Forum: Kultur
Ende von Air Berlin: Ein Schokoherz, das im Hals stecken bleibt
DPA

Seit Monaten sitzt das Feuilleton auf Martin Luthers Schoß, als wäre er der Weihnachtsmann. Eine Frage, die hingegen wirklich wichtig ist: Warum trauern wir um die Marke Air Berlin - aber nicht um die Mitarbeiter?

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raoul2 01.11.2017, 05:21
70. Information oder doch eher dumpfes Pamphlet?

Zitat von redwed11
... wer zum Manager Fan Club gehört muss natürlich diese völlig überbezahlten Versager verteidigen ...
Über die Gehälter (und bei einer Insolvenz garantierte Abfindungen) kann man trefflich streiten. Bei Ihnen und Ihren bisherigen Beiträgen beschleicht mich allerdings das Gefühl, daß Sie zu der inzwischen berühmten "Gruppe der Abgehängten" gehören, die blind vor Neid (und bei völligem oder vorgegaukelten Unverständnis der Gegebenheiten) auf die "Riesen-Summen" Ihhrer sog. "Manager-Kaste" starrt und sofort "Haltet den Dieb!" kreischt.

Ich denke, Sie wissen genau, daß Winkelmann, der zur Abwicklung der schon lange nicht mehr überlebensfähigen airberlin von seinem nicht schlecht dotierten Posten bei der Hansa auf den Schleudersitz bei AB gewechselt ist, keineswegs aus der schon seit Jahren leeren Kasse der Airberliner (oder gar der Bundesregierung) bezahlt wird, sondern daß Minderheits-Eigner Etihad, der die Zuschuß-Verluste für die allzu hochnäsig agierenden AB-Schubsen leid war, die Garantie für den neuen CEO abgegeben hat.

Die Bankbürgschaft in Höhe von ca. 4,5 Millionen Euro zur Absicherung seiner Bezüge nach der endgültigen Insolvenz stammt also keineswegs aus Steuergeldern oder AB-"Vermögen", wie Sie gern suggerieren wollen. Damit machen Sie sich aber in allen anderen Fragen zu einem unglaubwürdigen "Experten". Und das ganz ohne Not.

Wischen Sie sch den Schaum vom M... und bringen Sie sich hier mit dem ein, was Sie zu haben vorgeben: Hintergrundwissen. Und immer schön Ihren eigenen Spruch bedenken:

"Bevor Sie hier etwas schreiben sollten Sie sich informieren."

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Actionscript 01.11.2017, 05:21
71. Air Berlin, die Schnulze....

Stimme ihnen voll zu, Frau Stokowski. Es geht nicht um die Menschen. Es geht um die Marke, um die man trauert. Sieht alles aus wie in einem billigen Schnulze Roman mit kleinen Herzchen.

....Oh, det jibt da ooch Menschen, die jetzt nach Arbeet suchen, mmmmmh... Ach meen Air Berlin, wat waa dat doch für ne schöne Zeit. Als ick mit Willi nach Malle jeflogen bin. Muss ick sofort uff Facebook posten mit kleenen Herzchen. Hoffentlich kriech ick ooch ne Menge "Likes". Ah ja, einige Piloten ham doch schon Arbeet jefunden, och die verdienen jetz die Hälfte? Na ja, kann man nix machen. So spielt eben det Leben. Oh, wo kriech ich jetzt nen Billichflug her, mal sehen, aaah Ryan Air......

Und die Moral von der Geschicht: "Es jeht eben nicht alles seen sozialistschen Jang."

Anmerkung: Der Dialekt ist rein zufällig und könnte auch hochdeutsch oder aus einem anderen Bundesland stammen.

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Actionscript 01.11.2017, 05:29
72. Und genau das ist es,

Zitat von im_ernst_56
Genau so ist es. In kleinen oder mittelständischen Betrieben, die still und leise in die Insolvenz gehen, gibt es keine Gewerkschaft und kein Politiker ruft nach einer Auffanggesellschaft. An Arbeitsplätzen, die nicht gewerkschaftlich organisierbar sind, besteht keine Interesse. Insofern befindet sich Frau Stokowski mit ihrem Kommentar zu Air Berlin in guter Gesellschaft. Wen interessiert schon der einzelne Arbeitnehmer. Die Masse macht's.
was Frau Stokowski hier anprangert. Wen interessieren schon die Arbeitslosen, ob in einem grossen oder wie sie ansprechen in einem kleinen Betrieb. So spielt eben das Leben. Und damit muss man sich im Kapitalismus eben abfinden. In Einem haben sie jedoch Unrecht. Noch nicht mal die Masse macht es mehr. Soweit runter sind wir schon gekommen.

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tschoggo 01.11.2017, 06:16
73. Wie schon von anderen Kommentatoren angemerkt

... das Leben geht weiter, und jeder Mitarbeiter eines Mittelständlers, welcher seinen Job überraschend verliert, verdient mehr Mitleid. Warum? Ganz einfach, wenn man wie bei AirBerlin weiss, dass man für ein mieses Unternehmen arbeitet, und man dies sogar über Jahre in den veröffentlichten Zahlen nachvollziehen kann, warum zieht man dann nicht im eigenen Interesse die Reissleine, und versucht in einem anderen Unternehmen unter zu kommen? Beispielsweise in Unternehmen mit ernstzunehmendem Management, mit stabilen Zahlen, etc. Um ganz ehrlich zu sein, AirBerlin war lange überfällig, und einfach ein schlechtes Unternehmen. So einfach ist das. Ich weine AirBerlin nicht nach, mehr als einmal wurde ich von der Firma auf AirBerlin gebucht, und jedes mal war es mehr als erbärmlich. Ich kann die hier investierten Emotionen in den Abgang eines absolut nicht zukunftsfähigen Unternehmen nicht nachvollziehen, und danke den Investoren, dass sie nicht noch mehr Geld in ein totes Pferd investiert haben. Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab. Die Mitarbeiter werden schon wieder anderweitig unterkommen, die Guten sind wohl schon gegangen bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Mann muss nicht alles dramatisieren.

