Forum: Kultur
Euro-Talk bei Anne Will: Streit unter der Reichtumsuhr
dapd

Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer - wirklich? Bei Anne Will wollten die Diskutanten der Frage auf den Grund gehen. Doch wie so oft bei diesem Thema bleib es vor allem bei einem ideologischen Schlagabtausch.

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dhanz 20.09.2012, 10:02
100.

Zitat von Palmstroem
Die meisten Aussagen zu dieser Studie gehen an der Wirklichkeit vorbei. Auch weil etwa Ansprüche in Billionenhöhe von Rentnern und Pensionären ebenso wenig berücksichtigt werden, wie die Veränderung der Sozialstruktur. In der SZ gibt es dazu ein interessantes Interview mit dem Politologen Klaus Schröder, das mehr aussagt als die Stunde Diskussion bei Anne Will. Interessant auch, dass selbst in der DDR 10% der Bevölkerung 60% der Kapitalguthaben besaßen - wer hätte das gedacht!
Nunja, leider war das Kapital in der DDR aber nichts wert.
Auch mit 20.000 Mark auf der hohen Kante musste man 12 Jahre auf das Auto aus Pappe warten und die Regale in den Kaufhäusern waren leer.
Allerdings wurde 'soziale Gerechtigkeit' groß geschrieben und die Schere zwischen 'Arm' und 'Reich' war so gut wie geschlossen.

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Modest 20.09.2012, 10:02
101. Dieses fragwürdige Mitleid

Wenn ich aus den Träumen dieser Menschen das glauben soll, was da alles sagt wurde, dann halte ich es für aufrichtig den Charakter dieser Leute zu erraten, als ihnen ins Gesicht zu schauen. Es ist schon traurig, wenn Götterfunke Europa die Menschen in die Armut manipuliert und dann in Talksshows zum klatschen beginnt. Das nenne ich anderer Leute Sünden beichten.

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macping 20.09.2012, 10:04
102. Mir hat die Sendung gefallen

und ganz besonders Sahra Wagenknecht. Danke, das es sie gibt. Und danke, daß Hr. Döring die "Qualität" des Führungspersonals der FDP verdeutlicht.
Das billigste Argument, das leider immer wieder zu hören ist: erlangtes Vermögen aus versteuertem Einkommen erneut zu besteuern, wäre nicht rechtens. Solange Kapitalerträge mit 25% Steuer belegt, das Kapital aber unangetastet bleibt, Löhne und Gehälter aber selbst bei geringem Einkommen mit erheblich höheren Abgaben belastet werden (Lohn- bzw. Einkommenssteuer + Sozialabgaben [nicht vergessen, daß auch der Arbeitgeberanteil vom Arbeiter oder Angestellten erarbeitet werden muß]) und das in diesem Fall das eingebrachte "Kapital" die Arbeitskraft ist, das sich spätestens mit dem Tod auf 0 reduziert, kann man das eigentlich auch vom jedem anderen Kapital erwarten. Ergo - Vermögenssteuer, ergo - Sozialabgaben auf Kapitaleinkünfte und die ansteigende prozentuale Höhe der Einkommens- oder Lohnsteuer ist ein wirklicher Ausdruck der Leistungsfähigkeit des Einzelnen nach dem so oft bemühten Spruch von den starken Schultern, die mehr zu tragen in der Lage sind.

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nickellodeon 20.09.2012, 10:08
103. als

