Forum: Kultur
Fall Sigi Maurer: Endlich wehrt sich mal eine
imago/ Eibner Europa

Eine Ex-Abgeordnete in Österreich erhält sexistische Facebook-Nachrichten. Die veröffentlicht sie samt Absender. Nun muss sie sich dafür vor Gericht verantworten. Dabei hat sie alles richtig gemacht.

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Shelly 17.07.2018, 14:43
30. Vielleicht sollte die Frau

die Argumentation übernehmen.
Sie kann sich nicht erinnern, das veröffentlicht zu haben, aber ihr Smartphone ist immer wieder mal einige Minuten unbeaufsichtigt. Wer weiß, wer da alles was und an wen gepostet hat.

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Bayuware1947 17.07.2018, 14:46
31. Versagen des Rechtsstaats

Ich sehe ein Versagen des Rechtsstaats. Derjenige, der in den sogenannten sozialen Medien beleidigende sexistische Posts veröffentlicht, bleibt in den meisten Fällen straffrei. Dagegen werden diejenigen, die sie dagegen zur Wehr setzen straf- und zivilrechtlich belangt. Hier wird das Recht auf den Kopf gestellt.
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch in der Alpenrepublik?

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vera gehlkiel 17.07.2018, 14:46
32.

Zitat von sunisland
Zunächst mal sagt der beschuldigte doch, er habe die Kommentare garnicht geschrieben!? Wenn dem so ist, verstehe ich die Klage, da sein Geschäft sicher Schaden nehmen wird. Ich glaube ihm übrigens kein Wort, aber zunächst gilt die Unschuldvermutung - auch für Menschen, die Spiegel Online nicht mag!
Natürlich könnte Sigi Maurer sich ebenfalls darauf berufen, dass eine andere Frau an dem Laden vorbeiging, und dann zufällig auf ihrem Computer in den gerade offenen Facebookaccount die inkriminierte Beschuldigung hinein geschrieben hat. Wo kommen wir aber da hin, wenn wir enge strafprozessuale Massstäbe an alles anlegen, was Leute auf Facebook etc. schreiben? Schlicht niemand ist verpflichtet, sich dort überhaupt umzutun. Und niemand, etwas zu glauben, was dort geschrieben wird. Wenn Leute das Spielerische dieser virtuellen Realität aber ohne innere Notwendigkeit verlassen, um mal jemand real weh zu tun, können sie nicht einfach verlangen, dass ihnen nicht entsprechend eins zu eins geantwortet werden darf. Wer mir persönlich kommt, kriegt es auch persönlich zurück. Wäre Sigi Maurer von diesem Feigling direkt vor dem Laden angemacht worden, hätte sie ja auch unmittelbar reagieren können, etwa Gäste darauf aufmerksam machen, was man ihr an den Kopf wirft. Muss ich jetzt jedem Hinternfetischisten, der mir in der Strassenbahn an den Körper will, erst die Unschuldsvermutung zugestehen? Wenn mir so etwas passiert, da können sie sicher sein, wird das für die Person ein Spiessrutenlauf, bis er aus dem Wagen rauskommt, und ob ihn dabei Mitreisende wiedererkennen, ist mir komplett egal, ehrlich gesagt.

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schwäbischalemannisch 17.07.2018, 14:53
33. Ich könnte mit vorstellen...

..., dass irgendwann einer nachts den Laden anzündet, oder dem Wirt auflauert und ihm eine Abreibung verpasst.

Ist das jetzt auch schon Anstachelung???

Früher wurden Probleme sicher häufiger auf diese Art und Weise gelöst. Das hat zumindest die Gerichte entlastet. Und vermutlich hat es seltener den Falschen getroffen, wie wenn ein Gericht über etwas zu entscheiden hat...

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sinnmacher 17.07.2018, 14:56
34. Willkommen im Rechtssystem

Frau Maurer hat bislang doch alles richtig gemacht. Der Hornochse hat es verdient. Man darf nur nicht erwarten, daß diese Form der Genugtuung umsonst ist. Manchmal muss man dafür eben was riskieren. Nur Hashtags verfassen kann jeder. Was hat Frau Maurer denn zu befürchten? Ein Bussgeld vielleicht? Geschenkt. Ich würde sagen: das war's wert. Der Bierladenbesitzer ist bis auf die Knochen blamiert, bei Männern noch schlimmer als bei Frauen.

