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Feminismus und Mode: Die Revolution - für nur 550 Euro
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In Kaufhäusern und Boutiquen findet man immer öfter T-Shirts mit Sprüchen wie "Power to the girls" und "No more partriachy". Ist das jetzt ein Erfolg für den Feminismus - oder nur plumpe Kommerzialisierung?

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curiosus_ 25.04.2017, 15:13
10. Ein Prozent von...

Zitat von karabas
99% Einnahmen sollen also abgegeben werden. Damit Stokowski ruhe gibt. Eine Art Schutzgeld für Gesinnungswächter. Dann wäre der Preis von 550€ schon ok, könnte dann auch einen Tick teuer sein, damit die Einnahmen für die gerechte Sache sprudeln. Ach ja... Die FabrikarbeiterInnen, die diese T-Shirt produzieren werden sicherlich mit Freude auf ihr Gehalt verzichten. Aus Solidarität versteht sich.
...550.- Euro sind immer noch 5,50 Euro. Dior wird sicher mit niedrigeren Einkaufspreisen kalkulieren. Was für die "Die FabrikarbeiterInnen" (blöde Autokorrektur, Binnen-I mag die nicht. Wurde wohl von einem Maskulinist programmiert) bedeutet, dass sie pro Teil im Cent-Bereich bezahlt werden. Egal ob nun 99% oder 1% gespendet wird.

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sunshinebob 25.04.2017, 15:13
11. Kommerzialisierung als Verniedlichung

Ich find die Kritik, dass solche Shirts den Inhalt der Sache, die sie bewerben (hier Feminism), mindern, nachvollziehbar. Viele Menschen wollen sich im Prinzip gerne für etwas einsetzen, haben aber oft nicht die Zeit oder Lust dazu, sind zu bequem, um wirklich etwas zu tun. Wenn sich dann die Möglichkeit ergibt, sich durch das Tragen eines Shirts für 9,99? für den Feminism einzusetzen, hey, reicht doch...moderner Ablasshandel

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Bernd S 25.04.2017, 15:22
12. Out - In - Out - In - Out

Nach meiner persönlichen Wahrnehmung (geht allerdings nicht bis Simone de Beauvoirs zurück) war der Feminismus in den 80ern schon mal so völlig im Mainstream angekommen, so dass man das Wort "Feminismus" nicht mehr hören konnte und wollte (Hey, was denn nun? Die dürfen doch jetzt wählen, arbeiten, rauchen - nu iss aber auch mal gut!). Dann kam Feminismus nochmal zurück mit der LGBT-Geschichte (oh, aha, gibt auch noch was anderes als Männer und Frauen) und der Erkenntnis, dass arbeiten, wählen und rauchen vielleicht noch nicht alles ist (hey, der Kerl in der Auto-Werkstatt nimmt mich als Frau einfach nicht ernst!). Da sind wir also wieder in der cool-Phase. Das blöde (für den Feminismus) ist nicht, dass er nun auf T-Shirts gerade wieder cool ist. Das blöde ist, dass die nächste Phase danach wieder die der 90er ist: Bleib mir weg mit Feminismus, kann doch keiner mehr hören... und dann dauert es wieder 20 Jahre bis zur nächsten Welle.

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parsimony 25.04.2017, 15:28
13. hmmm...muss man am Ende gar abwägen?

Mir drängt sich die Frage auf, ob Feminismus zwangsläufig antikapitalistisch ist. Wäre das alles unproblematisch, wenn die T-Shirts vorwiegend von Männern genäht würden? Ist die problematische Situation vorwiegend eine Frage des Kapitalismus oder des Feminismus?

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redneck 25.04.2017, 15:29
14.

Die Fragestellung war einfach die Antwort kurz...aber eben das liebe Zeilengeld hat aus dem "Ja" einen sinnlos sinnbefreiten Aufsatz gemacht. Monetarisieren nennt sich das.

