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EM-Patriotismus: Schwarz-rot-kompliziert
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Zur Fußballeuropameisterschaft gibt sich Deutschland mal wieder dem schwarz-rot-goldenen Party-Patriotismus hin. Ganz natürlich und entspannt? So einfach ist es leider nicht.

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Blondy40 12.06.2016, 16:01
220.

Zitat von hdwinkel
... Er hat nicht wegen der Flüchtlinge Bedenken, die deutsche Fahne zu schwenken, sondern wegen einer stattlichen Anzahl von Flüchtlingsgegnern, die meinen, ein aus rassistischen Gründen fremdenfeindliches Weltbild sei nun auf einmal mit unserer freiheitlich ...
Flüchlingsgegner sind nicht zwingend rassistisch. Auch wenn es immer wieder stereotype wiederholt wird.

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Proggy 12.06.2016, 16:07
221.

Zitat von rot-grün
Solange Schwarz-Rot-Gold von Ausländerfeinden missbraucht wird, besorgen Sie sich eine Version mit "Einigkeit und Recht und Freiheit"-Aufschrift. Hilft gegen Verwechslungen und ist gleichzeitig ein Statement.
Ja, guter Tipp!
aber inkl. zweiter Zeile : "..für das deutsche Vaterland" ist dann doch noch eindeutiger!

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sidi 12.06.2016, 16:36
222. Etwas entspannter?

Wahrscheinlich hat der Autor nie oder nur kurz im Ausland gelebt. Als in Schweden lebende Deutsche mit doppelter Staatsangehörigkeit sehe ich nationale Symbole etwas entspannter. Als Kind der Siebzigerjahre war mir zwar die deutsche Fahne 2006 auch etwas fremd, aber sie soll nicht der AfD und Pegida gehören! Ich finde die schwedische Fahne optisch ansprechender als die deutsche, die Trikots der deutschen Mannschaft sind jedoch schöner! Bei der EM halte ich natürlich zu Deutschland, meine Kinder erstmal zu Schweden, aber im Verlauf des Turniers ändert sich das dann :) Ha en bra dag!

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Dion 12.06.2016, 16:38
223. Fußballeuropameisterschaft ist kein Krieg

Ein ausgezeichneter Artikel, der auch meine Meinung auf den Punkt bringt: Patriotismus ist gut, Nationalismus aber schlecht.

Wenn unsere Nationalmannschaft beim Fußballspiel gewinnt oder verliert, gewinnt oder verliert nicht die ganze Nation, sondern nur diese eine Mannschaft.

Natürlich ist man froh, wenn sie gewinnen – und traurig, wenn sie verlieren -, aber das dauert eine oder zwei Tage, dann ist es vorbei. Jedenfalls wird Deutschland als Land dadurch nicht größer oder kleiner. Oder wichtiger.

Diejenigen, die das anders sehen, beziehen ihr Selbstwertgefühl nicht aus sich selbst, sondern aus solchen vorübergehenden Ereignissen. Das sind die, die „Wir sind Papst“ gesagt hatten, als ein Deutscher zum Papst gewählt wurde, und natürlich auch die, die im Jahr 2014 „Wir sind Weltmeister“ gesagt haben und immer noch sagen.

Wer Solches für sein Selbstwertgefühl benötigt, bitte sehr, aber alle anderen, die davon unabhängig sind, im gleichen Atemzug als Nichtpatrioten zu bezeichnen, ist schon ein starkes Stück.

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rainerheinrich 12.06.2016, 16:43
224. Grundsatzfrage

Zitat von DenkenKannHelfen!
Ich möchte diese Diskussion auch ungern führen, sage nur, dass der Grad zwischen (meinetwegen) positivem Patriotismus und Nationalismus sehr sehr schmal ist, offensichtlich zu schmal für einen Großteil eher minderbemittelter Mitbürger. Das ist nämlich das Problem an der Fahnenschwenkerei (gegen die ich grundsätzlich nichts habe): Dass nämlich viel zu viele Menschen den Unterschied zwischen "nur Fußball" und anderen, häßlichen Dingen, gerade NICHT erkennen. Und offensichtlich hast du zu früh aufgehört, zu recherchieren, denn irgendwann stellt man fest, dass Nationalismus historisch nie zu irgendetwas Gutem geführt hat - insbesondere hierzulande nicht.
Warum sind die Bürger minderbemittelt? Kann es nicht sein, dass die Bürger möglicherweise unwissend sind.
Ihnen, als wissender Bürger, sollte bekannt sein, dass in einer lebendigen Sprache die Bedeutung der Wörter nicht statisch sind, sondern sich ihre Bedeutung durchaus über die Jahrzehnte verändern kann. Daher kommt es auch vor, dass man aneinander vorbei redet, weil die Bedeutung der Wörter nicht auf der gleichen sprachlichen Ebene sind.
Im AfD Sprachjargon nennt man die Flüchtlinge z.B.
bewusst Analphabeten, wohlwissend, dass die Bezeichnung negativ besetzt ist. Man will bewusst den Eindruck erwecken, dass die Flüchtlinge kein Potential
haben, um bei uns erfolgreich integriert zu werden.
Für einen Volkswirtschaftler eine beschämende Ausdrucksform. Ich glaube man kann das auch Diskriminierung nennen.
Entlarvend, da sich die AfD als Sprecher der Verlorenen und Vergessenen aufspielt.

