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Eine Generation trauert: "Prince war alles - und er gab uns den Mut, alles zu sein"
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Mit seinen Songs und grandiosen Performances schuf Prince eine Welt, in der Außenseiter sexy und stark waren und sich nicht scheren mussten um die Meinung anderer. Unser New Yorker Autor Marc Pitzke nimmt Abschied.

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SeasickSteve 22.04.2016, 10:11
1.

Ich habe Prince mitte der 80er in einem Konzert in Den Haag gesehen und Stunden danach zufällig bei einem Jam in einen kleinen Club in Scheveningen.

Dieser Mann war einzigartig!

Was mir damals in besonderer Weise auffiel, war seine außergewöhnlich schöne Sprechstimme und seine ebenso außergewöhnliche kultivierte Ausdrucksweise.

Sein jäher Tod ist ein unersetzlicher Verlust.

"Why does my brother have 2 go hungry
When U told him there was food 4 all?
This is the man that stands next 2 the man
That stands 2 catch U when U fall …

If I came back as a dolphin
Would U listen 2 me then?
Would U let me be your friend?
Would U let me in?
U can cut off all my fins
But 2 your ways I will not bend
I'll die before I let U tell me how 2 swim
And I'll come back again as a dolphin"

Prince – "Dolphin"

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hornochse 22.04.2016, 10:14
2. Ja Prince war alles

Ein grandioser Jazzer ebenfalls, ein Glaubesmensch ebenso wie ein militanter Drogenverweigerer. Seine Droge war die Kreativität und das Leben. Ein musikalisches Allrounder Genie wie nur wenige im vergangen Jahrhundert zum tragen kamen. Seine Musiker selbst mussten stramm stehen wie beim Militär hatte er eine musikalische Eingebung waren sie 24std. 7. Tage die Woche für ihn abrufbar. Ein herber Schlag ist sein Tod für mich nicht nur um der verbundenen Jugendgefühle mit seiner Musik, die stetig erwachsener wurde, sondern mit ihm geht wahrlich die letzte Größe der Popikonen die sich gegen Management und Vermarktungsmaschinerie behaupten konnten und in ihrem Schaffen unabhängig und trotzdem zu Weltruhm kommen konnten.

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livio69 22.04.2016, 10:28
3. Kein Drogenverweigerer

Er war Drogen nicht abgeneigt. Wie es zuletzt aussah weiß ich natürlich nicht aber Drogen haben ihn auch inspiriert. Hat er selbst zugegeben. Wer stirbt schon an einer Grippe?

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krautwickel 22.04.2016, 10:38
4. Namen

Im Tode ist er also wieder Prince. Dieses Namensdings habe ich nie verstanden. Genauso ist es mit seiner Musik: zu verspielt, zu artifiziell, ist es jetzt Pop, Soul, Jazz? "Purple Rain" zu bombastisch. "Nothing compares to you" - hat jemand anders berühmt gemacht. Dem Sound fehlte überwiegend die Erdung.
Dennoch - ohne Zweifel - ein großer Musiker!

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tepchen 22.04.2016, 10:40
5. Prince und Drogen?

Also wer sich jemals mit dem Musiker Prince beschäftigt hat würde auf die aktuellen Spekulationen keinen Pfifferling geben. Prince war so gegen Drogen eingestellt das niemand sein Haus mit irgendwas in der Tasche betreten durfte.
Allerdings muss ich auch sagen, Opiate werden gerne als Schmerzmittel gegeben wenn der Patient richtig krank ist (Krebs z.B.) wenn das der Fall war konnte er es gut verstecken. Wie so viele vor ihm in den schrecklichen letzten 6 Monaten.
Auf jeden Fall wieder eins der Idole meiner Jugend gegangen, langsam ist es nicht mehr schön ;(.

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Gaztelupe 22.04.2016, 10:42
6. Kann zwischendurch auch mal jemand nicht sterben?

Die schiere Anzahl der unerwarteten Abgänge in den letzten Monaten müsste eigentlich die Verschwörungstheoretiker auf den Plan rufen: Steckt die US-Regierung dahinter? –

Prince rief in mir immer eine Mischung aus Abneigung, Unverständnis und großem, sehr großem Respekt hervor.

