Forum: Kultur
Flüchtlingsdebatte: Die Zeit des Augenzwinkerns ist vorbei

Wie schäbig sich Deutschland doch in den vergangenen Wochen hat. Aber hinter taktierenden Politikern und pöbelnden Glatzen formt sich eine Front der neuen Ernsthaften: Die Ära des Ironischen ist endlich vorbei.

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luny 28.08.2015, 19:37
30. Zu spät

Zitat von hubertrudnick1
Ein Fazit haben sie doch wohl alle samt nicht, man ist überrascht worden, denn man hat die Zeit einfach nur verschlafen. Schuldzuweisungen erfolgen doch hauptsächlich nur, weil man selbst nichts, oder zu wenig getan hat und nun steht man mit dem Rücken an der Wand. Auch hier bei spon geht man aus Angst vor negativer Lesermeinungen es zu oft aus dem Weg. Die Völkerwanderung ist voll im Gange und man stottert an den Auswirkungen herum, aber die Ursachen, die auch die internationale Politik, Wirtschaft und Finanzwelt mitzuverantworten haben geht man lieber aus dem Weg.
Hallo Hubertrudnick1,

Ihrem Beitrag stimme ich zu.

Die verantwortlichen Politiker starrten auf die steigenden
Flüchtlingszahlen, ohne etwas zu tun.

Unsere Freunde von jenseits des Atlantiks zetteln
überall Kriege an, wenn es ihren geopolitischen
Interessen dient.

Mit den Folgen, also in diesem Fall den Flüchtlings-
strömen, sollen sich bitte andere auseinandersetzen.

Die Welt"polizei" USA investiert Milliarden oder gar
Billionen, um gründlich aufzuräumen. Den "Schutt"
mögen bitte andere wegräumen.

Die einzige verbliebene "Weltmacht" hat dabei wenig
Skrupel.

LUNY

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shardan 28.08.2015, 19:43
31. Nennt es endlich beim Namen!

Es ist keine Brandstiftung, es ist Mordversuch! Es sind auch keine normalen Kriminellen, es ist Rechtsterrorismus! Ob von einzelnen, oder wie zumindest zu erahnen, durchaus organisiert spricht in dieser Hinsicht überhaupt keine Rolle. Es ist so einfach, Flüchtlinge zum Buhmann zu machen, die selbst Opfer ihrer Situation sind. Es ist viel einfacher, als das eigene Hirn zu benutzen. Da rief jemand "Wir sind das Pack". Gut erkannt - genau so ist es. Ihr seid das Pack, das dumme Pack, zu faul zum Denken, zu feige, um gegen die wirklichen Ursachen auch nur einen Mucks zu machen. Es ist ja so viel einfacher, sich an den reichlich wehrlosen Flüchtlingen zu vergreifen und ohne Hirn Parolen nachzublöken. Eine Schande für Deutschland, egal wie man es dreht und wendet.

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DaWE 28.08.2015, 19:43
32.

Um eine sachliche Diskussion geht es schon lange nicht mehr, evtl. noch nie. Wer die Illner Sendung gestern gesehen hat, wird den Verdacht nicht los das da eher ideologische Argumente und Überzeugungen, anstatt konstruktiver Lösungsansätze, diskutiert wurden. Dabei scheint das aktuelle Flüchtlingschaos Anlass für eine schon lange anschwellendes Konfliktpotential zwischen linker Multikulti- Fantasie und rechts- konservativer Weltanschauung zu sein. Die Leidtragenden und Verlierer sind da die Menschen die ohne extreme ideologische Überzeugung einfach nur nach vernünftigen und konstruktiven Lösungen suchen.

