Forum: Kultur
Flüchtlingspolitik: Maßnahmen der Unmenschlichkeit
DPA/ U.S. Customs and Border Protections Rio Grande Valley Sector

In den USA werden Migrantenkinder von ihren Eltern getrennt. Voraussetzung für solch radikale Maßnahmen ist eine grundsätzliche Veränderung des Menschenbilds. Und die kündigt sich Wort für Wort auch in Europa an.

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Dieter B. 24.06.2018, 10:30
30.

Alles richtig, was in diesem Artikel steht, und natürlich ist es schlimm, was da passiert. Aber es ist nur die eine Seite der Medaille, und zwar deren Kehrseite. Die Vorderseite ist das Phänomen der Migration, welche ein weltweites ist und nicht nur die USA und Europa betrifft, sondern alle Industrieländer (in unterschiedlichem Ausmass). Wie wir wissen, sind die USA und eben v.a. auch Deutschland weltweit am stärksten betroffen. Und wie es so schön heisst, wir können nicht alle aufnehmen. Je mehr kommen und je mehr "Probleme" es ihretwegen gibt, desto mehr verändert sich die Sichtweise der Bevölkerung und damit der Wählerschaft! Wir sollten nicht vergessen, dass es sich bei den Ländern, die in Rede stehe, um Demokratien handelt, und die Parteien und damit Politiker "vertreten" ihre Wähler lediglich. Natürlich findet auch rückwirkend eine Beeinflussung statt (wie im Artikel dargestellt). Aber die populistischen Parteien etwa wurden nur stark oder sind überhaupt nur entstanden, weil es den entsprechenden "Bedarf" seitens der Bevölkerung gab. Daher hätte man es gar nicht erst so weit kommen lassen dürfen, d.h. man hätte gar nicht erst so viele Migranten rein lassen dürfen. Nur "wollten" es die Leute eben seinerzeit (2015) eben (noch) nicht anders (Stichwort: "Willkommenskultur"). Jetzt MÜSSEN die Politiker quasi die moralischen Standards verschieben, um ihr Tun zu rechtfertigen, vielleicht auch vor sich selbst, und das betrifft nicht zuletzt sogar die linken Parteien, nicht zuletzt die ganz linken. Denn ansonsten stehen sie bald ohne Wähler dar. Moralität ist eben das eine, Realität das andere.

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standinside 24.06.2018, 10:30
31.

Ich bin Lehrer an einer privaten Schule und müsste mir gerade letzte Woche, solche Bemerkungen im Lehrerzimmer von einem Kollegen hören, der ausgerechnet kurze Zeit später Mittlere Reife Schüler in einer mündlichen Prüfung geprüft hat. Wenn die Schüler wussten, welche Gesinnung ihrer Lehrer "beherbergten". Also AFD Gedankengut ist leider schon längst in die Mitte der Gesellschaft angekommen.

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nic 24.06.2018, 10:31
32.

Zitat von klaus.mueller
finstere Epoche die da anbricht, und es ist mir weiterhin unklar warum überhaupt, zumindest in Deutschland und Österreich ging es uns noch nie so gut jetzt, die Holländer sind auch gut unterwegs. Woher kommt all diese Kälte, der Hass? Ist das ein Virus? Eine Krankheit die die Gesellschaften von Zeit zu Zeit befällt? KM LG Erding
Fordern Sie den Verzicht von 50% des Einkommens aller EU Bürger (bei gleicher Produktivität) und schon reicht es wieder für ein paar Millionen "Flüchtlinge" mehr. Allerdings werden da mehr als nur ein paar Millionen kommen. Vielleicht müsste man dann auf 70% des Einkommens verzichten. Eine Rente wird es ohnehin nicht mehr geben. Für Viele gibt es die ja schon Heute nicht mehr. Oder haben Sie bessere Vorschläge wie man diesen "Humanismus" finanzieren könnte. Weil Humanismus kann sich nur der Leisten der ihn auch finanzieren kann.

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mvau 24.06.2018, 10:40
33. Der "Sinn" der Menschlichkeit

Und wieder wird das Forum hier zu einem Mikrokosmos, an dem sich prima ablesen lässt, wie gering mittlerweile die Identifikation weiter Teile der Gesellschaft mit den Werten des Humanismus geworden ist - oder vielleicht immer war. Menschlichkeit wird in Anführungszeichen geschrieben und ihr "Sinn" (meint vermutlich: materieller Nutzen) hinterfragt, völlig unreflektiert über "Entdeutschung" schwadroniert und die Verantwortung für die eigene Kälte an die da oben zurückgespielt. Mir ist das alles so fremd, so gespenstisch, so zur Bedrohung geworden, vor allem, weil ich die gefühlte kulturelle Bedrohung kaum nachvollziehen kann. Wer schon Probleme mit seinem "Deutsch sein" hat, wenn er sich in der Straßenbahn die Bank mit einem Ausländer teilen muss, hat ein Bildungs- und kein Kulturproblem.

