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Emanzipation: Pause ist nicht
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Egal, wie viel sich in den vergangenen Jahrzehnten in Sachen Gleichberechtigung getan hat: Noch immer werden von Frauen Tugenden wie Dankbarkeit und Demut erwartet. Geht's noch?

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fvaderno 03.04.2019, 02:08
70. Geht's noch

So fragt die Autorin im einführenden Absatz. Ich möchte diese Frage an zurückschicken: Geht's noch? Sollen Frauen etwa Männer werden? Oder sollen Männer wie Frauen werden? Das fragt sie zwar nicht direkt, aber dies lässt sich als Rückschluss ziehen. Wenn irgendein Mann sich daneben benimmt, dann braucht man das doch nicht als Grund nehmen, dass man Benimmfehler bei Frauen kritisiert. Ich habe den Verdacht bei der Autorin handelt es sich um eine extremistisch emanzipatorische Frau. Extremismus kann nur ganz, ganz selten Positives leisten!

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mvaugusta8 03.04.2019, 02:39
71. Ambivalenz und Analyse kommt zu kurz

Frau Stokowski und die von ihr zitierte Kate Manne scheinen Schwestern im Geiste zu sein. Beide haben gute Ansatzpunkte. Sowohl das Buch "Down Girl"von Manne als auch die Kolumnen von Stokowski beginnen vielversprechend, thematisieren interessante Gesellschaftsphänomene/Misstände. Das Problem ist, dass nach dem steilen Zuspitzen der Thesen keine kohärente analytische Auseinandersetzung folgt. Für Ambivalenz ist bei einigen Feministinnen der neuen Generation bzw. der MeToo-Bewegung kein Platz. Was nicht ins eigene Argumentationsmuster passt, wird entweder ausgeblendet oder sehr schnell als patriarchalisch oder reaktionär gebrandmarkt. Eine wirklicher Diskurs wird dadurch erschwert, weil einige Schriften nur die Befürwortung bzw. Ablehnung bei den Lesern manifestieren, anstatt einen Blick über den eigenen Tellerrand zu ermöglichen. Das Polarisieren als Mittel der Aufmerkamkeit torpediert ohne eine entsprechende analytische Reflexion schlussendlich die eigenen Ziele für Gleichberechtigung in der Gesellschaft.

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bleiben_wir_sachlich 03.04.2019, 04:01
72. Selbstreflexion?

Nun, wenn jemand wegen eines nicht genehmen Artikels in der Zeit (!) dort mal schön sauber machen möchte, bedient sich evident faschistischer Wortwahl und ebensolchen Gedankenguts. Da hat Herr Poschardt nun einmal Recht. Da wäre eine kritische Reflexion, verbunden mit einer guten alten Entschuldigung, zwar schön, aber dafür bedürfte es menschlicher Größe. Die ist leider selten, überraschenderweise völlig geschlechtsunabhängig.

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o210367 03.04.2019, 04:31
73.

Zitat von Osservatore
Frau Stokowski, da sind mir die Tugenden "Dankbarkeit" und "Demut" allemal lieber als gnadeloser Egoismus und gefährliche Hybris - bei allen Menschen. Denn Egoismus und Hybris bringen uns gerade an den Rand der Katastrophe. Und wie ein Mitforist richtig bemerkte: Die militanten Feministinnen sind in Wirklichkeit erzkonservativ. Ihr eigentliches Ziel ist es, zu den mächtigen Männern aufzusteigen, um dann auf die Masse herunterschauen oder noch Schlimmeres zu können. Ich habe auch schon Fälle erlebt, da gerierte sich Frau offiziell als emanzipierte Genderaktivistin, im Privaten jedoch musste Mann nur schief schauen, schon hüpfte Frau als zahmes Kätzchen auf seinen Schoss...Also Frau Stokowski, es gilt zu differenzieren, statt mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.
Frau liebt nicht. Frau liebt nur die Macht ueber andere.
Das Problem kennen wir schon seit 30 000 Jahren. Es ist jedesmal schiefgelaufen. Segregation der Herde, Verkleinern der Herde. Selektion der Intelligenten. Heute haben wir die Werkzeuge dazu es richtig hinzukriegen. Nicht Stepford sondern intelligente Partnerinnen.

