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Europa-Talk bei Illner: Präsident und Überkanzler
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Europa zwischen Nachkrieg und Mauerfall: Bei Maybrit Illner diskutierten Joachim Gauck und Helmut Schmidt die Europafrage eher neben- als miteinander. So unterschiedlich ihre Perspektiven, so einig ihr Ergebnis: Europa war, ist und wird gut.

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Litajao 28.09.2012, 08:47
30. Richtig!

Zitat von analysatorveritas
Leider wurden bei dieser Diskussion zwei Dinge verwechselt. Die Menschen und Europa mit unserer gemeinsamen Einheitswährung. Europa hat ohne den Euro mit nationalen Währungen in einem Wechselkurssystem wesentlich besser funktioniert als mit dem Euro. Man hat völlig unterschiedliche Volkswirtschaften mit verschiedenen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeiten in eine gemeinsame Währung zusammengefasst. Statt ökonomischer Konvergenz hat sich die Divergenz der Volkswirtschaften verstärkt, statt einem gemeinsamen politischen Konsenz besteht heute in vielen Dingen, besonders auf ökonomischem Gebiet (Geld- und Währungspolitik, Budgetpolitik, Konjunkturpolitik etc.) ein mehr an Dissenz. Gerade auf diese Aspekte wurde bei dieser Diskussion (besser wäre philosophische Erörterung) überhaupt nicht eingegangen. Historische Rückbetrachtungen ersetzten die harten ökonomischen europäischen Realitäten. Bezüglich der zahlreichen, jahrelang erkennbaren Fehlentwicklungen seit Beginn dieser Währungsunion wurden keinerlei kritische Nachfragen gestellt. Deshalb jetzt noch einmal die wichtigsten Entwicklungen und Fakten, die für eine Beurteilung unerläßlich sind: [
Denn Europa und der Euro sollten eigentlich nicht miteinander
zu tun haben.

Wenn aber schon eine Kanzlerin sagt:
"Stirbt der Euro,stirbt Europa", und kaum einer sich über
diesen dümmsten Satz des Jahres aufregt, vor allem die
Politiker nachdrücklich nicken, kann man nur den Kopf
schütteln.

Von der Logik müsste eigentlich jedem klar sein, dass
dieser Euro eine vollkommene Fehlkonstruktion war und
ist.

Was mich aber am meisten wundert ist, dass fast alle
Politiker, von Schmidt, Kohl, Schäuble, Merkel, bis zu den
Grünen Scheuklappen aufhaben, die Realität einfach nicht
sehen wollen.
Warum wohl?

Was steckt hinter dieser geradezu religiösen Gläubigkeit
zu einer Währung, die täglich beweist, dass sie im Chaos
endet?

Es sieht tatsächlich so aus, als ob die Politiker aller Couleur
von fremden Mächten für ihre Zwecke geklont wurden.

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rokokokokotte 28.09.2012, 08:56
31. Talk?

Zitat von Fassmann
Alte Maenner die gefangen in ihrer Ideologie nicht mehr ueber den Tellerrand zu sehen vermoegen, muss man nicht weiter beachten, beide hatten ihre Zeit
Ich möchte Ihnen jedoch dringend an´s Herz legen, diese gestandenen, vernünftigen Männer beispielsweise mit den von Ihnen a priori wohl favorisierten (jungen!) Schreihälsen à la Dobrindt/Söder zu vergleichen.
Welch intelligentes, entspanntes und wohltuendes Diskutieren in dieser Zeit des hektischen, sinnentleerten daherlaberns aktueller Polithetzköppe...Schnell werden Sie einsehen müssen, wie völlig daneben Ihre Einlassung ist. Nicht umsonst vergeht dem Wähler zunehmend die Lust sich an die Wahlurne zu begeben - Masse statt Klasse.

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deus-Lo-vult 28.09.2012, 09:00
32. ...

Zitat von sysop
Europa zwischen Nachkrieg und Mauerfall: Bei Maybrit Illner diskutierten Joachim Gauck und Helmut Schmidt die Europafrage eher neben- als miteinander. So unterschiedlich ihre Perspektiven, so einig ihr Ergebnis: Europa war, ist und wird gut.
Man bekam den Eindruck, dass beide Männer, Schmidt noch mehr als Gauck, sehr große Angst davor haben, dass der Euro zusammenbricht!
Das zeigte sich bei Schmidt vor allem darin, dass er Volksabstimmungen kategorisch ablehnte.

Und man merkte beiden auch an, dass sie WISSEN, dass der Bürger keine Geduld mehr mit den Griechen hat und nicht Willens ist, noch höhere Bürgschaften einzugehen.

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Glückshormon 28.09.2012, 09:03
33. ein kurzer Abriss

Zitat von sysop
Europa zwischen Nachkrieg und Mauerfall: Bei Maybrit Illner diskutierten Joachim Gauck und Helmut Schmidt die Europafrage eher neben- als miteinander. So unterschiedlich ihre Perspektiven, so einig ihr Ergebnis: Europa war, ist und wird gut.
Europa war, ist und wird gut???
Völlig unreflektiert? Sind wir jetzt Staatsmedium?

