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"Fack ju Göhte"-Star Katja Riemann: "Deutschland hat eine zerschmetterte Identität"
Constantin

Ihr furioser Auftritt in "Fack ju Göhte" hat Katja Riemann zur Favoritin für den Deutschen Filmpreis gemacht. Mit den meisten derzeitigen Komödien aber ist sie unzufrieden - und fordert eine Quote für deutsche Filme.

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Tyrion Lannister 09.05.2014, 16:16
40. Nö!

Zitat von yumyum
Da kommen sie wieder mal mit der guten alten Leier, die einfach nicht stimmt. Wie sollten Genre Filme gegen eine Übermacht aus Übersee konkurrieren? Wenn dann auch noch die Kinoketten alle Startplätze mit Hollywood Filmen besetzt, ist die Chance für einheimische Produktionen abseits der Komödie äußerst gering. Da kann man den besten Film der Welt gedreht haben, aber gegen den Xten Reboot von Star Wars, Batman, Planet der Affen... Etc. Etc. kommt man mit den in Deutschland üblichen Budgets nicht an.
Das stimmt so nicht ganz... was in Deutschland fehlt, sind vor allem gut gemachte Drehbücher und ein bisschen mehr Mut, mal auch etwas nicht ganz so mainstream-taugliches zu versuchen. Bestes Beispiel sind hier die TV-Serien aus den USA - da brauchen Sie nur "True Detective", "Breaking Bad" etc.. mit dem hier produzierten Quark (Stichwort Degeto oder auch das unsägliche "Traumschiff") zu vergleichen.

Nur muss man ebenfalls zugeben, dass der typische deutsche TV- (und wohl auch Kino-)Konsument eben auf Quark zu stehen scheint, sonst stände in den Kino-Charts hierzulande nicht die x-te Komödie der Herren Schweighöfer und Schweiger vorne und würden die oben genannten Serien nicht in der Festplattenaufnahme-Tages(Nacht-)zeit weggesendet. Sprich - der deutsche Zuschauer bekommt was er verdient.

Dennoch - mit einer Quote würde sich m. E. die ohnehin sich nur noch auf der Jagd nach Fördermitteln oder irgendeinem GEZ-Topf befindliche Branche noch weiter vom Markt (d.h. vom Zuschauer) entfernen, und der Elfenbeinturm der Produzenten (weniger der Schauspieler selbst!) bekäme noch einen stattlichen Wassergraben drum herum.

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hikari36 09.05.2014, 16:16
41.

Zitat von yumyum
Da kann man den besten Film der Welt gedreht haben, aber gegen den Xten Reboot von Star Wars, Batman, Planet der Affen... Etc. Etc. kommt man mit den in Deutschland üblichen Budgets nicht an.
Wenn man sich vor Augen hält, wieviel Steuergeld die deutsche Filmförderung jährlich ausgibt, kann es doch wohl kaum am Budget liegen.

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schwarzes_lamm 09.05.2014, 16:23
42.

Zitat von habe_fertig
Vielleicht liegt's ja am Kinopublikum. Kaum über 30 Jahren. Da kann der Geschmack noch nicht entwickelt sein. Deswegen findet diese Spezies alle gewalttätigen Amischinken vorzugsweise supergeil und deutsche Filme zum Gähnen. Hier fehlt offenbar der optische und akustische Kick. Und was soll ich sagen, die deutsche Filmkritik tutet ins gleiche Horn. Was dort an Filmen hochgelobt wird, schaue ich mir oft alleine schon wegen des Sujets nicht an. US-Filme hatten ihre große Zeit mit Bernd Lubitsch, Preston Sturges und Billy Wilder. Jetzt kommt von dort nur noch teurer Schrott. [...]
The Big Lebowski, True Grit (Remake mit Jeff Bridges), Wild At Heart, Lord Of War, No Country For Old Men, Verrückt nach Mary, Lost Highway (wer es etwas schräg mag) , Collateral, The American, Von Löwen und Lämmern - alles Schrott?!
Das ist nur eine Auswahl an Streifen, die mir spontan einfielen - nennen Sie mir auch nur eine einzige hiesige Produktion, die auch nur ansatzweise in die Regionen einer der aufgezählten Filme kommt.
Lassen Sie sich Zeit mit der Liste.

