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Fergus Falls: US-Kleinstadt vom Fall Relotius betroffen

Claas Relotius hat über das amerikanische Dorf Fergus Falls eine SPIEGEL-Geschichte geschrieben. Zwei Einwohner haben seine Reportage überprüft. Ihr Urteil ist vernichtend. Dieser Fall zeigt exemplarisch, dass die Sicherheitsmechanismen der Redaktion versagt haben.

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cave68 20.12.2018, 22:31
10. Kommt mir so vor

als hätte dieser Herr Relotius überhaupt nichts selbst recherchiert oder interviewt sondern sich einfach nur wochenlang einen faulen Lenz gemacht.An diesem Bericht über Fergus Falls scheint ja überhaupt nichts zu stimmen.
Und auch die Kontrollorgane müssen hinterfragt werden ob sie ansatzweise überhaupt eine Leistung erbracht haben.

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infooverdose 20.12.2018, 22:36
11. Meine Sorge ist,...

dass der Begriff Fake News salonfähiger wird und per se jeder Beitrag angezweifelt wird, nicht nur im Spiegel, sondern bei allen Medien. Ähnlich wie die Aussage „traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast“, die Churchill fälschlicherweise in den Mund gelegt wird, die Marktforschung gern diskreditiert wird. Als Optimist freue ich mich - ohne Ironie - auf die zweite Karriere von Relotius als Autor fiktiver Romane. Vielleicht besser unter Pseudonym.

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haarer.15 20.12.2018, 22:36
12. Lobenswerte Transparenz

Danke für die Aufklärung ! Nicht erst seit heute, sondern schon viel länger ist mir klar, warum ich unseren Mainstream-Medien hierzulande kritisch bzw. ein Stück weit misstrauisch gegenüberstehe. Dazu gehört u.a. eben auch der SPIEGEL. Es hat sich in den vergangenen Jahren leider nicht alles zum Guten verändert, die alten Zeiten sind dahin. Heute haben wir oftmals zu wenig sachlich investigative Recherche - und wenn, dann mit angefärbten Unterton. Zum Glück bin ich ohnehin in der Lage, mir eine eigene Meinung zu bilden - aus mehreren Quellen oftmals gegen den Mainstream. Und das bleibt auch so.

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mimas101 20.12.2018, 22:37
13.

Zitat von mainzer2
Wenn dieser falsche Journalist gehen muss/schon gegangen ist, wer muss aus der Dokumentation noch zusätzlich gehen? Ich habe den besagten Artikel gelesen und muss jetzt an vielen Fragen zweifeln...lieber Spiegel, ihr macht es einem sehr schwer noch bei euch zu bleiben!
Wie hier zu lesen war: Die Erfindungen spielten sich im Bereichen ab die eher subjektiv sind und sich nicht einfach nachprüfen lassen (dazu hätte es vermutlich eines zweiten Redakteurs bedurft oder so).
Allerdings hatte der Ex auch einen ordentlichen Ruf gehabt und wurde bereits mit Preisen überhäuft. Da läßt womöglich auch die scharfe Kontrolle nach.

Trotzdem finde ich es gut das SPON die Angelegenheit transparent und schonungslos offen legt und es nicht bei einem Widerruf, Totschweigen oder anderem beläßt.

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aggro_aggro 20.12.2018, 22:40
14. Ärgerlich

Die Artikel dieses Autors sind mir tatsächlich im Gedächtnis geblieben, auch an den Artikel in der amerikanischen Kleinstadt erinnere ich mich. Also offenbar schon starke Geschichten immer.
Um so mehr ärgere ich mich, dass ich das alles hingenommen habe, so perfekte Rechercheergebnisse, so perfekt in die Rolle passende Menschen kamen vor. Im Nachhinein wirkt so vieles wie aus einem Roman... was es ja auch war.
Einzig bei der Geschichte mit dem syrischen Jungen, der durch ein Grafitto den Bürgerkrieg ausgelöst haben soll dachte ich "Wie der lebt noch? Wie können die den gefunden haben? Wie verifiziert man sowas?".
Könnte man über jeden Relotius-Artikel sagen. Aber wenige zweifeln, viele lesen gefesselt und manche verleihen sogar Preise dafür. Menschen sind komisch.

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ebieberich 20.12.2018, 22:42
15. Dok recherche versagt- oder untersagt

Die Erklaerungsversuche der Spiegel Redaktion werden immer unglaubwuerdiger je hartnaeckiger sie sich als Opfer darzustellen versucht. Das Beispiel Fergus Falls zeigt, dass eine einfache google maps satelliten und street view Funktion schon die ersten Saetze des Artikels als unwahr entlarvt haette. In diesem und anderen Relotius Faellen waeren Ungereimtheiten beim Anhoeren von aufgezeichneten Interviews sofort herausgekommen. Man kann doch nicht den Mist, den die Spiegel Redaktion gebaut hat mit Vertrauensvorschuss entschuldigen. Was ist das denn fuer eine unprofessionelle Redaktion, wenn Interviewmitschnitte, die heutzutage jeder mit einem Handy aufzeichnen und per email an die Dok Abteilung schicken kann nicht ueberprueft werden. Das stinkt zum Himmel und ganz nach gezieltem Verschweigen bekannter Verdachtsmomente bis es nicht mehr ging.

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Schrammenhans 20.12.2018, 22:43
16. Neuer Platz für das Riesentalent

Relotius ist euch sicher ein Dorn im Auge, aber man muss es einmal ganz klar aussprechen:
Er ist ein brillianter Boulevardjournalist und wenn es mit rechten Dingen zugeht, dann wird euch die Bild-Zeitung eine gigantische Ablösesumme zahlen.
P.S.: Bucht Relotius' Behauptungen als Fake ab und gebt das Geld für was Anderes aus!

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Susi64 20.12.2018, 22:44
17. Welche Beiträge und Journalisten hat denn der Redakteur

gefördert? So eine Einstellung zum Beruf kann sich leicht vererben. Da nimmt es dann auch der journalist nicht mehr so genau mit der Wahrheit, schliesslich muss er liefern.

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Hessie_J 21.12.2018, 23:13
18. So falsch sind die 2200 Kilometer gar nicht!

Google Maps hat mir als kürzeste Route per Auto eine Entfernung von 1.374 Meilen ausgerechnet, was ca. 2.213 Kilometern entspricht!

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schniffel 21.12.2018, 23:14
19. ist das Opfer nur Opfer?

der Spiegel stellt sich gerade ja als Opfer dar. Dieser Aufarbeitung hier zeigt aber, dass der Spiegel einfach seinen Job schlecht gemacht hat. Man hätte einige Sachen ja sehr einfach nachprüfen können. Vielleicht soll das gestrige, gespielte(?) Selbstmitleid auch von diesen Fehlern ablenken. Ja man hat den Spiegel gelinkt, ja da war kriminelle Energie am Werk, ja der Spiegel ist der Verlierer ABER: man trägt selber eine gigantische Mitschuld. Wenn die Kollegen so einfach austricksen werden können, dann hat das System eine erheblichen Teil dazu beigetragen. Was haben sich die Medien über die Barings Bank und die Société Générale lustig gemacht. ZU RECHT! und daher ist nun auch bei dem Spiegel die Häme zu recht da

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