Forum: Kultur
Flüchtlinge: Eine andere Art von Notwenigkeit

Die Flüchtlinge brauchen Unterkunft, Nahrung, Ausbildung - und ebenso wichtig wäre ein wenig Freundlichkeit im Alltag. Doch wer Angst hat, kann kaum freundlich sein.

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Hesekiel 05.11.2015, 15:58
40.

Empathie ist sicher absolut notwendig und richtig, aendert aber leider nichts daran, dass die Realitaet sich nicht an Gefuehlen oder Wuenschen orientiert. Dem Fluechtenden sind zunaechst pragmatische Sachen wichtig, Unterkunft, Verpflegung, Waerme - ob ich seinem Leiden gegenueber empathisch bin mag irgendwann Sekundaerbeduerfnis sein, mehr aber auch nicht. Fehlt es an Unterkuenften und Versorgung nuetzt ihm umgekehrt auch mein Mitgefuehl nichts. Sagt man es mit Brecht kommt das Fressen vor der Moral.. genau so muss fuer jede Unterkunft, fuer jede Mahlzeit, aber auch fuer die absehbare Zuwanderung in die Sozial- und Transfersysteme gezahlt werden, und auch dort wird Empathie als Waehrung leider nicht anerkannt. NUR ueber Zahlen zu reden ist sicherlich kalt und unerfuellend, GARNICHT ueber Zahlen zu reden dagegen realitaetsfremd.

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katjanella 05.11.2015, 15:59
41.

"Und es den Deutschen schwer zu machen, ist etwas, was eigentlich nicht einmal die AfD wollen kann." - Wenn Sie wüssten, was dieser Trupp alles will. - Soviel politische Naivität auf sponline?

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kobra21 05.11.2015, 16:00
42. Angst? Ja!

In der Tat geht es um "Angst", um die "Angst" der Bürger, die sehen müssen, dass selbst berechtigte
Fragen nach einem Für oder Wider schon Aggressionen bei denen auslösen, die sich der Realität verweigern.

Jeder der sich nicht den Slogan "Welcom Refugees" bedingungslos zu eigen macht, wird sofort in die rechte Ecke gerückt.

Da liegt die "Angst" der Bürger!
Wer Fragen nach gesetzlichen Grundlagen stellt, wer auf bestehendes Recht hinweist, wird "platt gemacht".
Darin besteht die "Angst" der Mehrzahl der Bevölkerung.
Viel wäre in diesem Land bereits erreicht, wenn Recht und Gesetz wieder Geltung hätten.

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moistvonlipwik 05.11.2015, 16:01
43.

Zitat von kj.az
warum und wann Neuangekommene in Deutschland mit Ablehnung konfrontiert werden ? Immer dann, wenn sie (noch) nicht integriert sind.
Das ist leider falsch:
Den Flüchtlingen aus den damaligen Ostgebieten (Ostpreußen, Schlesien, etc.) wurde auch ein kühler Empfang bereitet. Selbiges passierte 1989 mit den Übersiedlern aus der untergehenden DDR. Diese wiederum empfingen viele "Wessis" mit klarer Abneidung.
Kurz: jeder wird mit Abneigung empfangen.

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rotfuchs_ 05.11.2015, 16:04
44.

Zitat von bernsteinchen
... ist ein gutes Stichwort. Damit kommt man auf jeden Fall weiter. Was uns "Einheimische" anbelangt... man kann Mitgefühl und Wohlwollen nicht verordnen, mir persönlich sind das viel zu viele Zuwanderer, Menschen, von denen ich befürchte, dass sie unsere Gesellschaft schwächen werden. Und noch eines passt mir ganz ehrlich nicht: Die permanenten Zurechtweisungen, die permanenten Aufforderungen, was "wir" zu tun und zu lassen haben. Meine Freundlichkeit ist verschwunden, sie ging mit meinen eigenen Erfahrungen, die ich machen musste. Und ich vermisse schmerzlich eine unmissverständliche Aufforderung an die "Neuen", sich an die Gesetze unseres Landes zu halten!
Sie beklagen, dass zu viel von Ihnen verlangt wird, wohingegen zu geringe Forderungen an die Flüchtlinge gestellt werden?

Deutschsprachige Texte und Reden richten sich nunmal hauptsächlich an Deutsche, also die Eingesessenen. Immigranten und Flüchtlinge werden schon belehrt, und so wie ich unsere Bürokratie kenne, mehr als genug. Sie kriegen davon nur nichts mit, weil es sich nicht an Sie richtet.