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cherrypicker 24.06.2018, 10:44
34. Homo homini lupus

"Der Mensch ist dem Mitmenschen ein Wolf", sagten schon die alten Römer. Zugegeben, es gab mal eine gesellschaftliche Aufklärung -- aber erst nach dreißig Jahren Religionskrieg in Europa. Unter dem Motto "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" mussten tausende ihren Hals unter die Guillotine legen. Und es wurde eine allgemeine Erklärung der Menschenrechte unterzeichnet -- aber erst, nachdem vorher sechs Millionen Juden vergast worden waren. Ich kann da, ehrlich gesagt, keinen klaren Trend erkennen, sondern immer nur verzweifelte Reparaturversuche an etwas, das strukturell sowieso kaputt ist. Denn der Mensch ist nun mal zutiefst egoistisch, oft sinnlos hasserfüllt und testet immer zuerst die Grenzen der anderen aus, oft überschreitet er sie dabei leider. DANACH kommt dann (bei manchen!) das schlechte Gewissen, es wird dann viel von Empathie und Solidarität gefaselt. So gut wie NIE geschieht das vorher, abgesehen von einigen Kassandra-Rufern, die dann als Spinner und Störenfriede abgetan werden. Im Übrigen: Der gesellschaftliche Abwehrdruck, der jetzt bei den Migranten ankommt, diesen Druck hat das Großkapital mit seiner entfesselten Maximalausbeutung der Werktätigen schon vor Jahrzehnten begonnen (Hartz IV, Befristungen, Leiharbeit, Rentenkürzungen, Mietwucher). Genüsslich hetzen also in unseren ach so "reifen" Gesellschaften ständig die Mächtigen und Besitzenden die Habenichtse gegeneinander auf, denn das hält jene von den Fleischtöpfen fern und sichert denen mit den dicken Konten ein fettes Leben. Wer jedoch selber kein Mitleid erfährt, ist eben auch seltener bereit, selbst Mitleid zu zeigen. Die Migranten der letzten Einwanderungswelle sind doch oft die ersten, die die Zugbrücke am liebsten hinter sich hochziehen würden. Homo homini lupus, wie gesagt.

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upalatus 24.06.2018, 10:48
35.

'Die eigenen Ressourcen werden verteidigt um das Überleben der eigenen Gruppe zu sichern.'

Welche Ressourcen an Bodenschätzen hat zb Deutschland? Da gibts wohl nicht viel davon. Vielmehr sind wir drauf angewiesen, und auch darauf, dass es andernorten günstig abgebaut und herangeschafft wird. Alles unter der Wettbewerbsstuation mit anderen wohlständigen Ländern, die ohne die raw materials ebenso leblos dastehen würden. Diesen unsern auch militärischen Konkurrenzkampf haben wir seit langem in Länder getragen, die deshalb kaum auf die Beine kommen. Und mal ehrlich, wer von den abgefütterten Wohlstandsbürgern egal wo auf der Welt könnte es gelegen kommen, dass auch 'die Anderen' ähnlich konsumieren, wie wir es dem Rest der Welt vorbildhaft vorexerzieren? Bliebe doch weniger für sich selbst, ganz abgesehen von den Folgen für die jetzt schon von uns überbeanspruchten Erde.

Im Grunde spielt sich die vollwissentlich und von der Mehrheit akzeptierte Situation ab, Mitmenschen auf einer eng gewordenen Welt einfach auszublenden, sich hinter Gesetze zu verbarrikadieren und mit dem Knüppel auf den eigenen übervollst gefüllten Kühlschränken zu hocken. Der Gipfel des gepflegten Selbstbetrugs ist das Vorschieben der Politk; die macht nur genau das, wovon samt und sonders alle zb in D sehr gut und gern profitieren.

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rabbijakob 24.06.2018, 10:49
36. In der Geschichte der Menschheit...

... hatte ein Kulturenmix noch nie funktioniert. Der Mensch sucht Identität, Geschichte, Stabilität. Wie kann eine Bundesregierung Menschen aufnehmen, die aus einem Kulturkreis kommen, der unmöglich in unsere Welt paßt. Da werden Menschen, die nach der Scharia leben, mit den Werten einer über Jahrhunderte gewachsenen Kultur konfrontiert.
Das kann nicht funktionieren. Man muss aufhören diese Länder mit brutalem westlichen Rohstoffkriegen zu überziehen, und schon hat man keine Flüchtlinge mehr.

