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Eine Generation trauert: "Prince war alles - und er gab uns den Mut, alles zu sein"
REUTERS

Mit seinen Songs und grandiosen Performances schuf Prince eine Welt, in der Außenseiter sexy und stark waren und sich nicht scheren mussten um die Meinung anderer. Unser New Yorker Autor Marc Pitzke nimmt Abschied.

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Adlatus 24.04.2016, 10:09
70.

Zitat von donald!
Wieso sind manche Foristen vielleicht zu früh geboren ? Etwa, weil sie nicht unseren gegenwärtigen 'Zeitgeist' unbedingt gut heißen oder weil es ein Verdienst ist jung zu sein ? Klären Sie mal auf ! Offenbar scheinen Sie nicht ganz verstanden zu haben, was der Autor des Artikels meint, wenn er angesichts des plötzlichen Verlusts (einst) individuell empfundener Musikidole - mit denen wir immerhin gewissermaßen aufgewachsen sind - von der Vergänglichkeit der eigenen Jugend schreibt. Aber egal ... Für mich war Prince ein außergewöhnlicher Künstler. Ähnlich kreativ und wandelbar wie Bowie, ohne jedoch - wie dieser - experimentell komplett andere Wege zu gehen (der Vergleich mag auch hinken). Nichtsdestotrotz vereinte aber auch Prince jede Menge Musikstile, war und ist Vorreiter für viele Bands oder Einzelinterpreten. Nach der Hochphase in den 80ern (deren Modestile mir heute fast albern erscheinen) war er später auch immer wieder innovativ, was den Mainstream betraf, wie z.B. die Alben '3121' oder 'Musicology' beweisen. Auch mich müssen Musiker durch ihre Musik überzeugen Sollten Ihnen etwa Äußerlichkeiten einen Grund geben Musik nicht zu mögen ...?
Es bleibt Ihnen unbenommen, Prince gemocht zu haben.
Und er war sicherlich ein großer Pop-Künstler als kleiner Mann.

Außerdem, Sie wissen ja, über Tote nur Gutes.

Ich mochte ihn nie, gerade wegen seines Gehabes und seiner Maskerade, einfach zu weibisch!

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freddykrüger 24.04.2016, 12:46
71. @Adlatus #69

LOL und Schenkelklopf ! Soso, du kennst nur Frauen die auf Gary Cooper, Frank, der Pate, Sinatra usw. standen. Du gehst bestimmt auf die 80 zu.

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vera gehlkiel 24.04.2016, 15:48
72. @Adlatus

Zitat von Adlatus
Ich kenne nur Frauen die auf Robert Redford, Gary Cooper oder John Wayne standen, auf Frankieboy, Dean Martin usw. Für einen Mann gibt es nur ein Schmuckstück: Seine Armbanduhr!
"Für einen Mann gibt es nur ein Schmuckstück" ist ja ein verheissungsvoller Auftakt, aber wenn da nur "Seine Armbanduhr" drauf folgt, ist man automatisch wieder beim kleinen Prince und dem Achteinhalbminuten-Orgasmus als Finale des epochalen Albums "Purple Rain", und vielem anderen. Etwa einer sehr interessanten Reminiszenz an Jimmy Hendrix, unter anderem in seinem ersten (nicht durchgängig, aber sequentiell sehr gelungenem) Film zu sehen: seine Bassistin kniet vor dem auf Hüfthöhe Gitarre spielenden Prince nieder, und leckt die Pickup-Zone des Instruments, während er sich ziemlich eindeutig dazu in der Hüfte wiegt. Das ist besser als alles, was ich je mit Pferden oder einem Glas Whiskey in der Hand gesehen habe. Man kann sich ja mal vorzustellen versuchen, wieviele Künstler auf der Bühne das bringen könnten, ohne dass man als Frau vor Lachen zusammenbricht. Fast nur bei Prince ist so etwas ein singulär grossartiger, unverschämter Moment, eine grandiose Anmache; und zugleich auch noch ein hochgradig ironischer Kommentar zu einem Nativ der Massenkultur. "Androgyn" ist halt ganz etwas anderes als "weibisch". Und Frauen verstehen komischer Weise immer genau, wie das gemeint ist. Glauben sie mir, auch diese Art Mädels, die auf Cowboys stehen.

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AliceAyres 24.04.2016, 16:02
73.

Zitat von Adlatus
Außerdem, Sie wissen ja, über Tote nur Gutes. Ich mochte ihn nie, gerade wegen seines Gehabes und seiner Maskerade, einfach zu weibisch!
Ich habe ihn nie als weibisch empfunden.

