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Familiendebatte bei "Hart aber Fair": Trennt euch!

Kinohits beschwören das Glück getrennter Eltern, der Bundespräsident*lebt mit zusammengewürfelter Familie auf Bellevue: In seiner ersten Sendung auf dem neuen ungeliebten Programmplatz diskutierte Frank Plasberg die "Patchwork-Lüge". Da wurde der Therapie-Talk*zur Talk-Therapie.

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olaf_b. 06.09.2011, 21:16
160. Kochlöffel im Hirn

Zitat von Götternot
(...) da wurde aufgepasst und es gab abwechselnd Fleißkärtchen oder eine Watschn, beides wirkte positiv. Hören Sie mir auf mit diesem Nachgequasel über die ach so schlechte "schwarze Pädagogik" auf. (...) Nein Herr Forist, ein Klaps auf den Po hat nie geschadet. Natürlich keine prügelnden Eltern (...) (...) nur wir hatten Eltern die immer für uns da waren, auch wenn auf dem Hosenboden der Kochlöffel mal tanzte Anfang der 50er Jahre.
Sehen Sie, Ihre Ausführungen sind der beste Beleg für die Charakter-Deformierung, die eine Kochlöfel-Erziehung mit sich bringt. Beinahe jeder Ihrer Sätze strotzt nur so von Aggression gegen Andersdenkende, von permanenter Gewaltbereitschaft gegenüber physisch wie psychisch Unterlegenen, in diesem Falle wehrlose Kinder. Ihre kochlöffel-schwingenden Eltern gehörten der Täter-Generation an. Deren Generation war verantwortlich für die unfassbarsten Gräuel. Immer feste druff auf die Schwächeren, auf Untermenschen, auf Behinderte.

Nach außen mussten diese Eltern nach dem Krieg Demokraten werden. Das hatten schließlich die Sieger so verordnet. Nach innen aber haben sie die anerzogene Gewaltbereitschaft und Intoleranz hemmungslos mit dem Kochlöffel, dem Lederriemen oder dem Rohrstock in die Familien getragen und ihren Frust an ihren wehrlosen Kindern - ja, auch Ihnen - ausgelassen.
Die Menschenwürde ist unantastbar? Ja klar, für die Täter. Aber doch nicht für die Kinder. Stress im Beruf? Streit mit der Gattin? Ärger mit den Nachbarn? Kein Problem. Zum Frust-Ablassen können Sie ja auf den Kindern rum-kochlöffeln. Endlich jemand, der schwächer ist.
Und wehe, werter Forist, Sie hätten ihren Vater nach seiner Rolle im Hitler-Deutschland gefragt. Eine Ohrfeige wäre noch die harmloseste Antwort gewesen.
Und diese verbitterte, gewaltgeprägte und gewaltausübende Generation Ihrer Eltern, die unermessliches Leid über die Welt gebracht hatte, wollte der folgenden Generation vorschreiben, was gutes Benehmen sei? Wie man gefälligst ein "geordnetes Leben" zu leben habe? Wie man "sauber" durchs Leben geht? Was Toleranz und Nächstenliebe bedeuten?
Das ist zynisch, das ist grotesk.
Die Antwort eines beträchtlichen Teils der Nachkriegsgeneration war '68. Es mag sein, dass '68 viele Übertreibungen mit sich gebracht hat. Aber kriminelle Subjekte, die ihre Gewaltneigung und andere abartige Allmachtsphantasien mit dem Kochlöffel und anderen Waffen in ihren Familien autoben durften, hat dieser gesellschaftliche Bruch hoffentlich für immer diskreditiert.

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bekennerschraiben 06.09.2011, 22:10
161. nicht das einzig glücklich machende Lebensmodell.

