Forum: Kultur
Europäische Flüchtlingspolitik: Der Rassismus war nie fort

Es war so lange ruhig in Europa, wie die Politik Rassismus nicht instrumentalisierte. Doch wer den Kontinent zur Festung hochrüstet, darf sich nicht wundern, wenn rassistische Angriffe wieder zu einer Feierabendveranstaltung werden.

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UM Pieper 08.08.2015, 15:01
340. Einiges durcheinander....

Zitat von subcomandante_m
[...] Da wird von einem anderen Kommentator gemutmaßt, dass man nur willkommen ist, wenn man Geld hat. Man selber aber wohl nie die beschämende und selbstlose Gastfreundschaft nordafrikanischer Länder erfahren hat, der Länder, deren Menschen heute um unsere Gastfreundchaft ringen. [...]
Sie meinen nicht die Gastfreundschaft nordafrikanischer LÄNDER, sondern die Gast[sic]freundschaft von Familien und Einzelpersonen gegenüber Besuchern. Sprich, Leuten, die sich selbst versorgen können und in ein paar Tagen oder nach einem Tag wieder abreisen.

Zur Kolumne: Mal wieder wird "Demokratie" als vermeintliches Synonoym für ein paradiesähnliches Land verwandt, in dem alles in jeder Hinsicht zum Besten steht.
Tatsächlich ist Demokratie ein politisches System, in dem das Volk mittels verbindlicher Wahlen, die nach bestimmten Grundsätzen ablaufen, eine Regierung bestimmt, die es auch wieder abwählen kann. Es kann als Souverän auf Gesetze einwirken, sie wieder abschaffen. Typischerweise gehören eine Opposition, die Verfassungsbindung und das Mehrheitsprinzip Dinge zu einer Demokratie, dazu, quasi systemimmanent, Dinge wie Meinungs- und Pressefreiheit.
So lange das in GB gegeben ist, ist GB, trotz zu kritisierender Machenschaften seines derzeitigen Premiers eine Demokratie. Oder was sonst?

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luzifer27 08.08.2015, 15:11
341. Erscheint mir alles zu simpel

„...die auf westliche Ausbeutung und ein bis zwei Jahrhunderte Kolonialverbrechen zurückgehen?...“
Rassen- Religions- und Stammeszugehörigkeiten bestimmen auch nach bereits langer Unabhängigkeit die Machtstrukturen und staatliches Handeln in fast allen afrikanischen Ländern. Das egoistische Versagen der eigenen Eliten trotz Billionen Dollar Entwicklungshilfe kann nicht ewig auf die koloniale Vergangenheit reduziert werden. Ein Blick nach Asien zeigt das es auch anders geht.

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patras 08.08.2015, 15:17
342.

Zitat von RioTokio
Bei uns haben alle die gleichen Rechte und Pflichten gemäß GG. Wer will das in Frage stellen? Was geht uns an wie Nigeria die Ölförderung organisiert oder was andere Länder anbauen? Die Kolonialzeit ist vorbei und auch Sie sollten das Selbstbestimmungsrecht dieser Länder respektieren. Der Bildungsstand im konservativ bürgerlichen Milieu ist ja meist höher - was sagt Ihnen das?
Natürlich geht es mich nichts an, woher das Benzin an der Tankstelle kommt, dass ich da, wann immer ich das will, tanken kann, da kümmern sich andere drum und ich als Endverbraucher muss mir da keine Gedanken drum machen. Ebenfalls muss ich mich auch nicht fragen, wie mein Schnitzel produziert wird, worauf der billige Fleischpreis zurückzuführen ist. Ebenfalls muss mich bei elektronischen Geräten nicht interessieren, wo und unter welchen Bedingungen das produziert wird und wie diese Menschen arbeiten. Oder meine Kleidung. Oder meine Schokolade, die schmeckt auch gut, wenn Kinderhände die pflücken, oder oder oder. Oder wenn die Schwerindustrie Waffen an Saudi Arabien liefert, oder an Katar. All das braucht uns nicht zu interessieren, Hauptsache ich gebe meine Weihnachtsspende für die hungernden Kinder in der Sahelzone.
Was das konservativ bürgerliche Milieu betrifft, dann sehe ich das mal als unbewiesene Behauptung an. Ich kann da, wenn ich mir da so einige politische Führungspersönlichkeiten aus der CDU/CSU und FDP ansehe keinen besonders ausgeprägten Bildungsstand sehen.

