Forum: Kultur
"Emma" und die Karikaturendebatte: Desolat
Boris Roessler/ DPA

Wer dachte, die Debatte um Franziska Beckers Karikaturen sei problematisch, sollte in die aktuelle "Emma" schauen. Dort zeigt Alice Schwarzer, wie bodenlos man mit einem Kritiker umgehen kann.

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mr.room 02.07.2019, 16:21
1. Moment mal

Zitat"Von der Szene gibt es verschiedene Videos. Auf manchen (siehe oben) ist Jazmati am Rande der wild diskutierenden Gruppe zu erkennen. Wie viele der anwesenden Männer hält er sich im Hintergrund und lässt vorrangig die Frauen diskutieren, und wie viele der Anwesenden hat er sich eine Kapuze zum Schutz vor Regen übergezogen, andere tragen Regenschirme. Zu einem Bild in Schwarzers Artikel von der besagten Szene steht jedoch, Jazmati verstecke sich in der dritten Reihe. "Während die Frauen ihr Gesicht zeigen, verbirgt er das seine unter einer Kapuze", schreibt Schwarzer. " Zitat Ende. Also ich habe den Artikel nur aus Langeweile gelesen und auch besagtes Video geschaut. Das Thema interessiert mich auch nicht. Aber die Beschreibung des Mannes mit Kaputze kann ja nur ein schlechter Scherz sein. Er versteckt sich doch eindeutig. Der Mann neben ihm trägt gar keine Kapuze, manche Frau auch nicht. Es ist auch schwer zu erkennen ob es überhaupt regnet. Dazu hat er sich einen dicken Schal umgebunden, was der Temperatur offensichtlich auch nicht angemessen ist. Die Kapuze zieht er fast bis ins Gesicht und wann immer er das Gefühl hat direkt in eine Kamera zu schauen denkt er seinen Kopf nach unten. Er will hier ganz eindeutig nicht sofort erkannt werden. Das anders darzustellen ist doch ein schlechter Scherz...

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Kalle84 02.07.2019, 16:29
2.

Also die Karikaturen die ich gesehen habe, prangern an, was im Islam eben anzuprangern ist. Ich sehe da nichts Rassistisches darin. Schlimm, wie eine mittelalterliche Steinzeitkultur von Menschen in Schutz genommen wird, die sich mit dieser Ideologie offensichtlich noch nie wirklich auseinandergesetzt haben. Gerade Feministinnen müssten doch ein Interesse an Zurückdrängung haben, sofern sie nicht Verbohrtheit und Patriarchat des 19. Jahrhunderts zurück wünschen. Insgeheim werden das viele auch wissen, aber man will ja zu den Guten gehören und dazu gehört Toleranz gegenüber einer Ideologie, die ihnen selbst nicht die geringste Toleranz erwidert. Aber das zu berücksichtigen, wäre ja Nazi. Da stellt man sich lieber dumm. Natürlich legen Muslime ihre Religion in unterschiedlicher Liberalität aus, das ändert aber nichts an der Religion selbst.

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vera gehlkiel 02.07.2019, 16:54
3.

Schwarzer hat ohne Zweifel, als erkaltender Vulkan der Szene, dicke Schichten von Asche angesetzt. Ihre herausragende Intelligenz (ich kenne wahrhaftig fast niemand, der ihr intellektuell das Wasser reichen könnte) schützt vor sowas natürlich nicht, ganz im Gegenteil. "Intersektioneller Feminismus" bedeutet im Grunde halt nix anders als dass er wächst und gedeiht. "Revolution" zu etwas Andersartigen wird. Es nun um Vielfalt, nämlich die reichhaltige Kultivierung der Lava, die wir den Schwarzer und Co. verdanken, geht. Ich bewundere Schwarzer nach wie vor ganz enorm. Verehre sie sogar, aber total ernst habe ich sie von Anfang an (aus der Sicht meiner vierzig Lebensjahre heraus gesprochen) nicht genommen. Und nicht ganz selten so im Bahnhofskiosk will ich schon 'ne "Emma" nehmen, wegen langer Zugfahrt und alter Neugier... Diese schlagartige bleierne Müdigkeit, die dann manchmal meinen schon ausgestreckten Arm befällt und lähmt, ist, was sie ist. Weil ich weiß, was ich weiß, speziell zum ausnehmend engen Weltbild des weltweiten politischen Paternalismus in der Unendlichkeit aller diversifizierender Abschattungen. Ich kein "High Five Ach Ja" -Schwestern Gefühl dazu brauche, genauso wenig, wie ich wünsche, von Svenja Flasspoehler bekannt gemacht zu erhalten, dass mein kurzer Rock gegebenenfalls männliche Sexualität "depraviert". Tja, Alice, mit dem Alter wird man konservativer, dann auch halsstarriger. Ich liebe dich aber trotzdem, ganz offen und ehrlich, so wie du bist. Aber Fräulein Schick und Co. sind ziemlich cool, ehrlich wahr...

