Forum: Kultur
Feminismus und Mode: Die Revolution - für nur 550 Euro
Getty Images

In Kaufhäusern und Boutiquen findet man immer öfter T-Shirts mit Sprüchen wie "Power to the girls" und "No more partriachy". Ist das jetzt ein Erfolg für den Feminismus - oder nur plumpe Kommerzialisierung?

Seite 1 von 8
karabas 25.04.2017, 13:55
1. 99% Einnahmen

sollen also abgegeben werden. Damit Stokowski ruhe gibt. Eine Art Schutzgeld für Gesinnungswächter. Dann wäre der Preis von 550€ schon ok, könnte dann auch einen Tick teuer sein, damit die Einnahmen für die gerechte Sache sprudeln.

Ach ja... Die FabrikarbeiterInnen, die diese T-Shirt produzieren werden sicherlich mit Freude auf ihr Gehalt verzichten. Aus Solidarität versteht sich. Die Anführer der Feminismus-Bewegung werden sicherlich die beste Verwendung für dieses Geld im Sinne der guten Sache finden.

Beitrag melden
Freund_Fettsack 25.04.2017, 14:15
2. Da komm ich auch noch auf ne lustige Idee, ...

..., und zwar: Sie schreiben, es wäre lustig, wenn auch Männer mal Shirts mit "no more patriarchy" tragen würden. Wie wäre es mit dem Vorschlag, Mädels würden Shirts tragen mit dem Schriftzug "NO MORE FEMINISM"??? Also, ich fänd das ja super-lustig! Könnt mich wegschmeißen! Denn erst, wenn "der Feminismus" (falls es diesen so überhaupt gibt; er ist mir noch nie auf der Straße entgegengekommen...) sich nicht mehr so verstockt ernst nimmt wie derzeit, wirds auch was! Erst, wenn "der Feminismus sich selbst überflüssig gemacht hat, hat er sein Ziel erreicht. Nur leider stehen die meisten Feministinnen derart neben sich, dass sie die Verantwortung für ihr Handeln gar nicht mehr selber übernehmen, sondern anderen die "Schuld" daran zuschieben. Was ist daran anders als an der katholischen Kirche zu ihren allerschlimmsten Zeiten (heute zum Glück lange vorbei)? Menschen ein schlechtes Gewissen machen... Anderen die "Schuld" am EIGENEN Versagen zu geben... Externalisierung nennt man das, und bei entsprechender Ausprägung kann das störungswertig werden. Aber das erwähnen hieße Eulen nach Athen tragen...

Beitrag melden
kabeljau2 25.04.2017, 14:25
3. man muss ...

Zitat von karabas
sollen also abgegeben werden. Damit Stokowski ruhe gibt. Eine Art Schutzgeld für Gesinnungswächter. Dann wäre der Preis von 550€ schon ok, könnte dann auch einen Tick teuer sein, damit die Einnahmen für die gerechte Sache sprudeln. Ach ja... Die FabrikarbeiterInnen, die diese T-Shirt produzieren werden sicherlich mit Freude auf ihr Gehalt verzichten. Aus Solidarität versteht sich. Die Anführer der Feminismus-Bewegung werden sicherlich die beste Verwendung für dieses Geld im Sinne der guten Sache finden.
die Artikel von Frau Stokowski nicht mögen. So wie ich meistens. Ihre Kritik ist allerdings etwas kleingeistig, denn Übertreibung ist ein durchaus legitimes künstlerisches Mittel.
Der Artikel hat durchaus seine Berechtigung, wenn ich auch bezweifle, dass mit derlei Appellen in unserer westlichen Wohlstandswelt viele Menschen ihr Konsumverhalten kritisch betrachten und dann ggf. bewusster einkaufen.
Aber versuchen muss man es natürlich trotzdem ;-)

Beitrag melden
skylarkin 25.04.2017, 14:46
4.

Liebe als universelles Gefühl mit Feminismus als politisch-gesellschaftlicher Stoßrichtung gleichzusetzen, was die Unempfindlichkeit gegenüber Komerzialisierung angeht, ist schon etwas steil und über Geschmack läßt sich streiten. Ich jedenfalls finde T-Shirts mit solchen Sprüchen einfach nur dämlich und sie stehen für mich in einer Reihe mit aufgedruckten Bierbauch-Sprüchen. Wäre aber interessant zu sehen wie auf T-Shirts mit gespiegelter gesellschaftlicher Botschaft reagiert würde.

