Forum: Kultur
Fall Tönnies: Rassismus lässt sich abtrainieren
FOCKE STRANGMANN/EPA-EFE/REX

Ist Clemens Tönnies ein Rassist? Er würde das wohl bestreiten. Tatsächlich sehen sich die allermeisten von uns nicht als Rassisten, haben aber rassistische Denkmuster verinnerlicht. Sie loszuwerden ist eine lebenslange Aufgabe.

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SuperWeidi 13.08.2019, 17:59
1. Rassistisch ist demnach auch

wenn man einem "weißen Mann" bestimmte Denkmuster unterstellt, eben weil er "weiß" ist. Erst wenn ein Samuel Kouffour als "Schwarzer" sagt, der DFB sei nicht rassistisch, dann beenden auch die Medien ihr unangemessenes Spektakel .
Der Umstand, dass viel Nachwuchs in Afrika dazu beiträgt, den Menschen im Alter das Überleben zu sichern, wird bei uns bereits in der Schule gelehrt. Wenn dies nun jemand ausspricht, dann schreibt irgendein "weißer Journalist", dass es sich um eine rassistische Denke handelt. Es sind die "weißen Reporter" ( jetzt wird es rassistisch ), die diese Kritik äußern, nicht die schwarzen! Die weißen Reporter äußern sich abfällig gegenüber den eigenen Leuten, unserer eigenen Wirtschaft und unseren Politikern. Es ist daher lächerlich, diesen Artikel in irgendeiner Form ernst zu nehmen. Ich will nicht leugnen, dass es in unserem Land genügend rassistische Denke existiert, das war schon immer so. Aber unsere Medien dichten das Übel herbei; und liest man es oft nur oft genug, dann beginnen es die Leute zu glauben.

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browserhead 13.08.2019, 18:05
2. Nicht nur rassistisch...

sind die Ansichten von Herrn Tönnies, der passenderweise in Kolonialherrenmanier gern zur Großwildjagd nach Afrika reist, sondern auch dumm. Es geht nicht nur um törichte "Schnacksel"-Weisheiten à la Thurn und Taxis, die natürlich eindeutig rassistisch sind. Es geht auch darum, dass er den Afrikanern, deren ökologischer Fußabdruck ohnehin dramatisch viel kleiner ist als der eines Fleischindustrie-Milliardärs, mirnichtsdirnichts auch noch die Verantwortung für die Klimakatastrophe (und dessen Lösung) zuschiebt. Es ging in seiner Rede um Klimasteuer in Deutschland (!) und da schwadroniert der Herr als offizieller Redner (also nicht im Bierdunst der schalke-Fan-Spelunke) auf dem Handwerkstag (offenbar unter Applaus), wie man das Problem mal eben verschieben könnte. Das ist dumpfester Populismus, der offenbart, dass Herr Tönnies die Dimensionen der globalen Problematik nicht erfassen kann oder will. Gern würde ich mal Mäuschen spielen, wie der Präsident sich seinem Angestellten Gerald Asamoah erklärt.

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Paddel2 13.08.2019, 18:06
3. Wenig fundiert

Studien zu Rassismus bauen in der Regel auf Umfragen und Auswertungen konkreter Fragestellungen ab. Das Ergebnis der Studie hängt somit davon ab, wo die Autorin bzw. der Autor die Grenze zieht. Das auch das sorgenvolle linke Lager Spiel mit Worten betreibt, zeigt dieser Beitrag. Wer Einwände welcher Art auch immer gegen Zuwanderer hegt, wird mit der Bezeichnung „Vorurteile“ gleich in die Ecke eines sich zwangsläufig irrenden Menschen gestellt. Weiter kann man beobachten wie sowohl in Studien als auch in Medien kritische religiöse Einstellungen mit Rassismus gleichgesetzt werden, was aber per Definition bereits falsch ist. Typisch für das linke Lager ist zudem die eindeutige Einteilung der Welt in Gut und Böse bzw. in diesem Fall in Rassisten und Nichtrassisten. Wer sachlich argumentiert verabschiedet sich dagegen recht schnell von gängigen Schwarz-Weiß-Mustern. Das die Aussagen von Tönnies rassistisch sind, teile ich. Die Frage ob er ein Rassist ist, ist dagegen unbedeutend, ihre Beantwortung sogar anmaßend.

