Forum: Kultur
Flüchtlings-Talk bei Maischberger: "Mir wird bange, wenn wir weiter so schlampen"
WDR/ Max Kohr

Deutschland wird sich angesichts der Flüchtlingskrise verändern, darin waren sich die Talkshow-Gäste von Sandra Maischberger einig. Aber über das Wie und Wo gab es Streit. Dabei spielten zwei Wörter eine zentrale Rolle: Integration und Angst.

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anna-m. 07.10.2015, 08:44
30. Bange bei solchen Besprechungen

... wird mir allerdings. Der Verfasser der Rezension betrachtet den Auftritt des Kollegen Augstein offensichtlich sehr wohlwollend. Die unglaubliche Überheblichkeit, mit der Augstein der Polizistin gegenübertrat, wird gespiegelt durch die Bemerkung in der Rezension, die Aussagen der Polizistin hätten nicht viel zum Erkenntnisgewinn beigetragen. - O doch, möchte ich dem entgegenhalten. Denn bei ihr geht es um Fakten und nicht um einen linken theoretischen Überbau. Solange Journalisten jedoch nicht bereit sind, sich mit der unbequemen Wirklichkeit auseinanderzusetzen und sich stattdessen lieber aus der altlinken Mottenkiste bedienen, sind sie als Protagonisten jeglicher "Leitkultur" eine Fehlbesetzung.

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Pixelquäler 07.10.2015, 08:56
31. Welche Sendung hat Herr Zschaler gesehen?

In der FAZ liest man von einer verbalen Entgleisung des Herrn Augstein, der wie üblich nichts als abgehobene Arroganz aus dem Elfenbeinturm beizusteuern hatte. Nun ja, wes Brot ich ess...

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michel-watcher 07.10.2015, 08:58
32. Mahmud ist ok

Schw. Gmünd zeigt, wie es geht. Die Leute aus der Anonymität holen. Die Person sehen, nicht die 'Masse'. Der Effekt ist altbekannt. In dem Moment, indem man sich mit einem Menshen unterhält, merken wir Menschen, dass wir es mit einem Artgenossen zu tun haben, mit dem wir zu 99% übereinstimmen. Oft sogar sehr viel mehr, als mit dem dt. Nachbarn oder der Kanzlerin.
Doch dies in den riesigen Unterkünften umzusetzen wird immens schwierig, aber machbar. Gmünd ist klein und reich, außerdem ist die Alterstruktur höher abgesiedelt als in den Städten. Doch das ist graduell.
Würde dennoch anderswo gehen, mit gutem Willen.
Deshalb ist das schreckliche Wort 'Leitkultur' in diesem Kontext gar nicht so schrecklich. Wenn es etwas Gutes bringt, eine generelle Lockermachung, mehr Offenheit, weniger Extreme, die Einsicht, dass Menschen Menschen sind, egal wo. Ist selbstverständlich, trotzdem oft vergessen.
Aus einer veränderten Haltung resultiert auch eine veränderte Praxis! Deshalb bringt es nichts, in blinden Aktionismus zu verfallen, ohne gleichzeitig an den Voraussetzungen zu arbeiten.
Die Realität ist komplex und besteht aus unzähligen Ebenen. Das Pochen auf nur eine ist dumm und kurzsichtig. Schaffen wir den Transfer auf alle Ebenen, dann packen wir das mit links. Ressourcen und potentielle Hilfe sind genug vorhanden, es hapert an der Verteilung! Dazu braucht es aber nunmal den (theoretischen) Diskurs, auch wenn das manche nerven mag. Doch sonst bekommen wir etwas Aufgesetztes, etwas, das keine echte Akzeptanz besitzt.
Und das wollen wir doch nicht, oder? Nein, sicher nicht!

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edelsenf 07.10.2015, 09:02
33.