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stammtischschreck 17.07.2018, 15:01
35. Unschuldsvermutung...??

wenn von einem Rechner illegal Filme oder Musik heruntergeladen worden ist, gilt (hier in Deutschland) auch die Beweisumkehr, oder? Und in allen Passwort-geschützen Bereichen muss doch der Passwortbesitzer mehr oder weniger nachweisen(!), dass er es nicht war, wenn in dessen Namen etwas passiert. Ich verstehe also den zentralen Punkt des Prozesses nicht wirklich. Der Typ ist selbst Schuld, wenn er andere unter seinem Namen machen lässt...
Das Thema Selbstjustiz von Frau Maurer finde ich schwieriger. Andererseits: Wenn Gabriel die SMS von Merkel in der PK vorlesen darf....witzige Vorstellung: Sie stellt sich hinterher hin und sagt "das war ich gar nicht!"....

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mkalus 17.07.2018, 15:02
36.

Zitat von Grestorn
...finde ich insbesondere einige Kommentare hier im Diskussionsthread. Es denken immer noch so viele, das Internet wäre ein rechtsfreier Raum. Es ist *MEINE* Entscheidung, Dinge, die ich in meinem privaten EMail Account (oder Twitter oder sonst wie) erhalte, öffentlich zu machen. NIEMAND kann mir das verbieten. Und das als Verleumdung darzustellen, ist ein Witz. Wenn, dann ist die Verleumdung demjenigen zu unterstellen, der die Mail erzeugt hat, aber nicht demjenigen, der sie veröffentlich hat. Hier werden ganz massiv Ursache, Wirkung und Grundprinzipien von Recht und Zuammenleben durcheinandergeworfen!
Wie der Fall zeigt ist das Internet kein Rechtsfreier Raum, wie Frau Maurer ja auch gerade feststellt.

Genausogut hätte Sie auch eine Anzeige erstatten können, aber statt sich auf die Justiz zu verlassen war Selbstjustiz eben ihre Wahl.

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Crom 17.07.2018, 15:02
37.

Zitat von sunisland
Zunächst mal sagt der beschuldigte doch, er habe die Kommentare garnicht geschrieben!? Wenn dem so ist, verstehe ich die Klage, da sein Geschäft sicher Schaden nehmen wird. Ich glaube ihm übrigens kein Wort, aber zunächst gilt die Unschuldvermutung - auch für Menschen, die Spiegel Online nicht mag!
Es handelt sich hier um ein Zivilprozess und nicht um ein Strafprozess. Daher gelten andere Maßstäbe.

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crypto88 17.07.2018, 15:04
38.

Zitat von hbb258
Nein es ist nicht in Ordnung, was Frau Maurer hier macht - völlig unabhängig davon, was dieser Typ gesagt hat. Da muss sie den richtigen Weg gehen und das zur Anzeige bringen. Und wenn sie möchte kann sie das Thema dann immer noch öffentlich machen - aber ohne Namen und Adresse zu nennen. Das hier ist nichts anderes als Selbstjustiz. Und in diesem Fall ist auch die Verhältnismäßigkeit nicht gewährt - denn ein öffentliches an den Pranger stellen ist nochmal deutlich heftiger als eine Beleidigung. Wenn Sie so etwas okay finden wo ziehen sie die Grenze? Wenn ich von einem Betrunkenen eine auf die Back kriege, darf ich dann am nächsten Tag zurückkommen und ihn mit einem Hammer verprügeln? Solche Fragen muss man sich dann gefallen lassen.
Es ist vollkommen in Ordnung was Frau Maurer hier macht! Wenn Sie im öffentlichen Raum, ihrem Facebook Account, beleidigt wird hat Sie auch das Recht sich öffentlich zur Wehr zu setzen.
Da Sie ja Vergleiche so mögen, hier mal ein anderer. Stellen Sie sich vor, sie gehen an einem Bierladen vorbei und bekommen aus dem Laden eine Bierflasche an den Kopf geworfen.
1. Dürfen Sie jetzt den Ladenbesitzer an den Pranger stellen, weil eine Körperverletzung diesmal heftiger als eine Beleidigung ist?
2.Wären Sie nicht froh, wenn Sie vorher davon erfahren hätten, dass das in dem Laden öfter passiert, aber jemand dem das vorher schon passiert ist, ist den 'richtigen Weg' gegangen und hatet das zur Anzeige gebracht, aber der Ladenbesitzer hat sich damit herausgeredet, dass er es nicht war und jeder Kunde Zugang zu den Bierflaschen hatte und die Flasche hätte schmeißen könnnen?
Sie sehen hoffentlich woraus ich hinaus möchte?!

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ddorfer_ 17.07.2018, 15:04
39. Rechtsstaat

Minus und Minus ergibt nur in der Mathematik ein Plus. Im Falle der Abschiebung eines für unzählige Tote verantwortlichen Terroristen soll der Rechtsstaat gelten. Hier ist der plötzlich egal. Manchmal zeigt man Größe durch Nichtbeachtung. Die Chance wurde vertan.

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