Der Europäosche Gedanke ist gut, die lobbyverseuchte und korrupte Umsetzung ist Tag für Tag eine Katastrophe.
Oder hält irgendwer außerhalb des Politikbetriebes das Krisenmanagement für gut?

Das Parlament hat nix zu sagen. Volksabstimmungen werden solange weiderholt, bis die Ergebnisse passen (mit Subventionen im Vorfeld geschmiert), die Kommission wird ausgekungelt, die Beamten sind feudalistisch gepampert.

Das Chaos in Europa und die Verschwendung von Steuergeldern ist enorm. Die Mafia wurde nicht bekämpft, geschweige besiegt.
Banken bekommen aberwitzige Billionenbeträge, die entmündigten Steuerzahler sollen dafür aufkommen.

Und weshalb?
Weil Verträge von diesen Politkomikern nicht vernünftig ausgehandelt und / oder überwacht wurden.
Eichel, Schröder, Waigel, Kohl, Schröder tragen die Hauptschuld an den Mastricht-Kriterien und ihrem Bruch.
Rot-Grün die Hauptschuld an dem Beitritt Griechenlands.
Kosten für Deutschland bislang rund 200 Milliarden.

Kohl verschenkte die DM wegen Mitterand.
Kosten für Deutschland mit target 2 rund 1 Billion.

Jetzt haben wir - über den ESM - unsere Souveränität an einen Gouverneursrat abgegeben. Wer ist das? wer hat den gewählt? ;-)

Und wenn nichts mehr geht, kommt das " 6 Millionen-Argument".

Wieviel darf es denn noch kosten, wieviele Jahrzehnte, Jahrhunderte sollen die Kinder der Täter bezahlen?

Wielange zahlt Russland für die Ermordung von 20 Millionen unter Stalin?
Zahlen die USA noch für die Ermordung der Indianer und die Versklavung der Afrikaner?
Zahlen die Türken an die Armenier?
Zahlen die Franzosen für die Verbrechen in Algerien?

Nach über 60 Jahren halbwegs demokratischen Lebens in dieser Republik haben wir gezeigt, dass wir längst nicht mehr die pösen Teutschen sind. Wenn das und die Unterstützung der Europäischen Idee mit irgendwas zwischen 1 und 2 Billionen nicht reicht, reichen dann 160 Jahre oder 600 oder müssen es gleich wieder 1000 Jahre sein?

Die Deutschen Politiker WAREN in einer Bringschuld, wir haben geliefert. Die Nazi-Karte sollte jetzt der Vergangenheit angehören aber sie wird immer und immer wieder (von den Bilderbergern?) gespielt.
Ein weiterer Grund, warum Europa nicht funktionieren kann.
Man sucht nicht wirklich die Versöhnung sondern einen Zahlmeister.
Europa hätte schon viel weiter sein müssen und können.
Aber der Saumagenfresser hat alle Probleme mit Geld gelöst und der Rest Europas hat sich eingerichtet...

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fatherted98 28.09.2012, 09:03
34. War doch....

Zitat von francisco_de_anconia
Interessant war eine Antwort Gaucks auf eine Frage, was ihm bei der Unterzeichnung des ESM Gesetzes durch den Kopg gegangen sei, sinngemäß so, der Präsident hat die Aufgabe die Urkunden auszufertigen und nicht Politik zu machen. Dies ist der Grund warum er für diese Position geeignet scheint.
....immerhin in diesem Punkt wieder einmal erhellend. Der BP als Ausfüll- und Unterschreibe-August....Gauck hat zusammengefaßt wofür er als BP steht...er segnet ab (und zwar kritiklos und in jedem Fall) was ihm vorgelegt wird...eine nette Erkenntnis an diesem Abend.
Was Europa angeht....natürlich wird diese Generation immer an Krieg, Verbrechen und Untergang erinnern....das ist ihr gutes Recht und es ist auch wichtig dies ins Gedächtnis zu rufen...nur hat das Gespenst des Krieges mit dem heutigen Europa und seinen Problemen rein gar nichts zu tun. Die aktuellen Probleme sind rein wirtschaftliche...und weitgehend selbstgemacht. Die Währungsunion ohne eine poltische Union waren und sind ein großer Fehler gewesen - die Überschuldung der Staaten (wir sollten uns da auch an die eigene Nase fassen) ist wohl das drängenste Problem neben der Regulierung des Bankmarktes. Die Menschen wurden nicht mitgenommen und in Europa herrschen noch immer die Partikularinteressen der Einzelstaaten vor....bei uns wie bei den anderen....so kann kein Einheitsstaat entstehen.
Bis auf die sinnvolle Bemerkung über sprachliche Einheit (stimme da zur englischen Sprache voll zu...und auch die Franzosen könnten diese erlernen...es gilt ja nicht die eigene Sprache abzulegen sondern eine gemeinsame zum Dialog zu finden) waren es nur die üblichen klugen Phrasen und vor allem der Blick in die Vergangenheit...ein Blick in die Zukunft wurde von beiden nicht getan...zu sehr sind beide in ihrer Biografie verhaftet....schade eigentlich...