Zitat von bruno47
Selten habe ich jemanden gesehen, bei dem zwischen Reden und Benehmen so eine große Kluft liegt. Da redet er davon, dass sich gerade die Deutschen integrieren müssten, weil gerade sie mit weiblichen Polizisten ein Problem hätten und diese von oben herab behandelten. Dabei war das Verhalten Augsteins gegenüber der Polizistin von einer Arroganz geprägt die ihresgleichen sucht. Der mangelnde Respekt gegenüber den Beamten sei dem wachsendem Freiheitsbewusstsein der Bevölkerung geschuldet. Und wenn sie das nicht aushalte, möge sie sich einen anderen Job suchen ("If you can't stand the heat, ..."). Der Gipfel war, dass er die Frau mit "Jetzt pass auf!" erstens geduzt hat und zweitens von oben herab wie ein Schulmädchen behandelt hat. Dann behauptet er, er könne sich totlachen, dass jetzt ausgerechnet Konservative um die Frauenrechte besorgt seien, um die ganze Zeit der ultrakonservativen Idee von der Leitkultur das Wort zu reden. Zum Totlachen. Tatsächlich glaubt er, dass man aus Asylanten grundgesetztreue Bürger macht, in dem man ihnen eine kurze Niederschrift unserer Leitkultur (wie die aussieht müsse man noch ausdebattieren) in die Hand drückt - quasi gleich einer Kurzbedienungsanleitung für den Videorekorder (offensichtlich ist er nicht auf der Höhe der Zeit). Schade dass niemand gefragt, in welcher Sprache das Schriftstück sein soll. Natürlich impliziert er damit, dass es für Grundgesetz nur eine einzig mögliche, nämlich eine linke, Interpretation gebe. Die Tatsache, dass auch das Grundgesetz interpretiert werden muss, weil sich auch unsere Werteauffassung mit der Zeit ändert, übersieht er geflissentlich. Fazit: Das war nix!
Die Art wie er mit der Polizisten oder allgemein sprach, erinnerte an das sonntägliche gelabbere kurz vor dem Presseklub ... mit seinem Milchbruder von der BLÖD.

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hahahans 07.10.2015, 09:05
34. Falsche Überschriften und Werkzeuge

Zitat von xenon555
Na klar, Einwanderung gehört zu uns. Wir brauchen sie.
Ich denke, das ist eines der Probleme der flüchtlingsbezogenen Politik und Diskussion in Deutschland: dass sie mit Themen vermengt werden, die tatsächlich nicht zusammengehören.

Das Asylrecht und die Flüchtlingskonvention sind kein Werkzeug, um Einwanderung nach Deutschland zu steuern oder gar einen lokalen Fachkräftemangel zu bekämpfen. Wer Fachkräftemangel und Einwanderung in Beziehung zueinander setzt, der kommt an einem Einwanderungsgesetz nicht vorbei. Ein solches gibt es in Dtld nicht und ist - so scheint es - in weiten Kreisen der hiesigen Politik auch nicht gewollt. Daher mutet es umso verwunderlich an, derlgeichen thematische Verknüpfungen gerade aus dem Munde so vieler Entscheidungsträger zu vernehmen, die es eigentlich besser wissen müssten.

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Anti-Ideologe 07.10.2015, 09:11
35. Verändertes Deutschland

"Deutschland wird sich angesichts der Flüchtlingskrise verändern, darin waren sich die Talkshow-Gäste von Sandra Maischberger einig." --- Allein schon die dreiste Selbstverständlichkeit, mit der diese These immer wieder weiderholt wird, zeigt die ganze Arroganz in der Debatte. Hat uns - das Volk, die Bürger, die Steuerzahler - irgendwer gefragt, ob wir diese Veränderung wollen? Keine Regierung, keine Kanzlerin und schon gar nicht irgendwelche Medienleute haben das Recht, derartig tiefgreifende und unumkehrbare Entscheidungen für dieses Land zu treffen. Schon gar nicht, wenn doch so offensichtlich ein mittlerweile sehr großer Teil der Bevölkerung die ganze Entwicklung und die Handhabung des Themas der Kanzlerin strikt ablehnen. Schade, dass wir alle - ich schließe mich da nicht aus - zu friedlich und zu sehr mit Arbeit beschäftigt sind, um uns gegen diese Enteignung unseres Landes, unseres Wohlstandes und unserer friedlichen Gesellschaft zur Wehr zu setzen. Wir werden es bereuen.

