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Entlassene Journalisten: Griechische Polizei räumt besetztes Staatsfunkgebäude
AP

Über Nacht wurde der griechische Staatsfunk ERT geschlossen, 2700 Journalisten und Techniker verloren ihre Arbeit. Knapp 200 von ihnen haben sich seitdem im Gebäude verschanzt - und über das Internet weitergesendet. Dagegen ging die Polizei jetzt vor.

galbraith-leser 07.11.2013, 10:40
1. Kein guter Tag für Griechenland

Als Medienschaffender hatte ich zuerst auch geglaubt, dass da ein Bollwerk der Misswirtschaft geschleift wird - aber im DJV-Magazin war vor einigen Monaten ein sehr guter Hintergrund-Artikel über die Schließung von ERT. Hier versucht man, unter dem Vorwand des Sparens (wieso schreibt Spiegel online, dass der Sender ERT hochverschuldet war, wenn dies gar nicht den Fakten entspricht?) eine kritische Stimme zum Schweigen zu bringen. Und Dreck am Stecken haben die griechischen Politiker aller Parteien mehr als genug, wie man am traurigen Zustand des Landes sehen kann.

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mrsoran 07.11.2013, 10:46
2.

Sehr gut, es war höchste Zeit.

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west120 07.11.2013, 11:01
3. Ja so das in der EU

Wer nicht System passt, kritisch ist oder gar noch Regierungsentscheidungen missbilligt, der passt nicht System und wird dichtgemacht.

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carolushessen 07.11.2013, 11:05
4. Griechenland erst pleite, dann mundtot,

das mit der Wiege der Demokratie. Warum wird die Regierung nicht auch gleich geschlossen, die ist nämlich in erster Linie pleite. Aber die Politiker wissen sich schon zu helfen, was die Sicherung ihrer Bezüge betrifft. Das war in den USA auch so.

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740 07.11.2013, 11:23
5. ...

naja - die große quittung kommt noch - das wird ein spass - schade, dass es in dtl nur wenige begreifen was da eigentlich in griechenland passiert - sehr schade

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eumenes 07.11.2013, 11:43
6.

Zitat von galbraith-leser
Als Medienschaffender hatte ich zuerst auch geglaubt, dass da ein Bollwerk der Misswirtschaft geschleift wird - aber im DJV-Magazin war vor einigen Monaten ein sehr guter Hintergrund-Artikel über die Schließung von ERT. Hier versucht man, unter dem Vorwand des Sparens (wieso schreibt Spiegel online, dass der Sender ERT hochverschuldet war, wenn dies gar nicht den Fakten entspricht?) eine kritische Stimme zum Schweigen zu bringen. Und Dreck am Stecken haben die griechischen Politiker aller Parteien mehr als genug, wie man am traurigen Zustand des Landes sehen kann.
Der Sender war tatsächlich nicht "hoch defizitär", trotzdem war ERT nicht unbedingt ein Musterbeispiel an Transparenz. Kritische Stimme? Wohl eher, seit die Schließung des Senders vollzogen wurde!

Nach dem was griechische Medien berichten, waren zum Zeitpunkt der Polizeiaktion nur 12 bis 50 Menschen im Gebäude (abhängig vom Medium). Die 200 Mensche, die der "Spiegel" erwähnt, waren Unterstützer, die nach bekanntwerden der Aktion dazugekommen sind.
Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, dass es keine Beschädigungen gegeben hat. Diese Ankündigung betraf das Equipment des Senders.

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diathermie 07.11.2013, 15:26
7. Illegale Räumung

Zitat von sysop
Über Nacht wurde der griechische Staatsfunk ERT geschlossen, 2700 Journalisten und Techniker verloren ihre Arbeit. Knapp 200 von ihnen haben sich seitdem im Gebäude verschanzt - und über das Internet weitergesendet. Dagegen ging die Polizei jetzt vor.
Die Räumung der Gebäude unter Tränengaseinsatz war illegal, die Gültigkeit der Verordnung zur Räumung ist vor einigen Tagen bereits erloschen. Diese Verordnung war ihrerseits illegal, der Staatsrundfunk vom Gesetz her nicht aufgelöst- im Gegenteil: das Urteil des Obersten Verwaltungsgerichts (STE, 17.06.2013: Programm, Sendefrequenzen und Internet der ERT sind weiterzuführen) bleibt willkürlich unbeachtet. Griechenlands Regierung versinkt zunehmend in Anomie. Armut, 30% Arbeitslosigkeit und 3 Mio. (über 25%) der Bürger ohne Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem geben dem Land den Rest- natürlich gibt es keine Aussicht auf Besserung- soll es ja auch nicht geben, bis das Land an die nationale und internationale Oligarchie gänzlich verschenkt wurde und die sozial-arbeitsrechtliche Steinzeit eingekehrt ist. Applaus gibt es, wie immer, von den neoliberalen Freunden in Berlin und Brüssel und der Troika.

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