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Ende der Liebe: Wer sich trennt, dem sollte gratuliert werden
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Schlussmachende haben ein schlechtes Image, ein mieseres haben wohl nur noch Single-Frauen über dreißig. Warum? Zwei Autorinnen gehen der Frage nach - und erklären, warum Beziehungsdauer kein Wert ist.

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mintyapple 31.01.2019, 12:09
40.

Zitat von gered
Wenn du eine einigermaßen gut funktionierende Beziehung hast, deine Liebste hin und wieder nervt, etwas aus dem Leim gegangen ist, ihr das letzte Jahr nur 3 mal miteinander geschlafen habt, das Begehren fehlt ... Das ist kein hinreichender Trennungsgrund!
Wenn man keinen Sex mehr miteinander haben kann, ist das sehr wohl ein hinreichender Trennungsgrund. Zumal dieses Empfinden nicht immer von beiden geteilt wird, so dass eine/r von beiden sich die andere Hälfte dann schönsaufen muss, um auf deren Bedürfnisse einzugehen. Wie damit jemand glücklich werden soll, weiß ich nicht. Schlechter Sex in Beziehungen ist leider immer noch ein absolutes Tabuthema.

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Celegorm 31.01.2019, 12:55
41.

Es ist schon klar, dass man übertreiben muss, um ein Buch zu verkaufen, aber nüchtern betrachtet ist dieser Zwang zum Extremen eher lächerlich. Denn nur weil man das Scheitern nicht verteufeln oder verdrängen sollte, heisst das doch noch lange nicht, dass man es deswegen bejubeln muss. Dass das Scheitern, ob in der Beziehung oder sonst wo, nicht per se schlecht sein muss und auch Chancen bietet, ist ja klar, gut oder wünschenswert ist es trotzdem nicht. Zumal der Zuspruch beim Scheitern sich ja wenn schon eher auf die Reaktion des Betroffenen beziehen müsste, also primär dann angebracht ist, wenn die Reaktion und die daraus gezogenen Konsequenzen konstruktiv und positiv sind.

Was zu einem anderen Punkt führt: Beziehungen und deren Scheitern sind natürlich höchst individuell, weshalb es auch keinen Sinn macht, diese pauschal bewerten zu wollen. Es kann eine sehr gute Entscheidung sein, eine Beziehung zu beenden, aber ebenso eine fürchterliche, je nach den jeweiligen Umständen. Dementspechend verhält sich im übrigen auch das Image von Schlussmachenden und Wieder-Singles. Wie das Umfeld darauf reagiert, hängt natürlich vom Einzelfall ab, dem wie und warum und den Leuten selber. Daraus irgendwelche generellen Muster ableiten zu wollen von wegen verlassene Frauen stünden grundsätzlich schlecht da, wirkt darum ziemlich bemüht, wenn nicht sogar schlicht falsch.

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Celegorm 31.01.2019, 13:07
42.

Zitat von mintyapple
Wenn man keinen Sex mehr miteinander haben kann, ist das sehr wohl ein hinreichender Trennungsgrund. Zumal dieses Empfinden nicht immer von beiden geteilt wird, so dass eine/r von beiden sich die andere Hälfte dann schönsaufen muss, um auf deren Bedürfnisse einzugehen. Wie damit jemand glücklich werden soll, weiß ich nicht. Schlechter Sex in Beziehungen ist leider immer noch ein absolutes Tabuthema.
Richtig. Kommt hinzu, dass diese irrige Vorstellung, Sex wäre ja "nur" eine Nebensache und darum irgendetwas, das sich strikt von der eigentlichen Beziehung, von Zuneigung und Liebe, trennen liesse, völlig falsche Annahmen dazu trifft, welche Rolle Sex biologisch und psychologisch gesehen eigentlich spielt. Denn logischerweise geht es dabei nicht nur um Triebabfuhr, Fortpflanzung oder egoistischen Hedonismus, sondern Sexualität ist letztlich ein zentraler Teil des menschlichen Sozialverhaltens, insbesondere natürlich in einer Beziehung (normalerweise). Sexualität im weiteren Sinne, wozu natürlich mehr gehört als kurz zu "rammeln", ist letztlich zentral für die Paarbindung, physiologisch wie psychologisch, stellt zudem Intimität und Nähe her und drückt Zuneigung und Zärtlichkeit aus.