Zitat von Mrs. Figgs
Letztlich ist dies eine Frage der Werte, die Frage ist nur, wo man diese ansetzt. Wie ich bereits an anderer Stelle äußerte, halte ich die übermäßige Romantisierung der intakten Familie für ebenso verfehlt, wie die der Liebe/Ehe. Mit solchen Vorstellungen macht man sich, seinem Partner und seinen Kindern das Leben schwer. Und über kurz oder lang scheitert man an der Realität. Ich habe es lange Zeit vorgezogen mangels Ehe keine Kinder zu bekommen, weil ich die Vorstellung der klassischen Familie im Kopf hatte (meine Eltern sind seit über 40 Jahren glücklich verheiratet). Mit 37 hatte ich dann plötzlich trotzdem ein Kind - den Sohn meines Partners. Die Situation war für mich erstmal gewöhnungsbedürftig, weil ich meine eigenen Idealvorstellungen radikal überdenken mußte und auch nicht von heute auf morgen in die Rolle der "Zweitmutti" hineingewachsen bin. Mittlerweile bin ich auch sehr froh darüber, denn ich konnte für mich tatsächliche Werte erarbeiten: Liebe, Respekt, Toleranz, Konfliktfähigkeit, Kompromißbereitschaft, Bodenständigkeit. Und as Schöne ist eben, daß wir diese Vorstellungen alle miteinander teilen, zum Wohle des Kindes, ebenso wie zu unserem eigenen. Ehe und Kernfamilie sind nicht alternativlos und nicht das einzig glücklich machende Lebensmodell.
okok, von wessen glück reden sie denn jetzt ?

den begriff glück oder glücklich höre und hörte ich eigentlich nur von geschiedenen frauen

mir scheint, dass der wunsch nach oder anspruch auf "glück" vor allem bei frauen von frauen ausgesprochen wird

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bekennerschraiben 06.09.2011, 22:12
162. guter beitrag

Zitat von toskana2
Die eigene Lebenserfahrung, mag sie für viele unnütz erscheinen, lehrt mich doch, dass es die nicht-Geliebten und die nicht von ihren Eltern Angenommenen, dieselbigen sind, die bindungsunfähig sind und ihr eigenes Wohl über das der eigenen Kinder stellen - müssen. Was dem folgt, Patchwork, "neues Glück", "das nächste Mal wirds besser", ist nur zwangsläufig, weshalb auch den Betroffenen nicht zum Vorwurf gemacht werden darf! Nur das geliebt-worden-sein scheint darüber zu entscheiden, ob man sich zugunsten anderer, zumal der eigenen Kinder zurück nehmen kann. Der Heilige Franziskus soll gesagt haben: "Ich liebe Dich, heisst, ICH gehe verloren" - es stimmt, sehr anachronistisch!
und auch schön geschrieben

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cocobra 06.09.2011, 22:25
163.

Zitat von Götternot
nur wir hatten Eltern die immer für uns da waren, auch wenn auf dem Hosenboden der Kochlöffel mal tanzte Anfang der 50er Jahre.
Eltern, die immer für alle da waren? Wieviele Väter sind denn damals nicht mehr nach Hause gekommen? Und wenn, dann schwer traumatisiert (wie mein eigener Vater), blind, mit fehlenden Gliedmaßen ( wie fast jeder Mann in der Siedlung, in der ich aufwuchs). Etliche Kinder sind auf den Flüchtlingstrecks aus dem Osten von Ihren Müttern getrennt worden und haben sie nie wiedergesehen und von den jüdischen Kindern, die von Ihren Eltern zu ihrer Rettung nach England geschickt oder sonstwo versteckt wurden ist wohl auch kaum mehr eins in den Genuss Ihres ach so romantischen Familienglücks gekommen. Um diese Zeiten zu idealisieren muss man schon immens ignorant sein.

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Mrs. Figgs 07.09.2011, 23:40
164. ...

Zitat von bekennerschraiben
den begriff glück oder glücklich höre und hörte ich eigentlich nur von geschiedenen frauen
Ihr Klischee, Ihre Projektionen.

Sorry, not my business.

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unsinkbar2 07.09.2011, 23:45
165. Trennung besser

Man kann sich auch trennen, weil man sich einfach nur auseinandergelebt hat. Weil ein Elternteil sich verändert hat. Oder der andere überhaupt nicht..

Die Trennung der Eltern muss nicht gleich der Weltuntergang für Kinder sein. Kommt ja auch selten wirklich plötzlich. In meinem Fall bin ich mit den Kindern im gleichen Ort geblieben und sie konnten ihren Vater sehen wann und wie oft sie wollten (und auch dort machen was sie wollten). Ihr Vater war ja weiterhin ihr/guter Vater.