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erdmann.rs 08.08.2015, 15:33
343. Öl und Soja aus Afrika

Zitat von patras
Auch Ihnen würde ich empfehlen, die Artikel des Grundgesetzes zu lesen, besonders die Artikel 1 - 4, dann würden Sie nicht so höhnisch über den Artikel 3 herziehen. Und wenn Sie sich über die Ölförderung in Nigeria informieren würden, oder den Soja-Anbau in der Sahelzone (Soja als Schweinefutter für die Mastzucht bei uns), zwei kleine Beispiele für die Ausbeutung Afrikas, dann hätten Sie ein paar Informationen mehr. Welche politische Einstellung ich habe oder auch nicht, das dürfte hier nicht zur Diskussion stehen. Wenn Sie allerdings meinen, dass gut informiert gleich links ist, O.K., da könnte ich mich mit anfreunden. Das würde dann auch heißen, rechts gleich ...?
@patras (08.08.15 um 13:40)

Weder das Öl aus Nigeria noch die Sojabohnen aus der
Sahel-Zone werden diesen afrikanischen Staaten
"geraubt". Diese Produkte werden für einen vorher
ausgehandelten Preis dort g e k a u f t.
Was hat das mit Ausbeutung zu tun?

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ornitologe 08.08.2015, 15:38
344. Was Sie Demokratie nennen,

Zitat von patras
Der Gleichheitsgrundsatz ist wohl die wichtigste Grundlage einer jeder Staatsform, die sich Demokratie nennt. Wird das Gleichheitsgesetz und die Idee, die dahintersteht auch mit 2/3 Mehrheit aufgegeben, dann leben wir nicht mehr in einer Demokratie. Wenn das die Antwort auf eine tiefgehende globale Veränderung ist, dann wird es schwierig für alle Demokraten, die wir in Deutschland haben. Angemerkt: Gelebte Demokratie ist sehr schwierig. Der Flüchtlingszustrom war durch die Globalisierung ein zu erwartendes Phänomen, man kann nicht nur die positiven Dinge akzeptieren, die Konsequenzen für unsere im Überfluss lebende Konsumgesellschaft ist die Rechnung. Nicht alles, was in Mitteleuropa als selbsterschaffter Wohlstand angesehen wird, ist auch wirklich selbsterarbeitet. Auf dem Rücken und dem Elend von Millionen ist ein Teil dieses Wohlstands aufgebaut - und die wollen ein Stück von dem Wohlstand. Will Europa so weitermachen, dann wird es sich abschotten und demokratische Grundprinzipien aufgeben müssen. Oder lernen, zu teilen - und zwar weltweit. Ich denke, da wir hier in der Minderheit sind, das Ergebnis lässt sich vorhersehen, langfristig.
hat Friedrich von Schiller schon vor 120 Jahren wesendlich treffender beschrieben: "Demokratie ist die Herrschaft der Dummen." Zitatende

Dem kann ich nach heutigem Verständnis nichts hinzufügen...

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patras 08.08.2015, 15:44
345.

