Forum: Kultur
Filme von Harvey Weinstein, Roman Polanski, Woody Allen: Darf man die noch schauen?
ddp images/ Capital Pictures

Mit dem Skandal um Harvey Weinstein hat eine umfassende Debatte um sexuelle Gewalt eingesetzt. Aber wie umgehen mit den Filmen von Künstlern, die Vergewaltiger sind?

Seite 5 von 15
Osservatore 04.11.2017, 18:57
40. Nur ein Hype

Zitat von t_mcmillan
Mir ist die ganze Debatte extrem unheimlich. Ich habe Angst um die Freiheit, auch an dieser Stelle.
Da haben Sie völlig recht. So schlimm und ekelhaft diese Taten im Einzelfall sind: Dieser Hype soll nur Anderes verdecken und wirkliche Debatten, nämlich um die bedrohte Demokratie, die wachsende Militarisierung und die grassierende Entmenschlichung scheinbar "human" und "genderlike" verhindern. Filme der Betroffenen zu zensieren, ist eben Zensur, da gibt es nichts zu deuteln. Die sexuellen Übergriffe sind ein Fall für den Staatsanwalt - und sonst nichts.

Beitrag melden
teletubby1951 04.11.2017, 19:10
41. das werk ist nicht der mensch !

was für ein aufgeblasener schwachkopf-artikel. ein nichtproblem wird maßlos journalistisch aufgepimpt. schade um jedes wort, das dafür mißbraucht wurde.

Beitrag melden
Gal Dove 04.11.2017, 19:15
42. infam

sie formulieren das - wissentlich, wie ich vermute - sehr raffiniert. aber kann man hier festhalten, dass roman polanski hat sich nie einer vergewaltigung ("rape") für schuldig erklärt hat, sondern im rahmen eines "plea bargains" für "statutory rape"? da mag zwar das wort "rape" beinhaltet sein, aber es bedeutet "geschlechtsverkehr mit einer minderjährigen". wie in diesem unerhörten artikel aus anklagen/vermutungen tatsachen gemacht werden, ist eines artikels im spiegel nicht würdig. und, ja, infam.

Beitrag melden
bde175bd 04.11.2017, 19:17
43. Vergewaltiger?

Vergewaltigung ist ein Straftatbestand, sowohl in Deutschland als auch in den USA. Wenn der oder die AutorIn also Woody Allen oder andere Autoren als Vergewaltiger bezeichnet, so sollte sie zumindest nachweisen, dass diese auch als solche verurteilt worden sind. Wenn dieser Nachweis fehlt, dann verfügt der/die AutorIn hoffentlich über eine gesicherte Beweislage bzw. Informationen, die vor Gericht als Beweis zugelassen werden. Sollte auch dies fehlen, dann ist diese Pauschalisierung nichts anderes als Diffamierung.

Beitrag melden
grashalm 04.11.2017, 19:20
44. Vergewaltigung ist per Gesetz verboten

das gilt auch für Prominente, gleich welchen Coleurs.
Zum Beispiel hat sich ein Polansky dem nie gestellt, höchstens dass er meinen könnte Opfer schafft Opfer, dann wären wir wieder gleich weit.

Beitrag melden
dukeofwellington 04.11.2017, 19:21
45. Hexenjagd ohne juristische Legitimation

So langsam wird dieses „metoo“ u.ä. zu einer sehr deutlich zu verurteilenden Bewegung. Warten wir erst mal juristisch rechtskräftige Verurteilungen ab, bevor mit Dreck geworfen wird (bei Woody Allen wird es sicher nie zu einer Verurteilung kommen, die Stieftochter war 21 und danach seine Frau. Bei Kevin Spacey sollte man auch erstmal abwarten, natürlich, wo bliebe sonst der Rechtsstaat). Und selbst dann muss man deutlich zwischen Werk und Autor trennen. Oder was machen wir mit diesen Kandidaten : Goethe hatte sich im hohen Alter in eine 18- jährige verliebt, im Latein-Unterricht lesen alle Schüler immer noch den „Bello Gallico“ des Kriegsverbrechers und Massenmörders Julius Cäsar, und Wagner war Antisemit. Ehrlich gesagt, kann ich diese täglich inflationärer aufkommenden, vage begründeten Vorwürfe nicht mehr lesen, mir wird übel ob der Hexenjagd. Die Presse (und SPON) sollte sich hier raushalten, ich lese euch wegen Fakten, nicht Gerüchten.

Beitrag melden
Sportzigarette 04.11.2017, 19:25
46.

