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Erinnerungsbuch "Spock und ich": Kirk im Kielwasser
Getty Images/ CBS

William Shatner alias James T. Kirk hat seinem verstorbenen Freund Leonard "Spock" Nimoy ein persönliches Erinnerungsbuch gewidmet. Es ist die Geschichte einer Karriere, in der Shatner sich spiegelt.

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christian simons 26.10.2016, 16:22
1.

Jeder, der sich mal mit der Hintergrundgeschichte der Serie auseinandergesetzt hat, weiss, dass The Shat eine kapitale Diva war und ist. Wegen seiner Allüren hat er sich vielleicht mit Ausnahme des Gentlemans DeForest Kelley ("Bones" McCoy) mit so ziemlich jedem anderen Darsteller des Ensembles jahrelange Fehden geliefert. Auch mit seinem "Freund" Leonard Nimoy soll es während der Serie wegen diverser Eitelkeiten und Eifersüchteleien heftig gekracht haben.
Während der Rest der überlebenden Darsteller mittlerweile einen altersmilden Frieden mit Shatner geschlossen hat, ist George Takei (Sulu) nach wie vor unversöhnlich, und lässt keine Gelegenheit aus den alten Groll wieder aufleben zu lassen.

Unfair ist allerdings die im Artikel aufgestellte Behauptung, dass The Shat in seiner Lebensleistung von Nimoy abhängig war. Das kann man mit zwei Worten wiederlegen: Denny Crane.

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sven2016 26.10.2016, 16:38
2.

Das Buch ist bestimmt spannend. Vielen Dank für die anregende Besprechung.

Wie sagte Gene Roddenberry mal scherzhaft über Shatner: "Always over-acting, always in charge".

Kult eben

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hmutt 26.10.2016, 16:55
3. 3

Ich bin nun beileibe kein Shatner-Fan, sondern schon immer eher Nimoy zugeneigt, wenn ich denn wählen müsste. Aber das dauernde Shatner-Bashing ist nur ermüdend, zeitraubend und peinlich. Keine der drei(!) Hauptfiguren Kirk, Spock und McCoy wäre ohne die anderen zur Geltung gekommen. Ohne McCoy wäre Spock nur eine flache, emotionslose Figur geblieben, ohne Kirks Aktionismus die Serie langweilig gewesen und ohne Spock eine weitere Space Opera ohne Erinnerungswert. Alle drei zusammen und auch nur mit den weiteren Darstellern haben diese Serie zu dem gemacht, was sie war und ist. Und Shatner braucht sein Licht da auch nicht unter den Scheffel zu stellen, sein Kirk ist ebenso wie Spock eine eigene und einprägsame Figur geworden, die sich damals durchaus vom üblichen Serienhelden abhob, und deren Humor und Selbstironie die Serie genauso geprägt hat wie Spock und Pille.

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.patou 26.10.2016, 17:38
4.

Zitat von hmutt
Ich bin nun beileibe kein Shatner-Fan, sondern schon immer eher Nimoy zugeneigt, wenn ich denn wählen müsste. Aber das dauernde Shatner-Bashing ist nur ermüdend, zeitraubend und peinlich. Keine der drei(!) Hauptfiguren Kirk, Spock und McCoy wäre ohne die anderen zur Geltung gekommen. Ohne McCoy wäre Spock nur eine flache, emotionslose Figur geblieben, ohne Kirks Aktionismus die Serie langweilig gewesen und ohne Spock eine weitere Space Opera ohne Erinnerungswert. Alle drei zusammen und auch nur mit den weiteren Darstellern haben diese Serie zu dem gemacht, was sie war und ist. Und Shatner braucht sein Licht da auch nicht unter den Scheffel zu stellen, sein Kirk ist ebenso wie Spock eine eigene und einprägsame Figur geworden, die sich damals durchaus vom üblichen Serienhelden abhob, und deren Humor und Selbstironie die Serie genauso geprägt hat wie Spock und Pille.
Alles richtig. Trotzdem entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass Shatner, der mit der Beliebtheit seines Co-Stars nie wirklich gut zurechtkam, sich nun des Vehikels Nimoy bedient, um ein autobiographisches Buch zu verkaufen. Man könnte böswillig sagen, er benutzt die Popularität des Kollegen, ohne dass dieser sich noch gegen die etwas zweifelhaften Freundschaftsbekundungen wehren könnte. Der Titel der Originalausgabe trägt noch etwas dicker auf: “Leonard: My Fifty-Year Friendship with a Remarkable Man“.

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Charlie Whiting 26.10.2016, 21:37
5. Zustimmung

Bin voll auf der Seite des Vorposters dass die Figuren nur gemeinsam funktioniert haben. Das wussten auch die Autoren die die wiederkehrenden Dinge hineingeschrieben haben: Die Fehden zw. Pille und Spock, Ich bin Arzt und kein..., eine russische Erfindung, ich hab`s auf allen Frequenzen versucht... herrlich!

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hmutt 26.10.2016, 21:42
6. 3

Ich bin nun beileibe kein Shatner-Fan, sondern schon immer eher Nimoy zugeneigt, wenn ich denn wählen müsste. Aber das dauernde Shatner-Bashing ist nur ermüdend, zeitraubend und peinlich. Keine der drei(!) Hauptfiguren Kirk, Spock und McCoy wäre ohne die anderen zur Geltung gekommen. Ohne McCoy wäre Spock nur eine flache, emotionslose Figur geblieben, ohne Kirks Aktionismus die Serie langweilig gewesen und ohne Spock eine weitere Space Opera ohne Erinnerungswert. Alle drei zusammen und auch nur mit den weiteren Darstellern haben diese Serie zu dem gemacht, was sie war und ist. Und Shatner braucht sein Licht da auch nicht unter den Scheffel zu stellen, sein Kirk ist ebenso wie Spock eine eigene und einprägsame Figur geworden, die sich damals durchaus vom üblichen Serienhelden abhob, und deren Humor und Selbstironie die Serie genauso geprägt hat wie Spock und Pille.

