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Ende der Netzneutralität: Die Abschaffung der Demokratie
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Die Entscheidung der US-Regierung, die Gleichbehandlung von Datenströmen im Internet aufzugeben, ist ein weiterer Schritt, den Kapitalismus endgültig zur alleinigen Ideologie zu machen.

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LeBigMacke 18.12.2017, 17:43
120.

Zitat von ambulans
geehrter herr diez, "libertäres abbruchkommando der trump-camorra" - nun, das klingt erstmal knackig, griffig und auch - fast überzeugend, weil: bedeutet "libertär" denn nicht (mehr?), dass es eigentlich vorrangig um freiheit geht? wo steckt hier dann der zusammenhang? mfg, dr. ambulans (alle kassen)
Da sie offenbar so sehr in Ihr Geschwurbel vertieft sind, dass Sie die Grundsätze der Netzneutralität nicht verstanden haben, helfe ich Ihnen gerne weiter.

Neutralität im Netz, also die Freiheit derjenigen, welche Dienste im Netz anbieten sowie derjenigen, die diese Dienste nutzen, erfordert grundsätzlich eine Regulierung durch staatliche Institutionen. Denn die Dritten im Boot, die Anbieter des Netzes, würden eine "libertäre" Gesetzeslage selbstredend ausnutzen - was wiederum die Freiheit anderer Dienstleister und der Endverbraucher mindestens bedingt einschränkt. Die Freiheit liegt hier also klar im Auge des Betrachters.

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Sem Levi 18.12.2017, 17:45
121. Schon links

Zitat von freekmason
da Sie nicht der erste sind, der netzneutralität mit sozialismus in verbindung bringt, mal die frage: wie kommt es eigentlich, dass sobald etwas an der maximalen monetarisierung auch des letzten bereiches und an der profitmaximierung rüttelt, sofort beschwörungen des sozialismus angesagt sind? dass Sie gar keinen gedanken vorbringen und kein argument äußern, stattdessen nur den recht undemokratischen wunsch, die gegenseite stumm zu machen, zeigt ja, woher der wind weht. und die unheilvolle behauptung, unsere gesellschaft bräuchte nicht alle seiten der wahrheit, keinen unliebsamen fakten, also in der konsequenz nicht recht & ordnung, nur weil oder sobald es dem gegner nützt, setzt dem ganzen die krone auf. zum argument gegen netzneutralität wird das nicht. gibt es da überhaupt argumente mit denen man dann nicht auch legitimieren könnte, auf der linken spur mehr maut bezahlen zu müssen? vielleicht sollte man, nach der logik einiger, die linke spur auch ganz abschaffen, weil links - sozialismus? argumente mit denen man nicht wasser unnd luft privatisieren, oder durchsetzen, dass der der mehr geld zahlt, vor gericht auch recht bekommt? das sind doch marktwirtschaftliche prinzipien, alles andere wäre doch sozalismus, oder? wieso kostet eigentlich ein bier für einen hausmeister genauso viel, wie für einen bankvorstand? sollte letzterer nicht 100-1000 mal soviel bezahlen, weil alles andere gleichmacherei ist? oder gibt es doch dinge, die "gleich", "neutral" und "sozial" sein sollten? kurz: das ganze gefasel von sozialismus ist im kontext netzneutralität ein bisschen diskreditierend für den nutzer der alarmistischen phrase. absichtlich missverstandene und zur gleichmacherei umgedeutete konzepte der gleichheit, glecihberechtigung und neutralität und scheinheilig angeführte marktwirtschaftliche logik sind für eine argumentation gegen netzneutralität auch wenig überzeugend. ich würde mich über begründete argumente gegen den inhalt der kolumne oder gegen netzneutralität, die ohne stalin und g20 auskommen freuen.
Ich möchte ihrer Kritik zustimmen. So weit ist es schon gekommen, dass wenn jemand für den Erhalt des demokratischen Lebens und für das Gemeinwohl eintritt (was im Grunde sehr konservativ ist) als "Sozialist" bezeichnet wird. Daran kann man erkennen, wie erfolgreich die Hirnwäsche bereits ist. Und wenn man für Menschenrechte eintritt, wird man schon links eingeordnet. Offenbar ist jeglicher Konsens aufgekündigt worden, der einst die Grundlage unserer Zivilisation war.

