Forum: Kultur
Erfolg der AfD: Das kann nicht die Gesellschaft sein, von der wir träumen
imago

An der deutschen Regierung lässt sich viel bemäkeln. Aber Politikkritik darf nicht umschlagen in Hass, Homophobie und Holocaustleugnung.

Seite 1 von 37
Dyl Ulenspegel 26.11.2016, 15:07
1.

Ich danke Ihnen für diesen Artikel. Er zeigt mir, dass ich mit meiner Meinung nicht allein stehe, und das gibt mir Hoffnung...

Beitrag melden
jan07 26.11.2016, 15:22
2. Hass kommt auch von links

Frau Berg, Sie sehen das wieder mal viel zu einseitig. Der Hass kommt auch von links. Gehen Sie mal als Zuhörerin auf eine Veranstaltung der AfD. Sie werdenfeststellen, dass Sie diese nur unter Polizeischutz betreten können, dass Sie vorher durch ein Spalier von brüllend ungefähr geifernden Gegendemonstranten müssen, die Sie auf Rüdesheim Weise beschimpfen. Autos und Wohnhäuser von AfD - Mitgliedern werden demoliert. In Berlin gibt es ein Restaurant, in dem AfD - Sympathisanten unerwünscht sind. Erinnert Sie das an etwas? Mich auch. Was den Holocaust betrifft: ich leugne ihn keineswegs. Aber ich finde es richtig, dass man auch andere Meinungen ertragen muss, solange es sich nur um Meinungsäußerungen über geschichtliche Vorgänge handelt. Und ich fürchte, genau das unterscheidet uns grundsätzlich: Sie können keine abweichenden Meinungen ertragen. Ich schon.

Beitrag melden
GeMe 26.11.2016, 15:25
3. Genau das ist die AfD

"Wollen Sie ein hartherziger, ignoranter Mensch sein, der Kinder, die anders sind, in den Selbstmord treibt, wollen Sie sich über Bedürftige lustig machen, Hilflose abwerten? Wollen Sie Menschen, die Menschen lieben, verachten, ausgrenzen, wollen Sie sich für Unmenschlichkeit entscheiden?"

Genau das ist die AfD. Und wer es nicht glaubt, der muss nur mal bei der 2. (MdL) oder 3. (Kreistage) Riege der AfD nachlesen, was dort so über Twitter und Facebook losgelassen wird. 5 oder 6 Politiker aus der AfD-Spitze schaffen es ja häufig noch die Kurve zu bekommen, bevor es völlig ins Extreme abdriftet, aber je weiter man in der Partei nach unten kommt, desto ungehemmter wird es.

Die Spitzte dieses rechten / hetzenden Eisberges ist die Junge Alternative, die die Wehrmacht als "Befreiungskrieger" sieht und die gegen sozial Schwache (Renter, Arbeitslose usw.) wettert.

Wie man diese Partei unterstützen oder gar wählen kann, ist mir völlig schleierhaft. Es sei denn man ist ein vollkommener Egoist, dem weder am Land noch an den hier lebenden Menschen irgendetwas liegt. Dass auch nur max 7% der AfD Wähler glauben, diese Partei könnte etwas zur Lösung der Probleme beitragen, macht es nur noch unverständlicher.

Beitrag melden
midnightswim 26.11.2016, 15:28
4. Sie haben sowas von recht.

Es ist halt anstrengend, andersein zu ertragen. Es ist halt schwierig, wenn sich die Welt verändert. Demokratie und Zusammenleben in der Gesellschaft bedeuten anderssein zu ertragen. Nationalismus hat uns viele Tote Menschen eingebracht. Wollen wir diesen Mist nochmal?

Beitrag melden
bombobabier 26.11.2016, 15:29
5. Notbremse

Gewiss, die AfD ist politisch weitgehend substanzlos, ihr Parteiprogramm ist in weiten Teilen haarsträubend. Trotzdem hat sie eine unwiderstehliche Eigenschaft: sie ist die einzige Partei, die zumindest die erklärte Absicht hat, keine weitere Flüchtlingswelle über Deutschland hereinbrechen zu lassen. Und deshalb wird sie gewählt, ausschließlich und alleine deshalb. Ihre anderen Ziele sind bedeutungslos, es zählt nur das eine. Sie ist sozusagen die einzig verfügbare Notbremse. Und Erdogan bestimmt den Ausgang der Bundestagswahl 2017. Öffnet er die Grenzen und wiederholt sich das Spektakel von 2015 auch nur annäherungsweise, ist Merkel weg und die AfD in der Regierungsbeteiligung.

Beitrag melden
robertelee 26.11.2016, 15:31
6. Nope.