Die Abneigung ging auf das Konto seiner barocken Outfits und ich muss einräumen, dass sein kreischiges Sexzwerggehabe die Regionen unterhalb meiner Gürtellinie so überhaupt nicht in Wallung brachte; aber vielleicht habe ich einfach keinen Geschmack und zu wenig Testosteron. Unverständnis hege ich gegenüber allen stinkreichen Popstars, die ihren Reichtum Verträgen mit der Musikindustrie verdanken (die u.a. dafür sorgt, dass die Musik die Hörer überhaupt erreicht und aus ihnen Käufer macht) und sich dann überaus narzisstisch darüber beklagen, diese Verträge ihrerseits tatsächlich auch erfüllen zu müssen; das können sie natürlich tun, aber muss das so öffentlich geschehen?

Doch Respekt hat der Mann verdient, so viel Respekt wie eben aufzutreiben ist. Natürlich für seine Musik. Ich mag nicht alles von ihm, aber man zeige mir einmal einen Musiker, der so lange so produktiv gewesen ist und dabei stets so hohe Qualität geliefert hat; mit kleinen Tiefen, aber ohne erhebliche. Das wiederum zeugt von Respekt gegenüber dem Zuhörer, an dem es freilich der Industrie schon immer gemangelt hat. Insofern ist Haltung des kleinen Mannes aus Minneapolis zumindest nachvollziehbar.

Um noch einmal darauf zurückzukommen: Langsam gewöhnt man sich an das Verschwinden von als selbstverständlich empfundenen Konstanten Am Pop-Firmament. Vielleicht sollte man sich eine Alternative dazu suchen ...

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PolitBarometer 22.04.2016, 10:43
7.

Ich konnte mit Prince noch nie etwas anfangen. Seine weiblichen Protegés, meist leicht bekleidetere Damen mit meist nur mässigem Gesangstalent mögen ihm für den "Karriereschub" dankbar sein, aber auch deise sidn heute ganz in der Versenkung verschwunden. Eine instrumentale Ausnahmeerscheinung war bestenfalls Candy Dulpher; aber auch die scheint heute weitestgehend untergetaucht zu sein.
Mir war er einfach zu exzentrisch, betont laut und effektheischend und in der schrägen musikalischen Ära der sehr experimentellen 80iger verfangen.
Das Talent dieses kleinen, nur unter 1,60m Mannes, bestand im Wesentlichen aus der Art und Form seiner Selbstvermarktung. Das reicht aber m.E. nicht für einen bleibenden Eindruck.
Musik-Kunst? Na ja, das liegt wohl im Auge des Betrachters, aber die letzten Dekaden hatten Besseres zu bieten. Wie gesagt, nur meine Meinung.

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hk1963 22.04.2016, 11:09
8.

Zitat von livio69
Er war Drogen nicht abgeneigt. Wie es zuletzt aussah weiß ich natürlich nicht aber Drogen haben ihn auch inspiriert. Hat er selbst zugegeben. Wer stirbt schon an einer Grippe?
Ziemlich viele.
https://de.wikipedia.org/wiki/Influenza#Todesf.C3.A4lle
Eine Grippe ist keinesfalls eine harmlose Erkrankung. Der falsche Eindruck kommt daher, dass viele Leute schon eine Erkältung als "Grippe" bezeichnen.

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gruebi01 22.04.2016, 11:14
9. Eine der letzten Grössen ist gegangen.

Prince war einer der sehr wenigen, der den Begriff Popgigant wirklich ausfüllte: Er war als Komponist fast grenzenlos kreativ über Jahrzehnte, er war ein begnadeter Multiinstrumentalist, der als Guitarist so manchen Spezialisten locker an die Wand spielte und er erschuf eine Bühnenpersönlichkeit die polarisierte - also zumindest nicht gleichgültig liess.
Das Problem ist nicht, dass auch solche Solitäre (zu früh) sterben - das Problem ist, dass in der heutigen Musiklandtschaft nichts nachwächst, das sie ersetzen könnte.

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