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brux 28.09.2012, 09:04
35. Ganz einfach

"Jeder hat ja so recht", hat Tucholsky einstmals erkannt.

Die Sache ist im Grunde ganz einfach:

1. Deutschland hat aufgrund seiner Geschichte, seiner geographischen Position und seiner wirtschaftlichen Interessen die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, das europäische Projekt zu fördern, anzutreiben und im Notfall zu retten.

2. Die anderen EU-Staaten haben nicht das Recht, die Grundlagen dieses Projekts zu ignorieren, zu pervertieren oder mit Füssen zu treten.

Letzteres ist aber leider der Fall. Deshalb muss Deutschland das Projekt neu erfinden (helfen), im Notfall eben ohne diejenigen, die den Geist der Projekts offenbar nicht begreifen wollen.

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NewHuman 28.09.2012, 09:05
36. Merkel trägt wohl selbst daran Schuld...

dass allerorten - und selbst durch zwei solch prominente Zeitgenossen - ständig über eine Krise Europas geredet wird: Wenn Sie durch das Scheitern des Euros ein Scheitern Europas androht, redet sie eine Krise Europas geradezu herbei. Sie hätte gut daran getan, eine Krise Europas fest zurückzuweisen und stattdessen auf die Realität einer lösbaren Euro- und Bankenkrise Bezug zu nehmen, die die europäischen Staaten belastet.

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Blödian 28.09.2012, 09:07
37. Ich halte diesen Widerling Schmidt nicht aus

Mich nerven die Signale, die er setzt.

Er steht in Deutschland über dem Gesetz. Er raucht, wo es ihm Spaß macht und schwätzt mit Abstand zum Problem und ohne jegliche persönliche Konsequenz.

Ich finde, dass es eine Schande ist, dass sich ein ehemaliger Bundeskanzler in der Öffentlichkeit präsentiert und ungestraft gegen Gesetze und Verordnungen verstößt.
Was will er damit sagen? Hält er Nichtraucherschutz für falsch?
Oder soll die Verordnung einfach nur für ihn nicht gelten?
Das sind die Fragen, die sie ihm stellen sollen.

Aber, wenn ich mir

Wulff mit seiner Mentalität der offenen Hand,
Kohl und seiner Verheimlichung der Spendernamen
Schmidt mit seiner Verachtung für den Rechtsstaat
und Schröder mit seiner privaten Vorsorge für die Zukunft auf Kosten Deutschlands so anschaue, wird mir beim Gedanken an unsere ehemaligen Spitzenpolitiker wirklich schlecht.

Aber Schmidt nervt mich besonders, weil er als altersweise dargestellt wird, obwohl er sich bewusst und öffentlich über das Gesetz stellt. Das Schlimme ist, dass er Recht bekommt. Überall wird er hofiert und es wird ihm alles recht gemacht. Anzeigen werden nicht verfolgt, obwohl das öffentliche Interesse hier besonders hoch wäre. Er tut es schließlich nicht alleine in einem Hinterzimmer in einer Bar, sondern in aller Öffentlichkeit und das auch noch als Person mit Vorbildfunktion.
Pfui!

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hubertrudnick1 28.09.2012, 09:08
38. Die Welt nicht begreifen

Zitat von Social_Distortion
Abgehobene alte Männer ohne Bezug zum Durchschnitt der europäischen Bevölkerung diskutieren über ein europäisches Wolkenkuckucksheim. Überflüssig.
Genau so ist es, zwei Personen, die die Welt nur so sehen wollen wie sie es sich in ihren Kopf festgelegt haben, nur nicht nach links und rechts schauen.
Aber die Welt ist vielseitig und richtet sich nicht nach Gauck und Schmidt.
HR

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sponti123 28.09.2012, 09:08
39. Delle oder Knick?

Zitat: "Und selbst wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, dass die Wirtschaft auch in Deutschland einbricht, selbst wenn es hier zu einer Wohlstandsdelle kommen würde für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre: Gauck gibt sich überzeugt davon, dass Europa dennoch lebenswert bleibe."
Deutschland hat bis heute die Wiedervereinigung noch nicht vollständig verdaut. Daneben sind die Probleme die eine Währungsunion unter wirtschaftlich unterschiedlich starken Ländern bereitet inzwischen unübersehbar. Deutsches Geschick in der Organisation und Verwaltung erworben und verfeinert über Generationen beginnend in der Kaiserzeit bis zur hoch effizienten BRD trifft auf südländischen Schlendrian und Bimbes-Mentalität. Italien hat es bis jetzt nicht geschafft den wirtschaftlich schwachen Süden an den starken Norden heran zu führen. Es ist vorhersehbar das es mehrere Generationen braucht um überhaupt eine Chance zu haben eine europäische Wirtschaft in die Nähe der jetzigen Wirtschaftskraft der BRD zu bringen. Was jedoch in dieser langen Zeit noch alles passiert und wie sich Europa tatsächlich entwickelt kann niemand vorhersehen. Daher kann ich nicht nachvollziehen wie man von einer wirtschaftlichen 'Delle' sprechen kann. Es handelt sich tatsächlich um einen Knick!

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