Forum: Kultur
Fifa-Talk bei Frank Plasberg: Leichtes Spiel für Blatters Verteidiger
WDR/Oliver Ziebe

Schon wieder Fifa-Skandal, direkt nach dem Relegations-Drama um den HSV: Bei "Hart aber fair" war das Duell der Talkgäste aber schnell entschieden - Fifa-Mann Koch und Blatter-Fan Köppel stießen bei Moderator Frank Plasberg auf wenig Gegenwehr.

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hman2 02.06.2015, 11:57
90.

Zitat von wb99
Mir leuchtet der Gedanke ein bisschen ein, dass der XYZ-Präsident nicht automatisch für die Schandtaten der XYZ-Abgeordneten verantwortlich ist. Der Vergleich mit UNO oder Parlament ist dabei nicht gänzlich von der Hand zu weisen.
Das wäre nur dann eine Überlegung wert, wenn Blatter dann wenigstens hinterher die Schandtaten ahnden würde. Mit Rauschmiss. Blatter steuert seit Jahrzehnten die Fifa. Er hätte es in der Hand, Verbände nach nachgewiesener Korruption rauszuwerfen.

In jedem Dachverband eines Vereins fliegen Mitgliedsverbände achtkantig raus, wenn sie kriminell werden. Nur bei der Fifa nicht.

Und der Vergleich mit der UNO ist geradezu lächerlich. Sicherlich gibt es auch da Korruption, sowohl bei Mitgliedsstaaten als auch in der Verwaltung. Aber die UNO beauftragt wenigstens unabhängige externe Ermittler, und stellt auch Strafanzeigen und wirft einzelne Personen raus (Staaten kann sie ja schlecht rauswerfen, obwohl das durchaus möglich wöre).

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hman2 02.06.2015, 11:59
91.

Zitat von Eppelein von Gailingen
Ein Diktatur-Anhänger aus der Schweiz, der genauso gut ein FPÖ-Mitglied im Haider-Klan sein könnte.
Er ist doch bei der SVP Politiker. Die ist kein bisschen besser als die FPÖ...

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terramunda 02.06.2015, 12:04
92. Durchschaubar

Es ist zum K..., dass dieser dauergrinsende Rechtspopulist aus der Schweiz in deutschen Talkshows immer wieder seine Meinung zum Besten geben kann und nicht durch Sachargumente in die Schranken gewiesen wird. Das hat Gründe einerseits in der durchschaubaren Struktur der geladenen Diskutantenschar, die zu wenig Themenkompetenz aufbietet (Töpperwien, Reif, Goosen), oder nicht fernsehaffin ist bzw. argumentiert (leider auch Leyendecker, wo ist Korruptionsfachmann Kistner bei solchen Runden?) und einer offensichtlich erwünschten Zurückhaltung seitens Redaktion/Sender. Der WDR-Journalist Florian Bauer vom WDR war fast noch die Ausnahme (bei Jauch).
Auch die Rolle Deutschlands, Beckenbauers und des DFB wären interessant zu hinterfragen. Kein Wunder, dass kein hoher Fußballfunktionär in beiden Runden saß. Wer sägt schon an dem Ast, auf dem er sitzt? Trotzdem könnte man ja auf die Idee kommen, eine solche Sendung mit recherchierten Fakten/News anzureichern, um einen Überraschungsmoment zu erzielen. Der Fifa-Koch lacht sich doch kaputt, dass er in zwei Talkshows die angeblich so weiße Weste vom Sepp in die Kamera halten durfte und niemand überzeugend widersprach.

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hman2 02.06.2015, 12:05
93.

Zitat von PerIngwar
Wenn in der EU italienische Politiker wegen Korruption festgenommen werden, fordern die deutschen Politiker dann eine Entmachtung des EU-Ratspräsidenten Juncker? Nein? Warum nicht?
Ihre frei erfundene Prämisse ist so falsch, dass sie grotesk ist:

Wenn diese italienischen Politiker ihre Geschäftchen auf EU-Briefpapier im Namen und mit Wissen der EU und Junckers machen würden, und Juncker würde alles decken - dann würde man die Entmachtung Junckers fordern!

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hman2 02.06.2015, 12:08
94.

Zitat von lamprechtm
Herr Koppel am besten gefallen , der nicht nur fundiert argumentiert , sondern auch ein bisschen Witz in die Sendung brachte.----
Die faktenbefreiteste Agitation, die empfanden Sie als Agumentation, noch dazu "fundiert"? Der Mann hat nahezu alle Fakten entweder falsch verstanden oder absichtlich verdreht.

Peinlich auch, dass er als Politiker (!) der Schweiz, in der die UNO einen ihrer Hauptsitze hat, offenbar nicht einmal einen Hauch von Ahnung zu haben scheint, was die UNO ist und wie sie funktioniert... Aber gut, die Schweiz war ja auch jahrzehntelang gar nicht Mitglied der UNO...

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hman2 02.06.2015, 12:10
95.

Zitat von bruno47
Auch wenn die Erkenntnis noch so hart sein mag, wir können Blatter derzeit überhaupt nichts nachweisen. Blatter wurde im ISL-Skandal von allen Vorwürfen freigesprochen.
Falsch.

