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EU und Italien: Populismus ist das Symptom, nicht das Problem
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In Italien wollen Parteien eine Regierung bilden, die als europafeindlich gelten. Doch bevor sich Italiens Wähler von Europa abwendeten, schaute Europa weg und ließ Italien mit seinen Problemen allein.

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dieter-ploetze 03.06.2018, 19:53
1. im grossen und ganzen eine gute kolumne

und das von herrn Diez. mit vernunft und logik nimmt er die Eu und ihre demokratiekrise= oder unvertraeglichkeit
aufs korn. ich bin ueberrascht, positiv ueberrascht, dass diese kolumne von herrn diez kommt, dessen meinung
dazu ich nicht so eingeschaetzt haette.

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StefanXX 03.06.2018, 20:15
2. Populismus Unwort des Jahres

Ich kann das Wort populistisch und Populismus nicht mehr hören, für mich ist das mittlerweile ein Kandidat für das Unwort des Jahres. Und ich finde es ein Unding, dass mittlerweile überall in den Medien politisch Andersdenkende mit so wertende Attributen wie populistisch versehen werden. Was oder wen ich für populistisch halte, entscheide ich schon selbst, dazu brauche ich keine Vorgabe der Medien, auch nicht von Ihnen Herr Diez. Ich finde es z.B. viel populistischer den Leuten alles Mögliche zu versprechen, das man dann auf Pump zu Lasten der nachfolgenden Generationen finanzieren will, wie das bei linken Parteien üblich ist. Hier investieren, da ne sichere Rente auf die nächsten 30 Jahre versprechen, womöglich sogar noch bedingungsloses Grundeinkommen. DAS ist wahrer Popuplismus. Also bitte ... versehen sie doch auch mal die SPD bei jeder Erwähnung mit diesem Attribut, oder lassen sie es bitte grundsätzlich weg.

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vox veritas 03.06.2018, 20:23
3.

"Es braucht eine institutionelle europäische Revolution"

Es braucht keine Revolution. Wenn angeblich die deutsche Politik während der Krise zur Entfremdung geführt hat, dann lag das ursächlich an der nationalen, griechischen Haushaltspolitik. Und wenn letztere die Ursache war, dann ist das eigentliche Problem der Euro bzw. die Länder, die aufgrund ihrer Schuldenpolitik nicht reif für die Euro-Zone waren und damit den Euro in die Krise gestürzt haben / hätten.

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fortelkas 03.06.2018, 20:50
4. Jahrelang hat Europa,

allen voran, der deutsche Finanzminister, mit einer völlig fantasielosen Sparpolitik die Krise Europas nur noch verschärft, nur, deutlich erkennbar wird das erst jetzt. In Griechenland, in Spanien und in Italien sind ganze Generationen junger Menschen in die Perspektivlosigkeit getrieben worden. Und auch in der Flüchtlingsfrage ist Italien alleingelassen worden, mit fast zynischer Galssenheit hat sich Europa das angesehen. Genau so zynisch sind jetzt die Ratschläge, besonders aus Deutschland, wie sich die italienische Politik nun in Zukunft gefälligst zu gestalten habe.. Ich bin nur heilfroh, dass wenigstens in Spanien wieder eine sozialistische Regierung agiert.
Erwin Fortelka

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spon_4_me 03.06.2018, 20:54
5. So eine Überraschung:

Ein Kommentar von Herrn Diez, den ich ohne Fremdwörterbuch flüssig lesen kann, und der mir eine interessante und nachdenkenswerte Perspektive liefert. Das hat mein Wochenende bereichert - Dank dafür.

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temp1 03.06.2018, 20:58
6. Das beliebte Spiel

Das gleiche rhetorische Spiel wird gern auch bei Kriminalfällen gemacht - einfach erkennen das der Täter auch nur ein Opfer ist - ein Opfer der Umstände seiner Vorgeschichte. Was auf der Strecke bleibt ist die Eigenverantwortung des Täters oder hier die Eigenverantwortung der Italiener. Es ist ja nicht so, dass Italien von Haus aus chancenlos wäre, weil irgendwie behindert oder so. Es hätte durchaus gute Chancen, hat eigentlich eine leistungsfähige Industrie, ausgebildete Leute etc. Aber wenn Korruption, Verbindungen, Wirtschaftskriminalität dafür sorgen, dass das Geld in die Taschen einzelner wandert, das Leistung unwichtiger ist, als die richtigen Verbindungen, dann stimmt der Rahmen nicht. Die Italiener verzweifeln an ihren Politikern, nicht an Europa. Die Politiker versuchen aber auf Europa als Sündenbock zu zeigen, damit sie selbst aus der Schußlinie geraten. Schade wenn das klappt und Schade, wenn selbst die Medien hier dieser Argumentation hinterherlaufen.

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stesch 03.06.2018, 21:13
7. Ratloser Unsinn

Wahrscheinlich wollte Dietz gerade sein zuletzt gelesenes Buch referieren oder irgend etwas von sich geben anstatt zu schweigen. Leider.
Seine Phantasie vom mächtigen, alles regelnden Staat ist die freundliche Vorstufe zur Diktatur. Und was stellt er sich eigentlich unter europäischer Solidarität vor? Die italienische Bevölkerung ist im Durchschnitt (!) wohlhabender als die deutsche. Sollen die Staaten, in denen einigermassen Steuern gezahlt werden, für die Steuervermeidung in Italien und anderswo aufkommen? Für einen Steuersatz von 15 bis 20 %? Für ein bedingungsloses Grundeinkommen von 780 €?
Der mangelnde Ausgleich zwischen dem reichen Norden und dem ärmeren Süden ist ein rein italienisches Problem. Auch wohin das Geld im Süden Italiens verschwindet.
All das hat mit EU und Euro-Zone nichts zu tun. Also kein Grund, Milliarden-Geschenke als "Solidarität" einzufordern. Wenn in weiten Bevölkerungsteilen Italiens nicht ein Umdenken stattfindet, dann sollte das Land die Euro-Zone verlassen und mit den Folgen leben. Sei es drum. Paternalistische Aktionen der EU können daran nichts ändern.

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Attraktor1 03.06.2018, 21:15
8. In vielem richtig,

aber um des lieben Euro Willen dann doch wieder nicht die Kurve gekriegt...der Weg in die Schuldenunion fuehrt zu den gleichen Problemen in zehn Jahren. Klar, man kann das Geld auch solange verbilligen, bis es nichts mehr wert ist. Allein schon die Zinsverbilligungen, die mit der Euroeinfuehrung fuer viele Sued-Laender einherging, hat das eindrucksvoll gezeigt. Zurueck zur einzelstaatlichen Waehrungspolitik ist die einzige Loesung. Den Rest regelt der Markt schon, fair and ausgewogen!

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lautlos 03.06.2018, 21:16
9. Der kann alles!!

Der kann alles der Diez!! Unter einer Revolution macht er es ja nicht mehr! Slavoj Zizek hat folgendes über Leute wie Diez gesagt:

"Die neue Linke kann nur so radikalen Mist fordern, weil sie im Innern genau weiß, dass vernünftige Leute es verhindern werden".

Natürlich, ist ja auch alles Kapitalismus und Rassismus! Kein Wort von den Berlusconi-Jahren, den Dutzenden Regierungswechseln, der korrupten Elite und dem nie gelösten Wohlstandsgefälle zwischen Nord und Süd. Aber klar, wenn man einem Land in dem nur die Deppen steuern bezahlen, im Süden die Mafia herrscht und das Parlament ein Selbstbedienungsladen ist, Schulden erlässt, dann wird alles gut!!!

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