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Ende von Air Berlin: Ein Schokoherz, das im Hals stecken bleibt
DPA

Seit Monaten sitzt das Feuilleton auf Martin Luthers Schoß, als wäre er der Weihnachtsmann. Eine Frage, die hingegen wirklich wichtig ist: Warum trauern wir um die Marke Air Berlin - aber nicht um die Mitarbeiter?

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heineken1 31.10.2017, 21:11
50.

Zitat von redwed11
Wo haben denn die normalen Mitarbeiter eine jahrelange Sause durchgeführt? Es ist zum Kotzen, wie Sie und andere hier über die wirklich arbeitenden Beschäftigten schreiben. Wenn Sie auskömmliche Löhne für harte Arbeit als Sause bezeichnen , dann zeigt dass, mit welcher Arroganz Sie auf diese Leute herabschauen. Wenn man natürlich selber ein Leben in Saus und Braus führt, gönnt man den Anderen nur die geregelte Armut. Wenn jemand bei Air Berlin jeweils eine Sause gemacht hat, waren es die ständig wechselnden Vorstände die besonders durch völlig überhöhte Einkommen und grandiose Unfähigkeit aufgefallen sind. Da fand die wirkliche Sause statt. Beim jetzigen Vorstandsvorsitzenden, den Lufthanseaten Winkelmann, geht die Sause bis 2022 noch weiter. Bis dahin bekommt dieser Mann für seine Leichenfledderei noch 4,5 Millionen. Gesichert durch eine Bankbürgschaft. Bei Winkelmann findet die von Ihnen beschriebene Sause mit einem 4,5 Millionen Euro Geschenk statt.
Nu düsen Sie mal bitte ein paar Flugflächen tiefer!
Wo die Mitarbeiter eine jahrelange Sause gefeiert haben? Kann ich Ihnen sagen: Indem sie angestellt waren bei den Unternehmen des Konzerns Air Berlin und sehr wahrscheinlich auch pünktlich ihr regelmäßiges Gehalt für getane Arbeit entgegennehmen konnten.
Obwohl der Konzern seit mehr als 10 Jahren nicht kostendeckend gewirtschaftet hat.
Jawohl, auch "normale" Arbeit kann eine Sause sein. Übrigens: Nach vielerlei Presseberichten die letzten Tage soll das Betriebsklima ja ausnehmend angenehm gewesen sein, von wegen Kollegialität, Familiengefühl etc.
Nicht nur im 21. Jahrhundert kann ich auch von einem "normalen" Mitarbeiter aber verlangen, daß er sich auch mal mit den Zahlen seines Arbeitsgebers beschäftigt.

Und bitte hören Sie doch mit der immer gleichen Managerschelte auf! Das bedeutet nicht, daß ich die Entscheidungen auf den Management-Ebenen per se für fehlerfrei halte. Nein, ganz und gar nicht und erst recht nicht bei Air Berlin.
Aber für Leute wie Ihresgleichen scheint ja das Bild gefestigt zu sein: Wenns gut läuft, dann waren alle toll. Wenns schlecht läuft, warens nur die "bösen Manager".
Die Welt da draußen ist nicht nur schwarz-weiß. Es existieren eine Menge Grautöne dazwischen.

Wenn sie das Managment beschimpfen wollen, dann bitte darin, daß man nicht bereits vor Jahren (!) den Stecker gezogen hat!

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zeisig 31.10.2017, 21:21
51. Schleckerfrauenreport Teil 2

Ich verstehe nicht, warum man dem Schicksal der Schleckerfrauen oder Air Berlin- Männer und -Frauen mehr Beachtung schenkt als jedem anderen mittelständischen Unternehmen. Nur weil sie einen großen namen Namen haben, wird emotional Anteil genommen. Ich dagegen lege eine Gedenkschweigeminute ein für die unbekannten Opfer von Betriebsschließungen irgendwo in Deutschland.

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im_ernst_56 31.10.2017, 21:23
52. Täglich verlieren im Schnitt um die 5000 Leute den Job

Zitat von dashaeseken
25 oder 48 hier, 150 dort usw...alles im Mittelstand und nicht von Arabern finanziell seit Jahren gestützt. Das interessiert salopp gesagt keine Sau, da gibt es keine Artikelserie. Aber wenn mal eine seit Jahren hochgradig defizitäre Fluggesellschaft endlich zu Recht den Löffel abgibt, da wird dann gejammert..die Armen. Die finden auch wieder was.. und wenn nicht..willkommen im Kapitalismus
Genau so ist es. In kleinen oder mittelständischen Betrieben, die still und leise in die Insolvenz gehen, gibt es keine Gewerkschaft und kein Politiker ruft nach einer Auffanggesellschaft. An Arbeitsplätzen, die nicht gewerkschaftlich organisierbar sind, besteht keine Interesse. Insofern befindet sich Frau Stokowski mit ihrem Kommentar zu Air Berlin in guter Gesellschaft. Wen interessiert schon der einzelne Arbeitnehmer. Die Masse macht's.

