Forum: Kultur
Filme über Konversionstherapie: Verlorene Söhne, verbotene Töchter
Universal Pictures

Modethema Konversionstherapie: "Der verlorene Sohn" mit Nicole Kidman und Russell Crowe ist nicht der einzige Film, der von dubiosen Umerziehungskursen für Homosexuelle erzählt. Was steckt hinter dem Trend?

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pecos 23.02.2019, 11:40
1. Was steckt hinter dem Trend?

Das sind die letzten Worte in der Titelage des Artikels. Dieser aber stellt weder die Frage noch beantwortet er sie gar, sondern es folgt lediglich eine Zusammenfassung der drei Filme. Schade. Was steckt also hinter dem Trend? Das kann sich nun jeder selber zusammenbasteln...

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dendro 23.02.2019, 11:47
2. Gibt es auch in Deutschland

Nicht vergessen, mitten in Deutschland im Mansfelder Land betreiben solche Untoten angeblich immer noch und offenbar legal ihr grausames Spiel. Natürlich alles auf freiwilliger Basis, logisch! Herr Spahn, bitte werden Sie konsequent!

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tipto 23.02.2019, 12:22
3. Unsere sexuelle Orientierung...

ist u. a. von vielen neuro-, biologischen und hormonellen Einflüssen abhängig. Der Umstand, dass es glücklicherweise normaler geworden ist, sie offen zu leben ängstigt viele, denen es schwer fällt zu verstehen, dass schon ein bisschen hiervon oder davon, mehr oder weniger, zu einer bestimmten Zeit der Entwicklung drastische Folgen für das Gehirn haben kann. Wie ein wirklich, vermeintlich normal, funktionierendens Gehirn auszusehen hat, wissen wir noch nicht mal. Jeder bringt Störungsmuster mit und entwickelt unter der Nutzung dieses nie stabilen Organs neue. "Normal" scheint, was häufig ist. Ist es das? Durch den medialen Eindruck in der Öffentlichkeit, dass es inzwischen "viele" Homo- und Bisexuelle gibt, wird ein inflationärer Eindruck wie z. B. bei ADHS erzeugt. Die Folge kann ein verzerrtes Bild sein, was nicht ist, was es vorgibt zu sein. Da kommt gerne, der für manche erlösende Gedanke auf, da muss doch was zu therapieren sein.
Die bunte Welt, die Variabilität, ohne Urteil zuzulassen, scheint der Masse schwer zu fallen.
Wir haben alle schon vor der Geburt Systemabweichungen und glücklicherweise ist vieles davon eben normal, wenn auch nicht so häufig.

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postmaterialist2011 23.02.2019, 12:32
4. Das gehört nich nur verboten !

Sondern die Beteiligten ("Therapeuten" und Eltern) gehören auf das Strengste zur Abschreckung bestraft. Wenn man insbesondere Jugendlich so brutal missbraucht, dann gehört dies wie sexueller Missbrauch angeklagt und bestraft. Dass so etwas im vermeintlich aufgeklärten Deutschland noch möglich ist und religiöse Extremisten und Sekten dies bisher problemlos durchführen können ist der eigentliche Skandal. Man stelle sich vor heterosexuelle Jugendliche würden auf homosexuell "umgepolt", die Entrüstung wäre riesig.

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walldemort 23.02.2019, 15:48
5. Gut, dass Spahn dieses Thema setzt!

"Sind Kurse, mit denen Homosexuelle von ihrer Neigung 'geheilt' werden sollen, wirklich ein Thema in Deutschland?" Noch so eine Frage, die der Artikel eingangs aufwirft, aber nicht beantwortet. So legt sie, offenbar rein rhetorisch gestellt, fälschlicherweise die Antwort 'Nein' nahe. Es ist aber sehr wohl ein Thema, wie zahlreiche Dokumentationen und investigative Recherchen der letzten Zeit belegen. Selbsternannte Psychologen und sogenannt 'christliche' ÄrztInnen treiben da im rechtlichen Graubereich ihr lukratives Unwesen auf Kosten verunsicherter, meist junger Menschen. Diese Scharlatanerie muss endlich verboten und bestraft werden.

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dmenzel 23.02.2019, 19:15
6. irritierende Wortwahl

Ich reagiere immer sehr allergisch darauf, wenn im Zusammenhang von LGBTQ Themen von "Trend" oder "Mode" gesprochen wird, auch wenn ich Frau Pilarczyk nichts Böses unterstellen will und sie nicht Homosexualität als solches, sondern nur ein Teilthema anspricht. Aber es reicht schon, wenn sich irgendwelche Kirchenfürsten solch einer Wortwahl bedienen. In den USA bezeichnen sich ca. 30% der Bevölkerung als Evangelikal oder streng gläubig. Das ist schon eine Mächtige Zahl und keine Randerscheinung wie vielleicht in Westeuropa. Das heißt, es gibt auch (mittlerweile) hunderttausende Geschichten dazu. Solche Camps sind ein direkter Angriff auf unsere Identität. Und gefährlich. Der Film mag vielleicht nicht deutlich oder "hart" genug zeigen, was in solchen Cams alles passieren kann, aber ich finde sehr gut, dass die Eltern des Jungen auch nicht als Monster dargestellt werden. Mir hat "Der verlorene Sohn" sehr gut gefallen.