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thomasum 18.12.2017, 17:55
122. Hmm

Konzernbashing ist ja modisch. Ich frage mich eher wie die Priorität überhaupt durchgesetzt werden soll. Im Internetprotokoll gibt es dazu keine Vorkehrung. Das Internet wurde explizit so entworfen dass Datenpakete ihren Weg unkontrolliert finden. Es sollte auch dann noch funktionieren wenn russische Atomraketen 90% der USA in Schutt und Asche gelegt haben. Um eine Sendung von Netflix aus den USA in Deutschland "schneller" sehen zu können muss sowohl der US-Anbieter als auch das Kabel durch den Atlantik als auch die deutsche Telekom mitspielen. Nur wenn sich alle einig sind wird es etwas mit der Priorität. D.h. auch dass für europäische Konsumenten die lokalen Netzkontrolleure das Sagen haben. Und das ist immer noch die Telekom. Für Verbindungen von D nach D hat "The Donald" wenig Einfluss Wenn der Spiegel-online Server in D steht und ein Leser in D darauf zugreift gehen die Pakete "vielleicht" über Kentucky. Aber sehr viel wahrscheinlicher wird über Frankfurt am Main geroutet.

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OhMyGosh 18.12.2017, 18:04
123.

Tja, so verhält er sich eben, der ungezügelte "freie" privatisierte Markt, der weltweit auf der Suche ist nach Gütern und Denstleistungen, die sich gewinnbringend ausbeuten und vermarkten lassen. Vorbei die Zeiten, als Energieversorgung, Wasser, Telekommunikation u.a. noch in öffentlicher Hand waren.
Unsere Zauderkanzlerin jedoch kümmert es wenig, ob und wie die kleinen Leute darunter leiden, Hauptsache, Madame kann durch die kleine wie große Welt düsen und sich hofieren lassen, als jemand, ohne die man inernational nicht auskommt, gar als "Friedensstifterin". Gebenedeit sei sie unter den Aasgeiern der Demokratie und der (Rest-)Freiheit.

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LeBigMacke 18.12.2017, 18:17
124.

Zitat von TS_Alien
Eine Netzneutralität ist sowohl aus technischen als auch aus ökonomischen Gründen nicht sinnvoll. Ideologisch erinnert dieser Begriff an kommunistische "Ideen". Und genauso absurd ist er. Bestimmte Daten müssen schneller als andere Daten durchs Netz geleitet werden. Oder soll jemand auf seine VoIP- und Echtzeitvideodaten warten, nur weil jemand anderes ein Softwarepaket herunterlädt? Auch Daten, die für den Betrieb des Netzes wichtig sind, sollten bevorzugt übertragen werden. Darüber hinaus ist es sinnvoll, dass Netzbetreiber sich weitere Einnahmequellen sichern können. Der Ausbau der Netze kostet etliche Milliarden im Jahr. Es ist gerechter, wenn diejenigen, die mehr Leistung haben wollen, auch mehr bezahlen.
Ihnen ist schon bewusst, dass die Netzbetreiber den Ausbau ihrer Netze nicht komplett selbst finanzieren, oder? Eine Förderung durch den Staat und somit der Allgemeinheit besteht ja längst - zumal die Telekom erst in den 90ern privatisiert wurde.
Es ist schon fast allgemeiner Irrglaube, dass ein Großteil der Bevölkerung bei der Querfinanzierung durch staatliche Mittel oder der Begünstigung großer Privatunternehmen durch die Anpassung der Gesetzeslage an Kommunismus denken, wo genau das ein Kernelement des Kapitalismus ist.

