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Erster deutscher Netflix-Film: "Ich liebe diesen Größenwahn"
Stephanie Kulbach

Regisseur Thomas Sieben zeigt "Kidnapping Stella" nicht im Kino, sondern auf Netflix. Warum sein Thriller aussehen soll wie der Crime-Klassiker "Seven" - und er die Zukunft im Streaming sieht.

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Kunstgriffe 11.07.2019, 11:47
1. Profanalarm

Sieht auf den ersten Blick aus, wie ein Tatort - das ist kein Lob.

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egonv 11.07.2019, 12:08
2.

Ein entscheidender Faktor ist wohl, dass man Menschen erreicht, die selten oder gar nicht ins Kino gehen. Das sind wahrscheinlich Gruppen von Menschen, die andere Genres bevorzugen. Mit Netflix und Co. kann man nahezu den ganzen Potentiellen Nachfragerkreis erreichen. Hinzu kommt, dass es für viel mehr Menschen erschwinglich ist, auch wenn man irgendwo auf dem Dorf ohne Kino wohnt.
Ein weiterer nicht zu unterschätzender Aspekt ist, dass insbesondere die Privaten Fernsehsender kaum mehr eine Konkurrenz darstellen. Gebildetes Publikum können sie nicht (mehr) erreichen. Seriöses Programm, wie Dokus, Politikberichte, etc. sind kein Unterhaltungsprogramm. Eigentlich könnte man da TV-Programm abstellen und rein auf Mediatheken auslegen.
Wenn ich z.B. "Dark" anschaue, kommt nir der Verdacht, dass deutsche Produktionen nie schlechter hätten sein müssen als Hollywood, sondern nur die Vermarktung und die Nachfrage das Problem waren.

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quark2@mailinator.com 11.07.2019, 12:17
3.

Wir bewegen uns auf eine pay-per-view-Welt zu. Das hat für den Konsumenten vielleicht Vorteile, aber es hat auch ein paar ziemliche Nachteile. Es geht damit los, daß der Konsum nicht mehr anonym ist, d.h. es schaut einem immer jemand zu, wenn man sich etwas reinzieht. Daraus lassen sich dann Rückschlüsse auf die Person ziehen und zwar ziemlich detailiert. Das nächste Problem ist, daß es natürlich teurer wird, wenn den Raubkopien der Weg versperrt wird. Naja und am Ende läuft es darauf raus, daß man nie wirklich etwas hat, sondern alles kann jederzeit sofort verschwinden. Persönlich mag ich das gar nicht. Einmal kaufen, immer ansehen können, keine Überwachung ... Privatsphäre ist wohl ein Wort, daß es in einiger Zeit nicht mehr geben könnte.

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schlumpfino 11.07.2019, 12:44
4. netflix schreibt rote zahlen

Netflix erwirtschaftet keinen Cent Gewinn und verzerrt den Wettbewerb. Privatfernsehsender können bei den Budgets nicht mithalten. Das Netflix Geschäftsmodell muss sich erstmal als erfolgreich beweisen. Bis dahin wird der Streamingdienst aber noch viel Durcheinander in der Medienlandschaft verursachen. Irgendwann wird aber auch Netflix Geld verdienen müssen. Und dann wird es spannend, ob die Qualität der Inhalte dann gehalten werden kann.

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varlex 11.07.2019, 13:03
5.

Zitat von quark2@mailinator.com
Wir bewegen uns auf eine pay-per-view-Welt zu. Das hat für den Konsumenten vielleicht Vorteile, aber es hat auch ein paar ziemliche Nachteile. Es geht damit los, daß der Konsum nicht mehr anonym ist, d.h. es schaut einem immer jemand zu, wenn man sich etwas reinzieht. Daraus lassen sich dann Rückschlüsse auf die Person ziehen und zwar ziemlich detailiert. Das nächste Problem ist, daß es natürlich teurer wird, wenn den Raubkopien der Weg versperrt wird. Naja und am Ende läuft es darauf raus, daß man nie wirklich etwas hat, sondern alles kann jederzeit sofort verschwinden. Persönlich mag ich das gar nicht. Einmal kaufen, immer ansehen können, keine Überwachung ... Privatsphäre ist wohl ein Wort, daß es in einiger Zeit nicht mehr geben könnte.
Es ist wesentlich einfach eine Raubkopie über Netflix oder AmazonPrime zu machen, als im Kino...