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hubertrudnick1 28.08.2015, 19:50
33. Politik

All das was sie hier aufführen sollte eigentlich allen bekannt sein und trotzdem tun sie so, als würde ihnen diese Situation plötzlich und überraschend über Nacht draufzugekommen sein.
Die internationale Politik eigebettet in der Finanz und Wirtschaftspolitik ist oft die Ursache für diese Völkerwanderung.
Ich habe allerdings noch nicht in den Statements der Politiker gehört, dass man grundsätzlich was an den Ursachen verändern will, man macht so weiter, solange man glaubt auch Profite machen zu können und jammert, wenn dann Menschen gezwungen werden ihre Heimat zu verlassen und zu uns in den reichen Westen zu kommen.

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Schönwetterfrosch 28.08.2015, 19:52
34. bitte Russland nicht vergessen

Zitat von luny
Hallo Hubertrudnick1, Ihrem Beitrag stimme ich zu. Die verantwortlichen Politiker starrten auf die steigenden Flüchtlingszahlen, ohne etwas zu tun. Unsere Freunde von jenseits des Atlantiks zetteln überall Kriege an, wenn es ihren geopolitischen Interessen dient. Mit den Folgen, also in diesem Fall den Flüchtlings- strömen, sollen sich bitte andere auseinandersetzen. Die Welt"polizei" USA investiert Milliarden oder gar Billionen, um gründlich aufzuräumen. Den "Schutt" mögen bitte andere wegräumen. Die einzige verbliebene "Weltmacht" hat dabei wenig Skrupel. LUNY
das auch einen sehr grossen Anteil an den vielen Flüchtlingen weltweit und in europa.

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lemmy 28.08.2015, 19:52
35. @serafino: Welche Gesellschaft man haben möchte

Zitat von serafino
Das Fazit ist eigentlich ziemlich einfach: Wir stehen am Scheideweg, ob wir eine Gesellschaft werden wollen, die aus moralischen Gründen richtig und gut handelt oder ob wir eine Gesellschaft werden wollen, die sich aus Angst um den eigenen Geldbeutel und vor allem Fremden mit aller Macht abschottet und sich so moralisch bankrott erklärt. Im ersten Fall wird die Gesellschaft zukunftsfähig sein, da sie eine moralische Grundlage hat und annimmt, Probleme solidarisch zu lösen. Das heisst nicht, alle Flüchtlinge wahllos aufzunehmen, sondern einen Weg zu finden, gerecht und menschenfreundlich mit dem Problem umzugehen. Das wird unsere Gesellschaft bereichern und produktiver machen und auch (positive) Auswirkungen auf unsere Nachbarn und die EU haben. Im zweiten Fall werden wir eine Mauer bei uns bauen um alle Flüchtlinge draussen zu halten, aber so auch unsere Freunde. Wir werden jubelnd zusehen, wie ein rechter Mob unsere Gesetze bricht, wenn Menschen terrorisiert werden und sterben. Wir opfern unsere Vorstellungen von Moral und Gesellschaft für eine vermeintliche Besitzstandswahrung. Ich weiss, welche Gesellschaft ich nicht haben will.
Sie stehen in Ihrem Duktus Herrn Diez in nichts nach. Vor lauter Moral, Empathie und Angst vor einer moralischen Bankrotterklärung bleiben vernünftige und sachgerechte Ansätze komplett auf der Strecke. Es gibt neben einer sogenannten "moralischen Bankrotterklärung" auch noch einen anderen Bankrott. Der kann durchaus sehr vielfältig sein: finanziell, ökonomisch, sozio-kulturell, ethnisch, religiös, gesellschaftlich.
Ihre Ausführungen machen den Eindruck, als könnte man sich im Moment nur zwischen zwei Extremen entscheiden: rechter Gewalt und grenzenloser Empathie, heißt im wahrsten Sinne des Wortes: grenzenlose Flüchtlingsaufnahme. Das erstere ist kriminell und verwerflich und das andere verantwortungslos und faktisch nicht durchführbar.
Ich weiß auch, welche Gesellschaft ich nicht haben will. Aber die sieht ganz sicher anders aus als die Ihrige.
Ich habe genau zu diesem Thema einen sehr interessanten Artikel in der Welt gelesen, von Herrn Broder. (Quelle: "Die Welt", Titel: "Wer nur Mitleid empfindet, der hat keinen Verstand") Der Tenor dieses Artikel ist: Wir holen uns Probleme ins Land, von denen wir eigentlich schon genug haben. Das hat nichts mit fehlendem Mitgefühl zu tun, sondern ist lediglich eine logische Konsequenz aus der Trennung zwischen Theorie und Praxis, zwischen Empathie und Ratio. Und die Praxis hat uns in den letzten Jahren einiges gelehrt. Wir sind eben nicht das Land in dem Milch und Honig fließen, ganz im Gegenteil.