Alle großen Dienstleister im Netz lassen sich auf Innovation und Fortschritt herunter brechen, unabhängig davon, was Sie von diesen halten. Aber (!) durch eine Einschränkung des Datenverkehrs bzw dessen Kopplung an den Tarif des Endnutzers würden sie genau dieser Entwicklung den Garaus machen. Das digitale Angebot entwickelt sich nur so rasant, weil es eben größtenteils 'keine' Beschränkung auf Datenvolumen oder bestimmte Inhalte gibt.

Inwiefern es überhaupt der Wahrheit entspricht, dass die Anbieter ihre Netze ohne zusätzliche Einnahmen oder Subventionen nicht aufrechterhalten oder weiterentwickeln können, steht in den Sternen. Sie würden dem bösen Wolf die Inkarnation der Großmutter auch nicht ohne weiteres abkaufen, oder etwa doch?
Vielleicht wäre es an dieser Stelle mal an der Zeit für Innovationen und Effizienz aus dem Hause Telekom und Co., damit es eben doch funktioniert. Nimmt man diesen Druck von vornherein durch die Beendigung der Netzneutralität und durch großzügige staatliche Zuwendungen, dann entwickelt sich da außer mehr Profit für die Aktionäre gar nichts.

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ambulans 18.12.2017, 18:56
125. >leBigmacke (#120, oben),

Zitat von LeBigMacke
Da sie offenbar so sehr in Ihr Geschwurbel vertieft sind, dass Sie die Grundsätze der Netzneutralität nicht verstanden haben, helfe ich Ihnen gerne weiter. Neutralität im Netz, also die Freiheit derjenigen, welche Dienste im Netz anbieten sowie derjenigen, die diese Dienste nutzen, erfordert grundsätzlich eine Regulierung durch staatliche Institutionen. Denn die Dritten im Boot, die Anbieter des Netzes, würden eine "libertäre" Gesetzeslage selbstredend ausnutzen - was wiederum die Freiheit anderer Dienstleister und der Endverbraucher mindestens bedingt einschränkt. Die Freiheit liegt hier also klar im Auge des Betrachters.
da sie sich ja - wie unschwer mitzukriegen - derart gerne selbst zuhören, wiederhole ich meine frage (nein, meinen appell) an den autor noch einmal - diesmal speziell für sie, lieber mit-forist: wissen sie, was "libertär" wörtlich wie im kontext bedeutet? bitte verzichten sie - in ihrem eigenen interesse - darauf, sich hier allein bei wikipedia & co. umzusehen ...

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helmut_s 18.12.2017, 19:34
126.

"Netzneutralität" ist zuallererst mal kein ideologischer Begriff, sondern ein technischer. Lesen Sie einfach mal ein bisschen drüber, wie "das Netz" funktioniert. Ist nicht geheim.

"Oder soll jemand auf seine VoIP- und Echtzeitvideodaten warten, nur weil jemand anderes ein Softwarepaket herunterlädt?"

Stimmt, da ginge ja auch wirklich die Welt unter.

"Es ist gerechter, wenn diejenigen, die mehr Leistung haben wollen, auch mehr bezahlen."

Das ist doch schon längst der Fall.

Aber wahrscheinlich werden Sie schon wollen, dass beispielsweise IP-Pakete deutscher Firmen von Routern und Switches, die in den USA hergestellt wurden, gleichberechtigt weitergeleitet werden, statt per "Regionalcode" auf die Low-Speed-Spur für die ungeliebte ausländische Konkurrenz gelenkt zu werden?
Wir hier, als super-etablierte Hersteller digitaler Technologie, berühmte Entwickler von Betriebssystemen und so weiter, sollten mal lieber auf Netzneutralität bestehen. Auf einen gewissen eingebauten "Kommunismus" sind wir nämlich angewiesen, unsere Digitalsphäre hängt am Tropf.