Und dass Flüchtlinge oder Einwanderer im Allgemeinen unsere Gesellschaft schwächen würden, ist eine Einstellung, die ich ablehne. Sind diese Menschen schlechter als wir Deutschen? Der aktuelle Zuzug könnte eine Riesenchance für Deutschland sein, den Einwohnerschwund gerade auf dem Land zu kompensieren. Aber dafür bräuchte es das passende gesellschaftliche Klima...

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Hoschi 05.11.2015, 16:07
45. Verantwortung

Ich glaube wir haben einfach die Verantwortung, freundlich zu erfragen wo jemand hin will und nicht wo jemand herkommt. Ich meine jetzt nicht die räumliche Dimension, sondern Werte, Ideale und Lebensziele. Wir sollten hierbei niemals unsere ?abendländischen? Werte vergessen und hierzu gehört auch Respekt. Den zeige ich am einfachsten durch Freundlichkeit. Auch Kritik darf, wenn sie negativ ist, diesen Wert nicht übergehen. Werte die nicht gelebt werden, sind nicht zu verteidigen.

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Wildes Herz 05.11.2015, 16:10
46. @ rotfuchs_

Zitat von rotfuchs_
Sehr geehrte(r) Mikado, meinen Sie mit einer offenen Gesellschaft eine, in welcher sich jeder Mensch verhalten kann wie er will? Warum sollten Kopftücher oder sonstige Verschleierung dort abgelehnt werden? Jede Art von Kleidung ist Verschleierung bis zu einem gewissen Grad, und wenn Muslime sich für ein bisschen mehr entscheiden, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen. Ansonsten kann ich auch argumentieren, dass Frauen ......
Natürlich "darf" in einer offenen Gesellschaft jeder auch rechte Szeneklamotten oder eben eine Burka/einen Tschador tragen. Im rechtlichen Sinne kann man das niemandem verbieten.

Das heißt aber nicht, dass die Zurschaustellung solcher Symbole einer rassistischen oder (im Falle der islamistischen Vollverschleierung) sexistischen Weltanschauung einfach so hingenommen werden muss. Man darf jeder Frau, die so etwas trägt und damit offen eine nicht mit unseren emanzipatorischen gesellschaftlichen Werten vereinbare Ideologie (Islamismus, extremer Sexismus) vertritt, sein deutliches Missfallen darüber zum Ausdruck bringen.

Auch DAS gehört zu einer offenen Gesellschaft - dass man Rassisten, Nazis, Islamisten, Sexisten etc. deutlich seine (ablehnende) Meinung sagen darf!

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Bondurant 05.11.2015, 16:12
47.

Zitat von rotfuchs_
Und dass Flüchtlinge oder Einwanderer im Allgemeinen unsere Gesellschaft schwächen würden, ist eine Einstellung, die ich ablehne.
Waren Sie schon mal in einem arabischen Land?

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willanne 05.11.2015, 16:13
48. Sehr geehrte Frau Stokowski

mit all dem haben Sie sicherlich Recht. Wie man in den Wald hinein ruft, so rufts zurück. Nur ist angemessenes, freundliches und empatisches Verhalten eben etwas, was man nicht nur von einer Seite fordern kann und auch nicht nur von einer Seite fordern darf. Und was mich dann stört ist, dass das Fehlverhalten der Einheimischen als die Regel dargestellt wird, die es viellwicht auch ist, aber auf der anderen Seite jedes negative Verhalten von Neuankömmlingen in dieser Debatte ganz überwiegend gelwugnet oder jedenfalls als Einzelfall abgetan wird, der zudem durch die traumatischen Erlebnisse des Handelnden beinahe immer als hinreichend entschuldigt angesehen wird. Ich kann nicht nachvollziehen, dass die Alteingesessenen in einem solch hohen Maße unanständiger sein sollen.

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Euclid 05.11.2015, 16:15
49. Wie bitte?

Frau Stokowski ich gebe ihnen das Recht ihre kritische Meinung über Deutschland zu sagen, denken sie aber daran in Polen würde man mich bei gleicher Bevormundung NAZI nennen und steinigen.

Wir Deutsche haben mehr als 2 Millionen Polen aufgenommen, und Polen verweigert Aufnahme von Flüchtlingen. Nennen sie mir einen triftigen Grund. Richten sie erste einmal ihre Kritik an Polen, kehren sie vor ihrer eigenen Tür.

In jedem Land während meiner 40-jährigen Tätigkeit im Ausland, in vier Kontinenten, gab es eine fundamentale Regel: Anpassen, fremde Kultur respektieren und keine Politik. Das verlange ich von jedem, der in Deutschland leben will, auch von ihnen. Der Austausch eines Reisepasses macht den Bürger A nicht zum Bürger B. Ich weiß wovon ich rede.

Lassen sie mich mit JFK schliessen: „ Don’t ask what Germany can do for you, ask what you can do for Germany” ,

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