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post.scriptum 31.10.2017, 21:32
53. Ein Schokoherz hat vor ...

... allem die Berliner SPD nicht verdient, die mit ihren zum Teil bereits abgetretenen Protagonisten Anteil am Fiasko des BER hat, in dessen Folge Air Berlin, das dort sein Drehkreuz errichten wollte, eingegangen ist. Die Stadt Berlin hat Besseres als R2G verdient.

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redwed11 31.10.2017, 22:35
54.

Zitat von post.scriptum
... allem die Berliner SPD nicht verdient, die mit ihren zum Teil bereits abgetretenen Protagonisten Anteil am Fiasko des BER hat, in dessen Folge Air Berlin, das dort sein Drehkreuz errichten wollte, eingegangen ist. Die Stadt Berlin hat Besseres als R2G verdient.
Der BER hat drei Gesellschafter. Das sind die Länder Berlin und Brandenburg und die Bundesrepublik Deutschland. Alle drei Teilhaber sind im Aufsichtsrat vom BER vertreten. So der Bund durch zwei Staatssekretäre in Vertretung der ehemaligen Bundesminister Schäuble (CDU) und Dobrindt (CSU). Vier Jahre war ebenfalls der damalige Berliner Innensenator Henkel (CDU) im Aufsichtsrat vertreten.
Nicht nur Berlin hat die BER Misere zu verantworten. Auch Brandenburg und der Bund im gleichen Maße.

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erst nachdenken 31.10.2017, 22:41
55.

Es ist eine Sauerei, dass LH Material ubd Slots übernehmen darf, die Leute aber vot die Tür setzen kann. Aber der Staat hat hier keine Sonderlösungen zu schaffen! Das würde beim insolventen Handwerker auch niemand tun und der Staat hat gefälligst alle gleich zu behandeln. Man kann sich sicherlich über soziale Absicherung und Insolvenzrecht beklagen und darüber diskutieren - aber am Ende muss immer für alle gleiches Recht gelten!

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redwed11 31.10.2017, 22:41
56.

Zitat von im_ernst_56
Genau so ist es. In kleinen oder mittelständischen Betrieben, die still und leise in die Insolvenz gehen, gibt es keine Gewerkschaft und kein Politiker ruft nach einer Auffanggesellschaft. An Arbeitsplätzen, die nicht gewerkschaftlich organisierbar sind, besteht keine Interesse. Insofern befindet sich Frau Stokowski mit ihrem Kommentar zu Air Berlin in guter Gesellschaft. Wen interessiert schon der einzelne Arbeitnehmer. Die Masse macht's.
Warum sollen sich die Gewerkschaften für Menschen einsetzen, die nicht Mitglieder in ihrer Organisation sind. Die Mitglieder einer Gewerkschaft haben sich zusammengeschlossen um ihre Interessen zu vertreten. Aber nur die der Mitglieder.
Jeder Arbeitsplatz ist gewerkschaftlich organisierbar. Aber wenn einige meinen, sie können ihre Interessen allein vertreten dann dürfen sie sich bei Problemen nicht wundern.

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Annabelle_ 31.10.2017, 22:49
57. Wir trauern weniger um die Mitarbeiter als um das Unternehmen, weil

es seit Jahrzehnten in unserer DNA liegt, dass sich ohnehin in 5 Jahren vielleicht eine Handvoll Manager erklärt haben werden müssen, dagegen aber tausende Mitarbeiter vor Arbeitsamt u. Nachbarn :)

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Annabelle_ 31.10.2017, 22:51
58. Wir trauern weniger um die Mitarbeiter als um das Unternehmen, weil

es seit Jahrzehnten in unserer DNA ist, dass sich ohnehin in 5 Jahren vielleicht eine Handvoll Manager erklärt haben werden müssen, dagegen aber tausende Mitarbeiter vor Arbeitsamt u. Nachbarn :)

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RalfBukowski 31.10.2017, 22:57
59. Also bitte Frau Stokowski...

"...lieber würde man irgendwo unterschrieben sehen, dass eine Lösung gefunden wurde, bei der nicht Hunderte Air-Berlin-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen in Kürze arbeitslos werden." Es ist ja sehr nett, dass Sie sich darum Gedanken machen, aber hier geht es weitgehend um ausgebildetes Flugpersonal. Diese Leute sollten eigentlich kaum Probleme haben, einen Job bei einer anderen Airline zu bekommen. Etwas weniger auf die Tränendrüse drücken, dann nimmt man Sie vielleicht auch wieder ernst.

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