Beitrag melden
theanalyzer 25.04.2017, 15:01
5. No ma’am

Ich trage ein T Shirt mit dem Aufdruck der NO MA’AM National Organisation of Men Against Amazonian Masterhood (deutsch Nationale Organisation der Männer gegen die Amazonen-Machtausübung). Das kostet nur ein paar Euros und das kann ich auch den Pussies empfehlen. Prost Bier.

Beitrag melden
Leblanc 25.04.2017, 15:05
6. Aktiv werden

Zitat von kabeljau2
Aber versuchen muss man es natürlich trotzdem ;-)
Es bleibt nur die Chance, die Verhältnisse transparent zu machen und "ins Bewusstsein" zu heben; Die Ableitungen, die Motivierung, das In-Bewegung-Setzen muss in der Demokratie vom Einzelnen ausgehen, auch wenn das wie eine Schwäche der Demokratie aussieht.
Die Kräfteverhältnisse in der (sozialen?) Marktwirtschaft sind nicht bewusst:
"Das Bedürfnis nach einem stets ausgedehnteren Absatz für ihre Produkte jagt die Bourgeoisie über die ganze Erdkugel...." , große Teile der "ganzen Erdkugel" können sich nicht angemessen wehren gegen die Folgen; der "Absatz" wird aber immer mehr protegiert und gefördert/geschützt; können die "Verbraucher" sich angemessen wehren? Die Ausgewogenheit der Machtverhältnisse unter mindestens diesen 3 scheint massiv gestört; wenn es dumm läuft, wie meistens, wird die ethische Fragestellung dann von allen 3 an "Regierungen" übertragen - selbst in erweitertem Sinn (bis zu NGO, UNO, ... Kirchen, ... usw.)
Wie Noam Chomsky aufzeigt: Wir - jeder - muss aus der Zuschauerrolle, in der herrschende Machtverhältnisse uns halten wollen, auf- und ausbrechen, und partizipieren, aktiv werden.

Beitrag melden
Jeanne E. Maar 25.04.2017, 15:06
7. Keine Ahnung, hat mir gefallen...

"Keine Ahnung, hat mir gefallen"... ist in 90% der Fälle die Antwort, wenn man den/die Träger/in mal fragt ob er/sie weiss, was da auf dem T-Shirt überhaupt drauf steht.
Ein Beweis mal wieder für die These mit dem Schmuck und den Auswahlkriterien für das gute Stück...
Wie man allerdings T-Shirts (also diese von einer Art Sklaven allerbilligst hergestellte Winter-Unterwäsche, verschmutzt mit mehr oder weniger farbigen Drucken) als Schmuck tragen kann, erschliesst sich mir nicht.

Beitrag melden
medium07 25.04.2017, 15:08
8. Der Kritik am Konsumismus ist durchaus zuzustimmen.

Allerdings sollte nicht übersehen werden, dass 170 Jahre nach dem kommunistischen Manifest auch gelten musst: communism - die radikale Gewissheit, dass viele Leben nichts wert sind.- Nach konservativer Schätzung waren es ca. 100 Millionen, die im 20. Jahrhundert dem Experiment, das Paradies auf Erden zu errichten, zum Opfer gefallen sind. Kein Grund also, Frau Stokowski, darin immer noch (oder immer wieder) die bessere Alternative zu sehen.- Ganz an Rande bemerkt: auch die Vorstellung einer durch den Feminismus flächendeckend vorangetriebenen Weltbeglückung lässt nichts Gutes hoffen.

Beitrag melden
Hans Neumann 25.04.2017, 15:12
9.

Wie heißt es so schön? - Geld stinkt nicht. Es wird um den schnöden Mammon gehen.
Aber es wäre schön, wenn die Feministen sich jetzt wie Fußballfans oder Sektenanhänger kenntlich machen würden. Dann kann ich rechtzeitig einen großen Bogen machen.
Damit das nicht missverständlich ist: Ich mag den real existierenden Feminismus nicht, aber das Problem ist grundsätzlicher: Eiferer sind immer stets und etwas nervend und es ist auch egal, welcher Religion eine Betschwester angehört, mit der man im Bett liegt - die tendieren alle dazu, erst zu überlegen, ob sie das auch wirklich dürfen, was sie gerade tun. Und das macht bei manchen Dingen echt keinen Spaß.
Insofern: Ich habe nichts gegen Trachten, Uniformen, Schilder und Aufschriften, die mich vor einer Gefahr warnen.

Beitrag melden
Seite 1 von 8
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!