Da ich mir gerne Filme oder Serien anschaue, sind Streamingdienste ein Segen. Ich persönlich schaue in der Regel einen Film oder Serie genau einmal.

Würde ich alles kaufen, wäre ich wohl Pleite und bräuchte einen größeren Keller...

Bei der Privatsphäre ist was dran.

Gegen eine anonyme Auswertung an sich, habe ich nichts.

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vulcan 11.07.2019, 13:15
6. Spoiler

Ist den Leuten nichts anderes eingefallen, als ein 'Remake' zu machen?
Noch dazu das eines mittelmäßigen Standardthrillers mit viel zu vielen Unmöglichkeiten, Twists und dem inzwischen üblichen Ende - Männer tot, Frau überlebt und nimmt alles Geld an sich.
Dieses seit einigen Jahren anscheinend standardmässig vorgeschriebene Ende langweilt unglaublich. Das letzte mal neu war das 1979 (?) bei Alien; nur ohne Geld.
Ansonsten wird es einer deutschen Produktion mit ziemlicher Sicherheit gelingen, die o. g. Mittelmäßigkeit noch nach unten zu korrigieren und eine satte Prise Peinlichkeit hinzuzufügen.

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sponuser936 11.07.2019, 13:32
7. das ist so nicht richtig

Zitat von quark2@mailinator.com
Das nächste Problem ist, daß es natürlich teurer wird, wenn den Raubkopien der Weg versperrt wird.
Das stimmt so nicht. Es ist sehr viel einfacher, eine qualitativ hochwertige Raubkopie von Netflix-Inhalten zu machen als von einem Kinofilm.

Ihre anderen Aussagen stimmen aber. Es hat alles Vor- und Nachteile. Insgesamt überwiegen meiner Meinung nach klar die Vorteile und wegen mir können wir die öffentlich rechtlichen auch so langsam abschalten. Das wird aber sowieso irgendwann passieren.

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sponuser936 11.07.2019, 13:35
8. Dark sollte nicht unerwähnt bleiben

Zitat von egonv
Wenn ich z.B. "Dark" anschaue, kommt nir der Verdacht, dass deutsche Produktionen nie schlechter hätten sein müssen als Hollywood, sondern nur die Vermarktung und die Nachfrage das Problem waren.
Richtig. Die Serie "Dark" zeigt, dass auch Deutsche Produktionen ein hohes Niveau erreichen können.

Das ist die erste Deutsche Serie, die ich wirklich gut finde. Meiner Meinung nach kann man alles andere - Tatort, Derrick, Cobra 23476 und wie sie nicht alle heissen in der Pfeife rauchen.... ausser die Sendung mit der Maus ;)

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haifasuper 11.07.2019, 13:42
9.

Zitat von vulcan
Ist den Leuten nichts anderes eingefallen, als ein 'Remake' zu machen? Noch dazu das eines mittelmäßigen Standardthrillers mit viel zu vielen Unmöglichkeiten, Twists und dem inzwischen üblichen Ende - Männer tot, Frau überlebt und nimmt alles Geld an sich. Dieses seit einigen Jahren anscheinend standardmässig vorgeschriebene Ende langweilt unglaublich. Das letzte mal neu war das 1979 (?) bei Alien; nur ohne Geld. Ansonsten wird es einer deutschen Produktion mit ziemlicher Sicherheit gelingen, die o. g. Mittelmäßigkeit noch nach unten zu korrigieren und eine satte Prise Peinlichkeit hinzuzufügen.
"Seven" von Fincher ein mittelmäßiger Standardthriller? Made my Day. Ach, ich will gar nicht wissen wieso...

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