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EM-Patriotismus: Schwarz-rot-kompliziert
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Zur Fußballeuropameisterschaft gibt sich Deutschland mal wieder dem schwarz-rot-goldenen Party-Patriotismus hin. Ganz natürlich und entspannt? So einfach ist es leider nicht.

Seite 17 von 23
kumi-ori 12.06.2016, 13:53
160.

Zitat von ommy
Ich kann kaum noch die Nachrichten verkraften. Ich bin ein Mensch und will es bleiben. Etwa 40 Schläger drängen in Dortmund tausende Fans in die Defensive. Ein smarter Aufwiegler erhält 50% aller Wählerstimmen seines Landes, Kabarettisten überschreiten Grenzen, die vorher nicht existierten, Frauen zählen in der ganzen Welt immer weniger, genauso Schwache, Männer verrohen bis in den dummen, sadistischen Selbstmord hinein, mit Drohnen schaltet man gewissenlos unliebsame Widersacher aus, man legt riesige Datenbänke an, um sie zu nutzen, durch eine unglaubliche Verdrehung der Perspektive erscheinen Unmenschen Menschen als Gutmenschen um das besser tun zu können, was Unmenschen mit Menschen am liebsten machen – sie bedrohen, verängstigen, klein machen, ausschalten. Böse alte Männer, kalte schöne Frauen kanalisieren die Gewalt, um sich zu befriedigen. Ein tiefes Wasser bewegt sich da, wälzt sich um und um, spült etwas an die Oberfläche. Dieses „etwas“ ist immer schon da, aber jetzt schreit man danach. Man will geführt werden, gesagt bekommen, wo es lang geht, egal, ob alt, ob kalt, ob totalitär pathologisch. Man will Schlächter sein, vergöttert den, der sagt, wer und wo die Schafe sind! Etwas tobt sich hier aus, zerstört wie ein Krebsgeschwür perfekt und rücksichtslos seine eigene Existenzgrundlage. Keiner weiß, wohin das führen wird. Es ist da, hat Kraft, ist durch Vernunft nicht mehr steuerbar – außer Kontrolle. Wer hätte das gedacht.
Das ist ja sehr poetisch, was Sie da geschrieben haben.

Aber der smarte Aufwiegler, so wie sein leuchtendes und noch smarteres Vorbild, kommen zum Glück nicht aus dem Land, um das es hier geht, und ich hoffe mal, dass Sie nicht vorhaben, dieses Land unter unseren schönen dreifarbig gestreiften Baldachin heimzuholen. Vergangenheitsbewältigung schön und gut, aber wir können uns nicht auch noch für alle anderen Länder mit-fremdschämen.

Vielleicht sollten Sie heute Abend mal was anderes nehmen.

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68er 12.06.2016, 13:54
161. Progressiv versus Lächerlichkeit

Bitte konsequent bleiben. Nicht nur die deutsche Flagge geht gar nicht. Das Wort Deutsch oder Deutschland als Identifikation- und Zugehörigkeitsmerkmal in den Mund zu nehmen auch nicht. Die Staatsangehörigkeit „Deutsch“ im Ausweis oder Reisepass könnte als Stigma angesehen werden. Interessanterweise nur im eigenen Land. Der Begriff „Nationalität“ lässt ebenfalls unschöne Ableitungen bzw. Assoziationen zu.
Neuseeland hatte gerade über eine neue Staatsflagge abgestimmt. Vielleicht sollte hier so etwas von den Besitzern der Reinen Lehre auch für die Umbenennung und Neu-Beflaggung Deutschlands initiiert werden. Vorschlag: Absurdistan mit einer dem Surrealismus entlehnten Flagge. Das Gender-Mainstreaming könnte als Blaupause dienen.

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ackermart 12.06.2016, 13:55
162. Flagge zeigen ...

hat heute doch viel mehr - vielmehr nur noch - mit seinem Outing als Fußballfan zu tun, als da denn etwa mit dem Bekenntnis zum Staat; ... seit man dieses Fähnchen bei keinem - und schon gar nicht >dem< nationalen - Feiertag noch in den Wind hängt. Doch wer weiss schon wie viele selbst das längst wieder nur tun, um nicht aufzufallen im Lande des strengen DEUT SCHER sportiver von nationaler Nationalgesinnung.

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Attila2009 12.06.2016, 13:57
163.

Zitat von Moloch2604
Gegen Nationalismus ist überhaupt nichts einzuwenden. Natürlich sollte JEDES Volk der Welt sich und sein Land lieben. Das ist in linken/rechten/neutralen Umfeld absolut identisch und fördernswert. Nationalismus bedeutet sich erstmal auf sich selbst zu konzentrieren - dann erst auf den Rest der Welt. Und genau das ist das Einzige was in der Menschheitsgeschichte jemals funktioniert hat.
Es ist wie bei jeder Sache: Die Dosis macht das Gift.
In erträglichen Konzentrationen kann ein Präparat Glücksgefühl hervorrufen, in weitere Steigerung berauschen. Aber einer bestimmten Dosis macht es enthemmend und bedingt Kontrollverlust.
Wie beim Alkohol eine kollektive Volksdroge.
Deshalb sollte man vorsichtig damit umgehen.