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LeBigMacke 18.12.2017, 20:25
127.

Zitat von ambulans
da sie sich ja - wie unschwer mitzukriegen - derart gerne selbst zuhören, wiederhole ich meine frage (nein, meinen appell) an den autor noch einmal - diesmal speziell für sie, lieber mit-forist: wissen sie, was "libertär" wörtlich wie im kontext bedeutet? bitte verzichten sie - in ihrem eigenen interesse - darauf, sich hier allein bei wikipedia & co. umzusehen ...
Zugegebenermaßen habe ich nachgeschlagen, da Sie mich hier verunsichert haben, kann aber keinen Widerspruch zum Kontext des Autors oder meinem erkennen. Klären Sie uns mal auf, was Sie unter libertär verstehen? Vielleicht ist es am Ende gar Ihr Verständnis, welches hier Lücken aufweist, und nicht unseres ...

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ambulans 18.12.2017, 20:53
128. >lebigmacke (#127, oben),

Zitat von LeBigMacke
Zugegebenermaßen habe ich nachgeschlagen, da Sie mich hier verunsichert haben, kann aber keinen Widerspruch zum Kontext des Autors oder meinem erkennen. Klären Sie uns mal auf, was Sie unter libertär verstehen? Vielleicht ist es am Ende gar Ihr Verständnis, welches hier Lücken aufweist, und nicht unseres ...
wie unschwer zu entdecken, da in libertär "libertas" (lat.: freiheit) drinsteckt, liegt ein weg für sie, das geheimnis der bedeutungen von "libertär" heraus zu bekommen, darin, z.b. ein allgemein akzeptiertes lexikon/wörterbuch a la stowasser, langenscheid, etc. heranzuziehen. ich vermute, sie sind auf den falschen weg gekommen, da sie US-assoziationen bzgl. "libertarian" (the 2 pauls et al.) zum opfer gefallen sind ...

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erdmann.rs 18.12.2017, 23:26
129. Ende der Netzneutralität

Kommt das Ende der Netzneutralität wirklich einer Abschaffung
der Demokratie gleich?
Warum kommt Herr Diez eigentlich nicht von Donald Trump los?
Es gibt doch in unserem eigenen Land wahrlich Probleme genug,
mit denen er sich einmal auseinandersetzen könnte.
Immer wieder "Trump und nochmal Trump" kann auch ermüden.
Es wäre mit egal, ob Herr Diez über die AfD, die Union oder sonstwen
schimpfen würde, wenn es denn berechtigt wäre.
Herr Diez sollte sich mal etwas weniger an Trump und seinesgleichen
abarbeiten, obwohl uns Deutsche das, was in den USA passiert
- zumindest mittelbar - natürlich auch betreffen kann.
Herr Diez sollte sich mehr mit dem Zustand der Demokratie in seinem
eigenen Land (auch wenn er es vielleicht nicht als sein "Vaterland"
betrachtet) beschäftigen und darüber schreiben.
Über d a s, was gerade in Deutschland passiert - oder auch nicht -
könnte er täglich etwas Neues schreiben, ohne sich zu wiederholen.
Mir kommt es nämlich mitunter so vor, als wäre sein Verhältnis zu
Deutschland ähnlich getrübt wie das von Deniz Yücel.
Wie Deniz Yücel über Deutschland denkt, kann man hier nachlesen:
http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/inhaftierter-welt-journalist-yuecel-freude-ueber-deutschensterben-und-sarrazin-naechsten-schlaganfall-gewuenscht-a2060022.html
Um die Demokratie in Deutschland ist es - in vielfacher Hinsicht -nicht sonderlich gut bestellt.
Der sicht-und spürbare Unwille der Partien, endlich eine Regierung
zu bilden, liefert alleine schon Stoff genug für Kolumnen.
Damit könnte sich Herr Diez dann auch mal befassen.

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