Zitat von postmaterialist2011
Eigentlich tue ich mir Anne Will um diese Zeit nicht mehr an, aber als ich Sarah Wagenknechts blitzgescheite Analyse in der sie Hüther und dessen Thesen wie einen Schuljungen abwatschte, musste ich einfach dranbleiben. Der bräsige Döring ( in seinem Wikipediaprofil steht, dass er nach seinem Wirtschaftsstudium bei mehreren Versicherungsgesellschaften gearbeitet hat und mit 29 (!) bereits Vorstand einer Haustierversicherung wurde) scheint in seinem Leben noch nie vernünftig gearbeitet zu haben, gab aber Zoten zum Besten die einer Trümmerfrau alle Ehre gemacht hätten. Ein Paradebeispiel wieso diese Schmarotzerpartei in 2013 unbedingt unter der 5 % Hürde bleiben muss. Die Thesen der Journalistin Fischer und von Sarah Wagenknecht müsste man eigentlich von der SPD unden Grünen hören, aber beide Parteien sind so etwas von lethargisch und profillos geworden, dass ich mir ernsthaft überlege bei der nächsten Bundestagswahl die Linke zu wählen, da sich die intellektuelle Brillianz eines Gregor Gysis, einer Sarah Wagenknecht und teilweise auch von Oskar Lafontaine so deutlich von dem Merkel/Rössler/Steinbrück/Özdemir Einheitsbrei abhebt. Ich habe übrigens eine Westbiographie, BWL studiert und zahle seit 20 Jahren den Spitzensteuersatz, sehe aber in den letzten Jahren, dass Werte die in Skandinavien noch immer hochgehalten werden wie Solidarität, Mitgefühl. Chancengleichheit, Stark hilft Schwach, durch neoliberales Gedankengut bei uns kaum mehr vorhanden sind. Eine egozentrische Gesellschaft und "Gated Communities", sowie No-Go Zonen wie in den USA, Teilen Südamerikas und vielen Teilen Afrikas möchte ich hier ehrlich gesagt nicht.
vernünftig denkender Mensch kann man, ob gut verdienend [bin ich wahrscheinlich auch] oder nicht, diese Tendenzen zur Ungerechtigkeit und Chancenungleichheit nicht gut heißen.

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fidelc. 20.09.2012, 10:09
104. Leistung muss sich lohnen

Nicht nur erben ist für das aufgeblasene Michelinmännchen Döring eine Leistung.Auch Mitgliedschaft in der FDP ist eine.Wie sonst erklären sich die Beförderungen von FDP Mitgliedern in Teppichhändler Niebels Entwicklungshilfeministerium.In der Bildungspolitik läßt sich erkennen, dass es im Interesse der "Eliten" ist, die Chancenungleichheit zu zementieren.So bleibt die Zukunft für den eigenen Nachwuchs gesichert.Und auch mit mittelmäßiger Intelligenz wird es für einen Spitzenjob in Wirtschaft oder Verwaltung reichen.

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DMenakker 20.09.2012, 10:10
105.

Zitat von mischpot
Eins hat die Sendung gezeigt, es wird kein Weg an der Reichensteuer vorbei geben.
Die Sendung hat gezeigt, dass offensichtlich keiner mehr eine Ahnung hat, warum die Vermögenssteuer in D nicht erhoben wird. Weil eine Unterscheidung verschiedener Vermögensarten bei der Besteuerung schlicht verfassungswidrig ist. Also entweder killt man den unternehmerischen Mittelstand oder man muss die Freibeträge so exorbitant hoch ansetzen, dass die Steuer sowieso nix bringt. Und bei der Einkommenssteuer haben wir den Halbteilungsgrundsatz.

Wenn Sie es jetzt fertigbringen eine verfassungsmässige Reichensteuer hinzubekommen, die mehr einbringt, als sie kostet ... bitteschön. Ganz D wartet auf Ihre Vorschläge. Denn das ist doch der Hauptgrund, warum kein ernstzunehmender Politiker an eine Wiedereinführung denkt. Es funktioniert einfach nicht.

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tdmdft 20.09.2012, 10:11
106. Aus der Sendung nicht schlau geworden

Viel durcheinander, Wagenknecht sagt manch kluges manch abstruses,
aber über die Kernfrage: "Mein Englischlehrer hat Parkett, ich nur Laminat, warum?" wird wenig diskutiert, nur oft zitert.

Was nicht gesagt wurde: wir wissen aus der End-DDR Zeit, durch die Daten der Währungsumstellung, dass auch in der DDR das Vermögen zwar absolut viel geringer war, aber identisch in der Bevölkerung verteilt war wie in Deutschland heute.

Das die Systeme und Einkommensverteilung völlig verschieden zur BRD waren, stellt sich die Frage: kann es eine Korrelation zwischen der Persönlichkeitsstruktur und dem Vermögen liegen?

Wie wird Vermögen aufgebau? Ganz einfach: durch größere Einnahme als Ausgaben. Frau Fischer ist intelligent und Jahrgang 1967. Wenn sie nach der Ausbildung im Alter von 25 bis heute jedes Jahr 2000DM/1000€ zurückgelegt hätte (Durchschnittverdiener 1990: 41TDM) hätte sie jetzt 32T€ bei 3% auf dem Konto und könnte sich Parkett für eine 100m^2 Wohnung locker leisten. Wenn aber jedes Jahr die 2000DM/1000€ in Urlaub, schönes Essen, Kneipenbesuche, Rauchen, Handys ausgegeben werden, steht man eben mit Leeren Händen da.