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DJ Doena 03.04.2019, 04:54
74.

Das lustige an Marge ist, dass sie genauso ist, wie es immer den Internet-Trolls vorgeworfen wird, die gegen Ghostbusters 2016 waren und derzeit gegen Captain Marvel sind. Das sind zwei Seiten derselben Medaille.

Sie finden den kleinsten Grund, um wie einstmals das HB-Männchen an die Decke zu gehen und schimpfen dann wie ein Rohrspatz und jeder Widerspruch wird als Bestätigung dafür gesehen, das man Recht hat.

"Ich werde unterdrückt und wenn du sagst, das stimmt nicht, beweist das automatisch, wie ich unterdrückt werde."

Das perfekte Aufregungs-Perpetuum-Mobile.

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dasfred 03.04.2019, 05:26
75. FeministInnen sind wie Gewerkschaftsbosse

Sie wissen selbst, dass sie hier nicht die Utopie der völligen Gleichberechtigung einführen können. Aber um an der Basis zwei Prozent mehr zu erhalten müssen erstmal zehn Prozent lautstark eingefordert werden. Das von Männern ersonnene Hierarchie System macht es Frauen schwerer als Männern, aufzusteigen. Männer suchen immer den besten der Gruppe als Anführer. Frauen bevorzugen im Team den Konsens. Erst wenn dauerhaft die Organisationen umgebaut werden, können alle sich gleichermaßen einbringen und das Ergebnis gemeinsam tragen. Für die Vertreter der alten Ordnung mit dem Bestimmer an der Spitze und auf jeder Hierarchieebene sind Feminismus und Gewerkschaften Teufelszeug, weil sie ihm auf Augenhöhe gegenüber treten. Daher versuchen die Bestimmer, ihre Männer hinter sich zu scharen, ohne zu sehen, dass ihr Model nach und nach ausläuft.

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masole 03.04.2019, 06:23
76. @cradaj #54

Zitat von cradaj
Die Frauen bekommen die Kinder und haben sie zuerst an der Backe (oder am Busen), daran scheitert nun mal jede fundamentale Gleichberechtigung. Daraus entstehen gleich drei berechtigte Forderungen: Die nach Unterstützung der Frauen während der Aufzucht ihrer Brut (für deren Erzeugung sie die Männer nicht in allen Fällen um Erlaubnis gebeten haben dürften). Und die nach gleichen Einkommenschancen für die Frauen wie für Männer. Und zugleich die nach Entlastung der Männer von diesen Versorgungsleistungen. Man könnte es so zusammenfassen: Das Kinderkriegen muss sozialisiert werden. Kitas werden vom Staat bezahlt. Und Ganztagsschulen. Zugleich wäre ich für die Einführung einer Männerquote für Kindergärten, Grundschulen und Pflegedienste. Bei den Putzdiensten sind schon einige tüchtig bei der Besenstange.
Ich würde mir eher wünschen, dass Frauen und Männer durch verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität und entsprechende Partnerwahl (und da ist leider Frau besonders in der Pflicht) sicherstellen, dass WENN sie Nachwuchs zeugen, sie diesen auch selbst versorgen können. Als Liberalem erschliesst sich mir nicht, warum ich dafür zur Kasse gebeten werden soll, wenn Kevin und "Schakkeline" nach der Disse keine Kondome zur Hand hatten. Ist übrigens mein generelles Problem mit den modernen Feministen: Maximale Freiheit fordern und die Verantwortung für die (möglicherweise nicht ganz idealen Entscheidungen) sozialisieren, wie soll das gut gehen?