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conglong 28.08.2015, 20:08
36. Die Deutschen - eine Enttaeuschung

Der Artikel spiegelt genau das wieder, was ich seit Monaten empfinde. Er schließt nicht von s.g. Einzelfällen auf das Ganze. Er wiederspiegelt hingegen den Normalzustand in Deutschland. Er sagt auch nicht, daß es allein an den Rechten liegt, was in Deutschland passiert. Ganz im Gegenteil, er zeigt auch auf, daß die deutsche Politik schlichtweg versagt hat. Vor allem auch, weil deutsche Politiker, egal welcher couleur, offensichtlich kein wirkliches Verständnis mehr dafür besitzen, was die freiheitlich-demokratische Ordnung eigentlich bedeutet. Viele dieser Politiker sind damit ja auch gar nicht groß geworden, z.B. die Frau Bundeskanzlerin.
Auf den Bildern hier oder anderswo sehe ich eigentlich nur ekelhaft aussehende Menschen, ohne Stil, die sich nicht zu kleiden wissen, aber offensichtlich auch überhaupt nicht unter Mangel leiden. Und diese beschweren sich auf höchst unangemessene Weise gegen etwas, wovon sie gar keine Ahnung haben, was sie gar nicht betrifft. Und das mit Worten, für deren Gebrauch ich eine heftige Rüge, mit der Ermahnung, so etwas sage man aber nicht, von meiner Mutter erhalten hätte.
Es ist erschternd zu sehen, wie die neuen Durchschnittsdeutschen sich benehmen. Anstandslos, ohne moralisches Gewissen, rücksichtslos, herrisch, egoistisch, besserwisserisch, fremdenfeindlich, hetzerisch, extremradikal, mörderisch und vor allem absolut kulturlos. Aber vor diesen Charaktereigenschaften in den tiefen der deutschen Seele hatte ja lange schon vor dem Nationalsozialismus Arthur Schopenhauer einschlägig gewarnt.
Ich lebe in einem Land weit entfernt von Deutschland. Ich hatte eigentlich vor, ein “Botschafter” der deutschen Kultur in meiner Wahlheimat zu sein. Das kann ich mir nun auf etliche Jahre abschminken. Ich bin zutiefst enttäuscht von Deutschland. Und ich bin Deutscher.

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beuerlein 28.08.2015, 20:08
37.

Herr Diez macht es sich genauso einfach wie die BILD-Zeitung. Herrn de Maiziere wird quasi eine Mitschuld unterstellt. Jeder der nicht der political correctness entspricht und auf Probleme bei der Integration hinweist, ist ebenso verdächtig. So entsteht ein Klima das auch gemäßigte Menschen auf die Straße treibt. Auch wenn es nicht gut ist, eine gewisse Angst der Menschen vor unbekannten Kulturen ist verständlich. Es ist besser, diese Ängste wahrzunehmen und ihnen mit Argumenten zu begegnen, klarzumachen warum Flüchtlinge ihre Heimat verlassen anstatt mit Besserwisserei einfach drauflos reden oder schreiben.

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eternalchii 28.08.2015, 20:17
38.