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d.selle 24.06.2018, 10:58
37. Es ist die programmatische Weiterentwicklung des neoliberalen

Weltbildes und dessen Ausweitung auf alle Bereiche menschlichen Zusammenlebens. Moral, Werte, Empathie, Menschlichkeit haben dabei an sich keinerlei Bedeutung mehr, weder a priori noch aus der Historie heraus entwickelt. Man bedient sich ihrer, ähnlich dem Einkauf im Supermarkt, wenn es einem nützt und entsorgt diese nach Gebrauch. Sie verkommen zur "Ware" und sind ihrer Alllgemeingültig beraubt. Es geht mehr denn je um den maximalen Mehrwert für sich oder seiner Gruppe. Wobei die Gruppe dabei auf den ersten Blick ebenfalls nicht mehr als solche erkenbar ist. Sie ist eher als eine partikulare echte oder per Definition durch einen oder mehrere Leithammel geschaffene Interessengemeinschaft zu verstehen. Eine Allgemeingültigkeit von Regeln, Werten oder Kurzum der Kant'sche Imperativ wird dabei als massive Einschränkung wahrgenomen der die e i g e n e "Freiheit" hindert. Moralisten sind dabei solange billige Idioten solange sie nichts kosten und man sich derer Bedienen kann. Die "guten" Handeln zugrundeliegenden Regeln oder evt. auch jahrtausende alte Übereinkünfte müssen jedoch beseitigt werden um diese durch ein auf die eigene oder die Macht der Gruppe gestütztes beliebig änderbares Regelwerk ersetzen zu können.

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fördeanwohner 24.06.2018, 10:59
38. -

Zitat von schwarzeliste
den gibt es tatsächlich, es gibt dafür genügend Beispiele. Z.B. eine irakische Familie die plötzlich in den Nordirak zurückkehrt, nachdem der Sohn in Deutschland ein Mädchen ermordet hat. Eindeutig Asyltourismus. Da lag keine Schutzbedürftigkeit vor. Das heißt ja nicht, dass alle Flüchtlinge Asyltouristen sind, sondern nur, dass es dieses Phänomen gibt. Insofern ist dieser Begriff völlig in Ordnung
Nein, ist er nicht. Nicht mal bei dem von Ihnen genannten Beispiel handelt es sich darum, da diese Leute nicht aus Spaß den Irak verlassen haben. Dass der Sohn jemanden getötet hat, ist grausam, hat aber nichts damit zu tun.
Es gibt Unterschiede zwischen Verfolgten, Flüchtlingen und Wirtschaftsmigranten, keine Frage. Aber selbst Wirtschaftsmigranten sind keine Touristen. Die Verwendung dieses Begriffes negiert die Tatsache, dass diese Menschen wirklich Gründe haben, ihre Heimat zu verlassen.
Wir können nicht alle aufnehmen, die zu uns kommen wollen und müssen ganz klar priorisieren, weil es viel zu viele Menschen insgesamt sind. Dass die beiden erstgenannten Gruppen Vorrang haben müssen, ist wohl jedem klar. Jedoch steht es niemandem zu, Menschen zu verunglimpfen, wenn sie aus wirtschaftlicher Not heraus ihre Heimat verlassen. Das ist absolut respektlos.

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cynthia1959 24.06.2018, 10:59
39. Viele unabsichtliche Bestätigungen

Einige der Kommentare hier zeigen wie recht der Autor leider hat und geben mir das Gefühl, dass wenig Aussicht besteht dass wir die Entwicklung aufhalten können. Das macht mich traurig.
Unser aller Verantwortung für das Gelingen eines menschlich würdigen Zusammenlebens auf dieser Welt wird meistens nicht wahrgenommen. Wir, die jetzt versuchen „Ihr Überleben zu sichern“ haben Verantwortung dafür dass andere eben dieses tun indem sie zu uns nach Europa kommen. Wir sind auch verantwortlich für die Kriege, aber eben auch für die wirtschaftliche Not derer, die sich nicht auf diesen gefährlichen Weg machen um vielleicht ein schickeres Auto zu fahren, sondern weil sie überleben wollen. Wir alle könnten unsere Verantwortung ernst nehmen in unserem täglichen Konsumverhalten. Und wir dürfen nicht den Fehler machen den Populisten zu folgen, die das schreckliche Fehlverhalten einzelner benutzen um große Teile der Menschheit zu diskreditieren. Was könnten andere über uns denken wenn sie das mit uns täten!
Mitgefühl und Solidarität müssen überhaupt nicht bedeuten dass alle die Not leiden ihre Heimat verlassen müssen weil es diese nur hier gibt. Dies menschlichen Grundwerte könnten auch dazu führen dass jeder von uns sein eigenes Verhalten überprüft und zum Wohle aller ändert, dass fundiertes Wissen dazu eingesetzt würde die Not vor Ort zu beenden und die Flüchtlinge die zunächst hierher kommen müssen mit Professionalität und Vernunft so zu betreuen und zu integrieren, dass wir alle gut zusammen leben können. Ich bin sicher dass es anders ginge als den Weg einzuschlagen der in diesem Artikel aufgezeigt und zurecht kritisiert wurde.

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