Forum: Kultur
Filmfestspiele in Cannes: Das Millionen-Begräbnis
Senator Film

Das Filmfestival von Cannes feiert das Kino. Leider ohne Grund, behaupten Oscar-Preisträger wie Steven Soderbergh. Er sagt der US-Filmindustrie den Untergang vorher, weil sie aus Angst vor dem finanziellen Tod kreativen Selbstmord begeht - in Form von Blockbustern wie "Star Trek" oder "Iron Man".

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flateric 15.05.2013, 20:11
20. Ich hab drauf gewartet

Zitat von Phil2302
Das langweiligste Kinoerlebnis, das ich in meinem gesamten Leben hatte (und das waren sehr viele) war Contagion. Also weiß ich ja, wie ich die Aussage dieses Mannes einzuschätzen habe.
Dauerte nicht lange bis sich der erste über Contagion aufregt. Da wird ein Film über einen Virus mal nicht wie ein ausufernder Katastrophen-alle-Menschen-auf-der-Welt-werden-sterben inszeniert und die Leute meckern wieder rum. Sorry aber Contagion war der erste nahezu realistische Film über diese Problematik. Ruhig, nüchtern erzählt, gut recherchiert, Realitätsnah mit dezentem Soundtrack von Martinez. Diese Nörgelei resultiert aus geistiger Armut.

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WhereIsMyMoney 15.05.2013, 23:03
21.

Zitat von 831nl4u51
Ich krieg das nicht rein. Also habe ich den Fernseher nur noch für Livesport. Kultur gibt's per DVD oder Kino. (Nein, ich lade keine Filme runter. Auch keine Musik. Stehle ungern.)
Sie müssen ja nicht HBO empfangen um deren Serien zu sehen. Die sind ziemlich schnell bei deutschen Sendern ganz legal zu sehen.

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filmforist 16.05.2013, 09:22
22. Fataler Teufelskreis

Die Folgen dieser Entwicklung sind totale Gleichschaltung und völlige Verdummung. Das ist jetzt schon hervorragend zu beobachten: immer teurere Verpackungen und immer weniger Inhalt. Das mag dem Durchschnittszuschauer egal sein, aber die Auswirkungen sind fatal: wer immer nur geistiges Fastfood isst, schädigt das Hirn. Durch die Verdummung wird der Zuschauer zur Marionette von Werbung, was zu weiterer Verdummung führt. Auch das mag dem Zuschauer egal sein, aber spätestens hier sollte man sich darüber bewusst werden, dass Verödung der Sinne Lebensqualitätsverlust bedeutet. Die einzige Möglichkeit den Teufelskreis zu durchbrechen ist unabhängiges Informieren, jenseits teurer Werbung. Immer mehr Filme sind nur noch auf den Trailer angelegt, der Film selbst ist hohl, aber sitzt man erst im Kino wurde schon bezahlt, das Geld ist weg. Deshalb sind wirklich unabhängige - nicht gekaufte - professionelle Filmkritiken wichtiger denn je.

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zoso67 16.05.2013, 11:45
23. An die eigene Nase fassen

Zum einen haben die Drehbuch Autoren in Hollywood nur noch selten gute Ideen.Und wenn wird dann alles so umgeschrieben das es möglichst Familiengerecht und moralisch akzeptabel ist. Es gibt im Internet so manch interessantes lesens und sehenswertes wie und weshalb Filme inzw. nur noch auf schnellen Cash in und ohne Risiko gemacht werden.
Andernseits ist es ja auch so, dass die Masse derer die noch ins Kino gehen möglichst mit spektakulrären CGI Effekten und einfachen Storys unterhalten werden möchte.Eine gut erzählte Story, atmosphärische Dichte und auch nur im geringsten etwas mitdenken müssen ist nicht erwünscht.Da kann ja auch nichts bei rauskommen.

Man sieht ja wie groß die Enttäuschung vieler beim letzten Batman Film war. Viel zu wenig Action, viel zu viel Gelaber. Dabei war das ein Film wie er sein muss. Coole CGI Effekte.Und doch vieles per gutem altem Handwerk gemacht.Ne intelligente Story, die wunderbar die Brücke zu den beiden Vorgängern schlägt. Und auch die Action fehlte nicht. Aber sowas überfordert ja das 08/15 Puplikum.
Ich sehe auch gerne mal nen Film ohne große Storys , aber mit viel Bum Bum.Aber auf Dauer ist das auch langweilig

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justaguy85 16.05.2013, 13:50
24. Sie sprechen mir aus der Seele, danke!

Zitat von Stelzi
Ins Kimo geht man für die Blockbuster, die meisten schaut man sich sowieso nur ein oder zweimal an. Für die kleinen, zuweilen geistreicheren Produktionen kauft oder leiht man sich die Blu Ray und schaut es sich im trauten Heim an - was sehr viel geeigneter ist als ein Kinosaal in dem man bei solchen Filmen ohnehin kein Gejohle hören will. Und da sowohl Hollywood als auch die Indie Szene offenbar in ihren Bereichen florieren, ist doch alles perfekt. Nur nicht unbedingt für die Kinobetreiber...
War übrigens auch schon früher so, wie die Zahlen belegen:
Ein seichter Actionstreifen wie Terminator 2 lockte auch früher schon mehr Zuseher an als Filme mit tiefgehender Handlung.

Terminator 2: Judgment Day (1991) - Box Office Mojo
Schindler's List (1993) - Box Office Mojo
The Shawshank Redemption (1994) - Box Office Mojo

Da ich hier im Filmforum unterwegs bin möchte ich mal den Leuten eine Frage stellen die sich über die seichte Story bzw. zu wenig/fehlender geistiger Nahrung im Popcornkino beschweren: Warum lest ihr nicht einfach ein Buch? Oder schaut ne Doku?
Mal ehrlich, wie läuft das bei euch? Kann ich mir das in etwa so vorstellen:
"Hmmmm ich bin heute in der Stimmung für erwas Anspruchsvolles. Etwas mit Bildungswert, Kultur und Niveau. Etwas, das meinen Horizont erweitert. Am besten ich geh ins Kino und seh mir Iron Man 3 an!"

Dann nach dem Kino

"Oh wow wie enttäuscht ich nun bin! Ich habe gar nichts aus dem Film gelernt, da war nur Action und kein Tiefgang".

Ich werd nämlich einfach nicht schlau aus Leuten die sich in so einen Film setzen und danach beschweren dass die Handlung zu seicht sei.


PS: Nix gegen Iron Man, ich steh total auf den Film :)

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