Zitat von luny
Die verantwortlichen Politiker starrten auf die steigenden Flüchtlingszahlen, ohne etwas zu tun. Unsere Freunde von jenseits des Atlantiks zetteln überall Kriege an, wenn es ihren geopolitischen Interessen dient. Mit den Folgen, also in diesem Fall den Flüchtlings- strömen, sollen sich bitte andere auseinandersetzen. Die Welt"polizei" USA investiert Milliarden oder gar Billionen, um gründlich aufzuräumen. Den "Schutt" mögen bitte andere wegräumen.
Jaja, da ist er wieder. Der Deutsche, der die USA nicht mag, weil die was gegen Diktaturen und Diktatoren unternimmt so wie damals in Deutschland - und dem es hier natürlich auch zu viele Ausländer gibt. Dann kommen die üblichen Stammtischthesen über die Politik, die nichts unternimmt, etc.

Wie sagte Riley so schön? „Wenn ich einen Vogel sehe, der wie eine Ente geht und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt, nenne ich diesen Vogel eine Ente“

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Peter 10 28.08.2015, 20:18
39. Was ich mal loswerden wollte

Was ich bei dem ganzen Thema Flüchtlinge immer mehr feststelle ist, dass man sich ja unter keinen Umständen auch nur ansatzweise kritisch äußern darf. Denn,es gibt hier in vielen Köpfen nur schwarz/weiß Denke. Entweder bist Du für uns, oder Du bist ein Nazi. Diese Denke finde ich reilich primitiv. Auch stört es mich, dass sich Menschen, die nicht 100 Prozent hinter der aktuellen Situation stehen sich sofort rechtfertigen müssen, was für Unmenschen sie denn sind. Und dann geht es gleich mit dem Beleidigen los.

Ich gebe mal kund was mich aktuell stört.

Mich stört es null, dass wir Flüchtlinge aufnehmen, dass ist gut und deren Recht.
Was mich stört ist Verteilung. Aktuell sind es in diesem Jahr 800.000 - ein Wert, der ja inzwischen wöchentlich nach oben korrigiert wird.

Wie kann es sein, dass viele Länder der EU einfach dicht machen und sagen, nö, die wollen wir nicht, werdet ihr mal mit denen fertig.

Wie kann es sein, dass es die Dublin III Verordnung gibt , welche besagt dass jeder Asyl suchende in dem EU Land Asyl stellen muss, in dem erst zuerst ankommt...dem aber null nachgegangen wird. Man liest dann, ja die Verordnung gibt es, aber hält sich kein Land dran.
Achso, und dann ist das halt einfach so? Wozu gibt es dann diese Verordnung?

Es kann doch nicht sein, dass jedes EU Land sagt, ach geh mal weg, nehmt ihr die lieber und D sagt dann auch noch kleinlaut (wie bei allen Themen), okay dann tun dann halt mal unser bestes.

In der EU ist geregelt wie groß und dick gefälligst eine Banane zu sein hat um in die EU Zone importiert zu werden und weiter viele wichtige Entscheidungen getroffen.

Bei den Flüchtlingen gibt es scheinbar keine EU. Jedes Land macht das, was es gerade möchte und kommt ohne Widerworte damit durch. Die Leidtragenden davon ist D und deren Flüchtlinge durch lange Abarbeitungszeiten und überfüllten Aufnahmelagern etc..

Ich denke jedem sollte klar sein, dass die aktuelle Zustand so nicht hinnehmbar sein sollte. Die Flüchtlinge werden mehr, nicht weniger. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, das das EU WEIT geregelt, eingehalten, und die Flüchtlinge gleichmäßig aufgeteilt werden. Wie kann es sein, dass z.B. Spanien, Italien und GB einfach so sagen, nö machen wir nicht.

Das mindeste wäre für jeden Flüchtling, den diese Länder nicht aufnehmen, aber aufnehmen müssten, eine Strafzahlung zu verlangen - und zwar in der Höhe, die wir hier dafür ingesamt aufbringen müssen, dass andere sagen, nö.

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