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Einverständnisgesetz für Sex: Sterben jetzt die Schweden aus?
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Sex ist wie Rauchen: Es geht alleine, zu zweit oder zu mehreren - trotzdem sollte man niemanden ungefragt die Kippe in den Mund stecken. Ähnliches gilt beim Geschlechtsverkehr - womit manche Medien aber ein Problem haben.

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Jasro 26.12.2017, 17:49
130. 'Sexkauf' ist in Schweden verboten

Zitat von bommerlunder
Das Gesetz ist nicht durchführbar und geht an der Realität vorbei. Im Bordell oder beim vereinbarten Sex ist es unnütz, weil die Sache klar ist.
Es ist in Schweden verboten, das Angebot einer Prostituierten anzunehmen (nicht aber, das Angebot zu machen). Obwohl gerade hier die Sache wenigstens eindeutig wäre, denn das Angebot kommt ja von der Prostituierten. Aber, wie gesagt, ausgerechnet da ist es verboten.

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Igelnatz 26.12.2017, 17:49
131. Eigentlich schon lange Konsens

und eine Selbstverständlichkeit, dass Sex einvernehmlich sein muss und ansonsten Nötigung vorliegt, auch in Schweden, oder? Ich denke, dass in diesem Sinne auch in Schweden das Gesetz eigentlich keine Neuerung bringt. Die Frage ist dann wohl eher, wie es in der Praxis ist, denn spätestens wenn Aussage gegen Aussage steht, wird es schwierig. Neben Männern, die immer noch nein heißt ja verinnerlicht haben, gibt es durchaus Fälle, in denen auch Frauen unschuldige Männer beschuldigen. Was dann? Übrigens stört Rauchen Unbeteiligte und beim Kamingespräch hat Frau Stokowskis nicht gefragt, ob es stört, als sie sich eine im geschlossenen Raum angezündet hat. Irgendwie auch nicht besonders rücksichtsvoll!

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Bondurant 26.12.2017, 17:52
132. So ist es

Zitat von lord-crumb
Rein rechtlich wurde das Regel-Ausnahme-Verhältnis umgedreht. D.h. Sex ist illegal, solange nicht der Nachweis der Zustimmung geführt werden kann.
Kommischerweise erkennt kaum einer, wie reaktionär eine derartige Einstellung grundsätzlich ist.

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Bondurant 26.12.2017, 18:06
133. Sie müssen davon ausgehen

Zitat von Igelnatz
... gibt es durchaus Fälle, in denen auch Frauen unschuldige Männer beschuldigen.
dass viele Frauen nicht glauben, dass es so etwas gäbe. Das erklärt manche Einstellung.

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pragmat 26.12.2017, 18:06
134. Richtig

Zitat von Hamberliner
Der schwedische Gesetzgeber hat es geschaft, fast alle sexuellen Identitäten zu kriminalisieren, ohne jede einzelne explizit zu nennen oder auch nur zu kennen. ... Es dürfte sich um eine infantil-trotzige Weigerung handeln, das Versagen des schwedischen Staates im Fall Julian Assange einzugestehen. Ein Jetzt-erst-recht. Das hat Margarete Stokowski noch nicht einmal ansatzweise begriffen.
Der 8 Millionen Einwohner-Staat Schweden ist krachend mit der Causa Assange gescheitert, wo ein paar feministische Staatsanwältinnen und Richterinnen ein Beispiel der neuen schwedischen Sexual-Gesetzgebung demonstrieren wollten.

Denn die Auseinandersetzung mit einer Gerichtsbarkeit, welche die gleichermaßen sexistischen Vertreter auch in die EU tragen wollen, ist auch in Schweden noch lange nicht entschieden.

Es ist besonders in Schweden eine Diskussion von links, wo das Thema der Ausbeutung der Frau eine zentrale Rolle spielt.

Deswegen kann auch nur ein linke Regierungsmehrheit - wie die derzeitige in Stockholm - auf derart wirre Ideen kommen.
Deutschland mit seiner Anerkennung von Prostitution und Bordellen erzeugt in Schweden nur kollektives Schaudern.

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TLB 26.12.2017, 18:18
135.

