Forum: Kultur
Ex-Schlagerstar Mandoki: Der Mann, der nie Mongole sein wollte

Skurrile Schlagerhits wie "Dschinghis Khan" und "Moskau" machten Leslie Mandoki berühmt. Jetzt schreibt er Sinfonien für den Volkswagen-Konzern, komponiert für Angela Merkel und findet Bayern super. Doch im Gegensatz zu seiner Mongolenzeit ist ihm das alles kein bisschen peinlich.

Seite 1 von 2
Hagbard 23.09.2009, 15:37
1. .

Zitat von sysop
Skurrile Schlagerhits wie "Dschinghis Khan" und "Moskau" machten Leslie Mandoki berühmt. Jetzt schreibt er Sinfonien für den Volkswagen-Konzern, komponiert für Angela Merkel und findet Bayern super. Doch im Gegensatz zu seiner Mongolenzeit ist ihm das alles kein bisschen peinlich.
...muss es ihm ja auch nicht. Solides Musikerhandwerk.

Beitrag melden
Gegengleich 23.09.2009, 15:54
2. Wieso,

ja wieso ist ihm denn die "Mongolenzeit" peinlich. Er war ja wohl damals "jung und brauchte das Geld". Man hätte weitaus schlimmeres tun können.
Auch Herrn Siegel sollte das nicht peinlich sein. Vor allem nicht, wenn man schaut, was er sonst noch produziert hat (incl. Giulia).
Damals traf eben Dschingis Khan den Nerv der Zeit.
Ich bin damit aufgewachsen, und daß ich das Lied immer noch mitsingen kann, ist mir auch nicht peinlich.

Beitrag melden
musikus2808 23.09.2009, 17:10
3. Schöner Schein

Also wenn ich mir diesen Artikel durchlese, erkenne ich einen klaren Gewinner und einen klaren Verlierer.
Der Gewinner heißt eindeutig Leslie Mandoki. Er schafft es durch geniale Eigen-PR, meiner Meinung nach völlig ungerechtfertigt, doch immer wieder in die Schlagzeilen.
Der Verlierer heißt Spiegel-Online. Hat man doch hier, offensichtlich unhinterfragt, Dinge "gedruckt", die leider die Wahrheit teilweise sehr, sehr verdrehen. Denn wer bei Herrn Mandoki mal hinter die Kulissen schaut, wird feststellen, dass vieles nur Fassade ist... Aber offensichtlich ist "hinter die Kulissen schauen" nicht mehr Job des Spiegels. Schade eigentlich.

Beitrag melden
aqualung 23.09.2009, 17:45
4. he hossa...hossa hossa heee

Zitat von sysop
Skurrile Schlagerhits wie "Dschinghis Khan" und "Moskau" machten Leslie Mandoki berühmt. Jetzt schreibt er Sinfonien für den Volkswagen-Konzern, komponiert für Angela Merkel und findet Bayern super. Doch im Gegensatz zu seiner Mongolenzeit ist ihm das alles kein bisschen peinlich.
Natürlich war "Dschingis Khan" peinlich, oberpeinlich sogar. Les Humphries auf Droge. Dumm ist nur, dass die Nummer immer noch Nachahmer findet wie "Ruslana" oder auch "Lordi". Wenig Musik, wilde Klamotten und viel Gehüpfe - alles eine Sosse.

Allerdings muss man Mandoki auch zugute halten, dass er mit Leuten wie DiMeola, Lord, Bruce, Anderson, Brooker und einigen mehr recht ansprechende (Jazz)Rock-Musik auf die Beine stellen kann. Solange er die Leute nicht in Gottschalcks Auftrag dazu anstiftet, Ihre alten Hits zu meucheln, ist das alles soweit okay. Und dass er Merkel, CSU und VW töffte findet - mein Gott, wer glaubt denn noch, dass Rockmusiker per se progressive Gesinnungen hegen ?

Beitrag melden
albgardis 23.09.2009, 17:50
5. Wie jetzt?

