Forum: Kultur
Erinnerungspädagogik: Wie erklärt man Achtjährigen den Zweiten Weltkrieg?
Andreas Wünschirs/ SWR

Die SWR-Produktion "Der Krieg und ich" richtet sich an Kinder. Sie traut sich, nah an die Ungeheuerlichkeiten der Nazi-Diktatur heranzugehen - und findet dennoch Momente der Hoffnung in hoffnungslosen Zeiten.

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dasfred 31.08.2019, 14:54
1. Für mich ist seit über fünfzig Jahren zweiter Weltkrieg

Seit ich denken kann, wird man mit dem Thema konfrontiert. Effekt: Man stumpft ab. Es ist einem mittlerweile egal. Ist passiert, kann und konnte ich nicht ändern, warum soll ich mich damit belasten. Genauso wird es den allermeisten Kindern gehen. Erstmal ist es neu und dann gewöhnt man sich daran und sobald sie volljährig sind geht ihnen die Geschichte am Allerwertesten vorbei. Ich finde, man wollte Kinder nicht vorsätzlich mit der Thematik konfrontieren. Der Effekt ist wie ein Besuch im Schlachthof. Einige kotzen, einige werden Vegetarier und der Rest geht weitere zu McD. Einen Film zu senden, um ein paar Kinder nachhaltig zu verstören, finden ich unmöglich.

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oldisepp 31.08.2019, 14:57
2. Man erklärt den ersten Weltkrieg

Alles steht und fällt mit der Zeit des ersten Weltkrieg und dem Versailler Vertrag. Wer weis was in den Verhandlungen zum Versailler Vertrag passiert ist, und warum der erste Weltkrieg ausgebrochen ist, der kann auch den zweiten Weltkrieg erklären. Da der zweite Weltkrieg eine Folge des ersten ist.
Daher ist es immer falsch nur den zweiten Weltkrieg zu beleuchten.
Die Kinder verstehen das oftmals recht gut.
Da es in der Welt auch immer nur geht, wie im Kindergarten, wer hat mehr und vor wem haben alle Angst.
Und das ist bis heute so geblieben.

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vo2 31.08.2019, 15:00
3. Ich bin gespalten

Möchte ich meinen Kindern Angst machen, dass so eine Zeit wieder kommen könnte? Auf der anderen Seite wenn ich sehe, wie die deutschen Innenminister mit ihren Polizeigesetzen die BRD langsam aber sicher wieder in einen faschistischen Staat umbauen, gehört Wachsamkeit mehr den je zur obersten deutschen Bürgerpflicht.

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großwolke 31.08.2019, 15:06
4. Tribalismus vermitteln

Die Nazi-Zeit mit all ihren Schrecken ist in meiner Schulzeit von der dritten Klasse bis zum Abitur dauerpräsent gewesen, man könnte sagen, sie wurde bis zum Erbrechen widergekäut worden. Trotzdem habe ich bis weit ins Erwachsenen-Alter nie richtig verstanden, warum es eigentlich so gekommen ist. Da wurde mit verletztem Nationalstolz nach dem angeblich demütigenden Versailler Frieden argumentiert, mit der Wirtschaftskrise und den Konstruktionsfehlern der Weimarer Republik. Aber nichts davon erklärt, wie jemand auf die Idee kommen kann, sich selbst als Angehöriger einer überlegenen Rasse zu betrachten. Wie man allen Ernstes etwas Sinnvolles darin sehen kann, industrielle Menschenvernichtung zu betreiben. Man muss den Kindern meiner Meinung nach gar nichts vom Krieg erzählen. Man sollte ihnen viel mehr darüber erklären, wie es kommt, dass wir Menschen, die sich speziell kleiden oder fremdartige Bräuche praktizieren, nicht mehr als Menschen betrachten, sondern als "die Anderen". Man sollte ihnen klar machen, dass es nicht ausreicht, die Moralkeule zu schwingen und zu sagen, dass sich das nicht gehört, sondern dass das in uns allen drinsteckt und jederzeit aktiv werden kann, wenn wir es nicht absichtlich und bewusst im Zaum halten.

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lumberjack-xxl 31.08.2019, 15:17
5.

Tja ihr AFDler, hält euch das System-TV mal wieder den Spiegel vor. Und was seht ihr? Die Fratze des häßlichen Deutschen, eure Fratze!
Wie immer schwer zu ertragen, nicht wahr?
Seht sie euch an, denkt mal nach und besudelt nicht wieder das Forum. Eure Übersprungshandlungen voller Selbstekel braucht hier niemand.

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philosophus 31.08.2019, 15:23
6. Was für eine Frage !...

Wie erklärt man Achtjährigen den Zweiten Weltkrieg? ===>> Indem man sie über den Faschismus aufklärt. Dann ist der Zweite Weltkrieg, ebenfalls erklärt... ohne darüber zu reden !...

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nickdrake 31.08.2019, 15:28
7. Initiations - Riten...

... deutschen Schuld - und Schandbewußtseins werden
jetzt von interessierter Seite zunehmend ins Spiel
gebracht.
Vor kurzem wurde der Pflicht/Zwangsbesuch von
Erstklässlern in ehemaligen KZ's gefordert.
Weil : "Der Schoß ist fruchtbar noch", gelle.
Diese permanente Selbstvergewisserung der eigenen
Schande ist definitiv pathologischer Natur.
Mit meinen Kindern würdet ihr das nicht machen.

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Peter A. M. K. Lublewski 31.08.2019, 15:35
8. Man erklärt - nicht nur Achtjährigen -

den Zweiten Weltkrieg, dessen Vorgeschichte und die millionenfache Vernichtung von Menschen mit einem Nebensatz: "....weil es befohlen war."

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Stereo_MCs 31.08.2019, 15:39
9.

Zitat von oldisepp
Alles steht und fällt mit der Zeit des ersten Weltkrieg und dem Versailler Vertrag. Wer weis was in den Verhandlungen zum Versailler Vertrag passiert ist, und warum der erste Weltkrieg ausgebrochen ist, der kann auch den zweiten Weltkrieg erklären. Da der zweite Weltkrieg eine Folge des ersten ist. Daher ist es immer falsch nur den zweiten Weltkrieg zu beleuchten. Die Kinder verstehen das oftmals recht gut. Da es in der Welt auch immer nur geht, wie im Kindergarten, wer hat mehr und vor wem haben alle Angst. Und das ist bis heute so geblieben.
So ein Unfug. Der zweite Weltkrieg hat einzig und allein darum angefangen, weil Hitler meinte er müsste am 01.09.1939 Polen überfallen und die Welt erobern.
Mir ist nicht bekannt, dass man durch die Vorkommnisse davor auch nur ansatzweise genötigt wurde, einen 2. WK anzufangen.

Natürlich sollte man in Dokus darüber auch die Zeit vor 33 bzw. 39 beleuchten, aber die rechtfertigt gar nichts.

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