Später hatten sie dann quasi zwei Familien, das kann man auch als eine Bereicherung sehen. Geht jedenfalls auch ohne Rosenkrieg.

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JorgeX1202 07.09.2011, 00:02
166. sie sind schon

Zitat von Götternot
Was sollen die Krankenkassen in diesem Vollkaskostaat denn noch alles übernehmen? Und Ihr Hinweis auf die schwarze Pädagogik ist ja wohl ein Witz. Welche Kinder gehen denn zum Psychologen und werden mit Rialin.....
ein toller Typ. Ihnen ist vielleicht zufällig klar, dass Leute wie Sie wegen Ihrer lockeren Hand eigentlich in den Knast gehören? Wer Kinder so einfach wie Sie schlägt, ist, mit Verlaub gesagt, ein Arschloch.

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toskana2 07.09.2011, 01:07
167. vereinfachte Formel

Zitat von kalumeth
..wenn man, wie ich, gläubige Eltern hatte, die als Kind selbst NICHT (oder kaum) geliebt wurden, t r o t z d e m zusammen blieben (aus Angst vor Alleinsein - in abstrafender, dörflicher Umgebung) ..wenn man sieht, .....
Wenn Sie sich die Mühe machten, meinen Beitrag aufmerksam zu lesen,
würden Sie feststellen, dass ich mich ausschliesslich
auf meine eigene Lebenserfahrung beziehe,
somit ich keinen Anspruch auf die letzten Wahrheiten erhebe.

Dennoch glaube ich, dass es keine "eindimensional vereinfachte Formel" sei,
zu meinen, nur Menschen, die selbst geliebt wurden,
können auch andere lieben.

Sie können den dummen Spruch:
"Liebe ist, wenn ..."
... anschließend gibt jeder seinen Senf dazu.

Obwohl ich alles andere als ein frommer Christ bin,
empfehle ich Ihnen "Korinther, 13,1-13" zu lesen.
Aus dieser Schrift schliesse ich, dass Liebe ein Geschenk ist,
welches man geschenkt bekam, um es anderen weiter zu schenken.
Die Freude, die dabei entsteht, kehrt zu einem zurück.
Selbstlosigkeit ist kein Synonym für Selbstaufopferung
und bedeutet in allen Fällen Erfüllung.

Wer so empfindet (nicht so denkt!), der kann nicht zusehen,
wie aus den eigenen Kindern Psychopathen werden,
nur weil man meint, das eigene "Glück" sei wichtiger.
Dennoch sehe ich ich hier keine Schuldigen,
weil das Spiel abgekartet ist - man ist geliebt worden oder nicht.

Was das "Glück" von Patchwork-Familien angeht,
so kann man sich vieles einreden, bevor der Abend kommt.
Abende können übrigens sehr kalt sein,
- besonders im Winter des eigenen Lebens.

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Dampflok 07.09.2011, 09:15
168. Das kann ich toppen..

Zitat von kalumeth
ein Schlappschwanz ist, wer zu wenig Zivilcourage zeigt und nach der Trennung seine Kinder aus Bequemlichkeit oder falscher Paktierung(/Hörigkeit) mit 'der Neuen' vernachlässigt.
Eine Schlappschwänzin ist, wer sowenig Zivilcourage und Verantwortung zeigt, daß sie erst Kinder macht, dann aber oft wegen Kleinigkeiten, wegen eines lockenden neuen Liebhabers oder wegen der exorbitant hohen Scheidungsprämien das Kind ihrer "Alleinerziehung" aussetzt und ihm erzählt der Vater würde sich nicht kümmern.

Übrigens ist es oft gerade die "Neue" die mit der "Alten" in der Frage des Umgangsrechts paktiert, weil beide ein Interesse an der Vater-Kind-Entfremdung haben.

Viele Partnerschaften - nicht nur Ehen! - haben beizeiten Krisen, die oft genug gemeinsam überwunden werden können. Der Schwarzer-Feminismus, der tatsächlich aus jeder Ehe ein KZ definiert hatte, sorgte allerdings in den letzten 40 Jahren für gesetzliche Regelungen die jedes eheliche Fehlverhalten das zur Trennung führt, finanziell belohnt falls es die Frau betrifft.

