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Europawahl: Protestwählen lohnt sich!
Sven Braun/ DPA

Würden die Nichtwähler ins EU-Parlament einziehen, wäre die Lecktmich-Fraktion die größte. Nur scheint es die meisten Parteien wenig zu jucken, wenn die Leute sie nicht wählen - solange sie ihre Stimme nur niemand Anderem geben.

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HolgerS 19.05.2019, 02:04
50. Also AFD wählen?

Wenn man
1. davon ausgeht, dass AFD & CO keine Mehrheit bekommen
2. die Kolumnistin beim Wort nimmt und "den Etablierten" den "Stinkefinger" zeigen will

dann ist die rationale Entscheidung AFD wählen,
- das kostet die Etablierten Stimmen und damit Einkünfte, Posten und Einfluss
- ärgert diese mehr als das WÄhlen der Violetten
- und zwingt "die Etablierten" die unwürde links-rechts Show aufzugeben und zusammen zu arbeiten

Liebe Kolumnistin - ist das Ihre ABsicht??

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bibabuzelmann 19.05.2019, 02:23
51. @oliver.reintjes /14

Zitat von oliver.reintjes
Nicht zur Wahl zu gehen würde bedeuten, man akzeptiert das Weiter-So. Ich bin ein absoluter Pro-Europäer. Aber gleichzeitig lehne ich das ganze linke Gehabe der deutschen Parteien grundlegend ab. Deshalb wähle ich Protest für eine pro-europäische Partei und gegen die Etablierten. Es muss aber auch eine Partei sein, die Chancen hat, in das Parlament einzuziehen.
Wenn sie ne rechte Alternative zur AFD wollen, würde ich die freien Wähler empfehlen, die liegen laut den Umfragen gleich auf mit DER PARTEI bei 3% und haben ebenfalls wie die aktuell eine Abgeordnete im Europaparlament.
Allerdings sind die jetzt in Bayern an der Regierung beteiligt, also schon mit mindestens einem Fuß im Establishment unterwegs.

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Immanuel K. 19.05.2019, 03:28
52. Diese LmaA-Haltung...

...der Parteien gäbe es nicht mehr, wenn das Wahlrecht geändert würde - und zwar dahingehend, dass nur noch soviel Prozent der Sitze verteilt würden, wie auch Wähler zur Wahl gegangen sind: also, wenn in Deutschland nur 50% der Wähler zur EU-Wahl gehen, dann hätte Deutschland z.B. im EU-Parlament nur noch 48 Sitze (statt bisher 96), die sich anteilmäßig auf die gewählten Parteien verteilen - ein Land, das seinen Bürger die Wichtigkeit (in diesem Falle) - der EU-Politik vermitteln kann, hätte dann eben auch mehr Gewicht. Diese Wahlrechtsänderung könnte man natürlich für alle Wahlen so machen - bei den Bundestagswahlen z.B. 600 Sitze bei 100% Wahlbeteiligung... etc... ...und für Grundgesetzänderungen müßten 2/3 der gesamtmöglichen Abgeordneten (also 400) dafür stimmen...
So könnten die Parteien nicht mehr Politik am Bürger vorbei machen - das fände ich ganz spannend.

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caspiat 19.05.2019, 04:16
53. Völlig unbeachtet, und trotzdem der wichtigste Kommentar bisher!

Zitat von trickydicky
Damit den Parteien eine geringe Wahlbeteiligung eben nicht egal ist: die Zahl der zu entsendenden EU--Abgeordneten wird an eben jene Wahlbeteiligung gekoppelt. D.h. bei 50% Wahlbeteilgung in einem Land darf dieses nur halb soviel Abgeordnete stellen wie vorgesehen.
Sie haben nicht gekennzeichnet, dass Sie einen Vorschlag machen.
Das tu ich für Sie!

Sie haben eine Schnapsidee:
Man koppelt die Anzahl Sitze an die Wahlbeteiligung, und lässt darum Sitze frei!

Sie haben keine Ahnung, dass Ihr Vorschlag mit dem bekannten Spruch zu tun hat "Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten!".

Sie machen den Vorschlag, "damit es den Parteien nicht egal ist".

Was würden Sie sagen, wenn man das als Grund für den Vorschlag völlig ausser acht lassen kann?

Was würden Sie sagen, wenn jemand behauptete, dass man es so zwingend machen muss, bei allen Wahlen, weil es sonst nicht Demokratie ist?

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Bananenschale 19.05.2019, 04:28
54. Schwachfug!

Zitat von GoaSkin
Wer mit der Politik der Parteien nicht einverstanden ist, der sollte selbst in eine Partei eintreten und dort versuchen, seine Akzepte zu setzen - oder eine neue Partei gründen und es dort tun. Aber ob man sein Gejammer darüber ausdrückt, dass man garnicht wählt oder durch die Wahl einer Protestpartei. Die Welt ist kein Kindergarten, in dem Politik gespielt wird und Politiker vom Volk zugejammert werden, wie Eltern von ihren kleinen Kindern.
Wir leben in einer repräsentativen Demokraite. Da gibt es soetwas wie Verantwortung der Abgeordneten der Parlamente. Das ist die Kehrseite des repräsentativen Mandats. Abgesehen davon, muß Otto Normalo Geld verdienen. Das bischen Freizeit dürfte kaum für ernstzunehmende Politik reichen. Aber bitte ein Bsp.: Nehmen Sie sich irgendeinen Paragraphen aus dem BGB. Und stellen Sie sich bitte vor, daß ein Novelle dessen im Rechtsausschuß des dt. Bundestages beraten wird. Wie wollte das ein "nebenberuflicher" Abgeordneter leisten? Und daraus ergibt sich die zweite Schwierigkeit: Keine Partei ist fähig, eine Brücke zwischen ihren heren Ansprüchen einerseits und der praktischen Arbeit in den Ausschüssen in einen Parlaments zu schlagen, weil die Parteimitglieder gar nicht in der Lage sein können, dem zu folgen, was Abgeordneten im Parlament im Einzelnen machen um das auf etwaige Nebeneffekte abzuprüfen. Und wie oft wird der Bürger ob dessen hintergangen?

