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Facebook-Skandal: Die verlorenen Illusionen des Internets
LISA HORNAK/ EPA-EFE/ REX/ SHUTT

Wer bezahlt für Facebook? Wir alle, indem wir es benutzen. Und man zahlt hier nicht mit Geld, man zahlt hier mit seinem Leben.

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Gleichstrom 25.03.2018, 16:34
1.

Die Kombination aus erschreckender Naivität und wenig nachdenklichem Machertum hat mich an Zuckerberg immer erschreckt. "Erstmal machen, wird bestimmt alles gut!" - nein, erstmal die Folgen einschätzen!

Wann schnallen wir dummen Menschen das endlich, daß unser Kardinalfehler seit wir technische Systeme entwickeln nie darin lag, sie zu spät anzuwenden, nie darin, daß sie zu unnütz waren, sondern immer darin, daß nicht der verantwortungsvolle, sondern einzig der gewinnbringende Einsatz darüber entscheidet, was wann in welchem Maßstab eingesetzt wird?

Alles, was an Skandalen und Skandälchen so im Lauf der Zeit über Facebook bekannt wurde, hat mich wieder und wieder darin bestätigt, daß diese Nummer ohne mich läuft. Zum Glück, zurecht, noch immer.

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spon_4_me 25.03.2018, 16:35
2. Du meine Güte,

Herr Diez, geht‘s bei Ihnen auch eine Nummer kleiner? Kampf dieser Generation, das Ende der Öffentlichkeit und das Ende des Sozialen - alle Wetter. Mich überrascht vor allem, wie offenbar naiv-blumenkindlich SPON-Redakteure (ausser Herrn Lobo, aber inklusive Ihrer Netzweltexpertinnen) bislang das Internet gesehen haben. Weshalb, das wird mir in Anbetracht Ihrer Intelligenz und Bildung ein Geheimnis bleiben. Sie müssten nur mal im eigenen Haus zu den Content Managern (oder wie die heißen mögen) hinuntersteigen und sich ein wenig Nachhilfe zu IP-Tracking geben lassen. Sie könnten in Ihrem Artikel das Wort FB durch „Buchdruck“ ersetzen und klängen dann in etwa so wie dazumal die kirchlichen Wissensmonopolisten angesichts von Gutenbergs Erfindung. Und ja: Das Internet hat - wie damals der Buchdruck - viele und schlimme Schattenseiten. Es gibt eine Ochlokratisierung des Wissens; man braucht viel Stroh für ein paar Nadeln; Leute lügen und verdienen Geld damit, Leute lügen und werden Präsident damit. Warum deshalb so eine Jeriminade? Das ist der Welten Lauf, wie schon Heine sagte. Und sehen Sie es doch einmal so: Jede Fehlentwicklung ist eine evolutionäre Chance, das System besser an seine Umstände anzupassen. Nicht mehr nicht weniger. Und wenn Ihnen um die Zukunft bang ist, lesen Sie Stephen Pinkers neues Buch. Das macht Mut.

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cerberus66 25.03.2018, 16:36
3. Deutschlands heimliche Datenkrake

Also wenn wir damit anfangen, dann ganz von Anfang an: es gibt eine Organisation in Deutschland, die weiß wirklich alles Wichtige über jeden erwachsenen Menschen. Diese Organisation ist seit Jahrzehnten tätig und gerade seit den Nuller Jahren wird sie von der Politik zu einer gefräßigen Datenkrake weiterentwickelt. Liebe Leute, kommt mir bitte nicht mit Facebook, solange euer Finanzamt über die allerwichtigsten Dinge über euch Bescheid weiß. FB ist ein Kinderspielzeug. Wenn ihr in FB von der letzten Weihnachtsfeier bei eurem Arbeitgeber postet, dann ist das eure Entscheidung. Beim Finanzamt habt ihr und euer Arbeitgeber diese Freiheit nicht, sonst seid ihr ganz schnell Hinterzieher. Die Datenkrake Finanzamt ist erheblich schlimmer als FB.

