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Esbjörn-Svensson-Vermächtnis: Gespenstisches Meisterwerk

Wenige Wochen vor seinem mysteriösen Tod im Meer übergab der schwedische Jazzpianist Esbjörn Svensson seiner Plattenfirma ein gerade fertig gestelltes Album. Das ist nun auf dem Markt – und erscheint vielen wie die Ankündigung einer Tragödie.

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Haio Forler 12.09.2008, 08:44
1. .

Tja, schade.

Svensson brachte wohl die meisten Ideen in die Stücke ein. Insofern ist wohl nun Ende mit der Gruppe; egal, wer ihn ersetzt.
Anfänglich (bei den ersten CDs) hatte man den Eindruck, daß die Band selbstreferentiell bleibt. Dies hat sich nachher
zum Glück nicht bestätigt.

Bereits das kleine Konzert in Erlangen brauchte Neues. Bin mal gespannt, wie das letzte Album ist.

Entwicklungspotential hatten sie.

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Solobratscher 12.09.2008, 09:00
2. Journalistisch kein Meisterwerk

"ad infinitum" = "zum Ende"? Naja, was nicht zur Story passt, wird passend gemacht.

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trick66 12.09.2008, 09:22
3. Grosses Latinum nicht nötig

Zitat von Solobratscher
"ad infinitum" = "zum Ende"? Naja, was nicht zur Story passt, wird passend gemacht.
'Zur Unendlichkeit' hätte ja wohl genauso gut gepasst. Das beeinträchtigt den Artikel nicht wirklich und dafür, daß er sich ja auch an Jazz-Laien wendet, ist er m.E. gut geschrieben. Freue mich auf die Platte.

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Wenzel Storch 12.09.2008, 09:33
4. oh weh...

Mystery auf SPON!

Ach kommt SPONsis:
Was für eine konstruierte Geschichte...
Ach so ich vergaß, die Scheibe soll ja gut verkauft werden...

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schna´sel 12.09.2008, 11:14
5. Synchronicity

Zitat von sysop
Wenige Wochen vor seinem mysteriösen Tod im Meer übergab der schwedische Jazzpianist Esbjörn Svensson seiner Plattenfirma ein gerade fertig gestelltes Album. Das ist nun auf dem Markt – und erscheint vielen wie die Ankündigung einer Tragödie.
Ich verstehe nicht viel von Jazz, aber den Artikel fand ich interessant. Unabhängig davon ob das jetzt eine PR Aktion sein soll, wie ein Teilnehmer vermutet oder nicht
Ansonsten gab und gibt es ja schon immer viel Spekulationen in Fällen in denen sich tragische Schicksale ereignet haben im Zusammenhang mit Personen die in der Öffentlichkeit standen. Zum Tod von John Lennon zum Beispiel ist in dem Zusammenhang viel geschrieben worden.
Selbst wenn es Zusammenhänge gibt. All diese Dinge stehen außerhalb dessen, was wir letztlich erkennen könnten. Man kann immer nur im Nachhinein staunen über derart merkwürdig parallele Ereignisse. Wenn man es wissenschaftlich mag: C.G. Jung hat sich jahrelang mit dem I Ging beschäftigt. Er hat auch den Begriff Synchronizität geprägt, der wiederum zahlreiche Musiker zu Werken inspiriert hat.

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Tonimahoni 12.09.2008, 11:54
6. verwunderliches im hohen Norden!?

also mir kommen die Nachrichten aus dem hohen Norden was die plötzlichen Tode von Musikern angeht reichlich
spanisch vor. Verständlich ist, das man in Rücksicht auf die Hinterbliebenen nun nicht alle Umstände
der Öffentlichkeit preisgibt. Aber auch wie im Fall Robert S. Buras von Madrugada als auch bei Esbjörn Svennson
gibt es sehr wenige iInformationen bezüglich der Umstände dieser "Unfälle".
Ich für meinen Teil bin (eigentlich)nicht so Sensationshungrig das ich die kleinsten Details wissen möchte. Bei Esbjörn Svennson
war es sicherlich ein Unfall. Wie es aber dazu kam scheint aber ein wohlgehütetes Geheimniss zu bleiben.
Bei Robert S. Buras wurden kiene Umstände genannt. Der schlichte Kommentar dazu in den Pressemitteilungen
lautet schlicht: "die Poizei schweigt sich zu den Umständen aus" . Hier handelt es sich sicherlich um einen Freitod.
In anderen Fällen von plötzlichen Toden von Musikern werden die Umstände und Hintergründe teilweise pietätlos
medial ausgeschlachtet. Trotz alledem würden mich die Hintergründe und Umstände diese beiden Fälle interessieren.
Zwei aussergewöhnlich Künstler sind hier der Musikwelt verlorengegangen

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lmxlmx 12.09.2008, 12:38
7. EST war die erste Band, die prima von POP Fans konsumiert werden konnte

"Svenssons Tod trifft die Musikwelt als schmerzhafter Verlust. Denn mit ihm verschwindet die wahrscheinlich wichtigste Jazz-Formation Europas: e.s.t"

Die Aussage spricht dafür dass der Autor soviel Ahnung von Jazz hat wie die Kuh vom Eierlegen.