Ich kann einen solchen verkackten Blösdinn, wie Sie ihn verzapfen, nicht mehr hören! Sorry, aber das mußte jetzt mal raus.

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Bananenschale 19.05.2019, 04:34
55. Ich finde ...

Zitat von emil7685
Ich finde das unendlich schade. Als die PARTEI noch komplett antipolitisch war, war ich absoluter Stammwähler. Seitdem die aber seit der letzten Bundestagswahl konkret und ernsthaft Stellung zu politischen Themen bezogen hat ist sie für mich unwählbar geworden. Doof.
... die Entwicklung der Partei eher als positiv. Mit dem satirischen Ansatz beschreibt sie die Wirklichkeit m.E. am genauesten. Sie greift Mißstände auf, die aufzugreifen sind. Dabei wahrt sie eine gewisse Neutralität und vermeidet eine ideologische Zuspitzung. Und ist somit sogar kompormißfähig. Sie ist eben keine Blödelpartei.

Der Wahlspot überzeugt und könnte dazu führen, daß ich ...

Wird die Welt besser dadurch? Nö, daran glaube ich nicht.

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chainso 19.05.2019, 06:49
56. die partei ist eine partei wie jede andere

auch die partei verbeitet lügen.
"jeder zehnte mensch stirbt bei der flucht übers mittelmeer."
letztendlich ist die partei ein einziger puff,
dort lassen sie auch jeden rein.

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heinz k 19.05.2019, 07:16
57. Ein guter Artikel ....

trotzdem , ein bißchen Widerspruch muß sein . Wählen nur um zu protestieren , wozu soll das gut sein ?
Im Fall der AFD wird es ja gesagt , die Parteien haben sich bewegt , ja , aber alle in die - gleiche - Richtung !
Ob das nun " Rechts " ist und schlecht soll jeder für sich entscheiden , aber das Problem ist das wenn Alle das gleiche Spektrum abdecken wollen der Wähler eben keine " Wahl " mehr hat . Wir wollen doch wählen können zwischen mehr sozial oder mehr marktwirtschaftlich , offenere oder geschlossenere Grenzen , mehr harter oder kuscheliger Justiz usw.
Was die Vielzahl der Parteien angeht sehe ich keinen Vorteil darin das es diesmal ohne Mindestquote geht. Dagegen steht die Erfahrung von Weimar.Wenn sich schon zwei Parteien in einer Regierung nicht auf eine Linie einigen können , wie soll das bei Vielen gehen.
Natürlich ist die Chance größer bei einer Vielzahl von Parteien , das meine persönliche Meinung zu vielen verschiedenen Themen , bei einer Partei möglichst genau abgebildet wird , aber was bleibt davon übrig wenn diese Partei dann in einer Koalition mit 10 Anderen regiert ?

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thoma 19.05.2019, 08:12
58. Was für ein gigantischer Unsinn!

Die Autorin sagt, dass die EU ganz toll ist und unser Leben massiv verbessert hat. Deswegen müssen die Parteien, die dafür verantwortlich sind abgestraft werden.

Die EU bemüht sich seit Jahren um eine kohärente Flüchtlingspolitik, scheitert aber an renitenten Nationalstaaten. Nun soll ich dem Parlament seine Handlungsfähigkeit weiter rauben, in dem ich eine Spaßpartei wähle? Intellektuell arm!

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Pausenhüter 19.05.2019, 08:51
59. @30 Sitze streichen

Ihr Vorschlag, Trickydicky, die Anzahl der Sitze im Parlament um den Anteil der Nichtwähler (oder ggf. Ungültig-Wähler) zu reduzieren, würde den notwendigen Druck auf die Parteien erzeugen ... aber es wird nicht passieren!
Denn die Parteien/Abgeordneten im Parlament müssten dazu gegen ihre Eigeninteressen stimmen. Nicht unmöglich, aber sehr unwahrscheinlich.
Dass sich Parlamente ihre Geschäftsordnung, Wahlrecht oder Diäten selbst genehmigen (und sei es mit 2/3-Mehrheit), ist ein struktureller Fehler. Diese Entscheidungen gehören in ein demokratisches Kontroll- oder Gestaltungsgremium ... das nicht gewählt sondern tatsächlich repräsentativ zusammengesetzt ist. Ich empfehle Van Reybroucks „Gegen Wahlen: Warum Abstimmen nicht demokratisch ist“.
Geht nicht? Doch, geht! Z.B. Irland 2013
https://m.spiegel.de/spiegel/print/d-146047999.html
Pausenhüter

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