Frau Stokowski mkeint selbst, es wäre mit dem Gesetz nicht alles geklärt. Die Frage ist, weiß Frau Stokowski denn, was nun mit diesem gesetz besser geklärt ist als vorher? Gab es in Schsweden kein dem deutschen §177 vergleichbaren im Strafgesetzbuch? Erst wenn wirklich klar ist, was durch dieses Gesetz eine klarere Regelung erfahren wird, kann man sinnvoll drüber reden.
Aber das vermeidet Frau Stokowski. Sie wirft zwar allen möglichen Gazetten alles mögliche vor, an Konkretem fehlt´s hier aber auch. Und natürlich ist es wieder der Penis, der überall reingesteckt wird, wenn schon Beispiele, dann auch männerfeindliche. Es ist so ermüdend, diese intelligenzfreien ideologiebeladenen Kolumnen immer wieder vorgesetzt zu bekommen.

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Maike Svenska 26.12.2017, 18:21
136. Sehr gut

Ich schreibe gerade ein Buch über Skandinavien und rede mit vielen schwedischen Menschen. Die Reaktionen hier in Deutschland sowohl von Frauen, wie von Männern (wobei ich nicht weiß, was ich schlimmer finde) erschrecken mich. Es sind vor allem die Männer, oft auch Väter von Töchtern, die dieses Gesetz begrüßen und sich als Feministen bezeichnen. Denn, so die Haltung dort, wie in Himmels Namen kann man nicht für das gleiche Recht für Männer und Frauen sein, denn nur so wird Feminismus dort verstanden. Was ist falsch daran, vorher einzuwilligen als später beweisen zu müssen, dass man es nicht wollte. Und, meine Herren, es schützt ja auch den Mann vor ungewolltem Sex. :-)

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Zapallar 26.12.2017, 18:22
137.

Und wo liegt die Beweislast? Wir haben einen schönen Abend, einvernehmlichen schönen Sex und am nächsten morgen bereut sie es und ruft "Vergewaltigung" ... daher ganz rational juristisch: Bei wem liegt die Beweislast und wie sieht es bei Aussage gegen Aussage aus? Muss eine Kamera laufen? Wird das Einvernehmen schriftlich festgehalten?

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chalchiuhtlicue 26.12.2017, 18:29
138. Wie üblich nur unüberlegtes Pseudo-Feministinnen-Gebrabbel von ...

... Stokowski. Worüber sich Menschen aufregen oder lustig machen, ist die Tatsache, dass die Einwilligung zum Sex schriftlich dokumentiert werden muss, um juristisch überhaupt den geringsten Wert zu haben, denn sonst haben wir die gleiche Unsicherheit für uns Männer, wie sie zuvor bestand: Wie oft haben Frauen am Morgen nach einem "one night stand" wohl gedacht "Oh Gott, was habe ich da getan." und haben dann behauptet, sie hätten ja gar nicht gewollt. Aber genau genommen würde selbst eine schriftliche Dokumentation des Einverständnisses nichts bringen, denn es werden in Zukunft dann halt von weiblicher Seite aus Behauptungen ins Feld geführt, man wäre ja aufgrund von Alkohol/Drogen-Konsum nicht mehr geschäftsfähig gewesen und die Unterschrift wäre nichts wert. Das Ganze führt de facto zu einer einseitigen Beweislast für Männer. Und das Ganze gilt übrigens auch für Sex in der Ehe. Somit wird hier für Frauen eine weitere, einfache Möglichkeit hergestellt, einen rechtswirksamen Scheidungsgrund zu konstruieren. DAS ist es, liebe Frau Stokowski, worüber viele sich aufregen oder spotten. Aber so etwas erkennen ja politisch überkorrekte Pseudo-Feministinnen wie sie nicht, gelle?

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shotaro_kaneda 26.12.2017, 18:29
139.

Ich stelle mir grad vor, wie sich schwedische Juristen zusammensetzen und Mustervollzugshinweise erstellen, was alles als Geste oder Signal der Zustimmung zum Sex gelten soll/darf. Ist sicher ne lustige Runde. Um wirklich Rechtssicherheit zu haben, ist wahrscheinlich ein unterzeichneter Vetrag unumgänglich. Als nächstes wird noch geregelt, dass man vorher festlegt, welche Stellungen man so durchgeht und wieviel Zeit man in welcher Stellung verbringt und ob das Licht an oder ausbleibt, ob der Fernsehr laufen darf oder ausbleibt und welchen Song man hört, sollte das Radio laufen. Die Autorin wäre sicher dafür.

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