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h.hass 26.10.2016, 21:43
7.

Shatner wäre ohne Nimoy bzw. Spock längst in der verdienten Versenkung verschwunden. Als Schauspieler hatte er nie die Klasse des charismatischen, enigmatischen, gentlemanhaften Leonard Nimoy, dem es gelang, unter der freakig-rationalen Oberfläche von Spock "Menschlichkeit", Empathie und Sensibilität durchscheinen zu lassen. Das war eine schauspielerische Meisterleistung. Dem mimisch beschränkten, aber wohl überaus ehrgeizigen Shatner blieb die Rolle des altmodischen Heldendarstellers, die trivial wirkte und oft durch eine fade Aufgeblasenheit auffiel. Dazu kommt ein übertriebenes und schmierig wirkendes Chargieren, wenn er die ganz großen Emotionen ausdrücken will. Shatner steckte in den schauspielerischen Konventionen eines Fifties-Matinee-Idols fest und war quasi das TV-Pendant zu Charlton Heston. Nie hatte er auch nur annähernd das schauspielerische Renommee des großartigen Charakterdarstellers Nimoy, was ihm zweifellos nicht verborgen blieb. Dass er auf ihn neidisch war und ihm eifersüchtig die Zuneigung der globalen Fanszene missgönnte, darf man annehmen - nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Berichte von Kollegen, die ihn als ausgemachtes Ekel beschreiben. In dieser Massierung kann dies kein Zufall sein.

Der gutmütige, sympathische James Doohan, ein Mann von einwandfreiem Leumund, wollte mit ihm jenseits der Kameras kein Wort mehr wechseln, Nichelle Nichols oder George Takei haben deutliche Worte zu seinem Charakter gefunden. Laut Persis Khambatta hat er ihr bei den Dreharbeiten zum "Star Trek"-Film in unangenehmer Weise nachgestellt. Und wenn man Shatner in Talkshows sieht, wirkt er häufig unsympathisch, und schmierig und mit seinem aufgedunsenen Säufergesicht geradezu abstoßend.

Während Nimoy Noblesse und Würde ausstrahlte, ist Shatner ein Gernegroß ohne Format. Man kann sich denken, wie er sich in seinem neuen Buch präsentiert.

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hmutt 26.10.2016, 21:51
8. Rampensau

Zitat von .patou
Alles richtig. Trotzdem entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass Shatner, der mit der Beliebtheit seines Co-Stars nie wirklich gut zurechtkam, sich nun des Vehikels Nimoy bedient, um ein autobiographisches Buch zu verkaufen. Man könnte böswillig sagen, er benutzt die Popularität des Kollegen, ohne dass dieser sich noch gegen die etwas zweifelhaften Freundschaftsbekundungen wehren könnte. Der Titel der Originalausgabe trägt noch etwas dicker auf: “Leonard: My Fifty-Year Friendship with a Remarkable Man“.
Ich hab ja nicht angezweifelt, dass Shatner eine Rampensau ist, aber der Artikel ist keine wirklich gute Rezension, sondern ergeht sich nur wieder mal im vierteljährlichen Shatner-Bashing. Und das ist langsam langweilig. Der Mann ist Entertainer, und was das angeht ein verdammt guter. Da kann ich ihm auch das eine oder andere an Allüren durchgehen lassen. Nebenbei bemerkt war Nimoy da auch nicht ganz ohne. Der hat damals auch recht divenhafte Züge entwickelt, und ohne Roddenberry wäre das ganze wohl nach einer Staffel auseinandergeflogen...
Und Shatner hat sich in all den Jahren zu einem echten Original entwickelt. Bei all den Abziehbildern, die da rum tanzen, finde ich ihn immer recht erfrischend. ;)

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Thomas - Dagobert Wiener 27.10.2016, 00:55
9. Dilettanten des Jahrhunderts

Shatner für seine Person betrachtet ist ein großariger Mann ! - er hat ein phantastisches Lebenswerk vollbracht - zuletzt brilliert in einer Nebenrolle in MISS UNDERCOVER - neben Sandra Bullock & MICHAEL CAINE - außerdem COLUMBO / Mord im Bistro Hauptrolle - zwei wenige Beispiele derer ich viel mehr nennen könnte - absolut überzeugend & unabhängig von Nimoy - darüber hinaus gibt es Sprache von William Shatner zum Hauptbestandteil eines Songs gemacht ( zu hören auf 50th Anniversary of DJ - Kicks ) sehr ergreifend, wie der Mann spricht - ein großartiger ENTERTAINER, der sowie NIMOY diverse Schallplattenaufnahmen gemacht hatte ( alle auf Vinyl noch gebraucht zu kaufen ) - beide Menschen sind großartig ! Shatner lebt - Nimoy ist tot - so ist das - IHR solltet die bestehende Kultur nicht schänden ! denn ich kenne beispielsweise keinen von beiden persönlich - hört also bitte auf, EUCH so zu verhalten, als seid IHR in der Mitte der WAHRHAFTIGKEIT ! - das wäre fein

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