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Ende der Liebe: Wer sich trennt, dem sollte gratuliert werden
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Schlussmachende haben ein schlechtes Image, ein mieseres haben wohl nur noch Single-Frauen über dreißig. Warum? Zwei Autorinnen gehen der Frage nach - und erklären, warum Beziehungsdauer kein Wert ist.

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Papazaca 31.01.2019, 09:30
20. Bevor man über Trennung spricht, sollte man über die Liebe reden.

Oder das, was viele dafür halten. Noch eine kurze Anmerkung: Viele Kommentare im Forum thematisieren eher Rentenansprüche und Geld. Ist das so? Oder besser: Ist das alles, was bleibt?

Ganz am Anfang sollte doch eigentlich die Liebe stehen. Oder was die Leute dafür halten. Ist das in einer Warengesellschaft auch so? Oder orientieren sich viele eher an Prämissen der Stiftung Warentest. Will heißen, sie lieben nicht den Anderen sondern sind in Wahrheit in die Vorstellungen verliebt, die sie sich vom Anderen machen. Denn kann man nur lieben, wenn man überhaupt weiß, wer der Andere ist. Und zum Kennenlernen gehört Zeit. Nehmen sich viele diese Zeit? Denn nichts ist so schlimm, wie enttäuschte Erwartungen. Gut, ich gebe zu, das ist nur ein Punkt. Aber ein wesentlicher.

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acitapple 31.01.2019, 09:34
21.

Zitat von cobaea
dem Satz fehlt ein Teil: die Frau steht dann im Rentenalter deutlich besser da "als ohne diese Rentenpunkte". Das ist nämlich alles, was daran stimmt. So lange die Frau (oder der Mann) in der Beziehung die Erwerbsarbeit aufgibt oder zurückfährt - z.B. wegen der Kinder - leidet darunter ihre Altersversorgung massiv. Denn für die Rentenhöhe ist die Einkommenshöhe samt Einzahlungsdauer massgebend. Wer jahrelang nichts einzahlt, bekommt eine tiefere Rente. Gleichzeitig arbeitet eine Mutter und Hausfrau ja durchaus - nur eben unbezahlt. Bei einer Scheidung wird deshalb ein Teil der Rentenansprüche des/der Verdienenden geteilt. Das erhöht zwar den Rentenanspruch - aber jener des/der Verdienenden ist im Endeffekt immer noch höher. Warum wohl sind in Deutschland Frauenrenten im Durchschnitt nur halb so hoch, wie Renten, die Männer beziehen? Auch, weil Frauen eben oft ihre Berufstätigkeit zu Gunsten der Familie unterbrechen. Wenn Männer das öfter täten, bekämen sie Rentenpunkte gutgeschrieben.
Zeigen Sie uns doch bitte wo das geschieht. Bei welcher normalen Beziehung arbeitet die Frau weniger aufgrund der Heirat ? Das war früher normal, ja. Also kann bei kinderlosen Ehen keine Rede davon sein, dass Frauen großartig verlieren - finanziell gesehen.

Sollten Kinder im Spiel sein ist die Diskussion hinfällig, denn bei Scheidungen sind sie die eigentlich Opfer.

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mintyapple 31.01.2019, 09:38
22.

Zitat von craan
Zitat: "Schlussmachende haben ein schlechtes Image, ein mieseres haben wohl nur noch Single-Frauen über dreißig." Ich kenne viele Single-Frauen über dreißig, und habe noch nie gehört oder bemerkt, dass diese ein schlechtes Image hätten. In welchen sozialen Schichten denn?
Daran habe ich mich auch sofort gestoßen - in welchem Jahrhundert befinden sich die Verfasserinnen?

Ich wüsste auch nicht, warum Schlussmachende "ein schlechtes Image" haben sollten. Klar ist das für Familie und Freunde im ersten Moment kein Grund zum Jubeln, aber das gleich die Anerkennung der Personen darunter leiden soll, ist doch Quatsch.

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Cascara LF 31.01.2019, 09:38
23. Warum auch?

Zitat von clift
Zu kurz gegriffen. Der Anspruch der Artikel-Einleitung „...und erklären, warum Beziehungsdauer kein Wert ist.“ wird nicht erfüllt/beantwortet. Schade...
Der Titel war nur die Verpackung. Geht es doch hauptsächlich darum, Werbung für ein Buch zu machen und nicht um wirklich auf einen (wie groß auch immer) gesellschaftlichen Umstand hinzuweisen.

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Cascara LF 31.01.2019, 09:48
24. Nicht wo, wann!