Zitat von Palmstroem
Dass Leute wie Harvey Weinstein, Roman Polanski, Woody Allen und viele andere Prominente derart lang und ungehindert ihre sexuellen Gelüste selbst an Minderjährigen austoben konnten, haben auch die Medien mit zu verantworten. Denn vieles war schon lange bekannt, aber die "liberale Promielite" standen ja auf der richtigen Seite.
Ihr Vorwurf ist schwachsinnig und falsch! Wenn die Presse wirklich davon gewußt hätte, hätte man dies auch berichtet. Die Fälle Polanski und Allen wurden berichtet. In den anderen Fällen hatte sich aber bisher niemand wirklich öffentlich erklärt und ohne zuverlässige Quellen, die im Zweiten auch belastbar wären, geht sch bei so einem Thema auch niemand aus dem Fenster, was ja wohl verständlich ist!
Hat als mit liberaler Elite gar nichts zu tun. Aber hätte wahrscheinlich wieder gut in Ihr aktliberales Weltbild gepaßt.....

Beitrag melden
derpif 04.11.2017, 19:27
47.

Also um ehrlich zu sein verkneife ich mir seine Filme seit mir die ersten Anschuldigungen zu Ohren kamen. Das gleiche gilt für Polanski. Mich beschleicht bereits beim angucken von den Filmfotos ein ekliges Gefühl. Ist einer der Hauptdarsteller in La Boum - Die Fete nicht auch so ein grenzwertiger Fall gewesen, ich glaub die Hauptdarstellerin war auch noch viel zu jung.

Beitrag melden
Newspeak 04.11.2017, 19:30
48. ...

Zitat von christian simons
Es ist mal wieder Zeit für einen Nazivergleich. Mit Ausnahmen solcher Extrembeispiele wie "Jud Süss" gehören von 1933 bis 1945 produzierte deutsche Filme bis heute zum festen Repertoire der TV-Programme. Bei der "Feuerzangenbowle" zum Beispiel denkt auch kaum jemand daran, dass das eine Produktion von Goebbels Gnaden war, und niemand wäre jemals auf die Idee gekommen den Film aus diesem Grund in den Giftschrank zu sperren. Ähnlich sollte man mit den Werken der mutmaßlichen Sexualstraftäter umgehen, und den Wert des jewiligen Films strikt von dem möglichen Fehlverhalten seiner Macher trennen.
Prinzipiell bin ich einer Meinung. Das erwaehnte Beispiel ist dennoch interessant, in der Szene naemlich, wo der junge Lehrer sich mit dem alten Lehrer unterhaelt und der Alte sich darueber aeussert, dass er die Jugend nicht mehr versteht, und der Junge meint, das sei eben die "neue Zeit". Das ist einerseits ein klassischer Dialog, ein Phaenomen, das die Menschheit seit Jahrtausenden begleitet, und mit der Phrase "neue Zeit" eben doch auch reinste NS-Propaganda. Deswegen soll man den Film auf keinen Fall verbieten, aber man sollte ihn auch nicht nur als naive Komoedie sehen. Man sollte ihn stattdessen in der Schule besprechen, oder im Alltag, und man sollte gebildet genug sein, um diese Anspielungen zu verstehen, zu bemerken, und dennoch den Film zu geniessen. Aber das meint eben eine differenzierte Auseinandersetzung, ein Zulassen von Grautoenen, ein nicht alles Trennendes Schwarz-Weiss Denken, aber auch kein alles vermischendes Denken, das Vergewaltigung mit einem geschmacklosen Spruch auf eine Stufe stellt. Man scheint das heute aber nicht mehr zu koennen. Und vermutlich liegt das daran, dass selbst heutige "intellektuelle Eliten" nicht mehr die Bildung besitzen, wie das vor 30 Jahren noch der Fall war.

Beitrag melden
Bocuse_AK 04.11.2017, 19:30
49. festes Repertoire?

Zitat von christian simons
Mit Ausnahmen solcher Extrembeispiele wie "Jud Süss" gehören von 1933 bis 1945 produzierte deutsche Filme bis heute zum festen Repertoire der TV-Programme. Bei der "Feuerzangenbowle" zum Beispiel denkt auch kaum jemand daran, dass das eine Produktion von Goebbels Gnaden war, und niemand wäre jemals auf die Idee gekommen den Film aus diesem Grund in den Giftschrank zu sperren.
Welche zw. 1933 und 1945 produzierten Filme - außer der Feuerzangenbowle - gehören denn bis heute zum festen Repertoire der TV-Programme?
Antwort: keine.
In Ihrer Auslassung finden wir ein klassisches Beispiel für Fake-News.

Beitrag melden
Seite 5 von 15
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!