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Flüchtlingsdebatte: Die Zeit des Augenzwinkerns ist vorbei

Wie schäbig sich Deutschland doch in den vergangenen Wochen hat. Aber hinter taktierenden Politikern und pöbelnden Glatzen formt sich eine Front der neuen Ernsthaften: Die Ära des Ironischen ist endlich vorbei.

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secret77 28.08.2015, 17:38
1.

und man könnte diesem Kommentar von Georg Diez noch hinzufügen: die Deutschen sollten sich möglichst beeilen, von "wir-sind-super!-wir-sind-Weltmeister!" umzuschalten in den Realitätsmodus, denn die Welt hat gerade erst angefangen zu brennen befürchte ich. Und wer weiss, wann wir Asyl brauchen und dann werden wir über unsere Dummheit und Hartherzigkeit zähneknirschen und heulen.

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lemmy 28.08.2015, 17:46
2. Fazit ?

Ich kann in diesem Artikel kein Fazit erkennen. Außer unangemessenen Schuldzuweisungen und Vorwürfen an Herrn De Maiziere und einer Menge Pathos vermag ich diesem Beitrag nichts konstruktives zu entnehmen. Der sachliche Artikel von Herrn Fleischhauer vor einigen Tagen ließ zumindest eine angemessene sachliche Betrachtung der Lage erkennen. Und auch Herr Augstein stand dem in nichts nach. Dieses ständige Emotionalisieren und dieser monotone mitleidige Duktus hat noch nicht einen einzigen konstruktiven und lösungsorientierten Beitrag zum Thema Flüchtlinge hervorgebracht, und hat m.E. in der Politik auch eher nichts zu suchen. Ganz im Gegenteil: Manchmal denke ich,dass dadurch der Verstand leidet.

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unky 28.08.2015, 17:47
3. Danke ...

... für diese Worte, Herr Diez. Ich wünschte, alle Prominenten dieses Landes würden sich so eindeutig artikulieren und wie eine Wand stehen gegen das Unmenschliche der Hetzer und Brandstifter.

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luny 28.08.2015, 18:20
4. Ratlos und überfordert

Hallo,

mein persönlicher Eindruck ist, daß die selbsternannte
politische "Elite" mit dem Flüchtlingsandrang hoffnungs-
los überfordert ist.

Einerseits soll geholfen werden, andererseits fehlt dafür
die nötige Infrastruktur wie z. B. ausreichende Unter-
künfte.

Also werden die Flüchtlinge irgendwie und irgendwo
zusammengepfercht.

Daß das zu Spannungen führt, dürfte nicht überraschen.

Auf Seiten der Politik herrscht allgemeine Ratlosigkeit.

Wieder einmal wird "reagiert" und nicht "agiert", und
das mehr schlecht als recht.

LUNY

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kumi-ori 28.08.2015, 18:20
5.

Der Autor teilt die Eigenschaft vieler Deutscher, Einzelfälle zu verallgemeinern und Menschen in Gruppenhaft zu nehmen. Der Artikel mag sicher edel motivert sein, ist aber wenig hilfreich. Man könnte genauso die Ungarn beschimpfen, weil aus ihren Reihen die Schlepper kommen, die Österreicher, weil bei ihnen die Lastwagen mit den Leichen stehen oder die Engländer, weil sie erst mal gar keine Flüchtlinge aufnehmen, die Griechen, weil sie auf der Insel soundso mit der Versorgung nicht hinterherkommen und so weiter.

Bei den allermeisten Menschen in Deutschland reicht die Gefühlslage von positiver Sympathie für die Flüchtlinge hin zu Einsicht in die Notwendigkeit, sie eben nun mal aufnehmen zu müssen. Einzelne Brandstifter gibt es immer wieder, so wie es auch Einzelne gibt, die Hundebabies vergiften oder alte Leute an der S-Bahn totschlagen. Das ist sehr einfach, jeder kann es und das Resultat ist eine wohlfeile Selbstbestätigung für diejenigen, die sonst nichts zu Stande bringen. Nimmt man dafür jedoch alle Deutschen in die Verantwortung, dann ist das quasi eine Teilentschuldigung für die Täter. Das ist der falsche Weg. Diese Subjekte müssen ausgegrenzt werden, nicht das Land um sie herum. Für die Ecken, in denen sich tatsächlich ein organisierter brauner Mob zusammenrottet, dem die Gesellschaft nicht mehr Herr wird, müssen entsprechend behandelt werden. Die Mitbewohner, die sich diesen nicht anschließen wollen, seien eingeladen, sich im Rest der Republik anzusiedeln. Die entsprechenden Käffer müssen dann die Isolation zu spüren bekommen.