Zitat von erdmann.rs
@patras (08.08.15 um 13:40) Weder das Öl aus Nigeria noch die Sojabohnen aus der Sahel-Zone werden diesen afrikanischen Staaten "geraubt". Diese Produkte werden für einen vorher ausgehandelten Preis dort g e k a u f t. Was hat das mit Ausbeutung zu tun?
Ja, natürlich werden die nicht geraubt, so simpel geht es nicht. Aber Sie haben doch einen Schimmer, wie diese "Geschäfte" gemacht werden? Auch die Teppiche aus Kinderhand, oder die Schokolade wird nicht gestohlen. Arbeitsbedingungen, die eher an Sklavenarbeit erinnern, sind an der Tagesordnung. Firmen diktieren Preise. Oder nehmen Sie die Anwendung von zwar hier produzierten, aber in Deutschland verbotenen Pflanzenschutzmittel in der Nahrungsproduktion und damit die Auswirkungen auf die Gesundheit der Bauern. Shrimpsproduktion in Vietnam oder Thailand. Manchmal denke ich mir, wenigstens wird dieses Zeug hier bei uns konsumiert und die gesundheitlichen Auswirkungen sind ein schleichender Preis, den wir hier wenigstens bezahlen.Die Bedingungen werden diktiert, Preise werden vom Aufkäufer festgesetzt und wenn Sie das nicht wissen, dann glauben Sie vielleicht auch noch an den Weihnachsmann, der die Geschenke aus einer himmlischen Werkstatt bringt.

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patras 08.08.2015, 15:47
346.

Zitat von ornitologe
hat Friedrich von Schiller schon vor 120 Jahren wesendlich treffender beschrieben: "Demokratie ist die Herrschaft der Dummen." Zitatende Dem kann ich nach heutigem Verständnis nichts hinzufügen...
Na, dann sind wir wohl auf dem besten Weg so dumm /schlau zu sein, und werden die Demokratie mal wieder abschaffen. Schiller war aber eigentlich ein Revolutionär, der hatte wohl etwas Radikaleres im Kopf.

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rolli 08.08.2015, 15:59
347.

Zitat von ignaz huber
Nein, das kann man nicht als Rassismus bezeichnen wenn ein ganzer Kontinent von einer fremden Kultur überrannt wird, die grundsätzlich negativ auf unsere Weltanschauung und unseren humanistischen Werten eingestellt ist.Die versuchen wird, ihre Kultur langfristig auf uns zu übertragen, da sie zu keiner Integration und Kooperation bereit sind Es wird in Zukunft schwer für unsere Kinder sein, sich im eigenen Land frei und weltoffen weiter zu leben. Die grosse Masse der Flüchtlinge machts, nicht der Einzelne.
So ähnlich müssen die Neandertaler gedacht haben, als Ihre Vorfahren eingewandert sind.

rolli

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rolli 08.08.2015, 16:02
348.

Zitat von zeroto9
sie eine Zeit lang im Duisburger Norden, z. Bsp. Ihre eigene offene, gastfreundliche Seite gegenüber hauptsächlich aus islamischen Ländern stammenden Menschen verändert sich. Die Probleme hier sind haarsträubend und es wird mit ideologischen Scheuklappen darüber hinweggesehen. Wir haben eine Parallelgesellschaft zugelassen die Rassismus erzeugt.
Die Politik hat das zugelassen, und wir haben es geduldet, obwohl wir es besser wissen hätten müssen. Und nun verwendet die Politik Ihre Angst um weiter an der Macht zu bleiben. Angsterzeugen als Machtspiel.

rolli

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ornitologe 08.08.2015, 16:03
349. Vielleicht die Monarchie?

Zitat von patras
Na, dann sind wir wohl auf dem besten Weg so dumm /schlau zu sein, und werden die Demokratie mal wieder abschaffen. Schiller war aber eigentlich ein Revolutionär, der hatte wohl etwas Radikaleres im Kopf.
Die existiert auch heute noch in recht prosperierenden Staaten Europas...
Sowas wäre in der Unterhaltung überschaubar und darüber hinaus im Gegensatz zu den heutigen Politdarstellern noch etwas für´s Auge - smile

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