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hman2 02.06.2015, 12:11
96.

Zitat von Criticz
wenn er mal darauf hinweist, dass auch für Blatter die Unschuldsvermutung gilt.
Das ist einfach Unsinn. Eine Unschuldsvermutung gibt es nur in der Strafprozessordnung, d.h. vor einem Strafgericht. Es gibt sie weder vor einem Zivilgericht, noch außerhalb des Gerichtssaals. Darauf hat ja Leyendecker, und der war Staatsanwalt, zu Recht hingewiesen.

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hman2 02.06.2015, 12:14
97.

Zitat von rbn
Drei Mal musste er den durchaus zutreffenden UNO-Vergleich bringen, bevor er es endlich geschafft hatte, seine Ansichten zwischen die Ohren der Deutschen zu bekommen.
Der Uno-Vergleich ist so grottenfalsch und vollkommen faktenbefreit, dass er wie eine (schlechte) Satire wirken musste. Peinlich, wenn ein Poltiker wie Köppel offensichtlich keinen Hauch von Ahnung hat, wie die Uno funktioniert.

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omnogata 02.06.2015, 12:17
98. Mischmasch

Auch hier im Forum wird alles durcheinandergewürfelt.
Ob Blatter korrupt ist oder nicht wird man vllt nie erfahren, aber eine sachliche Diskussion darüber ob ein Präsident nicht doch die Verantwortung für seine Mitglieder hat wäre wünschenswert. Viele Politiker und Vorstände mussten zurücktreten, weil einer ihrer Mitarbeiter Mist gebaut hat.
Herr Blatter ist lang genug dabei, er hat bewiesen dass er dem Sumpf nix entgegen zu setzen hat, seit den 90er kommt jedes Jahr ein "Fifa" Skandal ans Tageslicht. Blatter hat 17 Jahre nix bewirkt, also ist er diesbezgl der falsche Mann, wie jeder Präsident der seinen Laden nicht im Griff hat. Und diese "Einzelfälle" sind Fifa-Vizepräsidenten und Verbandsvorstände, Menschen die nur noch den Präsidenten über sich haben.

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ih2011 02.06.2015, 12:30
99. '-

Koch redete Unsinn, beschwichtigte und hatte trotz seines Auftritts am Vortag wieder keine Antwort auf eine wichtige Frage bzw. wollte sie nicht geben. Darüber hinaus machte er einen vollkommen überforderten und unsympathischen Eindruck. Wenn Blatter furzt, muss sich Koch wohl eine neue Behausung suchen. Ein Blatter-Fürsprecher wie der ebenfalls immer Unsinn redende, aber sympathische Beckenbauer wäre besser gewesen, wenn man es besonders unter dem Aspekt der Unterhaltung und der Quote betrachtet.

Der mittlerweile auch dem deutschen Publikum bekannte Köppel sagte – wie SPON ausführt – die Unwahrheit und verlor sich in redundantem Geplapper. Die Gleichsetzung UNO mit FIFA – Ban Ki-moon mit Blatter sollte hingegen – wenn man diese Gleichheit so sieht – gerade eine politische, moralische Verantwortung für die Organisation aufzeigen. Wer, wenn nicht der Chef trägt die Verantwortung für „seine“ Organisation und sein Führungspersonal? Darüber hinaus ist der UN-Generalsekretär nicht für die Handlungen der Staaten verantwortlich, sondern für die Organisation. Und um diese Verantwortlichkeit als Führungskraft geht es bei Blatter. Köppel verteidigt Blatter mit genau den gleichen unhaltbaren Ausweichmanövern wie Blatter selbst. FIFA als Solidargemeinschaft, Friedensmission, Weltgemeinschaft usw. Die Solidarität zeigt sich u. a. bei den unsäglichen Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer in Katar und Russland bzw. dem Wegschauen bzgl. dieser Machenschaften. Über den Vorschlag einer Wahlstimmen-Neuordnung nach Verbandsgröße oder Landesgröße brachte Köppel die „Demokratie“ ins Spiel und meinte, dass das derzeitige Prinzip ‚ein Land – eine Stimme‘ richtig sei, mit dem Unterton, dass andere Möglichkeiten undemokratisch seien; und das als Schweizer mit der langjährigen Erfahrung mit direkten Abstimmungen.

Die Vorlagen von Koch und Köppel waren für eine Verwertung einmalig einfach und gut. Leider konnten die drei Kritiker damit nicht viel anfangen. Im Fußball nennt man das wohl „Chancentod“. Die Faktenkenntnisse der drei waren nicht ausreichend genug und die argumentative Stringenz Leyerdeckers ist in der Schriftform bedeutet besser.

Warum die ARD an zwei Tagen hintereinander dasselbe Thema diskutieren lässt, obwohl der Keks aufgrund fehlender neuer Fakten gegessen ist (Blatter ist gewählt und die UEFA handelte nicht), lässt auf mangelnde Koordination und Faulheit schließen (Sendeplatzfüller).

Plasberg machte wieder auf Besserwisser, hatte aber die Sendung nicht gut – um nicht zu sagen stümperhaft - vorbereitet und war als Schiedsrichter bzw. Kommentator überfordert.

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