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yumyum 09.05.2014, 16:26
43. Monopol

Zitat von mickk
Die Crux im deutschen Film-Business ist gerade die öffentliche Förderung. Da wird ein Schrott gedreht, da wird einem schlecht. Um Gottes Willen, kann ich nur sagen. Das geht überhaupt nur, weil ein öffentlich zwangsweise erhobener Rundfunk-Beitrag den Verantwortlichen Ober-Seichtlingen die Möglichkeit gibt, selbigen Schrott zu drehen. Ich bin für die Abschaffung jeder Förderung. Dann wird sich die Szene wandeln. Dann heisst es, entweder verschwinden oder gut werden. Aber das wird nicht passieren. Da hängen zu viele Bonzen-Jobs dran.
Nein. Die Crux in der deutschen aber auch internationalen Kinolandschaft ist die Monopolbildung. Wir haben es inzwischen mit nur 3 Mediengiganten in der Welt zu tun, die sich aufgrund ihrer Monopolstellung vor Risiken im Kreativmarkt absichern. Dadurch können Preise und Kinostarts diktiert werden, völlig unabhängig von der Nachfrage. Wenn man einen vielfältigen Kulturbetrieb aufrecht erhalten will, muss man Wege finden, diese Monopole zu unterbinden. Die Förderung ist ein Weg, muss natürlich nicht der beste sein. Aber der Glaube, das sich der Filmmarkt von selbst regulieren wird in Europa, dafür ist es glaub ich zu spät.

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dhanz 09.05.2014, 16:27
44.

Zitat von kugelsicher
Wenn ihnen Filme wie: Kleine Haie, Der bewegte Mann, Allein unter Frauen, Abgeschminkt!, Lola rennt, Crazy, Good Bye Lenin, Loriot, Das Leben der Anderen, Lammbock (Yes!), Der Totmacher, etc. pp. nicht gefallen, dann schauen sie halt besser Spidermann 14 in 4D mit ganz viel Krach Bumm.
"Der bewegte Mann". Meine Güte, wie lang ist das denn schon her?
Ziemlich dünner Output über die Jahre.

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wwwwebman 09.05.2014, 16:32
45. Der deutsche Film gehört in die Tonne

Subventionierte Langeweile, immer die selben Themen, immer die selben abgehalfterten "Schauspieler", immer die selben drittklassigen Veranstaltungen, in denen dieser Schrott ausgezeichnet wird!

Lasst es endlich den Markt regeln! Dann kommt der deutsche Film endlich dahin, wo er hingehört!

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Pinky & Brain 09.05.2014, 16:37
46.

Zitat von yumyum
Da kommen sie wieder mal mit der guten alten Leier, die einfach nicht stimmt. Wie sollten Genre Filme gegen eine Übermacht aus Übersee konkurrieren? ...
Das geht sehr leicht.
Ijon Tichy: Raumpilot ist da beispielsweise ein extrem positives Beispiel. Selbst jene in meinem Bekanntenkreis, die mit Scifi und Komödie nichts anfangen können, haben diese Serie sehr gerne geschaut.
Leider wurde das ganze mal wieder auf die hintersten Spartensender der öff. Rechtlichen zu unmöglichen Sendezeiten ausgestrahlt.

Auch die Briten haben mit ihren BBC Eigenproduktionen es geschafft Sendungen zu liefern, die ganz locker mit US Hollywood Produktionen mithalten können und auch oft in den Schatten stellen.
Ich möchte da mal die Klassiker Dr. Who, per Anhalter durch die Galaxis und die dreibeinigen Herrscher (leider wurden nur die ersten beiden Bücher umgesetzt) anführen. Aber auch neuere Produktionen wie Torchwood sind Zuschauererfolge. Und wer mit Scifi nichts anfangen kann, der sollte sich mal Hustle anschauen, dessen Konzept in einer extrem schwachen Adaption von Hollywood mit Leverage aufgegriffen wurde.

Zugegeben, dass sind nun alles Serien und keine Filme. Aber das ist meiner Meinung nach kein echtes Argument. In beiden Fällen muss eine Geschichte spannend transportiert werden.

Von den französischen Filmen will ich gar nicht reden. Was da für echte Kracher vor allem aus dem Krimi, teilweise leicht Action-Lastig, schlummern lässt mich immer wieder vor Neid erblassen. Es ist eine Schande, dass solche Perlen praktisch nur bei Arte gezeigt werden.

Das Problem bei deutschen Produktionen ist meiner Meinung nach, dass versucht wird eine Moral einzubauen. Das in Verbindung mit den typischen "Betroffenheitsschauspielern" sorgt doch dafür, dass ein jüngeres Publikum doch schon gar nicht mehr gewillt ist, sich das Elend anzuschauen.
Unterhaltungsfilme und Serien sollen Unterhalten, dafür braucht es aber auch Geschichten, Schauspieler, Drehbuchautoren und Regisseure, die Unterhalten möchten. Tja... und das gibt es hierzulande eher selten.