Zitat von craan
Zitat: "Schlussmachende haben ein schlechtes Image, ein mieseres haben wohl nur noch Single-Frauen über dreißig." Ich kenne viele Single-Frauen über dreißig, und habe noch nie gehört oder bemerkt, dass diese ein schlechtes Image hätten. In welchen sozialen Schichten denn?
In keiner speziellen sozialen Schicht, sondern in Zeiten der 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts.
Es ist schon vermessen soche kruden Aussagen in einem Artikel und einem Buch zu machen. Das kann man auch nur machen, wenn man ein stereotypisches Rollenbild ansetzt und voraussetzt, daß jede heterosexuelle Frau den Wunsch nach Reproduzierung hegt und dafür eine gesetzlich geschlossenen Partnerschaft (Ehe) benötigt. 60er halt. Die "Unterstützung" dieser steilen Aussagen noch mit den Klatsch- und Tratschzeitschrifen über vermeintliche und wirkliche Promis zu untermauern ist auch nur noch aals peinlich zu bezeichnen.
In meinem FFamilien-, Freundes- u. Bekanntenkreis habe ich bei all den vielen Singles in dern 30ern nicht einmal etwas erlebt, was die Aussage der Autorinnen auch nur annähernd stützen würde. Nun, das mag subjektiv sein und man sollte nicht unbedingt von sich und seinen Erlebnissen auf andere schliessen, aber das gilt im gleichen Masse auch für die Autorinnen. ;-)

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gered 31.01.2019, 09:58
25.

Nehmen wir mal an, du lebst nicht in einer total katastrophalen Beziehung à la „Schlagende Verbindung“, dann trennst du dich doch, weil du unzufrieden bist und glaubst, dass du etwas besseres finden kannst. Und dann findest du tatsächlich eine, die dich vielleicht bewundert und/oder einen stärkeren Sexdrive hat als deine Aktuelle. Und dann gehst du ... Spätestens nach 1 1/2 Jahren ist der Rausch vorbei, allerspätestens nach 4 Jahren ... Meiner Erfahrung nach: Wenn du eine einigermaßen gut funktionierende Beziehung hast, deine Liebste hin und wieder nervt, etwas aus dem Leim gegangen ist, ihr das letzte Jahr nur 3 mal miteinander geschlafen habt, das Begehren fehlt ... Das ist kein hinreichender Trennungsgrund! Weil jemanden zu finden mit dem es auf die Dauer einigermaßen, nicht nur im Bett, klappt, ist nicht einfach und du wirst wahrscheinlich noch viele FröschInnen küssen müssen. Also wäre die klügere Frage, die sich Trennungswillige eher selten stellen, die: Was spricht alles dafür, bei der/m bisherigen Partner zu bleiben? Und da gibt es eine Menge. Aber das bedeutet natürlich Arbeit, wieder für den anderen Begehrenswert sein zu wollen usw. usw.

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sammilch 31.01.2019, 10:00
26.

Ich würde das Buch gerne einigen in meinem Umfeld schenken, die seit mehr als 20 Jahren (teilweise) in extrem unglücklichen Beziehungen und Ehen stecken, in der das einzig aufregende das Vertuschen der aktuellen Affäre ist.

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almeo 31.01.2019, 10:06
27.

Zitat von Rick73
[...]Ja so geht das heute man selbst ist doch das wichtigste auf der Welt und immer ein Garant für die eigene Wohlfühlpackung. Spitze was man heute für Maaßstäbe hat. [...]
Noch vor 50 Jahren wurde man halt irgendwie mit jemandem verheiratet und blieb zusammen bis in den Tod, selbst wenn es nie etwas gab, was einen verbunden hat. Ich kenne noch genug alte Tanten und Onkels, deren Ehen ein absolut grässliches Leiden aller beteiligten waren. ich bin sehr froh, dass wir diese Zeiten langsam mal hinter uns haben...

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YoRequerrosATorres 31.01.2019, 10:14
28. Ziemlich einseitig, aber...

..nicht ganz falsch. Schließlich ist das zwar doof, sich zu trennen, aber immer noch besser als die Alternative, ungeliebt zusammenzubleiben. Das ist der Effekt des Aufräumens bis zur Leere, der sehr wichtig ist. Auch Männer trifft das. Aber im Artikel steht davon ja kein Wort. Das ist ganz schön einseitig und verkommt dann zum Jammerkram.

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Papazaca 31.01.2019, 10:18
29. Kein Thema ist hier scheinbar vergangene Attraktivität, Übergewicht..

Wenn am Anfang der Andere gut aussah, einfach attraktiv war, war es mit der Liebe und Zuneigung einfacher. Wenn dann Übergewicht dazu kommt und der Andere sich auch nicht mehr "gut" anzieht, verliert er zwangsläufig an Attraktivität. Keiner kann mir sagen, dass das kein Thema war und ist. Das gilt gleichermaßen für Mann und Frau. Und natürlich kommt das Alter dazu. Viele denken sicher: Und soll jetzt alles gewesen sein? Die Wahrheit ist: Die Diskussion ist weit komplexer, als Sie unser Bericht suggeriert. Es ist eben schwer, komplexe Zusammenhänge und unterschiedlichste Leben in gefühlten 30 Zeilen abzuhandeln. Aber ein guter Anstoß, der berührt, ich der Bericht sicher.

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