Was ist eigentlich Nationalität ? Nichts anderes wie durche ein zufälliges Ereignis das man selber gar nicht beeinflussen konnte, nämlich die eigenen Geburt erfolgte Zuordnung zu einem bestimmten Gebiet auf diesen Planeten.
Dazu hat man selber nichts beigetragen, gar nichts.Man konnte es weder verhindern noch es sich aussuchen.

Wäre ich in Russland auf die Welt gekommen wäre ich Russe. Wäre ich in Ägypten geboren wäre ich heute Ägypter statt Deutscher. Wäre ich dann weniger wert ?
Vielelicht sollte man das mal von dieser Seite betrachten.

Tiere kennen übrigens auch Reviergrenzen und Herden ( wie bei den Affen) aber wir wollten doch weiter entwickelt sein, angeblich ?Haben wir noch zuviele Affen(AFD)Gene in uns ?

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DenkenKannHelfen! 12.06.2016, 13:58
164.

Zitat von japhet
Ungern trete ich in diese unselige Diskussion ein, wer nun "Nationalist" oder "Patriot" sei. Ein Patriot ist doch jemand, der für sein "Vaterland" eintritt ("Patriot" ist vom lateinischen pater, Vater, abgeleitet). Was ist schlecht daran? Zur Abgrenzung schnell 'mal den Begriff "Nationalismus" ergoogelt, und bei Wikipedia diese Definition gefunden: "Nationalismus bezeichnet Weltanschauungen und damit verbundene politische Bewegungen, die die Herstellung und Konsolidierung eines souveränen Nationalstaats und eine bewusste Identifizierung und Solidarisierung aller Mitglieder mit der Nation anstreben." Was ist nun wiederum daran so schlecht? Ist also die von Johanes Rau behauptete "Verachtung anderer Nationen" durch den Nationalisten gar nicht unbedingt Teil von nationalen Bewegungen? Sind "Patriot" und "Nationalist" nicht doch viel mehr Synonym als mancher wahr haben will? Wie heißt es doch ins unserer Nationalhymne (hey - da kommt der Begriff "Nation" ja auch vor): "Einigkeit und Recht und Freiheit, für das Deutsche Vaterland ...". Ansonsten: erst während der letzten WM wurde mit die Abstammung eines meiner Nachbar bewusst. Ich wusste, dass seine Eltern nicht in Deutschland geboren sind - er selbst vielleicht auch nicht. Aber das war und ist egal - er ist ein Nachbar. Anlässlich der WM waren plötzlich zwei Flaggen an seinem Auto - eine deutsche, und eine iranische. Keiner hat sich darüber aufgeregt, Auto und Fahren hatten keine Angriffe zu befürchten ...
Ich möchte diese Diskussion auch ungern führen, sage nur, dass der Grad zwischen (meinetwegen) positivem Patriotismus und Nationalismus sehr sehr schmal ist, offensichtlich zu schmal für einen Großteil eher minderbemittelter Mitbürger. Das ist nämlich das Problem an der Fahnenschwenkerei (gegen die ich grundsätzlich nichts habe): Dass nämlich viel zu viele Menschen den Unterschied zwischen "nur Fußball" und anderen, häßlichen Dingen, gerade NICHT erkennen.
Und offensichtlich hast du zu früh aufgehört, zu recherchieren, denn irgendwann stellt man fest, dass Nationalismus historisch nie zu irgendetwas Gutem geführt hat - insbesondere hierzulande nicht.

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meine_foren 12.06.2016, 13:59
165.

Ich freue mich auf die EM und werde sie genießen. Sport verbindet. Lasst euch von den Miesmachern nichts erzählen. :-)

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ke_karolus 12.06.2016, 13:59
166. Es nervt echt ...

Es nervt echt, diese Zensur. Da schreibt man einen Beitrag ohne Hetze und ohne Schimpfworte.

Man tut lediglich kund, dass Deutschland das einzige Land sei, in welchem jemand auf die Idee kommt, so was zu schreuben. Und schwupp, wird das zensiert.

Warum?

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Phlogistophagos 12.06.2016, 13:59
167. Nicht nachvollziehbar

Der Autor scheint vergessen zu haben, welcher Tradition die aktuelle Fahne entstammt. Solange die Massen nicht die Ausgabe mit Hammer und Sichel schwenken, ist alles in Ordnung.

Und wenn regionale Insignien so verpönt sein sollen, dann könnte man den Fußball und generell jede Vereinssportart auch gleich abschaffen, denn Mannschaften haben selbstverständlich einen örtlichen Bezug.

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traurigeWahrheit 12.06.2016, 14:02
168. Man muss Linker sein,

um von den unverkrampften schwarz rot gold während einer EM/WM, zu Herrn Höcke von der AFD zu kommen.

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moritz27 12.06.2016, 14:03
169. Mein Vater hatte früher

schon vor dem Anpfiff eine Fahne. Das gefiel meiner Muter auch nie. Aber es halfen auch hier keine Verbote. Ich habe jetzt bei meinem Wimpelchen den oberen Teil abgeschnitten. Bleibt ein bisschen rot und ewas mehr gelb. Ist das ok? Und ich schwenke es ganz fest, egal wer die Tore schießt. Versprochen!

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