Hass, Homophobie, Holocaustleugnung? Die heilige Dreifaltigkeit, sozusagen, garniert mit raunend angedeuteten Vergleichen zu "Mein K(r)ampf". Das war: Nix.
Wer so argumentiert, der stellt nur eins unter Beweis: Er hat das Parteiprogramm der AfD entweder nicht gelesen, oder will es nicht zur Kenntnis nehmen.
Wer ein Einwanderungsrecht nach dem Vorbild Kanadas oder Australiens fordert, der macht was? Hass säen?
Und wo, bitte, ruft denn die AfD zu "Homophobie" auf? Das eingangs hochgejazzte Zitat taugt zu diesem Beleg eindeutig nicht. Das kann nur als Tabubruch auffassen, wem Toleranz nicht reicht, sondern penetrant Akzeptanzbekenntnisse als Gesinnungs-Lakmustest einfordert.
Zur Holocaustleugnung braucht man nix zu sagen.
Leute: Die AfD muß niemand wählen. Aber: Es muß sie jeder mündige Bürger wählen dürfen, ohne Angst vor Stigmatisierung, politischem Rufmord und zeitgeistigen Prangerstrafen.
Das hysterische Feldgeschrei zeigt letztlich nur eins: Die lautstarken Volkserzieher in Politik und Medien ähneln dem, was sie zu bekämpfen vorgegeben, jeden Tag auf gespenstische Weise ein Stückchen mehr...

Beitrag melden
susiwise 26.11.2016, 15:32
7. Wahrscheinlich gut gemeint, liebe Frau Sibylle, aber ...

wen soll ich denn sonst wählen, wenn ich konservativ bin? Wenn ich mich noch vor 10 oder 15 Jahren durchaus von der CDU repräsentiert fühlte, nehmen wir z.B. Merkel im Jahre 2003:
"Manche unserer Gegner können es sich nicht verkneifen, uns in der Zuwanderungsdiskussion in die rechtsextreme Ecke zu rücken, nur weil wir im Zusammenhang mit der Zuwanderung auf die Gefahr von Parallelgesellschaften aufmerksam machen. Das, liebe Freunde, ist der Gipfel der Verlogenheit, und eine solche Scheinheiligkeit wird vor den Menschen wir ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen. Deshalb werden wir auch weiter eine geregelte Steuerung und Begrenzung von Zuwanderung fordern."
Also: Wen soll ich denn nun wählen, wenn ich mich in CDU-Positionen von 2003 wiederfinde? Oder bin ich damit schon ein Nazi?

Beitrag melden
Pride & Joy 26.11.2016, 15:33
8. Die Freiheit, die ich meine

muss täglich auf's Neue verteidigt werden. Seitdem es die "A"fD gibt fühlt sich ein Bodensatz bemüssigt, täglich seine vereinfachten und kruden Hypothesen zu propagieren. Das ist anstrengend, aber es ist mir das wert!

Zitat von uebermedien.de
Es geht bei den aktuellen Bildungsplänen, die sie so vehement ablehnt, um Freiheit: darum, dass Menschen sich ohne Repressionen in ihrer ganz eigenen Persönlichkeit entfalten können.
http://uebermedien.de/9881/der-kampf-der-afd-gegen-das-kindeswohl/

Genau darum geht es und ich hoffe, dass dies auch zukünftig so von einer breiten Öffentlichkeit getragen wird.

Ich habe Kontakt zu homosexuellen Menschen, die exakt dieses Erleben in der Vergangenheit hatten, was der Artikel beschreibt. Sie wurden gezwungen sich selbst zu verleugnen.

Das ist das schlimmste von allen Übeln der Vergangenheit, was man Menschen antun kann und dahin wollen wir keinesfalls zurückkehren! Koste es, was es wolle!

Beitrag melden
falcon12 26.11.2016, 15:33
9. Kaum zu glauben...

daß ich Ihnen mal zustimme. Normalerweise bekomme ich ja einen dicken Hals wenn ich Ihre Beiträge lese aber diesmal kann ich nur voll und ganz zustimmen.
Das kann keine erstrebenswerte Zukunft sein in der alle, die vor allem fremden oder neuen die Hose voll haben oder sich nicht vorstellen können dass sie an ihrer privaten Misere wenigstens teilweise selbst schuld sind, auf alle anderen schiessen (bislang wenigstens nur rhetorisch), die irgendwie eine andere Lebenseinstellung. Frei nach dem Motto: Nur mein "way of life" ist der richtige. Alle anderen können nur falsch liegen. Willkommen in Engstirnia mit seiner Hauptstadt Kleingeistingen.

Beitrag melden
Seite 1 von 37
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!