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spon_4_me 02.07.2019, 17:01
4. Einer der interessantesten

Kommentare auf SPON der letzten Zeit. Die ganze Zerrissenheit der Positionen Feministen vs. Islam, 2nd wave vs. 3rd wave-Feministinnen wird deutlich; dazu eine journalistische Aufsrbeitung und Recherche der für SPON anderen oder gegnerischen Seite, die ich mir ehrlich gesagt bei Euren Haus- und Hofkolumnistinnen auch mal wünschen würde.

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sinnmacher 02.07.2019, 17:07
5. Ich empfehle Peter Maxwill

Werte Frau Pilarzcyk, offenbar gefallen Ihnen die Argumentationsketten von Frau Schwarzer nicht, in denen ihnen zu viele Andeutungen und zu wenig Beweisbares vorkommen. Wenn Sie die ganz hohe Schule der unscharfen Andeutungen jenseits juristischer Fakten kennenlernen wollen, empfehle ich den Kollegen Peter Maxwill. Wenn es um die Ansprache an den Bauch und gleichzeitig das Sprechverbot für den kühlen Kopf geht, hat er mehr drauf als Frau Schwarzer. Anbei ein Beispiel für die Behandlung eines Themas, zu dem er kunstvoll alle emotionalen Entrüstungsklnöpfe drückt und die juristischen Fakten in die Tonne tritt. https://www.spiegel.de/panorama/justiz/mecklenburg-vorpommern-whatsapp-texte-an-maedchen-keine-anklagen-a-1272391.html.

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Vollverspiegelt 02.07.2019, 17:10
6. Grotesker Artikel

Rechthaberisch und kleinkariert. Glauben Sie, dass Ihr Kleinkrieg mit Frau Schwarzer und der "Emma" in dieser epischen Breite irgendjemand interessiert? Erinnert mich irgendwie an die Diskussionen verköcherter alter Männer in der katholische Kirche und im real existierenden Kommunismus um die "reine Lehre".

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r.mehring 02.07.2019, 17:13
7. Es ist so gekommen wie es musste.

Der Feminismus ist keine homogene Bewegung. Das einzig Verbindende ist der Hass auf Männer. Nicht auf alle, aber eben auf Männer die es wagen sich auch als Männer zu verstehen. Nun flammt der Streit zwischen den unzähligen Splitterbewegungen auf. Für den Islam, gegen den Islam, für die Burka - weil Blickdicht gegen geile alte Männerblicke, gegen die Burka - weil Unterdrückungsrobe die dem gleichen Zweck dient. Noch vor ein paar Jahren lief ein jeder der sich für Fortschrittlich hielt mit dem Button "Je suis Charlie" herum. Die Karikaturen dieses Satiremagazins ähneln denen der "Emma". Das ist heute nicht mehr so gerne gesehen. Quo vadis?

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resto 02.07.2019, 17:13
8. Becker

hat streng religiöse Musliminnen so dargestellt, wie ich es auch tun würde. Seit wann gibt es unantastbare Gruppen in unserer Gesellschaft, die nicht karikiert werden dürfen?

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Baalsebul 02.07.2019, 17:15
9. Ohgott Spiegel

Dass Islam und politischer Islam deckungsgleich sind haben nun eine ganze Reihe von aufgeklärten Menschen (wie Frau Ates) auch so bekundet. Ich verstehe nicht, warum der Spiegel immer wieder die Rassisten Keule herausholt. Es wirkt echt lächerlich. Damit stösst man eine ganze Reihe Menschen vor dem Kopf, die sich humanistischen Idealen verschrieben haben.

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