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EM-Patriotismus: Schwarz-rot-kompliziert
DPA

Zur Fußballeuropameisterschaft gibt sich Deutschland mal wieder dem schwarz-rot-goldenen Party-Patriotismus hin. Ganz natürlich und entspannt? So einfach ist es leider nicht.

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fanasy 12.06.2016, 11:16
1. ach Du meine Güte

mit den ganzen Fanartikeln wird man doch nicht zum "Fanzi". Man bringt seine Fußballbegeisterung zum Ausdruck und zeigt, welche Fußballmannschaft man gewinnen sehen will. "Das wird doch noch erlaubt sein..."

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ommy 12.06.2016, 11:24
2.

Ich kann kaum noch die Nachrichten verkraften. Ich bin ein Mensch und will es bleiben. Etwa 40 Schläger drängen in Dortmund tausende Fans in die Defensive. Ein smarter Aufwiegler erhält 50% aller Wählerstimmen seines Landes, Kabarettisten überschreiten Grenzen, die vorher nicht existierten, Frauen zählen in der ganzen Welt immer weniger, genauso Schwache, Männer verrohen bis in den dummen, sadistischen Selbstmord hinein, mit Drohnen schaltet man gewissenlos unliebsame Widersacher aus, man legt riesige Datenbänke an, um sie zu nutzen, durch eine unglaubliche Verdrehung der Perspektive erscheinen Unmenschen Menschen als Gutmenschen um das besser tun zu können, was Unmenschen mit Menschen am liebsten machen – sie bedrohen, verängstigen, klein machen, ausschalten. Böse alte Männer, kalte schöne Frauen kanalisieren die Gewalt, um sich zu befriedigen. Ein tiefes Wasser bewegt sich da, wälzt sich um und um, spült etwas an die Oberfläche. Dieses „etwas“ ist immer schon da, aber jetzt schreit man danach. Man will geführt werden, gesagt bekommen, wo es lang geht, egal, ob alt, ob kalt, ob totalitär pathologisch. Man will Schlächter sein, vergöttert den, der sagt, wer und wo die Schafe sind! Etwas tobt sich hier aus, zerstört wie ein Krebsgeschwür perfekt und rücksichtslos seine eigene Existenzgrundlage. Keiner weiß, wohin das führen wird. Es ist da, hat Kraft, ist durch Vernunft nicht mehr steuerbar – außer Kontrolle. Wer hätte das gedacht.

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B.Buchholz 12.06.2016, 11:24
3.

Gut, je länger wir in demokratischen Nationalstaaten in Frieden und Wohlstand leben, desto größer wird die Erkenntnis, wie gefährlich diese sind. Hoffentlich kommt deren Abschaffung noch vor dem 100jährigen Jubiläum, sonst gäbe es noch Diskussionen. Wichtig daher auch, die Teams bei der EM/WM gar keinen Ländern mehr zuzuordnen. Eine Migrantenquote von 75% pro Mannschaft und Bezeichnungen wie Team A, Team B, Team C usw., anders geht es nicht. Wir wollen ja schließlich kein neues Verdun. Vielleicht ließe sich zukünftig auch eine rotierende Umzugspflicht einführen, damit die Menschen nie und nirgends mehr so etwas wie Heimatverbundenheit und nationale Identitäten entwickeln? Diese Vielfalt muss erstmal weg, dann ist der Weg frei zum genormten Welteinheitsbürger.

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genewolfe 12.06.2016, 11:27
4. doch es ist so einfach

Ich liebe die deutsche Mannschaft ... und zeige gerne unsere Nationalfarben. Das sind nämlich Farben für die Demokraten in zwei Jahrhunderten gekämpft haben und gestorben sind.
Das unpatriotische Geschwurbel des Autors interessiert mich nicht. So ein Geschreibsel zu ertragen ist ein Preis für Pressefreiheit, den ich gerne bezahle.
Gehe jetzt sofort mal meine Fahne heraushängen je größer je besser :-)

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tommuc1978 12.06.2016, 11:28
5. Meine Güte was ein Mist!!