Zitat von musikus2808
Er schafft es durch geniale Eigen-PR, meiner Meinung nach völlig ungerechtfertigt, doch immer wieder in die Schlagzeilen. Der Verlierer heißt Spiegel-Online. Hat man doch hier, offensichtlich unhinterfragt, Dinge "gedruckt", die leider die Wahrheit teilweise sehr, sehr verdrehen. Denn wer bei Herrn Mandoki mal hinter die Kulissen schaut, wird feststellen, dass vieles nur Fassade ist... Aber offensichtlich ist "hinter die Kulissen schauen" nicht mehr Job des Spiegels. Schade eigentlich.
OK, dann 'mal 'raus mit der Sprache!
Das wollen wir nun wissen!

Offenbar ist das Thema sooo wichtig, dass du Dich heute hier neu angemeldet hast, um diesen einen Kommentar zu schreiben. Also ist es Dir wichtig genug.

Deine Andeutung laesst darauf schliessen, dass Du mehr weisst als der SpOn Reporter. Jetzt dann bitte auch "Butter bei die Fische", wie man in meiner norddeutschen Heimat zu sagen pflegt.

Beitrag melden
Takke 23.09.2009, 18:39
6. Lordi=Dschinghis Khan?

Zitat von aqualung
Natürlich war "Dschingis Khan" peinlich, oberpeinlich sogar. Les Humphries auf Droge. Dumm ist nur, dass die Nummer immer noch Nachahmer findet wie "Ruslana" oder auch "Lordi". Wenig Musik, wilde Klamotten und viel Gehüpfe - alles eine Sosse.
Dumm ist nur, dass Lordi mit Dschinghis Khan recht wenig zu tun haben.

a.) Lordi machen eher traditionellen HardRock mit NWOBHM-Einschlag, denn Schlager.

b.) Orientieren sich Lordi eher an Größen wie KISS oder Alice Cooper. Beide gab es schon eine Weile vor Dschinghis Khan. Klar, wurde auch hier auf Effekthascherei gezielt, aber nicht umsonst dürften sowohl KISS als auch Alice Cooper die Rockmusik bis heute geprägt haben und dabei einiges mehr zu bieten gehabt haben, als ein "Ein-bischen-Siegel".

Man muss Lordi nicht bewundern (liegt mir auch fern), aber sie in einen Topf mit Siegel zu werfen, ist einfach ungerecht. Mal davon ab das "Hard Rock Hallelujah" einfach ein richtig guter Rocksong ist, sowie vermutlich der beste Siegertitel des Grand Prix der letzten 15 Jahre (was aber auch nicht so schwer ist).

Beitrag melden
DukeGozer 23.09.2009, 19:22
7. Was zum Geier hat das mit Lordi zu tun?

Danke für den Vorredner. Lordi und Siegels-Kunst-Gruppen auf eine Stufe stellen, also bitte. Ist das wieder Deutschlands engstirniger Blick? Haben den gleichen wirren Schneider, also müssen sie die gleiche Gruppe sein.

Ich kenne sogar noch einen weiteren Unterschied zwischen den beiden Combos: Lordi war Gewinner des Eurovision Song Contest 2006, das hat die Gruppe nie geschafft.

Also, wenn man von Hardrock und Metal nicht so viel Ahnung hat, einfach gar nichts sagen, denn Halbwissen und Dilettantismus sind die Waffen unserer Generation!
Sonst sind wir am Ende wieder bei Themen a la Brisant, die dann jedes Massaker dem Computerspiel oder dem Metal ankreiden wollen.

Beitrag melden
aqualung 23.09.2009, 20:02
8. Welcome to my nightmare

Zitat von Takke
Dumm ist nur, dass Lordi mit Dschinghis Khan recht wenig zu tun haben. a.) Lordi machen eher traditionellen HardRock mit NWOBHM-Einschlag, denn Schlager. b.) Orientieren sich Lordi eher an Größen wie KISS oder Alice Cooper. Beide gab es schon eine Weile vor Dschinghis Khan. Klar, wurde auch hier auf Effekthascherei gezielt, aber nicht umsonst dürften sowohl KISS als auch Alice Cooper die Rockmusik bis heute geprägt haben und dabei einiges mehr zu bieten gehabt haben, als ein "Ein-bischen-Siegel". Man muss Lordi nicht bewundern (liegt mir auch fern), aber sie in einen Topf mit Siegel zu werfen, ist einfach ungerecht. Mal davon ab das "Hard Rock Hallelujah" einfach ein richtig guter Rocksong ist, sowie vermutlich der beste Siegertitel des Grand Prix der letzten 15 Jahre (was aber auch nicht so schwer ist).