Im Gegenteil. Er wirkte erstaunlicherweise gerade wegen oder trotz der vielen camp-Elemente souverän und maskulin.
Ganz im Unterschied zu Michael Jackson übrigens. Der kam weder maskulin noch weibisch rüber, sondern völlig asexuell, auch wenn er sich noch so oft in den Schritt griff. Mit ihm und seiner Musik konnte ich seinerzeit überhaupt nichts anfangen (was sich seitdem nicht geändert hat).

Ich war zwar in den 80ern musikalisch weitgehend anderweitig unterwegs, fand Prince aber immer einfach großartig.

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vera gehlkiel 24.04.2016, 17:02
74.

Zitat von AliceAyres
Ich habe ihn nie als weibisch empfunden. Im Gegenteil. Er wirkte erstaunlicherweise gerade wegen oder trotz der vielen camp-Elemente souverän und maskulin. Ganz im Unterschied zu Michael Jackson übrigens. Der kam weder maskulin noch weibisch rüber, sondern völlig asexuell, auch wenn er sich noch so oft in den Schritt griff. Mit ihm und seiner Musik konnte ich seinerzeit überhaupt nichts anfangen (was sich seitdem nicht geändert hat). Ich war zwar in den 80ern musikalisch weitgehend anderweitig unterwegs, fand Prince aber immer einfach großartig.
Mir ging es mit Michael Jackson und seiner Beziehung zu Prince immer ganz ähnlich. Da Jackson ja auch von Quincy Jones produziert wurde, und mit Musikern wie Slash von Guns n Roses arbeitete, etc. hab ich immer wieder versucht, mich mit ihm als Musiker, jenseits der ganzen Geschichten über Facelifting, Privatzoo und verdächtigen Freundschaften zu Kindern, ernstlich auseinanderzusetzen. Aber ich fand alles, wie sie es auch schreiben, nur gut gemacht; aber nirgends betroffen machend, oder gar mitreissend. Während mich Prince sofort und mit einfach jeder Note und jeder Silbe packte. Sie haben wahrscheinlich sehr recht: bei Jackson fehlt jeglicher Sex total, es gibt ihn nicht! Selbst eine Live auf der Bühne aufgeführte Kopulation hätte einen gänzlich kalt gelassen. Während bei Prince schon eine angehobene Augenbraue genügt, dass man schweissgebadet ist. Deshalb war Jackson immer eher etwas für Kinder, und Prince war was für Erwachsene!

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GinaBe 24.04.2016, 19:55
75. Der kleine Prince- so gigantisch groß!

PRINCE ist jetzt auch noch WEG...
Er war mit Abstand DER Künstler der 80er, die tatsächlich mit Herz, Können und absolut exstatischer Leidenschaft Showgeschäft und FUNK verbinden konnten, ähnlich, wie der große James Brown es vermochte. Mr 1000Volt? Nicht umsonst war der wohl sein Vorbild. Seine eigene Kreativität steigerte jedoch dieses Ideal zu etwas unverwechselbar sehr eigenem -
NIE bin ich auf die Idee gekommen, ihn mit dem doch sehr sterilen Michael Jackson zu vergleichen. bei Prince rauschte Feuer in den Adern, kein aseptisches grünes Blut eines...alien? (Kicher, sorry!)
Ja, sexy einfach, so klein Prince körperlich auch daherkam, warf er künstlerisch den Schatten eines Riesen! Sein ganzes Auftreten war durchgestaltet und umwerfend abgestimmt, mit gängigen Klischees spielerisch posierend, wie ein freches Kind, trotzig, wild, teils ordinär, aber nie vulgär. Und der Rhythmus erst- er ging SOFORT ins Blut.
Ich hoffe, Prince sitzt jetzt neben David Bowie, und sie unterhalten sich gerade über unsterbliche Kostüme oder so. Oder sie singen gemeinsam auf der Wolke 6 über Freiheit, Begehren, Verführung, das Kribbeln im Bauch, Begierden, begeisterung und wie man sie auf der Bühne bestmöglichst in Szene setzen kann.
Prince- du fehlst uns!
Doch deine Musik bleibt.

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BRDexit 25.04.2016, 20:41
76. Ich mag mir gar nicht vorstellen,

Zitat von vera gehlkiel
Während bei Prince schon eine angehobene Augenbraue genügt, dass man schweissgebadet ist.
was mit Ihnen passiert wäre, hätte er die andere Braue auch noch angehoben.

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