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spon_4_me 03.04.2019, 06:44
77. @ vera gehlkiel (# 33):

Ich wünschte mir oft, Sie würden diese Kolumne schreiben - Ihre Mischung aus Frankfurter Schule und Fleabag ist so viel attraktiver und sexier als das Original. Aber liegt da nicht auch das Problem? Wir haben so viel über toxische Männlich- und Übergriffigkeit gesprochen: Laden Sie mit Ihrem aufregenden Appell an Unterwerfung und Überhöhung nicht auch uns etwas einfach gestrickte Männer zu erotischen Missverständnissen und ungewünschten Annäherungen ein?

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fördeanwohner 03.04.2019, 07:06
78. -

Zitat von x+n
Nunja. Ein paar Männer in sozialen Netzwerken vs. Frau S. auf SpOn, einem Medium, welches mal für Qualität stand. Zum Thema: Nicht jammern, machen! Frauenförderung gibt es an jeder Ecke. Bei gleicher, und oft auch bei geringerer, Qualifikation sind Frauen im Vorteil. Also nicht Mann mit dickem Gehalt suchen sondern einen guten Job. Und dann bitte nicht über den Stress beschweren.
Zum ersten Punkt: Eigentlich meinte ich gar nicht Frau Stokowskis Beispiele, da die zwar auch unmöglich sind, aber nichts gegen das, was sonst so läuft. Die ekligen Beiträge werden hier ja herausgefiltert und dann hoffentlich angezeigt. Tatsächlich meinte ich sonst so ... auf Facebook u.ä.

Was den zweiten Aspekt angeht, so kann man zwar nicht umhin zuzugeben, dass es viele Frauen gibt, die leider ihrer Bequemlichkeit freien Lauf lassen, anstatt nachzudenken, indem sie sich z.B. einen besser verdienenden Gatten suchen, um dann "schön" zuhause bleiben zu können, aber eben auch genügend andere Frauen, die darauf keine Lust haben, die das auch nicht tun und die sich andauernd genau das, was Sie geschrieben haben, anhören müssen. Das vermeintliche Jammern und nicht Machen ist dann auch gleichzeitig immer die Rechtfertigung dafür, dass man Frauen angehen darf, wenn sie sich kritisch äußern.
Der Punkt ist doch wohl, dass es TROTZ der bequemen Frauen für alle anderen Frauen möglich sein muss, auch als Altenpflegerin gut zu verdienen, auch als Mutter in ihrem Job Karriere machen zu können ... und nicht andauernd sonstwas zu hören bekommen.
Wäre auch für Männer gut, aber leider hat sich das offensichtlich immer noch nicht bei allen herumgesprochen.
Nein, daran sind nicht nur Männer schuld, da aber Männer noch immer überall an den Schalthebeln sitzen, wäre es ganz praktisch, hier gemeinsame Sache zu machen und nicht auf Frau Stokowski herumzuhacken, die eigentlich nur dafür sorgt, dass niemand vergisst, dass es noch viel zu tun gibt.

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fördeanwohner 03.04.2019, 07:14
79. -

Zitat von Osservatore
Frau Stokowski, da sind mir die Tugenden "Dankbarkeit" und "Demut" allemal lieber als gnadeloser Egoismus und gefährliche Hybris - bei allen Menschen. Denn Egoismus und Hybris bringen uns gerade an den Rand der Katastrophe. Und wie ein Mitforist richtig bemerkte: Die militanten Feministinnen sind in Wirklichkeit erzkonservativ. Ihr eigentliches Ziel ist es, zu den mächtigen Männern aufzusteigen, um dann auf die Masse herunterschauen oder noch Schlimmeres zu können. Ich habe auch schon Fälle erlebt, da gerierte sich Frau offiziell als emanzipierte Genderaktivistin, im Privaten jedoch musste Mann nur schief schauen, schon hüpfte Frau als zahmes Kätzchen auf seinen Schoss...Also Frau Stokowski, es gilt zu differenzieren, statt mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.
? Sie differenzieren ja auch nicht.
Und: Was Frau für sich privat entscheidet, ist doch wohl eine Sache, eine andere ist es, was diese Frau für alle anderen Frauen/Menschen fordert/tut. Warum soll diese Frau nicht mehr Emanzipation für alle fordern dürfen?

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