Es nervt den normalen Bürger wie mich einfach nur noch, wenn Journalisten und Kommentatoren wie hier auch wieder verzweifelt versuchen zu erziehen und alle Menschen auf ihre, natürlich einzig richtige Meinung einzuschwören!
Es geht bei den Feierlichkeiten um eine Fußball EM! Es werden nicht eine Million Menschen mit Fahnen in der Hand die Deutschlandhymne singend zum nächsten Asylantenheim zeihen. Diese hereininterpretiererei von linken Journalisten ist unsäglich.
Wenn die Franzosen oder Engländer voller Inbrunst die Marseillaise oder Gott Save the Queen singen findet das jeder beeindruckend und niemand hat Angst, dass deshalb ein Krieg begonnen wird. Hören Sie doch bitte endlich auf uns immer noch ein schlechtes Gewissen für die grausamen Taten unsere Groß- und Urgroßväter zu machen. Meiner Generation geht es nur um Spaß am Fußball!!!

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Cardio84 12.06.2016, 11:29
6.

Coole Idee! Dann spielen einfach 1 Monat lang Team Europa 1 bis Team Europa 24 alle in blau mit goldenen Sternen gehüllt gegeneinander. Da aber Tore und Ergebnisse nicht gezählt werden sind am Ende alle Gewinner und dürfen eine vollkommen wertfreie goldene Ananas brüderlich untereinander aufteilen.

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stephanr. 12.06.2016, 11:30
7. Na ja, ich seh das irgendwie anders als der Autor

Wer mich kennt weiß wie viel ich reise, wie offen ich für andere Kulturen bin, und wie mein Freundeskreis aussieht. Heute Abend werd ich mit Freunden zum Public viewing gehen und ich werde in Deutschland Farben gehen. Der Autor verbindet das Zeigen der Deutschland Farben mit Nationalismus und Fremdenhass und genau das darf es nicht werden. Ich darf nicht aufhören meine Flagge zu zeigen weil irgendwelche braunen Seppel meinen sie können unter ihrem Zeichen Hass und Intoleranz verbreiten. Die Deutschland Fahne ist für mich ein bekenntnis zu einer Nation die demokratische Werte und Toleranz als Säulen ihres Miteinanders im Grundgesetz festgeschrieben hat. Ich sehe mich als Teil dieser Nation und bin dankbar, dass ich so behütet und von ihr profitierend aufwachsen durfte. Ich seh auch keine Ausgrenzung im Tragen der Farben. Jeder der hier leben möchte, der ein Teil der Gesellschaft sein möchte und der die Werte dieser Gemeinschaft mittragen und gestalten möchte darf sie gerne tragen oder schwenken egal ob Flüchtling, Auswanderer oder hier geborener. Das braune Pack hat kein recht die Fahne als Symbol der ausgrenzung zu nutzen. Wir sollten sie lieber als Symbol der Einladung benutzen.

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produster 12.06.2016, 11:30
8. Unterwerfung

Der Artikel trieft vor Korrektness. Ich bin gegen links und grün und Gender, weil Spaß dort verboten ist. Bzw. nur unter kontrollierten Bedingungen stattfinden darf. Ich nenne das Unterwerfung.

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ruhepuls 12.06.2016, 11:31
9. Entspannt bleiben...

Man kann jedes Symbol missbrauchen - egal ob Schwarz-Rot-Gold, das Kreuz oder Hammer und Sichel. Selbst "Friedensfreunde" hauen schon mal mit der "Peace-Flagge" auf Polizisten oder Andersdenkende ein.

Die Lösung? Alle Symbole verbieten? Dann werden sich die Leute notfalls Tattoos zulegen, die eine Zugehörigkeit ausdrücken.

Das Bedürfnis irgendwo dazu zu gehören (und dies auch zu zeigen) - oft verbunden mit gleichzeitiger Abgrenzung gegen "die anderen " ist urmenschlich. Kein Stamm, keine Stadt, kein Verein - und auch keine Nation ohne solche Symbolik.

Nur wir Deutschen machen daraus gleich wieder eine "große Sache". Glaubt wirklich irgendjemand, wenn man beispielsweise die Nationalfarben "verbietet" fänden Randalierer und Nazis keine Alternativen, die dann gezeigt würden? Im Gegenteil, die würden sich freuen, den Angsthasen mal wieder eine Sonderbehandlung rausgeleiert zu haben.

Also schön locker bleiben. Es muss keiner Fahnen schwingen, aber wenn jemand danach ist, was solls?

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