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Fall Lübcke: Hass ausblenden - eine deutsche Tradition
CLEMENS BILAN/ EPA-EFE/ REX

Walter Lübcke wurde mutmaßlich von einem Rechtsextremen ermordet. Dass jetzt über Gefahr von rechts gesprochen wird, ist gut, richtig und wichtig - aber wie das getan wird, darüber müssen wir reden.

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charlybird 02.07.2019, 17:37
10. Diesem treffenden Kommentar

ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, außer vielleicht, dass die bleierne Unsäglichkeit linke und rechte Gewalt immer noch auf eine Stufe zu stellen, leider, und das ist das Furchtbare daran, nicht immer nur von rechtskonservativer Seite betrieben wird .
Diese Rechtsblindheit mit all seinen Facetten, die bspw. Mehmet Daimagüler gestern bei Plasberg als fortgeschrittenen Grauen Star auf eben diesem Auge bezeichnete, hat den Rechten erst den Raum gegeben, den sie heute haben.

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Real Denny Crane 02.07.2019, 17:38
11. People of Color

Ist etwas an mir vorbeigegangen? Wieso „People of Color“? Übersetzt heißt das doch „Menschen mit (bzw. von) Farbe“. Wo ist der Unterschied zu „Farbige“?

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D. Brock 02.07.2019, 17:45
12. Sehr gut!

Gratulation an Frau Stokowski. Sehr sauber analysiert und auf den Punkt gebracht.
Es ist sehr wichtig auf Sprache zu achten, wenn man's nicht tut oder schludrig mit ihr umgeht, öffnet man Missbrauch und Populismus Tür und Tor.
Wenn die ARD (wird in der Kolumne indirekt angesprochen) damit argumentiert, man müsse ja politisch neutral sein, dann hat sie sicherlich recht. Das BEINHALTET aber genau einen kritischen Umgang mit Sprache! Das beinhaltet eine Analyse der "Argumentationsweise". Die der AfD ist nicht neu und selbstverständlich muss und kann man diese auseinandernehmen und ist damit auch dazu verpflichtet, wenn man so jemanden einlädt.
Mitnichten bedeutet diese Neutralität, dass man Sendezeit, für die ich übrigens auch zahle, Rechtsextremen für ihre Propaganda zur Verfügung stellt. ...

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barth1808 02.07.2019, 17:47
13. Danke

Auf den Punkt gebracht

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max_schwalbe 02.07.2019, 17:54
14. Man wird sich einer inhaltliche Debatte stellen müssen

So sehr es auch stimmt, dass öffentliche, gegenseitige Anstachelung zu Gewalt sich unkontrolliert verselbstständigen und in eiskalter Praxis münden kann, so sehr muss man dennoch bedenken, dass es weder grundgesetzwidrig noch rechtsextrem, noch gewaltaufrufend ist, wenn man etwa wie Jung öffentlich in einer Talkshow klarstellt, dass man patriotisch eingestellt sei und sich von Lübkes Aussage in seinem Patriotismus verletzt gefühlt habe. Man muss diese Darstellung nicht teilen und komplett anderer Meinung sein. Dennoch ist das für sich genommen eine völlig legitime, durchaus verbreitete Einstellung, der man auch den gebotenen Raum zu öffentlicher Debatte geben sollte. Eine Jagt auf alles, was irgendwie nationalistisch sein könnte, dürfte das unklügste sein was man aus linker Sicht jetzt tun könnte, um endlich eine Deeskalation zu erreichen.

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ach-nur-so 02.07.2019, 18:06
15.

"In der "Süddeutschen" hieß es etwa, dass "der Politiker Walter Lübcke sterben musste, weil er für eine humane Flüchtlingspolitik warb". Davon muss man aber gar nicht sterben. Lübcke ist nicht an seinen politischen Überzeugungen gestorben, sondern durch die Waffe eines Rechtsextremen."