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notbehelf 01.11.2017, 06:21
74. So ist es

Zitat von Sonia
Egal, ob bei Air Berlin, in einer Bäckerei oder bei Dax-Unternehmen. Für mich gibt es keinen Unterschied. Leider ist es aber so, dass bei einem Unternehmen wie Air Berlin täglich Mitgefühl erbeten wird; meines haben alle, die ihren Job verlieren - vor allem eben auch die, wo medial keinerlei Interesse besteht. Und die Heulerei um Air Berlin als Fluglinie hat nun einmal damit zu tun, dass die Menschen sich jetzt umgewöhnen müssen - und das werden sie auch, wenn die Medien nicht täglich darüber berichten.
Es gehen in D ständig Unternehmen pleite und die Mitarbeiter sind von Arbeitslosigkeit bedroht. Da wird nur nicht darüber berichtet. So leid mir die Mirarbeiter auch tun: Air Berlin ist auch nur eines von vielen Unternehmen.

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notbehelf 01.11.2017, 06:22
75. Zumal

Zitat von trimalchio
aber ich kann das Gejammer, Gehetze, die Manipuliererei nicht mehr hören "oh wie geht es ihnen schlecht, was werden sie ausgebeutet"! Ich selbst habe mal komplett neu anfangen müssen, von 0, mich neu hocharbeiten, anschließend durch persönliche Krise gewurschtelt, wieder auf 0, Existenz der Familie trotzdem gesichert. Nicht weil ich so toll bin, sondern weil wir in einem Land leben, in dem so etwas geht. Und weil wir in einer Zeit leben, in der es uns verdammt gut geht. In der man relativ leicht wieder einen neuen Job bekommen kann. Nein, mir tun die gewerkschaftlich organisierten Air-Berlin Mitarbeiter nicht leid. Es gibt eine Menge Menschen auf der Welt, die in für sie selbst unabwendbaren, zum Teil schrecklichen Schicksalen stecken. Die Air Berlin Mitarbeiter gehören nicht dazu.
Zumal dieses Damoklesschwert ja schon seit einiger Zeit über dem Unternehmen schwebte. Da sucht man sich rechtzeitig etwas anderes.

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mazzeltov 01.11.2017, 06:41
76.

Zitat von heineken1
[...] Jawohl, auch "normale" Arbeit kann eine Sause sein. Übrigens: Nach vielerlei Presseberichten die letzten Tage soll das Betriebsklima ja ausnehmend angenehm gewesen sein, von wegen Kollegialität, Familiengefühl etc. [...]
Sagen Sie's doch einfach ganz direkt: Für die Pleite von Air Berlin sind nicht etwa Management-Entscheidungen verantwortlich zu machen, es gab nie offensichtlich haarsträubende Kalkulationen - alles, was Air Berlin in die Pleite geführt hat, ist das Betriebsklima.

Und natürlich haben wir kein Mitgefühl übrig für Angestellte, die jahrelang fröhlich gefeiert haben, statt freiwillig ein paar unbezahlte Überstunden zur Rettung ihres Unternehmes zu leisten.

Vielleicht sollten Sie - als Manager eines Großunternehms natürlich - die Belegschaft zukünftig vor eine glasklare Entscheidung stellen: Also, was wollt ihr? Ein gutes Betriebsklima oder bezahlt werden?

Doch, nette Argumentation, das... So - wie soll ich sagen - einfühlsam?

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thschäfer 01.11.2017, 06:42
77. Frauenbild

Ein Unternehmen, welches mit einem solchen Frauenbild wirbt, muss zwingend untergehen. Broschüren mit anzüglichen dreiblickenden Damen - devot-servil, bereit alles zu tun. Das war sicher die intendierte Aussage. Ich fliege viel - das letzte, was ich vermisse ist AB. Und wenn ich hier tatsächlich etwas vermissen sollte, dann die (servil) dargebotene Schokolade.

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123Valentino 01.11.2017, 06:52
78. Diese Frage .......

habe ich mir auch ch gestellt. Was war Martin Luther, sein Wirken hat in den 30 jährigen Krieg geführt . Er glaubte an Demonen, war Antisemit.
Was bleibt ? Er hat die Bibel übersetzt.
Eine Sammlung von Mythen und Lügen und Unwahrheiten. Was daran einen Feiertag wert ist?Keine Ahnung.

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K:F 01.11.2017, 07:18
79. Neokapitalismus lite

Dank CDU. Gewinne einfahren, Verluste und Insolvenzen sozialisieren. Man mus sich das immer wieder vor die Augen führen. Damit überhaupt ein Lufthansavorstand zu Air Berlin wechselt, wird sein Mio. Gehalt mit einer Bankbürgschaft abgesichert. Und am Ende gewinnt Lufthansa. Das Vorgehen geht in die Mangament Literatur der Unis ein. Spohr wird sich in den Universitäten feiern können. Für ein Appel und nen Ei hat sich Lufthansa die Filetstücke ABs gesichert. Eine Putzfrau hätte das auch hinbekommen. Das Assihafte daran, die Insolvenz was gewollt und gewusst. Die Beschäftigten sind da egal. Angebot bekommen die schon. 40 Prozent unter dem Istlohn. Das alles wurde von der Bundesregierung gefördert. Und keine Sau interessiert sich dafür.

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