Es geht nicht um die ärmsten der Armen. Es geht darum, das der Durchschnittsarbeitnehmen (2010 31.000 € Jahreseinkommen) sich die persönliche Frage stelle muss, was an Konsum leiste ich mir heute, und auf was verzichte ich, damit ich morgen kein Laminat sondern auf Parkett leben. Das ist eine sehr persönliche Frage, die viele Mensch zu gunsten des Konsums und gegen das Parkett treffen (weil ich es mir wert bin, man gönnt sich doch sonst nichts)

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Spr. 20.09.2012, 10:16
107. Die FDP ist keineswegs in Talkshows unterrepräsentiert!

Zitat von sysop
Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer - wirklich? Bei Anne Will wollten die Diskutanten der Frage auf den Grund gehen. Doch wie so oft bei diesem Thema bleib es vor allem bei einem ideologischen Schlagabtausch.
Ganz im Gegenteil. Für eine Partei, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nach der nächsten Wahl noch nicht einmal mehr im Bundestag vertreten sein wird, Deutschland aber leider bis dahin weiter überall und jederzeit blamieren kann, ist die Fast Drei Prozent-Partei mehr als überrepräsentiert.

Wie überhaupt in den Medien. Auch dieser Artikel war wieder gut zur Hälfte der FDP gewidmet. Wobei nur ganz kurz angesprochen wurde, dass die Freunde Der Plünderer alles dafür tun werden, die Reichen weiterhin reicher und die Armen weiterhin ärmer werden zu lassen. Im gesamten dieser Lobbypartei gewidmeten Rest wurden lediglich die Feinde Des Prekariats bedauert.

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fritz3 20.09.2012, 10:17
108.

Zitat von hajo58
Das Verhältnis ist aber schon wesentlich besser geworden. Gestern saßen zwei Vertreter von INSM in derTalkshow. Auf der „anderen Seite“ saßen diesmal drei Diskutanten/innen. Es gab aber schon Zeiten, da saßen vier Vertreter von INSN im Studio und eine Person vertrat „alibihalber“ die „linke“ Seite.
Das zeigt aber eigentlich nur, wie sicher sich die Herrschenden ihrer Sache inzwischen sind. Die Zertsörung der sozialen Marktwirtschft (Lieberalisierung, Deregulierung, Privatsierung, Währungsreform,...) war ja kein Unglücksfall der Geschichte, sondern wurde systematisch, Stück für Stück betrieben. Und je mehr umverteilt wurde desto größer desto mehr Millionen konnten für die Gründung von "Wirtschftsinstituten", für Studienorgien für "Demoskopie", für Anwaltskanzleien, die Gesetzte schreiben ausgegeben werden.
Jetzt lässt man eben auch Feigenblattkritiker zu Wort kommen - wohlwissend, dass keine akute Gefahr besteht, dass sie Gestzesvorlagen, die Gerade im Hintergrung geschrieben werden, nicht durchkomen (weitere Privatisierungen und Kürzungen der Sozialversicherung, ESM, Bankenunion, Machtverlagerung zum Brüsseler Lobbyistenverband, Finanzierung der "Energiewende",...)

Das ist inzwischen ein selbstverstärkendes System geworden, aus dem wir vermutlich ohen Zusammenbruch nicht mehr herauskommen.

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odysseus33 20.09.2012, 10:21
109. Talks

Talks haben einen Systemfehler: auch wenn ein Thema eigentlich sonnenklar ist werden doch Vertreter konträrer Positionen eingeladen. Mit dem Endergebnis das letztlich das Falsche und Ungerechte ebenso viel Stimme erhält wie das Wahre und Gerechte. Und das wiederum dazu führt dass in unserer Medien-Demokratie die Stagnation herrscht.
Man könnte ach darüber talken lassen ob Frauen gleichberechtigt sein sollen, und dazu pro und contra geben lassen. Verrückte Idee, nicht wahr? Dass unser System auf abscheuliche Weise verzerrt ist, weit entfernt von dem was das GG, unsere Werte-Grundlage, wollte, ist schlicht Fakt. Es muss gehandelt werden nicht gequasselt um Quote zu machen.

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