Zitat von DukeGozer
Danke für den Vorredner. Lordi und Siegels-Kunst-Gruppen auf eine Stufe stellen, also bitte. Ist das wieder Deutschlands engstirniger Blick? Haben den gleichen wirren Schneider, also müssen sie die gleiche Gruppe sein. Ich kenne sogar noch einen weiteren Unterschied zwischen den beiden Combos: Lordi war Gewinner des Eurovision Song Contest 2006, das hat die Gruppe nie geschafft. Also, wenn man von Hardrock und Metal nicht so viel Ahnung hat, einfach gar nichts sagen, denn Halbwissen und Dilettantismus sind die Waffen unserer Generation! Sonst sind wir am Ende wieder bei Themen a la Brisant, die dann jedes Massaker dem Computerspiel oder dem Metal ankreiden wollen.

Holla, lagen da wieder ein paar Schlipse rum, auf die ich draufgetreten bin ? Na, das belebt zumindest das Gespräch und jetzt weiss ich auch - Google sei Dank - was "NWOBHM" ist. Wenn sich das nicht gelohnt hat...;-)

So sei denn nur noch angemerkt, dass es tatsächlich nur um die Schnittmenge Klamotten und Hopserei (meinetwegen auch posing) ging. Das "Werk" von KISS und Mr. Vincent Damon Furnier kenn' ich seit den frühen 70ern und ja, ich halte beide (Kiss ausschliesslich) und Alice Cooper (überwiegend) für veritable Kirmesmusikanten, die letztlich genau dasselbe machen wie Siegelsche Mongolenhorden, nur halt in einem anderen Genre. Von Lordi kenn' ich nur die EuroVision-Mucke - mir mehr davon zu geben, sah ich keinen Anlass.

In freudiger Erwartung tsunamischen Widerspruchs

aqualung



@DukeGozer

"(...)Sonst sind wir am Ende wieder bei Themen a la Brisant, die dann jedes Massaker dem Computerspiel oder dem Metal ankreiden wollen."

Nee, will ich nicht. Der Bogen von Mandoki zu Massaker/Metal/Ego-Shooter ist dann doch ein wenig heavy und ähnlich abstrus wie die Konstruktionen, die Du damit ja wohl zu Recht kritisieren willst

Beitrag melden
Takke 23.09.2009, 20:26
9. Zwei entscheidende Unterschiede gibts dann doch...

...zu allererst ist Musik ja Geschmackssache.

Von daher darf jeder Alice Cooper oder KISS für veritable Kirmesmusiker siegelschens Zuschnitts halten. Ich würde vermutlich "veritablen Jazzrock" eher bewußt künstlerisch udn langweilig empfinden. Ist aber nicht meine Tasse Kaffee, die Jazzer mögens mir verzeihen - ich zitier mal bewusst prollig die Rodgau Monotones "Guten Tag Herr Jazzer, man sagt du wärst schnell. Bei uns zählen nur die Dezibel..."


Aber sowohl KISS als auch Alice Cooper haben eine ungeheure Anzahl Kids zu dem Gedanken "Das will ich auch mal machen!" gebracht. Nicht umsonst tummeln sich auf deren Tribute-Alben Dutzende Leute die unter die Kategorie "internationaler Star" fallen. Gibts eigentlich "A little Peace - a tribute to Ralph Siegel"? Von unzähligen kommerziell nur mittelmäßigen oder weniger erfolgreichen Bands, die sich auch auf KISS oder Alice Cooper berufen, abgesehen.

Zwotens: Hey, die schreiben Lieder und Texte selber (Lordi übrigens auch). So richtig - Künstler (wie die Jazzer, nur lauter und nicht so verfrickelt). Haben die Marionetten vom Siegel auch nie gemacht...

Beitrag melden
Seite 1 von 2
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!