Was halt andersrum bedeutet: wenn eine Beziehung Richtung Asexualität driftet, dann geht meist eben auch letzteres verloren. Aber ohne Intimität, ohne Zärtlichkeit, ohne auch körperlich ausgedrückte Zuneigung driftet man als Paar logischerweise auseinander und ist bald nicht viel mehr als eine WG. Natürlich kann man auch so leben wenn es für beide stimmt, aber erstens leidet da zumindest eine(r) fast immer darunter und zweitens ist es dann fast zwangsweise eine distanzierte, instabile Beziehung. Oder anders gesagt: Nicht Sex ist oberflächlich oder nebensächlich, sondern kein Sex lässt eine Beziehung oberflächlich werden. Man sollte sich darum schon gut überlegen, ob man in solch einer lieblosen Beziehung verharren will nur aus Gewohnheit oder sonstigen Zwängen.

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weed 31.01.2019, 13:18
43. "Zeitlich begrenzte Reproduzierbarkeit der Frau"

Was genau soll das denn sein? Klonen sich Frauen irgendwann selber?

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hexenbesen.65 31.01.2019, 13:51
44.

Zitat von keksguru
wir kriegen das doch dauernd in den Medien vorgelebt, daß Beziehungen eher mal so ein 2-5 Jahre Ding ist... das ist doch das eigentliche Problem, die Leute machen das dann alle nach, anstelle sich ihren Problemen zu stellen. Ferner ist das auch falsch dargestellt, denn wenn eine Scheidung passiert, dann kriegt der Mann oft massiv Rentenpunkte abgezogen, die Frau steht dann im Rentenalter deutlich besser da. Letztenendlich gestatten sich speziell verheiratet Paare mit Kindern den naiven Wunsch, voreinander wegzulaufen, wo eigentlich in 90% aller Fälle was zu retten wäre... ich sach mal wenn man 10 Psychiatrische Kliniken von innen gesehen hat, als Ehemann oder Ehefrau, dann ist einer von beiden so kaputt daß das nicht geht, aber ich behaupte mal daß solche Fälle eher ganz selten sind.
Warum bekommt der Mann "massiv" an Rentenpunkten "abgezogen" ? Klar, wenn Frau zuhause bei den Kindern bleibt, kann sie gar nicht arbeiten gehen...da würde sie dann ZWEIMAL bestraft ! Einmal, verdient sie kein Geld, (und arbeitet umsonst als Haushaltskraft zuhause) UND die bekommt weniger Rente. Um das auszugleichen, wird der arme, arme Mann "abgezockt". (Allerdings wäre ich da für eine "Grenze"....drei Jahre pro Kind ist genug zuhause rumgegammelt....ich spreche mit 2 Kindern aus Erfahrung. Wenn ne Frau 15 Jahre oder noch länger daheim bleibt..würde sie nichts mehr bekommen- außer das Kind wäre schwer behindert..)
Nebenbei machen es sich sehr viele Paare sehr einfach...sie arbeiten nicht mehr an der Beziehung- die leben in der Wegwerf-Gesellschaft. Klar gibt es ausnahmen (Gewalt in der Ehe, ständige Betrügereien/Lügereien)...aber nur, weil er (oder sie) 5 kg zugenommen hat oder graue Haare bekommt...wäre für mich noch lange kein Grund, meinen Partner zu verlassen. Wenn ich zb nach dem Motto einiger meiner Bekannten gelebt hätte, wäre ich schon mind. 3-4 mal von meinem Partner geschieden...Tja, wir sind jetzt über 22 Jahre verheiratet, und es klappt wunderbar (auch nach einigen Streitigkeiten--die gehören dazu. Und NICHT DAVONLAUFEN...wie manche es gerne machen)

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Uwe, Agentin der Liebe 31.01.2019, 14:53
45. Armut

Mehr Abscheulichkeit als hier ist kaum vorstellbar. Optimieren Sie sich in die Einsamkeit Ihres Profits. Ich kann kaum fassen, was ich hier lese. Es wird Zeit, dass das transhumane Zeitalter uns alle vom Seinmüssen befreit. Wir wollen die Armut, damit wir das Ende nicht spüren.

