der Bekehrung ? Lieber in den Hinterhöfen rumhängen, pfeiff auf den gelackten Club - hör "Oh Mercy" oder "Desire" durch die ganze Nacht und denk an das Mädchen aus dem Norden. Lasst Ihn doch in Ruhe.
DANKE

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Andreas Lücke 01.12.2016, 20:32
77. Danke

Besser hätte man es nicht ausdrücken können. Danke.

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Demokrator2007 01.12.2016, 20:50
78. Warum soll er denn kommen?

Damit ihn andere feiern und sich damit in seinem Ruhm sonnen können. Er hätte den Preis gar nicht verdient. wenn er nur ein Künstler wie viele wäre.

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tin-pot 01.12.2016, 21:55
79. Oh mein Gott,

Zitat von Andreas Lücke
Ja, Lesen kann ich, selbst einfache Sätze - sollte man von einem Akademiker eigentlich auch erwarten können. Hier der Text, auf den Sie sich bezogen haben. Lesen Sie sich diesen gerne in Ruhe noch einmal durch: Zitat von timofine "Dass Bob Dylan den Friedensnobelpreis zugesprochen bekam, war Rock'n'Roll für mich!"
jetzt geben Sie sich aber arge Blößen! Sie haben Recht, einfache Sätze zu lesen (und zu verstehen!) sollte man von "einem Akademiker" erwarten können. Kann man wirklich?

Schau'n wir mal:

Es fing an mit 'timofine':
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timofine Heute, 11:03
34. Wer kennt Bob Dylan wirklich?

Dass Bob Dylan den Friedensnobelpreis zugesprochen bekam, war Rock'n'Roll für mich! [...]
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Daraufhin 'ichliebeeuchdochalle' (Hervorhebung von mir, aber inhaltlich Ihnen offensichtlich entgangen):
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ichliebeeuchdochalle Heute, 13:50
58.

Zitat von timofine
"Dass Bob Dylan den Friedensnobelpreis zugesprochen bekam, war Rock'n'Roll für mich!"

Ähhh, nee, **DEN** [i.S.v.: "diesen", "den bezeichneten", also den FRIEDENSNOBELPREIS - tin-pot] Preis hat er nicht bekommen. Da müssen Sie noch mal eine Suchmaschine Ihres Vertrauens anwerfen ...
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(Hinweis für Akademiker: B. Dylan hat *nicht* den Friedensnobelpreis zugesprochen bekommen (darin irrte 'timofine'), sondern den Nobelpreis für Literatur. Darauf spielte vermutlich 'ichliebeeuchdochalle' mit der Bemerkung an, "da müssen Sie noch mal eine Suchmaschine Ihres Vertrauens anwerfen")

Daraufhin Sie, 'Andreas Lücke' (wieder Hervorhebung von mir):
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Andreas Lücke Heute, 15:10
60. Dummheit schlägt alles

"ichliebeeuchdochalle
Ähhh, nee, den Preis hat er nicht bekommen. Da müssen Sie noch mal eine Suchmaschine Ihres Vertrauens anwerfen ..."

Ach nee, DEN LITERATURPREIS [der war in dem zitierten Beitrag von 'ichliebeeuchdochalle' aber offenbar NICHT gemeint! - tin-pot] hat er natürlich noch nicht erhalten, aber er wird ihn erhalten. Er hat ihn zugesprochen bekommen (zusprechen). Da müssen Sie noch mal das Wörterbuch Ihres Vertrauens (DUDEN vielleicht) "anwerfen". Wenn Sie wissen, was ein Wörterbuch ist, natürlich. [...]
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Was Sie durch Zitieren des ursprünglichen - irrtümlich den "Friedensnobelpreis" nennenden - Kommentars bezwecken wollen, ist mir unklar - ich glaube, wer hier was missverstanden hat, ist 'ichliebeeuchdochalle' und allen anderen Lesern durchaus klar.

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