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doudo 07.10.2015, 09:14
36. Und jetzt?

Zitat von vox veritas
"Außerdem kam noch die griechischstämmige Polizistin Tania Kambouri aus Bochum mit ihren in Buchform gefassten Klagen über schlechte Erfahrungen mit dem Machismo unter muslimischen Migranten hinzu, was aber den Erkenntnisgewinn der Sendung nicht wesentlich vergrößerte." Das in einem Satz einfach so abzutun, ist schon beinah fahrlässig. Immerhin geht es hier um die Integration von Migranten .... oder vielleicht besser Nicht-Integration?
Ja, Frau Kambouri spricht Missstände an, und die kann man nicht von der Hand weisen. Aber die Entgegnung von Renate Künast war doch vollkommen richtig: Und was machen wir jetzt mit diesem Befund? Es kann doch nicht sein, dass wir das einfach so stehen lassen, das wäre fatal. Denn das schürt dann mehr Angst, und die Migranten werden der Gesellschaft fremd und die Mehrheitsgesellschaft hat mehr Ängste als zuvor. Stattdessen muss geschaut werden, wie man diese nicht-integrierten oder schlecht integrierten Menschen halt besser integriert, sie gehören auch zu dieser Gesellschaft.

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bruderlaurentius 07.10.2015, 09:14
37. wichtige Sache vergessen

Nach meinem Geschmack wird bei diesem sensiblen Thema eine wichtige Sache vergessen. Der Satz der Kanzlerin "Wir schaffen das" fällt in einem Jahr, in dem die BRD - nach langer Zeit - mal wieder einen ausgeglichenen Haushalt hat. Was jedoch größtenteils auf die momentanen Niedrigzinsen und den schwachen Euro zurückzuführen ist. Wir steuern jedoch mit 8 Mrd. Menschen auf eine globale Katastrophe zu, die auch unser geliebtes Vaterland heimsuchen wird. Was meinen Sie was dann in diesem mulitkulturellen Schmelztiegel los ist? Die Willkommenskultur hört schnell auf, wenn es nicht´s mehr zu Essen gibt.

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Cadarr 07.10.2015, 09:15
38. Herr Augstein...

Bis jetzt fand ich Herr Augstein immer sehr sympathisch und war häufig genug seiner Meinung. In dieser Sendung hat er mich ein wenig an Schröder beim Gespräch mit Merkel erinnert. Total arrogant und überheblich. Reale Erzählungen weggewischt mit einem Ausdruck und einer Haltung die mir ein „Klügere Leute als Sie haben sich da Gedanken drüber gemacht – zum Beispiel ich – und wissen wirklich besser wie Sie ihre Erlebnisse zu deuten haben. Wieso hat man Sie überhaupt eingeladen?“
Ernsthaft, so kann man vielleicht ein Rededuell gegen Ungeübte gewinnen – aber auch sehr viel Sympathie verspielen.

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Weise 07.10.2015, 09:15
39. Nein, Herr Augstein, Frauen sorgen sich um den respektvollen

Umgang muslimischer Flüchtlinge mit Frauen, nicht "die Konservativen". Sie müssen Ihre Rechts-Links-Muster-Denke aufbrechen, die funktioniert nicht mehr.
Eine positive Entwicklung bei der Debatte um "Heimat" mit Massenzuzug junger muslimischer Männer ist doch, dass die Sichtweisen der Menschen in diesem Land sich gerade n i c h t in parteipolitische Schubladen pressen lassen.

Beispiel: "Ehemalige" Grünen-Wählerin ist gegen den Zuzug dieser Massen an muslimischer Männer, welche auch nicht mit ein paar Integrationskursen ihr von klein auf geprägtes Frauenbild ablegen werden können. Auch handeln sogenannte Konservative alles andere als konservativ in der aktuellen Situation.

Henryk M. Broder hat es doch gestern passend beschrieben. Wir Deutschen müssen endlich das Selbstbewusstsein entwickeln, Grenzen zu setzen und Zuwanderung im Sinne unserer Werte und Möglichkeiten steuern und "begrenzen".

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