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scxy 25.04.2017, 15:31
15. Ich fand's lustig

..diese Kolumne zu lesen. Muss mit ss als einzige Neuerung in einem 170 Jahre alten Satz - das ist doch pointiert geschrieben usw. Solche geistigen Höheflüge erlebe ich bei dieser Autorin sonst selten.

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ackermart 25.04.2017, 15:33
16. Also nun mal abgesehen...

sogar auch von journalistischem Kommerz: Zum einen ist dieser Kampf - im heutigen Verständnis - für unsere Kultur nahezu irrelevant, gemessen an der geradezu archaischen Relevanz dessen - in unseren Parallelkulturen. Zum anderen bezog sich der so genannte Geschlechterkampf die längste Zeit der Geschichte nicht auf Geschlechter im Sinne deren Sexus, sondern im epischen Sinne auf auch altersindifferente Generationen, die immer wieder die irre Schlacht der Guten gegen die Bösen neu generierten, ohne sich als gleiche so eben in letzteren bei dem zu erkennen. Gegen diese wohl eher überirdische Wehmut, angesichts dessen, ist der Gebrauch des Wortes heuer höchstens vermessen, wenn nicht unter aller historischen Gürtellinie.

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Don_Draper 25.04.2017, 15:35
17. Und was

Zitat von Bernd S
Nach meiner persönlichen Wahrnehmung (geht allerdings nicht bis Simone de Beauvoirs zurück) war der Feminismus in den 80ern schon mal so völlig im Mainstream angekommen, so dass man das Wort "Feminismus" nicht mehr hören konnte und wollte (Hey, was denn nun? Die dürfen doch jetzt wählen, arbeiten, rauchen - nu iss aber auch mal gut!). Dann kam Feminismus nochmal zurück mit der LGBT-Geschichte (oh, aha, gibt auch noch was anderes als Männer und Frauen) und der Erkenntnis, dass arbeiten, wählen und rauchen vielleicht noch nicht alles ist (hey, der Kerl in der Auto-Werkstatt nimmt mich als Frau einfach nicht ernst!). Da sind wir also wieder in der cool-Phase. Das blöde (für den Feminismus) ist nicht, dass er nun auf T-Shirts gerade wieder cool ist. Das blöde ist, dass die nächste Phase danach wieder die der 90er ist: Bleib mir weg mit Feminismus, kann doch keiner mehr hören... und dann dauert es wieder 20 Jahre bis zur nächsten Welle.
wäre so schlim daran, wenn es so lange bis zu der welle dauert? ist vielleicht ein Zeichen für Normalität.
Es werden ja immer wieder alle möglichen Sachen irgendwann hintern Ofen hervorgezogen, ohne das es wirklich eine gesellschaftliche Relevanz gibt, nur weil genung Zeit vergangen ist.
Siehe die SPD, die hat plötzlich die "Gerechtigkeit" entdeckt.

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Andreas1979 25.04.2017, 15:36
18. Ich finde gerade jetzt ist der Feminismus aktueller denn je

Durch die vielen Vergewaltigungen, auch Morde, Gewalt allgemein an Ehefrauen ist der Feminismus wieder sehr aktuell geworden. Ich habe selbst eine Tochter und ihr werde ich viel Selbstbewusstsein einflößen. Nicht nur gegenüber der Gesellschaft, sondern auch in der Arbeitswelt. Sie soll durch Kampfsport sich Selbstverteidigung können, wenn sie das möchte und in der Arbeitswelt die Ellebogen nutzen um weiter zu kommen. Mal schauen was sich umsetzen lässt.

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DJ Doena 25.04.2017, 15:49
19.

Diese Shirts sind auch nichts anderes wie Twitter-Aktivismus: geliked, retweeted, vergessen.

Ich hatte als 14jähriger ein T-Shirt mit dem Spruch "Wo ich bin herrscht Chaos - aber ich kann ja nicht überall sein".

War genauso weltverändernd, wie diese Slacktivism-Shirts hier.

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