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Ausschreitungen in den frühen Neunzigern. Jahrzehnte danach noch klagten die Kommunen, dass sich dort kein Unternehmen niederlassen wollte. Die Intelligenten unter den Bewohnern wanderten aus und das Resultat sehen wir jetzt.

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mami2 28.08.2015, 18:23
6. was ist angemessen?

Ich finde die hier gelobten Worte von Joko und Klaas wenig angemessen - es ist kein guter Umgangston und sie beziehen Ihre Tiraden explizit nicht nur auf Gewalttäter, sondern auf alle die sie in deren Umfeld verorten. Mir gefällt das nicht. Ich finde auch Ihren ganzen Text zu scheinheilig. Jeder, der nicht 100 Großraumjets kauft (bzw. sich dafür einsetzt) und diese im Pendelverkehr in die Krisengebiete fliegen lässt, um Menschen in Not abzuholen, ist jemand, der sich (billig?) abgrenzt. Jeder, der Knebelverträge mit Afrika nictht sofort stoppt, jeder, der sein Geld mit weltweiten Patenten verdient oder an solchen Verdienstketten dranhängt, und und und ... Ich denke wir sitzen alle mehr im selben Boot als uns lieb ist und wir sollten etwas normaler miteinander reden.

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ronaldroland 28.08.2015, 18:23
7. Lösungsvorschläge statt Pathos

sind in diesem Artikel mal wieder Fehlanzeige. Ich bin nur noch geschockt, was hier vor sich geht. Der braune Mob wütet und macht das Polizeiwesen und unsere Grundrechte zu einer Farce, die Linken melden sich bisher garnicht mit Lösungsvorschlägen außer Schuldzuweisungen gegenüber unseren Freunden hinter dem Teich und das Asylrecht wird mit Füßen getreten, weil es garnicht angewandt wird.

Das alles wird nur getoppt von einer Regierung, die mal gerne einen Spruch raushaut, damit der Michel sich doch endlich beruhigt. Von einem Konzept oder einem Dialog mit der Bevölkerung fehlt jede Spur.
Muss wirklich die UN(HCR) unsere Regierung eindringlich auf die Probleme und Lösungsvorschläge hinweisen? Bis die vorgeschlagenen Hotspots stehen oder andere praktikable Lösungen umgesetzt werden, vergehen mindestens zwei Jahre, bis dahin graut es mich daran zu denken, wieviele Flüchtlingsheime brennen werden.

Die anderen Spiegel-Kommentatoren analysierten zuletzt wenigstens klar die aktuellen Probleme durch nicht rosa getönte Brillengläser. Bis die Politik an dem Punkte ankommt - wenn überhaupt - wird Zeit vergehen. Wir sind ja noch im "Normalmodus".

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mathematissima 28.08.2015, 18:26
8. Helfen ist normal.

Wir müssen nicht "bunt und gut" werden. Wir müssen endlich begreifen, dass Hilfe für Hilfsbedürftige eine Selbstverständlichkeit ist. Noch mal - ganz deutlich: DAS ist der Normalzustand! Und wer das begriffen hat, kann dann mal ganz vorsichtig anfangen zu überlegen, warum das bei vielen nicht der Fall ist.

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pingjong 28.08.2015, 18:28
9. Flüchtlingsströme

Das Asylantenheime in Deutschland brennen ist wirklich traurig und wiederwertig! Aber auf Dauer wird man nach einer Lösung suchen müssen! 800.000 Flüchtlinge sind nur ein Prozent der Bevölkerung und sollten für Deutschland kein Problem sein. In den nächsten fünf Jahren entspricht ein solcher Zustrom bereits 4 Mio Menschen. Das sind dann gut 5% nach Adam Riese. Dh 5% Zuwanderer in unsere Sozialkassen!Das ist mal eben nicht mehr so verkraftbar. Und was soll die Perspektive für die jungen Menschen hier sein? Ich glaube viele Flüchtlinge haben eine völlig falsche Vorstellung über dieChancen und darüber was sie in Deutschland erwartet. Hier ist die Politik gefragt

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