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Flüchtlingskrise: Wir brauchen einen neuen Journalismus

Trotz Drohungen, trotz Hass: Die Flüchtlingsdebatte ist zu wichtig, als dass Journalisten sich hinter Gefühlslosigkeit verschanzen könnten. Sie müssen gerade jetzt ihrer demokratischen Aufgabe gerecht werden.

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lemmy 14.08.2015, 16:29
1. Wir brauchen keine Moralkeule und keinen Pathos mehr

Was wir vor allem nicht mehr brauchen, sind die täglichen vorwurfsvollen und pathetischen Berichte in den gängigen Medien. Die meisten Leute haben davon die Nase gestrichen voll. Es wäre besser, wenn sich der Journalismus wieder mehr analytisch und sachlich der Sache annehmen würde. Erst vor einigen Tagen war seit langem mal wieder ein sehr angenehmer Bericht im Fernsehen zu sehen. Ohne große Emotionen und Rührseligkeiten hatte ein Reporter einige junge Männer in einer Notunterkunft besucht. Sie haben zusammen gegessen, Fußball gespielt, sich gegenseitig ein paar "Sprachfetzen" näher gebracht und miteinander sogar gescherzt. Niemand spielte den Moralapostel, und niemand hat gejammert und gemeckert.
Dass diese Art der Darstellung nicht flächendeckend sein und vernünftige informative Reportagen ersetzen kann, ist mir klar. Aber allemal besser, als jeden Abend in die vorwurfsvollen Gesichter von Kleber, Slomka, Miosga und Co. zu blicken. Das Sinnbild vom "armen Flüchtling", und das wir alle verantwortlich sind, tut niemandem gut. Auch nicht den Flüchtlingen. Es sind nämlich Menschen wie Du und Ich.

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wish-master 14.08.2015, 16:31
2. Gerade andersherum

Rein gefühlt ist mein Problem mit dem Journalismus momentan das genaue Gegenteil, zu wenig Objektivität. Gerade beim Flüchtlingsthema: Manche hetzen in geradezu abstoßender Weise gegen Flüchtlinge, andere drücken mit Vollgas auf die Tränendrüse - ich erwarte von Nachrichtenberichterstattung weder noch. Beide Seiten haben ein paar gute und viele schlechte Argumente, und ein paar sachliche, neutrale Antworten wären dringend erwünscht.

Anders ausgedrückt, wenn sich der Journalismus nur tatsächlich auf diesen objektiven Blickwinkel zurückzöge, würde er seiner "demokratischen Aufgabe" eher gerecht werden. Überlassen Sie doch die Parolenschreierei den "Unprofessionellen" und heben sich durch Unvoreingenommenheit ab. Die Kommentarspalte gibt es ja auch noch, wenn Sie Ihre Meinung vertreten wollen.

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fredadrett 14.08.2015, 16:33
3. Kampf findet nicht im Bällebad statt

Für seine Überzeugungen muss man kämpfen. Wenn es einfach wäre könnte es ja jeder machen.
Genau an der Stelle trennt sich die Spreu vom Weizen und die die wirklich etwas tun von der Mainstreammitte.

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felix1756 14.08.2015, 16:35
4. Kann man auch ganz kurz fassen

Herr Diez möchte also mehr Mainstream und Volkspädagogik statt offener Diskussion und unabhängigem Denken. War auch nicht anders zu erwarten.

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larsjörge 14.08.2015, 16:53
5. Die Nachdenklichkeit gefällt mir!

Herr Diez hält im richtigen Moment inne, auch das Thema ist ein großes und entsprechend wichtig! Warum aber, Herr Diez, gehen Sie mit Ihrer Nachdenklichkeit nicht einen Schritt zurück? Vor einigen Tagen konnte man im SPIEGEL online lesen, dass die Behörden die Lage nicht meistern können! Natürlich stehen auch Rechtsextreme im Kausalzusammenhang... Aber die wesentlichen "Vorlagen" für das Dilemma haben die "politischen Eliten" durch Tatenlosigkeit und einem unglaublichen Mangel an Verantwortung in der Entscheidung geliefert! Warum denken Sie bzw. wir nicht zuerst über "Verantwortung" nach? Mit klaren Konzepten beim Asylverfahren hätten wir weniger beunruhigte "Angstbürger" und weniger Extreme, die das "Vakuum" nutzen...

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Europa! 14.08.2015, 16:53
6. Endlich!

Jetzt sind wir endlich so weit: Die Journalisten reden nicht mehr über irgendwelche blöden Nachrichten, sondern über sich selbst. Das ist schön. Man darf hoffen, dass sie wenigstens von diesem Thema etwas verstehen.

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OskarVernon 14.08.2015, 16:58
7. Stimmt:

Zitat von felix1756
Herr Diez möchte also mehr Mainstream und Volkspädagogik
... und hilft so fleißig mit, rechten Rattenfängern Publikum und letztlich Wähler zuzutreiben - ein Trauerspiel allererster Güte: Wer braucht so was...? :-(

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dukatenjunge 14.08.2015, 17:03
8.

Mit wem? Der Journalismus verweigert sich doch zunehmend dem Diskurs mit dem Leser. Siehe SZ und siehe FAZ. Und gerade vorgeblich liberale Blätter wie die ZEIT oder die TAZ löschen Leserbeiträge und Accounts.
Was die Flüchtlingsfrage betrifft, so hätte ich von Herrn Dietz gerne eine Antwort auf die Frage wo Millionen von ihnen künftig wohnen und arbeiten sollen?

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agua 14.08.2015, 17:08
9. An#4 felix 1756

Was Sie interpretieren,das kann ich beim Lesen der Kolumne von Herrn Diez nicht erkennen.
Diskussionen,insbesondere zum Thema Flüchtlinge,finden auch in den spon Foren kaum noch statt.Wer nicht der Meinung ist,dass diese Menschen nicht nach Europa dürfen,dem wird nahegelegt,Platz in der eigenen Wohnung zu machen.Oder es ist von "linker Ecke" die Rede.Es muss sich mit dem Thema auseinandergesetzt werden,auch von den Politikern der EU.Dieses Problem ist kein deutsches Thema.Die EU hat es mit ihrer Politik mitverursacht und offensichtlich hat sich niemand über mögliche Konsequenzen Gedanken gemacht.Diese Auseinandersetzung fordert Herr Diez.Dies impliziert anderen Journalismus und ebenfalls eine andere Diskussionskultur.

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