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hdwinkel 12.06.2016, 17:02
225. Flüchtlingsgegner

Zitat von Blondy40
Flüchlingsgegner sind nicht zwingend rassistisch. Auch wenn es immer wieder stereotype wiederholt wird.
Da haben Sie recht. Aber erstens habe ich das so auch nicht geschrieben und zweitens düfte leider die Umkehrung stimmen: Die meisten Rassisten sind auch Flüchtlingsgegner.

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doktor_polidori 12.06.2016, 17:42
226. Lächerlich!

Wenn irgendein Beweis nötig wäre, dass es einer Renaissance unseres Nationalbewustseins bedarf, dann wäre der hiermit erbracht.

Der Zwang des Autors, sich als Deutscher in schizophrer Weise schlecht zu machen und gleichzeitig moralische Überheblichkeit auszustrahlen ist ungesund und man spürt förmlich die sich daraus ergebene Spannung.

Nationalismus - Im Kern geht es doch darum, dass man auch jenseits der individuellen Person als Gesellschaft und Gemeinschaft eine Identität hat und ein berechtigtes Interesse daran hat, selbige wahren und tradieren zu wollen. (Und "tradieren" impliziert ein gewisses Maß an Veränderung z.B. durch Zuzug). Wenn aber schon die Rede vom Deutschen Volk geächtet wird (völkisch) obwohl in unserem GG auf Schritt und tritt Bezug auf selbiges genommen wird, dann ist das Unrecht!

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spon-facebook-1425926487 12.06.2016, 17:57
227.

Zitat von LurchiD
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation war kulturell (Christentum) immer homogen; seine Geschichte ist geprägt vom Konfikt mit dem Islam, angefangen von den Kreuzzügen des Mittelalters bis hin zu den Kriegen von 1529 und von 1683. Als Vorbild für ein über das Christentum hinausgehendes funktionierendes Multikulti taugt es nicht - die Reformation war schon Zerreißprobe genug.
Nur mal so als Anmerkung: Das Hl. Römische Reich Deutscher Nation war niemals auf einem Kreuzzug im Heiligen Land. Haben Sie in Geschichte nicht aufgepasst? Die einzige militärische Rückeroberungsaktivitität dieser Art führt Barbarossa an- bis er bei einem tragischen Unfall in einem Fluss im heutigen Syrien ertrank.

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arrache-coeur 12.06.2016, 18:34
228.

Zitat von Dion
Ein ausgezeichneter Artikel, der auch meine Meinung auf den Punkt bringt: Patriotismus ist gut, Nationalismus aber schlecht. Wenn unsere Nationalmannschaft beim Fußballspiel gewinnt oder verliert, gewinnt oder verliert nicht die ganze Nation, sondern nur diese eine Mannschaft. Natürlich ist man froh, wenn sie gewinnen – und traurig, wenn sie verlieren -, aber das dauert eine oder zwei Tage, dann ist es vorbei. Jedenfalls wird Deutschland als Land dadurch nicht größer oder kleiner. Oder wichtiger. Diejenigen, die das anders sehen, beziehen ihr Selbstwertgefühl nicht aus sich selbst, sondern aus solchen vorübergehenden Ereignissen. Das sind die, die „Wir sind Papst“ gesagt hatten, als ein Deutscher zum Papst gewählt wurde, und natürlich auch die, die im Jahr 2014 „Wir sind Weltmeister“ gesagt haben und immer noch sagen. Wer Solches für sein Selbstwertgefühl benötigt, bitte sehr, aber alle anderen, die davon unabhängig sind, im gleichen Atemzug als Nichtpatrioten zu bezeichnen, ist schon ein starkes Stück.
"Patriotismus ist gut, Nationalismus aber schlecht." - Wenn es mal so einfach wäre. Wahrscheinlich sind die meisten Menschen weltweit Patrioten und gleichzeitig Nationalisten, siehe China, Japan, Indien, Russland, und viele andere Länder. Auch in den meisten Ländern Europas, und selbst in Frankreich sind sehr viele Menschen patriotisch eingestellt, und viele von diesen eben auch nationalistisch.

(Die National-Idee stammt übrigens aus Frankreich;-)

Der Spruch "Wir sind Papst" wurde von der Redaktion der "Bild"-Zeitung in die Welt gesetzt.

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Desobediencia_Civil 12.06.2016, 20:22
229.

Bei jedem großen Turnier wird der selbe Mist aufgewärmt.
Wenn Sie schon zugeben, kein Interesse an Fußball zu haben, dann halten Sie sich doch auch die restlichen 4 Wochen des Jahres dran und lassen die Leute, die sich mit ihrer Mannschaft freuen wollen, in Ruhe.

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