EST war zumindest die erste Jazzband, die prima von POP Fans konsumiert werden konnte, erarbeitete sich dadurch entsprechende Popularität und verkaufte sich auf der Bühne hervorragend.
Vom künstlerischen und technischen Niveau diverser europäischer und amerikanischer Jazzbands war EST aber meilenweit entfernt. Allein schon der extrem limitierte Schlagzeuger der Svenssons Improvisationen mit monotonem off - Beat zerhackte sorgte für ein sehr durchschnittliches künstlerisches Niveau. Auch die diversen "inovativen" Techniken (zB Klavierseiten präparieren, Bass verzerren) sind im Jazz durchaus seit Jahrzehnten beheimatet.

EST war ganz einfach eine improvisierende Band die POP Starstatus erreichte. Über Qualität oder gar den Einfluss im Jazz sagt das nicht viel aus, eher über Massenkompabilität.

Kritik: der euphorisch gehaltene Bericht könnte auch von der Promo - Abteilung der Plattenfirma kommen.....

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nnn. 12.09.2008, 13:41
8. Konstruiert, massentauglich...und lediglich POP...

Zitat von Wenzel Storch
Mystery auf SPON! Ach kommt SPONsis: Was für eine konstruierte Geschichte... Ach so ich vergaß, die Scheibe soll ja gut verkauft werden...
ach, ich bin mir sicher, die scheibe verkauft sich ohnehin ziemlich gut...bei der riesenanteilnahme aus aller welt nach svensson's tod z.b. auf der e.s.t.-myspace-seite lässt sich diesbezüglich viel erwarten...

und auch, wenn der artikel arg konstruiert und "mysteriösifiziert" ist (schreiben die plattenfirmen direkt auf spon???), liessen mich songtitel wie "still", "ad mortem", "ad infinitum" schon schlucken, als ich die songliste das erste mal gesehen hab'...daß man eine vorahnung von seinem nahenden tod haben könnte, würde ich nicht ausschließen mögen...

@ schna´sel: von jazz muss man nicht viel verstehen, um e.s.t. zu verfallen (ich bin das lebende beispiel - mich langweilt jazz emotional mit wenigen ausnahmen - wie christian scott oder nik bärtsch's ronin z.b.), bei e.s.t. muss man eigentlich eher den kopf mal ausschalten und "just let the tummy do the thinking"...ich empfehle den track "tuesday wonderland" auf der "live in hamburg 2006"-platte

ich hab nie im birdland o.ä. geheult (mich berührt linientreuer jazz oder was auch immer sie da spielen wohl nicht - das hefeweizen war da zumindest immer sehr lecker;-)), aber 2006 in der laeiszhalle bei e.s.t. schon...gott, hab ich e.s.t geliebt...und mein gott, war ich geschockt als ich im juli völlig unvorbereitet auf der vorletzten seite im spiegel lesen musste, daß svensson mausetot ist...mit 44...und es keine weitere musik von ihm geben wird...

@ haio forler: e.s.t. sind vorbei - e.s.t. ohne svensson halte ich für komplett widersinnig - waren halt nicht ein x-beliebiges trio mit austauschbaren muckern und einem namhaften vorturner, sondern organisch, funktionierten als band oder wie auch immer man das besser beschreiben kann...

@ lmxlmx: "die wahrscheinlich wichtigste jazz-formation europas" - für mich zumindest war sie das. das ist wie mit sex...manchmal ist gefühl, ausdruck und stil bedeutender als technik und virtuosität... ;-) geschmack und bedeutung sind eh subjektiv...aber wer möchte hier schon die x-te legendäre "snobistische (sorry!) jazz-sachverständigen-debatte" führen...ich könnte sie gar nicht führen, ich besitze kein jazz-fachwissen...s.o.
ich liebe musik "nur"...

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Haio Forler 12.09.2008, 13:45
9. .

Zitat von nnn.
@ haio forler: e.s.t. sind vorbei - e.s.t. ohne svensson halte ich für komplett widersinnig -
Sage ich doch.

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