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chico 76 25.03.2018, 16:41
4. Man

bezahlt mit seinem Leben? Geht es nicht etwas kleiner?
Der Satz: " was seine Erfindung anrichtet: der Schaden für die Medien etwa"......
enthüllt das Leben, um das es geht, dem manipulativen Journalismus.
Wer Facebook/Twitter u.a. nutzt kann Meinungsfreiheit ausüben ohne zensiert zu werden, wie es viele Foren praktizieren.

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raoul2 25.03.2018, 16:47
5. Interessanter Kommentar

Und nun? Wer glaubt denn wirklich, daß Zuckerberg "das Gute" im Sinn hatte und hat? Es ging und geht auch ihm nur und ausschließlich um Geld. Das hat doch jeder, der sich auf die "Krake" engelassen hat, von Anfang an gewußt. Und hat sich mehr oder weniger (meist weniger) konsequent darauf eingelassen, solange es unter'm Strich so aussah, als könne man es zumindest ansatzweise "steuern". Bleibt also nur das späte Aussteigen? Oder ist es nicht längst schon viel zu spät?

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Newspeak 25.03.2018, 17:05
6. ...

Es ist ironisch, wenn Journalisten Mark Zuckerberg Naivitaet vorwerfen, wenn sie mit ihrem eigenen Verstaendnis der Sache Jahre zu spaet dran sind.

Das bei einem kostenlosen Dienst, der Kunde das Produkt ist, ist eine Trivialitaet, die Leute, die etwas von der Materie verstehen, seit Jahren predigen. Jetzt versteht es ploetzlich ein Kolumnist und...tata...es wird als grosse Welterkenntnis verkauft. Aber nur, weil man selbst etwas erst jetzt verstanden hat, gilt das nicht fuer alle Anderen.

Man fragt sich auch, was die Leute denken, warum so eine Seite wie facebook existiert? Weil Zuckerberg ein Menschenfreund ist und die dahinterstehende Servertechnik ja auch nichts kostet? Die einfachsten Zusammenhaenge werden nicht begriffen, weniger aus Dummheit, als aus Eitelkeit. Klar, Lieschen Mueller in Hintertupfingen denkt wahrscheinlich wirklich, dieser Junge in Amerika hat die Seite fuer sie gemacht, damit sie ihre Katzenbilder ihren Freundinnen zeigen kann.

"vielleicht einfach auch, weil er zu wenig Zeit hatte nachzudenken, bevor er reich und mächtig wurde."

Wieso muss ueberhaupt jemand reich und maechtig werden duerfen? DAS waere die entscheidende Frage. Wieso darf ein Programmierjunkie, der ausser dieser Kompetenz wenig andere hat, und das immer wieder offenbart, vor allem im Hinblick auf seine soziale Kompetenz, mit Praesidenten am Tisch sitzen und Politik bestimmen? DAS muesste man doch mal beantworten. Aber immer wird sich nur mit Oberflaechlichkeiten beschaeftigt, waehrend die eigentlichen Fragen ignoriert werden.

Und dann bleibt auch die Frage nach den Konsequenzen. Wenn der Spiegel der Meinung sein sollte, facebook ist ein Problem, oder wirklich eine Gefahr fuer die Demokratie, warum wird die eigene Seite dort dann nicht geloescht? Weil man selbst verdienen will. So einfach und verlogen ist die Sache.

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hardeenetwork 25.03.2018, 17:06
7. Zuckerberg

...ist nicht das Problem. Das Problem sind die Nutzer. Sie sind nicht in der Lage vor lauter Selbstdarstellung die Gefahr zu begreifen, noch daran interessiert sie zu begreifen. Muss man Rauchen? Muss man Trinken? Braucht man Facebook? Nein, nein, nein (...)

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gerhard38 25.03.2018, 17:16
8. Die Welt ist früher

ohne Facebook gut ausgekommen. Diese Medien sind im Prinzip überflüssig und für die Benutzer meist eine riesenhafte Verschwendung an Zeit.

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nikaja 25.03.2018, 17:29
9. ich stimme Georg Diez zu

Der Kommentar ist gut und richtig.
Meine Befuerchtung ist, das das Gros der Facebook Nutzer ihn nicht verstehen wuerden.

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