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scoopx 23.02.2019, 20:35
7. Vorsicht bei Jugendlichen!

"Andererseits arbeitet Akhavan hervor, wie viel schwieriger dieser Prozess für queere Jugendliche ist. Wenn ihr Begehren so grundsätzlich infrage gestellt wird, dass es spezielle Umerziehungsprogramme für sie gibt, dann langt nicht die einfache Emanzipation..."

Was soll das heißen, "queere Jugendliche"? Eine homosexuelle Phase im Jugendalter gehört zur sexuellen Selbstfindung. Halbwüchsige Mädchen suchen untereinander viel Körperkontakt, und Freundinnen-Paare gehen Hand in Hand über den Schulhof. Bei Jungen läuft das nicht so direkt ab, aber man kann nur spekulieren, wieviele Raufereien in Wahrheit getarnte Zärtlichkeiten sind.

Außerdem sind sich in diesem Alter die Geschlechter sehr ähnlich, im Körperbau wie in der Kleidung. Jungen und Mädchen laufen in skinny Jeans herum, und auch Jungen bezeichnen die Kleidungsstücke, die darüber getragen werden, als "Oberteil". Aber so richtig "queer" ist das alles nicht.

je weniger sich Erwachsene da einmischen, umso besser.

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pecos 23.02.2019, 20:56
8. Ja aber ...

Zitat von scoopx
Was soll das heißen, "queere Jugendliche"? Eine homosexuelle Phase im Jugendalter gehört zur sexuellen Selbstfindung. je weniger sich Erwachsene da einmischen, umso besser.
... andersrum stimmts eben auch: viele Menschen, die sich später als schwul oder lesbisch entdecken, machen in ihrer Jugend auch eine heterosexuelle Phase durch.
Der Wunsch, Erwachsene würden sich nicht einmischen, ist ein vergifteter Apfel, denn auch wenn die einzelnen relevanten Erwachsenen - etwa die Eltern - nicht einmischen, weil sie ihren queeren Kindern gegenüber tolerant sind: die gesellschaftlichen Strukturen tuns doch. Dass es Strukturen sind, zeigt die Passage in "Der verlorene Sohn", in der der erste homoerotische Flirt die Hauptperson schikaniert. Fragen Sie sich, ob ein Junge von seiner Peer-Group schikaniert wird, weil es sich für ein Mädchen interessiert: da können Sie lange suchen.

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matty-b 23.02.2019, 23:27
9. Nicht auf dem aktuellen Stand

Zitat von scoopx
Was soll das heißen, "queere Jugendliche"? Eine homosexuelle Phase im Jugendalter gehört zur sexuellen Selbstfindung.
Entschuldigung, da sind Sie nicht auf dem aktuellen Erkenntnisstand. In den Humanwissenschaften gilt als sicher, dass die sexuelle Orientierung bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt feststeht, d.h. bereits vor der Pubertät. Die meisten werden sich aber erst während ihrer Pubertät oder im frühen Erwachsenenalter ihrer sexuellen Orientierung bewusst, manche sogar noch später. Es gibt allerdings durchaus zahlreiche biographische Berichte von Homosexuellen, dass sie bereits im Kindesalter ihre Orientierung wahrgenommen oder geahnt zu haben.
Wenn es im Jugendalter (z.B. homoerotische) Phasen gibt, die der späteren sexuellen (z.B. heterosexuellen) Identität im Erwachsenenalter zuwiderzulaufen scheinen, so liegt dies nicht daran, dass die Orientierung hierhin oder dorthin "wechselt". Es liegt daran, dass Jugendlich viel eher die gewisse Bandbreite ihres sexuellen Begehrens (die allen Menschen eigentlich zu eigen ist) ausleben, als dies Erwachsene tun.
Darüber hinaus ist die Legende von der "homoerotischen Phase" in der Vergangenheit hauptsächlich dazu verwendet worden, Heranwachsenden ihre Identifikation als homosexuell auszureden (s. Konversion"therapien"). Wie Forist pecos richtig anmerkt, sind im Jugendalter eben auch heterosexuelle Ausflüge von überwiegend homosexuell Veranlagten ganz normal. Und wie Sie richtig schreiben: Welcher Erwachsene will das beurteilen?

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