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yumyum 09.05.2014, 16:39
47. Publikum

Zitat von Tyrion Lannister
Das stimmt so nicht ganz... was in Deutschland fehlt, sind vor allem gut gemachte Drehbücher und ein bisschen mehr Mut, mal auch etwas nicht ganz so mainstream-taugliches zu versuchen. Bestes Beispiel sind hier die TV-Serien aus den USA - da brauchen Sie nur "True Detective", "Breaking Bad" etc.. mit dem hier produzierten Quark (Stichwort Degeto oder auch das unsägliche "Traumschiff") zu ......
Sie kommen dem eigentlichem Punkt viel näher. Wir haben in Deutschland schlicht nicht das entsprechende Publikum. Ihr "Erfolgsserien" aus der USA sind hier Nischenprogramm, genau so wie ein Großteil der meisten guten US Kinoproduktionen. Bessere Drehbücher Würden nichts ändern, da jeder dt Produzent, der aufgrund der. Sprache schon allein auf den dt Filmmarkt angewiesen ist, sagen wird: "Das Drehbuch klingt gut, wird hier aber keiner verstehen." Hier wäre jetzt der von ihnen geforderte Mut gefragt. Nur dann kommt der Förderer und sagt: "Das Drehbuch klingt gut, können wir aber nicht machen, da uns der Steuerzahler eh schon für überflüssig hält und nur noch Filme akzeptiert, die er auch sehen will". Bleibt ihnen also nur noch der Mut, den Film selbst zu finanzieren. Nur wer wird ihnen das entsprechende Geld geben, wenn sie nicht im No Budget Bereich drehen wollen? Sie können natürlich einen No Budget Film drehen, nur dann kommt Frau Mustermann wie hier im Forum und meint: "Der Film sieht Scheisse aus, ohne "Farbfilter" und überhaupt, die Deutschen können das nicht..." Tja, dann halt am besten Filmwirtschaft sein lassen....

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wolle0601 09.05.2014, 16:41
48. Liebe Frau Riemann,

Zitat von sysop
Ihr furioser Auftritt in "Fack ju Göhte" hat Katja Riemann zur Favoritin für den Deutschen Filmpreis gemacht. Mit den meisten derzeitigen Komödien aber ist sie unzufrieden - und fordert eine Quote für deutsche Filme.
Wenn Sie über die Mängel im Schulsystem lamentieren, sollten Sie mal spaßeshalber ein kleines Google-Experiment machen: nehmen Sie irgendein Schulthema, sagen wir Erdkunde. Dann suchen Sie, was es da so alles an Versionen gibt. Falls Sie die Zeit für dieses Experiment nicht haben, verrate ich Ihnen das gruselige Resultat: Es gibt für fast jedes Bundesland eine eigene Version.

Ich würde sagen, ein deutlicher Hinweis darauf, was hier in Wirklichkeit schiefläuft: Eine wahnsinnige Ressourcenverschwendung durch Bildungsföderalismus.

Und statt das einzige, was dafür sprechen würde, zu nutzen - die Möglichkeit, etwas Neues erstmal in begrenztem Pilotumfang auszutesten, sauber zu evaluieren und dann flächendeckend umzusetzen oder eben auch nicht - ein Massenexperiment mit Menschen nach dem anderen, aktuell G8, G9, G8 1/2, inklusive der Flickschusterei, um das Chaos halbwegs im Griff zu behalten. Was das schon gekostet hat und noch kosten wird, weiß der Himmel. Aber Eltern-Lebenszeit ist ja umsonst, und Arbeitszeit von Schulbürokraten und Lehrern auch, die werden ja sowieso bezahlt...

Und das alles natürlich - Bürokratie muß ja ausgelastet und föderale Bildungspolitiker-Eitelkeiten versorgt werden in 16facher Ausfertigung.

Auch die Rechtschreibreform, hinter der maßgeblich eitle Bildungspolitiker und Sprachwissenschaftler stecken und die ich daher auch den Schäden zurechne, die das ineffiziente Bildungswesen in unserer Gesellschaft angerichtet hat, war so ein Menschenexperiment auf dem Rücken von Schülern und Lehrern. Nach den mir bekannten Zahlen sind dafür - für den Gegenwert Null - zwischen 3 und 5 Milliarden Euro verbrannt worden. Dafür hätte man eine Menge Schulen renovieren können.

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yumyum 09.05.2014, 16:45
49. Die Regisseure

Zitat von schwarzes_lamm
The Big Lebowski, True Grit (Remake mit Jeff Bridges), Wild At Heart, Lord Of War, No Country For Old Men, Verrückt nach Mary, Lost Highway (wer es etwas schräg mag) , Collateral, The American, Von Löwen und Lämmern - alles Schrott?! Das ist nur eine Auswahl an Streifen, die mir spontan einfielen - nennen Sie mir auch nur eine einzige hiesige Produktion, die auch nur ansatzweise in die Regionen einer der aufgezählten Filme kommt. Lassen Sie sich Zeit mit der Liste.
Die Hälfte der Regisseure die sie nennen, haben es extrem schwer in Hollywood Filme zu drehen. Ein Teil der von ihnen genannten Produktionen, kamen zu dem nur in deutsche Kinos, da ihre Verleiher von der deutschen Filmförderung unterstützt werden. Einige wie David Lynch oder Jim Jarmusch werden sogar von europäischen und deutschen Förderungen bei der Produktion finanziert.

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