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Kurt-C. Hose 31.01.2019, 14:58
46. NA super

Toller Beitrag in unserer ohnehin schon von Wegwerfwerfmentalität beherrschten Beliebigkeitsgesellschaft.
Ich bewundere meine Eltern für ihre 35 Jahre Ehe und ich bewundere jedes Paar, das "in guten wie in schlechten Zeiten" ernst nimmt, und alles versucht, sich , die Familie und das Versprechen ernst zu nehmen. Immer wissend, dass es natürlich auch Grenzen gibt. Aber viele versuchen heute überhaupt nicht mehr an sich und an der Beziehung zu arbeiten und sich zusammenzuraufen. Erst recht, wenn Kinder mit im Spiel sind. Diese ex und hopp - Mentalität ist blanker Egoismus - egal wie viele hübsch fabulierende Büchlein man darüber schreibt.

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cobaea 31.01.2019, 15:57
47.

Zitat von .patou
Ich glaube nicht, dass die Menschen früher reifer waren und heute oberflächlicher sind. Dass die Scheidungsrate früher niedriger war, bedeutet ja nicht, dass die Ehen glücklicher waren. Man kam aufgrund materieller oder gesellschaftlicher Zwänge nur nicht so gut voneinander los, gerade in kleineren Orten oder in Gebieten, wo die Kirche stark päsent war. Heutzutage bleiben zwar vermutlich immer noch viele Paare aus Bequemlichkeit, wegen gemeinsam erworbenen Haus-Eigentums oder der Kinder zusammen (wofür es sicher gute Gründe gibt), aber zumindest haben beide Partner in der Regel ein eigenes Einkommen und müssen nicht zwangsläufig in unglücklichen Beziehungen ausharren, nur weil sie sich die Alternative nicht leisten können oder von ihrem Umfeld geächtet werden. Man kann seinen eigenen Kindern nur immer wieder eintrichtern: Macht euch nicht (materiell) vom Partner abhängig.
Kommt noch dazu, dass die Menschen früher nicht so alt wurden wie heute und deshalb Ehen längst nicht so lange hielten. "Silberne Hochzeit" - also 25 Jahre Ehe - wäre heute nicht mehr sonderlich erwöhnenswert- Wer sich nicht scheiden lässt, erreicht diese Grenze spielend - früher war das etwas Besonderes.
Kommt dazu, dass Gebären lebensgefährlich war, weshalb viele Frauen relativ jung starben (die Ehe war also kurz) und die Männer anschliessend erneut heirateten.

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cobaea 31.01.2019, 16:06
48.

Zitat von Kurt-C. Hose
Toller Beitrag in unserer ohnehin schon von Wegwerfwerfmentalität beherrschten Beliebigkeitsgesellschaft. Ich bewundere meine Eltern für ihre 35 Jahre Ehe und ich bewundere jedes Paar, das "in guten wie in schlechten Zeiten" ernst nimmt, und alles versucht, sich , die Familie und das Versprechen ernst zu nehmen. Immer wissend, dass es natürlich auch Grenzen gibt. Aber viele versuchen heute überhaupt nicht mehr an sich und an der Beziehung zu arbeiten und sich zusammenzuraufen. Erst recht, wenn Kinder mit im Spiel sind. Diese ex und hopp - Mentalität ist blanker Egoismus - egal wie viele hübsch fabulierende Büchlein man darüber schreibt.
Man sollte mit Urteilen über andere zurückhaltend sein. Die wenigsten Paare haben eine "ex und hopp-Mentalität" - die meisten Paare, die sich trennen, tun das, weil sie einfach in der Beziehung nicht mehr weiter wissen. Trotz "Beziehungsarbeit". Und den meisten fällt es nicht leicht, sich selbst einzugestehen, dass sie mit ihrem Latein am Ende sind. Es ist sehr schön, wenn Paare bis zu ihrem Tod beieinander bleiben, weil sie das wollen, weil sie den/die andere vermissen würden. Aber heute muss man zum Glück nicht mehr auch dann zusammenbleiben, wenn man in der Beziehung "auf dem Zahnfleisch geht". Aussenstehend ewiederum sehen nie in eine Beziheung hineien, immer nur an diese dran, weshalb nur selten beurteilt werden kann, warum die Beziehung nicht hält.

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