Die Schuldfrage wurde 1977 zwar abgeschafft, der Unterhalt hingegen, der aus dieser Schuld ja eigentlich resultierte, wurde nicht nur weitergeführt sondern drastisch erhöht. Seit 1980 sind die Reallöhne um 15% gesunken, die Düsseldorfer Tabelle aber um 306 (dreihundertsechs)% gestiegen!

Auch der Anteil der Kinder die nach einer Trennung beim Vater verbleiben, geht schleichend aber konstant zurück.

Unverheiratete Mütter bekommen automatisch das alleinige Sorgerecht, der Vater keine Rechte außer der Zahlpflicht, welche kürzlich sogar auf die Frau ausgedehnt wurde. Womit er bei den Pflichten wie ein zahlender Ex-Ehemann behandelt wird, nicht aber bei den Rechten an seinem Kind. (Übrigens würde bei der Gesetzesänderung ausdrücklich von "Gleichstellung" gesprochen; nun wissen wir Männer, wie "Gleichstellung" in der Praxis gemeint ist).

All das sind keine Voraussetzungen, die einer festen Partnerschaft/Ehe, wie sie für das gesicherte Aufwachsen von Kindern unabdingbar sind, zugute kommen, weil die Frau inzwischen auch ohne Partnerschaft den gleichen vom Mann gesicherten Lebensstandard bekommt, das Kind aber unter der Alleinerziehung leidet und der Mann in voller Zahlpflicht steht ohne aber Teil der Familie sein zu können, insbesondere was sein Kind betrifft.

Die Resignation einmal geschiedener (und damit meist zukünftig für weitere Partnerschaften "zahlungsunfähiger") Männer, der Zeugungsstreik vorgewarnter Männer und der aufkommende Maskulismus sind Auswirkungen dieser verfehlten Gesellschaftspolitik, dessen Auswirkungen, auch in der Geburtenrate, schon mal als "schlimmer als der dreißigjährige Krieg" umschrieben wurden.


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GM64 07.09.2011, 11:41
169. Eine Patchwork Familie hat natürlich auch etwas Gutes

Zitat von sysop
Kinohits beschwören das Glück getrennter Eltern, der Bundespräsident*lebt mit zusammengewürfelter Familie auf Bellevue: In seiner ersten Sendung auf dem neuen ungeliebten Programmplatz diskutierte Frank Plasberg die "Patchwork-Lüge". Da wurde der Therapie-Talk*zur Talk-Therapie.
Da müssen dann Menschen lernen, andere mit denen sie nicht Verwand sind wie die eigenen Verwandten zu behandel. Das ist sozial gesehen vielleicht etwas Gutes.
Aber das ist doch sehr fragwürdig, ob das auch wirklich dann so ist. Weil wenn ein Mensch in einer Ehe nicht gut zu recht kommt, so wird er in der nächsten auch nicht gut zu recht kommen.

Wenn ein Vater seine eigenen Kinder verlässt, dann wird er zu dem fremden Kind auch nicht besser sein. Es sei denn er hat ein Kind mit der neuen Wunschpartnerin.
Dann sind die Kinder aber nicht mehr gleich.
Aber die neue Partnerin sollte sich auch nicht so sicher sein, weil es gibt bestimmt noch andere, schöner, blondere, größer, reichere Frauen, und das macht auch nicht glücklich.

Das Problem für die vielen Trennungen ist doch die Unfähigkeit zur Liebe, und somit auch die Unfähigkeit zur Ehe.

Es ist doch in, dass man sich so verhält, dass man immer und überall aus allem den größten Profit ziehen möchte, dass man immer das tut, was einem gerade Spaß macht.
Und wer so denkt, der ist einfach nicht fähig eine erfolgreiche Ehe zu führen.
Weil man immer an dem Anderen ein wenig leiden muss, und wer das nicht kann, der kann nicht Kinder erziehen und der kann auch nicht in einer Ehe glücklich werden.
Aber so jemand kann weder die eigenen Kinder, noch jene von anderen Leute erziehen.
Leider haben Leute die sich nicht beherrschen können immer mehr und scheller Kinder als solche die gut lieben können.
Und somit ist der Teufelskreis vorprogrammiert.
Wer von seinen Eltern nicht die Hingabe an die Kinder gelernt hat, der kann es auch nicht im Umgang mit seiner eigenen Familie.

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