Forum: Kultur
Fall Hegemann: Kreativität ohne Reinheitsgebot

Helene Hegemann, der neue Shooting-Star der Literatur, hat abgeschrieben. Na und? Das haben schon ganz andere vor ihr getan. Die Plagiatsdebatte um ihren Roman "Axolotl Roadkill" ist naiv: Publikum und Kritiker wollen hinter die Errungenschaften der Moderne zurück.

Seite 1 von 35
hatem1 08.02.2010, 16:34
1. Schreiben heißt nicht abschreiben

"Collagieren" - ja, warum nicht.
Aber collagieren heiß nicht abschreiben.
Sondern Erkennbares neu montieren.
Collagieren ist nicht: Fremdes als eigenes ausgeben.
Der Kommentar von Herrn Haas ist peinlich.

Beitrag melden
der M 08.02.2010, 16:37
2. Aha

Zitat von sysop
Helene Hegemann, der neue Shooting-Star der Literatur, hat abgeschrieben. Na und? Das haben schon ganz andere vor ihr getan. Die Plagiatsdebatte um ihren Roman "Axolotl Roadkill" ist naiv: Publikum und Kritiker wollen hinter die Errungenschaften der Moderne zurück.
Aha, weil andere es tun, ist es also in Ordnung? Für ein Online-Magazin, was seinen Inhalt schützt und sicher gegen nicht genemigte Nutzer vorgeht, haben sie aber eine sehr merkwürdige Meinung vom Schutz des geistigen Eigentums.
Ich gehe dann davon aus, dass ich SPON Artikel kostenlos auf meinem Blog ohne Backlink nutzen darf?

Beitrag melden
Praetoriani 08.02.2010, 16:40
3. Das stimmt so nicht

Zitat von sysop
Helene Hegemann, der neue Shooting-Star der Literatur, hat abgeschrieben. Na und? Das haben schon ganz andere vor ihr getan. Die Plagiatsdebatte um ihren Roman "Axolotl Roadkill" ist naiv: Publikum und Kritiker wollen hinter die Errungenschaften der Moderne zurück.
Das Problem ist aber, dass das Buch nie öffentlich diskutiert worden wäre, wenn Helene Hegemann nicht Helene Hegemann wäre. Frei nach dem Motto: Bei dem Elternhaus, musste dieses "Wunderkind" Kind ja mit 17 einen Bestseller abliefern.
Deswegen spielt es sehr wohl eine Rolle ob es abgeschrieben wurde oder durch eigene Anstrengung enstand.

Beitrag melden
evolut 08.02.2010, 16:41
4. Die Mission

Zitat von sysop
... hat abgeschrieben. Na und?
Der Umsatz stimmt jedenfalls. Mission accomplished. Glückwünsch ;)

Beitrag melden
kiu77 08.02.2010, 16:44
5. Naiver Unsinn

Der Inhalt dieses Artikels ist bemühter Verdrehung der Fakten und Wertesysteme. Es lohnt sich nicht, auf die einzelnen Aspekte den Usinns einzugehen.
Stattdessen ist dem Autor anzukreiden, dass er die Gelegenheit verpasst hat, den Star-Allüren des Mädchens und dem Star-Rummel der Bücherindustrie einen Denkzettel mitzugeben.
Wunderkinder sind eben naive Märchen, mehr zeigt die Sache nicht.

Beitrag melden
hfin 08.02.2010, 16:44
6. Peinlich

Das ist, wenn es stimmt, dass sich Hegemann (der vater wohlgemerkt) sogar das Buch bestellt hat, wirklich nichts als peinlich und plump von Daniel Haas. Dass Literatur sich gegenseitig befruchtet, wußte sogar die Genie-zeit ("Waldbruder, ein Pendant zu Werthers Leiden" von Lenz), darum geht es nicht, das war und ist nicht das Problem.

Das problem ist, bei anderen zu klauen und sich hinterher in postmodernes Irgendwie zu flüchten.
Inwieweit geklaut wurde, hätte eine präzise Analyse zu zeigen. Mir liegen beide Texte nicht vor, ich weiß es nicht. Wenn geklaut wurde, wird jedenfalls kein Gerede vom "doppelten Überschuß von Signifikat und Signifikant, in dem der Kommentar seinen Platz hat" den Skandal abwenden können.

Beitrag melden
QWERT 08.02.2010, 16:45
7. Lizenzbestimmungen?

Zitat von sysop
Helene Hegemann, der neue Shooting-Star der Literatur, hat abgeschrieben. Na und? Das haben schon ganz andere vor ihr getan.
Ab sofort ist Mord und Totschlag erlaubt, weil es ja schon ganz andere vor uns getan haben. Soviel zu dieser Art der Argumentation.

Zitat von sysop
Die Plagiatsdebatte um ihren Roman "Axolotl Roadkill" ist naiv: Publikum und Kritiker wollen hinter die Errungenschaften der Moderne zurück.
Vielleicht sollte man einfach mal schauen, unter welchen Lizenzbestimmungen die Texte veröffentlicht waren, die abgeschrieben wurden, anstatt irgendwelche Vergleiche mit dem Mittelalter anzustellen.

Beitrag melden
metbaer 08.02.2010, 16:47
8. Selten so einen Quatsch gelesen

Ich habe schon lange nicht mehr so einen Quatsch gelesen. Das man hier ein offensichtliches Plagiat als "kreative[s] Sampling" bezeichnet ist doch lachthaft. Da kann ich in Zukunft im Supermarkt einen Teil meines Einkaufs klaune und das dann "unkonventionelle Lebensmittelbeschaffung" nennen.

Sicher ist jeder Text durch das mitinspiriert, was der Autor/die Autorin im Leben so gelesen hat - aber es ist ein Unterschied, ob ich inspiriert bin oder ob ich plump abschreibe... ein meilenweiter Unterschied.

Beitrag melden
Romanic 08.02.2010, 16:48
9. Sechser

Also ich finde es ja schon naiv, Burroughs mit einer 17jährigen zu vergleichen. Besagter Herr hatte doch bereits vor Naked Lunch einigen Erfolg. Und Shooting-Star wird man auch nur wenn man hochgelobt wird, und das hat nun mal eben durch das Abschreiben dann doch einen seltsamen Beigeschmack.

Ich hab irgendwie das Gefühl, das man sich gerade zu rechfertigen versucht, warum die Hegemann doch toll ist, weil abschreiben ist ja auch irgendwie Kunst, oder was? Früher gab´s dafür mal ´n Sechser :-)

Beitrag melden
Seite 1 von 35
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!