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äßikz 13.08.2019, 18:08
4. Weiße Männer

Habe mich gefragt, ob und wie Margarete das Wort 'Weiße' in ihrem Artikel benutzen wird: Ja, sie hat Verwendung dafür gefunden. Und zwar in dem Absatz, der suggeriert, dass Rassisten weiß sind, und dass Sexisten männlich sind. Ich bin nicht wirklich überrascht.

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christine.rudi 13.08.2019, 18:09
5. Abtrainieren: genau das ist es. Das schlimmste ist das "Mitlachen"

bei rassistischen / sexistischen Witzen oder Sprüchen (obwohl bei letzteren die Abgrenzung manchmal schwierig ist). Abtrainieren bei sich selber und bei anderen. Insofern fehlt bei dem Beitrag noch der Hinweis auf die Zivilcourage. Wenn jemand einen rassistsichen Spruch in der Gesellschaft oder eine rassistische Beleidigung in der Strassenbahn losläßt, sollte man aufstehen und Mann / Frau darauf hinweisen, daß das nicht geht und nicht doof lachen ! Auch das gehört zum Abtrainieren.

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ambulans 13.08.2019, 18:19
6. sehr

geehrte frau stokowski, das mit dem "rassismus" haben sie völlig korrekt erklärt, aber - wie sind sie noch mal auf "sexismus" gekommen?

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roenga 13.08.2019, 18:24
7.

"Ist man ein Rassist oder ein Sexist, wenn man etwas Rassistisches oder Sexistisches gesagt hat? "
Nö, nicht unbedingt, denn manchmal ist man dann auch Feministin
Schöne Grüße von einem 'alten weißen Mann'

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klamed 13.08.2019, 18:26
8. Ich weiß nicht, ob man/frau Rassismus erfolgreich mit Populismus...

... bekämpfen kann.
Herrn Tönnis hat nicht erklärt warum er der Meinung ist dass „Afrikaner, wenn es dunkel wird...“, ich will es nicht wiederholen.
Ob er annimmt dass das Kulturelle Gründe hat, der Altersabsicherung dient, Arbeiskräfte fürs Feld gebraucht werden, Verhütungsmittel/-methoden fehlen oder die stärkere Libido dafür verantwortlich ist, ist unklar. Ihm letzteres in den Mund zu legen ist vergleichbar mit:
- Linkenparteimitglieder sind in ihrem Innersten Marxisten oder sogar Leninisten
- oder wenn Markus Söder sich für Umweltschutz ausspricht er eigentlich ein Wendehals ist, da ihm die Wähler davonlaufen

Alle 3 Aussagen ist Populismus. Aussagen, Beibachtungen werden überzogen und zusätzlich mit negativen Attributen behängt um „Stimmung“ zu machen und die Mehrheit gegen irgendwas aufzubringen. Und sei es Herr Söder, die Linke, Herr Tönnis oder Menschen ohne Migrationshintergrund.
Nicht zu unterscheiden zwischen Personen die Stuss erzählen und einem Mob der anders aussehende jagt und verprügelt, scheint mir die Situation zu sehr zu vereinfachen. Frau Stokowski, wenn Sie Menschen schon in Schubladen sortieren, bitte ich Sie mehr als 2 Laden (gut/böse) für die Menschheit bereit zu haben.
Grundsätzlich stimme ich Frau Stokowski zu, jeder hat vereinfachende, in Schubladen sortierende Denkmuster die auch rassistisch sein können und man/frau muss ständig sich selbst beobachten und korrigieren.

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Bernd S 13.08.2019, 18:26
9. Ostfriesenwitz

Ich finde Ostfriesenwitze durchaus ok (ja, ich bin aus dieser Generation) und lustig. Sie sind aber überhaupt nicht lustig, wenn sie jemand tatsächlich glaubt und sie dann erzählt. Dann sind sie schrecklich diskriminierend und erzählen mehr über die Weltsicht des Erzählers als über die Ostfriesen.
Ich fürchte, hier ist es leider so, dass Herr Tönnies wahrscheinlich auch jetzt noch irgendwie sicher ist, dass er eigentlich eine Wahrheit erzählt hat, die man aber irgendwie nicht sagen darf. Und sich selbst als Opfer sieht. Und das macht ihn zumindest dann zum Rassisten, wenn er nicht anerkennt, dass ein Zusammenhang zwischen Wohlstand und Geburtenrate zwar statistisch vorhanden ist - aber völlig unabhängig von Hautfarben und Kontinenten.

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