Wollen wir es denn dann mal ganz richtig stellen, statt nur halb? Walter Lübcke starb mutmaßlich, auch das muss man mal noch dazu sagen, durch die Waffe eines Rechtsextremisten. Jedoch, widerum mutmaßlich, nicht, weil er "für eine humane Flüchtlingspolitik warb", sondern weil er allen (dt. Staatsbürger*innen), die seine Sicht eine gewisse Sache betreffend nicht teilen, mal kurz die Tür gezeigt hat. Ich weiß, wie das klingt. Und nein, Lübcke trägt selbstverständlich keine Schuld an seiner Ermordung. Die trägt allein der Mörder oder die Möderin. Aber es ist Tatsache, dass es dieser eine Satz war, mit dem Walter Lübcke sich, mutmaßlich, auf die Liste der Rechtsextremen gesetzt hat. Drumherum zu reden ist möglich, aber sinnlos. Etwas vergleichbar Unlauteres von einer politischen Person dieses Ranges habe ich sonst übrigens nur von Angela Merkel gehört; im Satz, der mit "...dann ist das nicht mehr mein Land" endete. Wenn wir über Extremismus und die Gefährlichkeit von Sprache reden, dann gehört die andere Seite der Eskalations-Spirale im Teufelskreis aus Aktion und Re-Aktion mit dazu. Ob es Ihnen, mir oder sonstwem nun passt oder nicht. Carola Rackete sei das perfekte Feindbild für Salvini, titelte SPON kürzlich. Das stimmt. Aber umgekehrt, das wird leidlich "vergessen", verhält es sich exakt genauso. Ich überbringe diese Nachricht nur. Tötet nicht den Boten.

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max_schwalbe 02.07.2019, 18:09
16. Re: People of Color

Zitat von Real Denny Crane
Ist etwas an mir vorbeigegangen? Wieso „People of Color“? Übersetzt heißt das doch „Menschen mit (bzw. von) Farbe“. Wo ist der Unterschied zu „Farbige“?
Ein ganz normaler Anglizismus, den ich genauso ablehne wie viele andere überflüssige Anglizismen auch. Übrigens ist weiß (im Gegensatz zu schwarz) eine Farbe, genau genommen sind Farbige also genau Jene, die man eben nicht mit "people of color" meint. Insofern alles reichlich schräg. Kann man nicht ganz einfach von "Menschen mit dunkler Hautfarbe" schreiben? Einfacher, treffender und wertefreier geht es nicht.

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fördeanwohnerin 02.07.2019, 18:11
17. -

Wer ist denn konkret gemeint, wenn von "deutsche(r) Tradition" die Rede ist? Wo kommen Betroffene nicht zu Wort? Wer soll entscheiden, dass die AfD nicht eingeladen wird? Und auf welcher Grundlage? Ich verachte diese Partei zutiefst, aber ich finde es schwierig, wie hier argumentiert wird. So lange man nicht gegen unsere Verfassung verstößt, .. Es ist nicht so einfach, wie es hier dargestellt wird.

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denkdochmalmit 02.07.2019, 18:12
18. Der Verfassungsschutz...

...könnte ja erst mal alle Akten auf den Tisch legen ( ein paar wurden ja leider schon zerstört), und dann sehen wir mal weiter.
Ich bin immer wieder erschrocken wie toll die verantwortlichen Politiker nun jammern können ohne das sie die Dienste im Griff haben.
Die machen eh was sie wollen.
Hat man bei der NPD gesehen, konnte nicht verboten werden weil sie zum größten Teil aus V-Leuten bestand.
So bastelt man sich ein schönes "Rechtes" Problem, das dann passend mit vielen gut dotierten Planstellen "bekämpft" werden muss.
Ein Perpetuum Mobile sozusagen..
Nur leider rutsch hin und wieder ein Spinner durchs Netz und bringt jemanden um , anscheinend diesmal ohne das jemand vom Verfassungsschutz dabei wahr wie bei den anderen NSU Morden..

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jokordo 02.07.2019, 18:15
19. Vielen Dank Frau Stokowski

Wie immer ist Ihr Kommentar auf den Punkt.
Insbesondere die CDU versucht immer noch ganz bemüht die Tür nach rechts offen zu halten. Da ändern auch gegenteilige Beteuerungen der Vorsitzenden wenig.

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